Sein Abenteuer auf der fernen Insel ist beendet, doch die Sage geht weiter. Er muss sich nun der schwersten aller Prüfungen stellen, um zu beweisen, dass er die Feder genauso gut beherrscht wie die Klinge. Doch zwischenzeitlich rief ihn das Schicksal auf eine andere Insel, belagert von untoten Kreaturen und einer intriganten Handelsfamilie. Mehr darüber demnächst...

Sonntag, 6. Juni 2010

Double Review: "From Paris with love" und "The Wolfman" (beide 2010)

Wochenende, kein Stress, schönes Wetter - und abends ein guter Film oder zwei. So habe ich meinen Sommer am Liebsten.

Da es eine Weile her ist seit meiner letzten Review, mache ich hier mal wieder ein Double Feature von Filmen, die so eigentlich nichts miteinander zu tun haben. Aber ich dachte mir, ich schreibe besser über diese zwei Streifen als über den, zu dem mein Vater mich eigentlich nötigen wollte: die Michael-Bay-Version von "Der Nebel"...


Los geht es heute mit From Paris with love (Pierre Morel, 2010)

Alleine vom Namen her sollte man auf keinen Film schließen (jedenfalls nicht immer, wobei man bei "Lesbian Vampire Killers" wahrscheinlich genau das bekommt, was man erwartet). Andernfalls würden manche denken, was denn jetzt mit der Matrix nicht stimmt, dass ich einen offenkundigen Frauenfilm hier bespreche. Und ehrlich, verdenken könnte ich es keinem; das war nämlich genau meine Reaktion, als ich den Titel zum ersten Mal sah.

Aber keine Angst, kommen kaum Frauen drin vor. Hauptrollen spielen John Travolta (den man mit diesem Aussehen ohnehin für einen Psychopathen, genauer: Kinderschänder halten könnte) und Johnathan Rhys-Meyers (der noch schlimmer aussieht... oO). Am Drehbuch werkelte Luc Besson mit (ihr wisst schon: Transporter, 96 Hours, viele Tote, viele kaputte Autos...). Von "96 Hours" haben sie auch den Regisseur Pierre Morel rübergeholt, und wer ihn gesehen oder meine Review im Filmforum gelesen hat, weiß ja, wie es da zur Sache geht.

Aber zum Film selbst. Es fängt an mit Rhys-Meyers, der sein Geld als Assistent eines alten Botschafters in der amerikanischen Botschaft in Paris verdient. Aber zwischen Schachspielen, hundert-Sachen-auf-einmal-organisieren und Abendessen mit seiner Freundin bekommt er mit unschöner Regelmäßigkeit seltsame Anrufe, die ihn u. a. dazu veranlassen, bei einem fremden Auto schnell die Nummernschilder umzutauschen. Wofür das gut sein soll, wird erst einmal nicht erklärt. Dann erhält er einen Auftrag vom selben Anrufer, der ihn bei Abschluss die Karriereleiter raufkatapultieren könnte (aber es wird nicht gesagt, um was für eine Karriere es sich handelt...). Klingt eigentlich einfach: Er soll seinen Partner vom Zollamt abholen und ihn in der Gegend herumfahren. Und bis zu diesem Punkt ist der Film einigermaßen vorhersehbar, bis hin zum Vorhersagen mancher Dialogzeilen.

Und dann taucht John Travolta auf. Mit Glatze und ganz hässlichem Bart, noch hässlicherem Verhalten und einem Vortrag über die Bedeutung des Wortes Wichser ("Ich kann das auch als Adjektiv verwenden, dann würde das aber so lauten:" *nicht jugendfreien Monolog hier einführen*) erspielt er sich die Aufmerksamkeit der geneigten Zuschauer, stiehlt dem eher farblosen Rhys-Meyers die Schau und fängt langsam an, durchzudrehen. Und das bedeutet in einem französischen Actionfilm von den Machern von "96 Hours", dass so ziemlich alles mit großkalibrigen Handfeuerwaffen umgemäht wird, was irgendwie nach schweren Jungs aussieht. Ein China-Restaurant wird mit ein paar hundert Einschusslöchern versehen und braucht hinterher dringend neues Personal. Eine Gruppe böser Buben, die sich in einem eher schäbigen Wohnblock verschanzt, wird nach allen Regeln der Kunst auseinandergenommen. Es kracht mal wieder an allen Ecken und Enden, und da der "Transporter"-Vater auf schnelle Autos steht, darf eine Hochgeschwindigkeits-Verfolgungsjagd mit Pistolen und Raketenwerfer (!) nicht fehlen.

Soviel zum Thema Action, aber erstaunlicherweise hat der Film noch mehr zu bieten. Rhys-Meyers, der ständig im Schatten seines Partners Travolta steht, entpuppt sich als Rekrut für die CIA. Er selber ist mehr das Weichei, hat weder Erfahrung im Umgang mit Waffen, noch hat er jemals einen Menschen umgebracht. Während des Films wird er aber langsam zum Draufgänger, und er bekommt sogar die Gelegenheit, den Showdown selber auszutragen. Was seine Freundin, besser gesagt, Verlobte angeht, so sollte besser keiner mit einem typischen dritten Akt rechnen. Dafür wartet der Film mit einer überraschenden Wendung auf, auch wenn ich mit der dort gegebenen Erklärung nicht ganz glücklich bin.

Höhepunkt sind allerdings, und das überrascht mich auch sehr stark, Travoltas Oneliner - von denen gibt es in dem Film fast mehr als Leichen. In fast jeder Situation haut er einen blöden Spruch raus, hauptsächlich, um das Weichei an seiner Seite ein bisschen zu erziehen. Gleich von Anfang an zeigt er deutlich, dass seiner Figur in dem Film nichts heilig ist. Aber auch hier darf man nicht alles glauben, was man sieht und hört...


Fazit: Der Film hat einige Überraschungen in sich, besitzt für einen Actionfilm erstaunliche Tiefe (aber nicht zuviel), aber ist im Grunde seines Herzens eine fröhliche Mischung aus "Shoot'em up" und "Bourne Identity", gemixt mit einigen Buddy-Movie-Zutaten. Wer Actionfilme mag und sich schon von "96 Hours" hat unterhalten lassen, wird an "From Paris with love" auch seine Freude haben.

9/10 Punkte


Nächster im Program ist The Wolfman (Joe Johnston, 2010)

Im Rahmen einer langen Werwolf-Nacht (vorab "American Werewolf" von John Landis) haben wir einen Blick auf diese Neuauflage des alten Werwolf-Mythos geworfen. Der Film, dessen Trailer ein wenig an Tim Burton erinnerte und schon einen Vorgeschmack auf die Starbesetzung gab, entfernt sich von dem Effektegewitter eines Stephen Sommers und schlägt mehr die Horror-Schiene ein. Für mich ein Kandidat für die Kategorie "Horror-Actionthriller" - es gibt Action, aber sie steht nicht im Vordergrund.

Nachdem sein Bruder unter mysteriösen Umständen aus dem gemeinsamen Elternhaus verschwand, zieht es Lawrence Talbot (Benicio del Toro) zurück zu seinem verhassten Vater und seiner Beinahe-Schwägerin, die ihn um Hilfe bei der Suche nach dem Bruder bittet. Dass etwas nicht stimmt, merkt e schon an der aggressiven Haltung der Anwohner von Blackmoor (englisches Herrenhaus und dazugehöriges Dorf). Ein Fluch gehe um, sagen sie, und bestimmt haben die Zigeuner, die regelmäßig ihr Lager hier aufschlagen, etwas damit zu tun. Die Todesfälle häufen sich; Talbot versucht, mehr herauszufinden, und trifft schließlich auf die Bestie itself - und wird gebissen. Der Rest dürfte bekannt sein...

Die Filmemacher waren nicht zimperlich bei der Darstellung der Werwolfangriffe - so viele Einblicke in Körperteile und innere Organe erhalten sonst nur Medizinstudenten und eifrige Fans von Dr. House. Die damit verbundene Action ist schnell, aber recht stilvoll - man kann etwas erkennen, aber die Gewalt wird nicht so drastisch zelebriert, wie es in modernen Horrorfilmen gerne gemacht wird. Der Werwolf selbst mag zwar ein computergeneriertes Trugbild sein, das in der Form auch nicht mehr modern ist, aber er erfüllt seinen Zweck - was ihm an Mienenspiel fehlt, macht er durch pure Bedrohlichkeit wett.

Dementsprechend ist der große Pluspunkt die Atmosphäre des Films. Die unterschwellige Bedrohung, die im Herrenhaus vorherrscht, auch unterstützt durch Anthony Hopkins als grummeliger Vater und Art Malik (der böse Terrorist aus "True Lies") als sein indischer Diener; die kalte Brutalität einer psychatrischen Anstalt im 19 Jahrhundert (also kurz nach dem Mittelalter); die nebeligen Wälder, in denen sich nur Leute herumtreiben, die rote Hemden unter ihrer Kleidung tragen...

Leider hat der Film auch seine Schwächen, hauptsächlich in der Vorhersehbarkeit der Ereignisse. Dass die Liebesgeschichte, die sich zwischen del Toro und seiner Beinahe-Schwägerin eine bestimmte Richtung einschlagen wird, merkt man schon recht früh im Film, und dass etwas mit Hopkins' Charakter nicht in Ordnung ist, ist auch zu Beginn schon relativ offensichtlich. Zwar lockert Hugo Weaving als aufrechter Polizist von Scotland Yard das alles noch etwas auf, aber auch seine Figur wirkt, abgesehen von Weavings erneut bravouröser Darstellung, schablonenhaft. Es ist wieder einmal ein Film, bei dem man eine halbe Stunde vor dem Ende halbwegs sagen kann, wie er ausgeht.


Alte Kinogänger und Freunde anspruchsvoller Horrorthriller wird dieser Film nicht vom Hocker reißen. Werwolf-Fans kommen jedoch auf ihre Kosten, und wer einen Monsterhorror mit guter Besetzung, gruseliger Atmosphäre, einer gesunden Mischung aus Splatter und Nervenkitzel und einem effektvollen Showdown mag, wird ebenfalls zu Genüge bedient. Nichts absolut Großartiges, aber ein Stück Unterhaltungskino guter alter Schule.

8/10 Punkte

Dienstag, 25. Mai 2010

Zurück vom LARP

Ja, jetzt bin ich offiziell ein Live-Rollenspieler. Ich habe das Pfingst-Wochenende im "Nerd-Camp" verbracht, in einem Live-Rollenspiel-Lager direkt an der dänischen Ostsee (einige Kilometer hinter Sonderborg). Und dafür, dass es mein erstes Live-Rollenspiel (die Eingeweihten sagen dazu "Con") war, war es einfach super!

Zum Teil habe ich mich wie auf einer Klassenfahrt gefühlt, mit regelmäßiger (und sehr reichlicher) Versorgung vom Küchenteam, einem großen Schlafsaal für die Beteiligten und auch einiger Aktionen wie Waldspaziergänge etc. Nur dass im Schlafraum neben den normalen Dingen wie Rucksäcken, Taschen und Schlafsäcken auch noch haufenweise Waffen, Schilde und Rüstungsteile lagen, das war es, was dieses Wochenende zu etwas Besonderem machte.

Um es kurz zu machen, ich war ein Nichtspieler-Charakter. Ich war einer von denen, die den Spielleitern dabei halfen, ihre Geschichte zu erzählen, indem ich freie Rollen annahm wie einen Soldaten der Wache (den ich dann auch wirklich die meiste Zeit gespielt habe) oder den Geist eines Waldläufers, der bei einem Ritual erscheint. Ich hätte auch die Möglichkeit gehabt, mich als Zombie auf die Spielerhorden zu stürzen, aber ich hatte mir vorgenommen, dies erst zu tun, wenn jemand es geschafft hätte, meinen menschlichen Wächter zu töten. Viele haben es versucht, aber keiner geschafft...

Jetzt bin ich dabei, die Ereignisse des Cons schriftlich zusammenzufassen, für die Mitspieler und das Forum, aber auch für den Blog hier. Deswegen habe ich auch schon mal den Einleitungstext modifiziert (über England kommt ja hier nichts mehr). Ich halte mich auch ran, sonst vergesse ich wieder die Hälfte. Also, wir lesen uns!

Samstag, 3. April 2010

Double Review: „Law Abiding Citizen“ (2009) und „Push“ (2009)

Aaaaalso… obwohl ich stark einen im Tee habe, obwohl das Bett bzw Sofa nach mir schreit, und obwohl ich auf einer Tastatur tippe, die ich eigentlich überhaupt nicht leiden kann – es ist Ostern, und ich habe gerade zwei Filme gesehen, über die es sich eigentlich zu schreiben lohnt. Also, Leser meines Blogs und Besucher des Filmforums, hier wird euch heute Gutes getan!


Fangen wir an mit „Law Abiding Citizen“.

Kurt Wimmer, Regisseur von dem legendären „Equilibrium“, schrieb das Drehbuch zu einem Film, der neben Gerard Butler aus „300“ und Jamie Foxx (Oscar für „Ray“, aber verdienter Arschtritt für „Stealth“) noch diverse gute Nebenrollen bietet. Ein Film, der ziemlich heftig anfängt und sich dann in Regionen bewegt, die man ihm überhaupt nicht zugetraut hätte. Die ersten fünf Minuten lassen vermuten, auch aufgrund des Titels, dass eine Rachegeschichte im Stil von „The Crow“, „The Punisher“ oder dergleichen erzählt werden soll. Vater verliert Familie, die Täter werden vor Gericht gestellt, nicht hart genug bestraft, also nimmt Vater das Gesetz selbst in die Hand – und zerlegt den Schurken, der seine Familie massakrierte. Und das, liebe Leser, ist wörtlich zu verstehen!

Nur: Das passiert in den ersten zwanzig Minuten. Was ist mit dem Rest des Films?

Also soviel will ich verraten, ich hoffe, es ist nicht zuviel: In den nächsten achtzig Minuten entwickelt sich der Streifen zu einem halben Gerichtsthriller mit ziemlich markanten und zum Teil auch herrlichen Sprüchen drin (Gerard Butler bringt Oneliner zum regelrechten Abfeiern), aber gleichzeitig auch ein bisschen Horrorthriller, der Paranoia schürt und jeden Zuschauer seine eigenen Moralvorstellungen doch kritisch überdenken lässt. Das Konzept von Gut und Böse ist nicht so wirklich da gegeben, und obwohl mit Foxx und Butler zwei klar gezeichnete Kontrahenten gegeneinander antreten, kann man sich nur schwer für eine Seite entscheiden. Aber trotzdem: Es geht was kaputt, es gibt einen erheblichen Bodycount, und trotzdem ist der Film sehr intelligent gemacht und wartet auch mit einer verblüffenden, trotzdem logischen Auflösung auf.

Ich glaube, am Höchsten rechne ich dem Film zwei Dinge an: Zum einen, dass er trotz scheinbar standardisiertem Aufbau nicht vorhersehbar ist und den Zuschauer auch gerne in die Irre führt, aber trotzdem übersichtlich bleibt. Zum anderen kritisiert er auch das Rechtssystem der Amerikaner und stellt außerdem allgemeine Vorstellungen von Recht und Gesetz in Frage, ohne jedoch einen eigenen Standpunkt zu haben. Im Gegensatz zu „Shooter“ (2007, mit Mark Wahlberg), dem diese Tugenden auch nachgesagt werden, schafft „Law Abiding Citizen“ die am Anfang aufgebaute Emotionalität mit dem Tod des eigentlich einzigen Schurken schon sehr früh zur Seite, sodass man sich objektiv mit dm Thema auseinandersetzt.

Es ist kein Actionfilm in dem Sinne. Ein Gerichtsfilm ist es nur zum Teil. Ein wenig Horrorstreifen ist auch drin, ebenso viele Thriller-Elemente. Aber genau kann man den Film nicht einordnen. Außer in eine Schublade, und das ist die mit der Aufschrift „Sehenswert“.

8/10 Punkte


Direkt danach, und damit der Film, der noch am Frischesten in Erinnerung ist: „Push“

Was weiß man über Dakota Fanning. Die Drew Barrymore des 21 Jahrhunderts, weibliche Version von Macaulay Culkin, verlorene dritte Olsen-Zwilling – also Kinderstar - wurde bereits von Spielberg, Tony Scott und anderen namhaften Regisseuren durch PG 13 Filme gehetzt, bevor sie diese überhaupt gucken durfte. Sie landet nun als eine der Hauptdarsteller in einem… wie beschreibt man den am Besten… Fantasy-Mystery-Thriller-Mischmasch um Mutanten mit speziellen Fähigkeiten wie Leute schubsen, in die Zukunft schauen, Gedanken manipulieren und ähnlich nützlichen Fähigkeiten. Mein erster Gedanke: Das wird ein Kinderfilm.

Ich lag daneben. Und zwar gründlich. Der Bodycount in „Push“ ist sogar noch höher als im erstgenannten Film, und hinzu kommt eine verworrene, komplizierte Handlungsverwirrung, bei der man schon nüchtern Schwierigkeiten hat, ihr zu folgen. Fanning spielt eine Seherin mit Blick in die Zukunft, malt ständig in einem Büchlein ihre Visionen und verbringt die meisten Zeit im Film damit, das zu tun, was sie schon immer gut konnte: Anderen auf die Nüsse zu gehen.

Das bedauernswerte Opfer in diesem Film wird gespielt von Chris Evans – einer der Fantastic Four, abgesehen davon Vorzeige-Teeniestar. Er ist einer, der schubsen kann – nur eben nicht besonders gut, weshalb er auch öfters aufs Maul kriegt. Und zwar nicht nur physisch von Leuten, die das, was er kann, besser können, sondern auch verbal von Fanning, dieser neunmalklugen Kackbratze, die außer Rummosern und ungewollte Ratschläge erteilen keine wichtige Funktion erfüllt. Na gut, außer einer: Man wartet die ganze Zeit darauf, dass sie stirbt. Sie kündigt es auch dauernd an: „Ich habe unseren Tod gesehen. Ich werde bald sterben. Ich kenne auch die Umstände meines Todes“. Bla bla bla. Und was passiert? Kleiner Tipp: Was passiert in einem durchschnittlichen amerikanischen Film nie niemals nicht? Wenn Kinder mitspielen und eigentlich alles, was zwei Beine hat, krepiert wie die Fliegen (siehe „Aliens“, „Zombieland“, „Commando“, „Independence Day“)? Also nein, sie überlebt. Aber immerhin, in einer Szene säuft sie sich die Hucke voll! Bye bye, Kinderstar-Image!

Die Story ist… verwirrend. Also nicht vom Kaliber eines David Lynch oder Christopher Nolan, aber verwirrend genug, es nicht erklären zu können. Die Guten suchen etwas, die Bösen suchen es auch; eine dritte Partei, die auch böse ist, will es auch haben. Irgendwann kommt alles zusammen, dann wird mit telekinetisch manipulierten Waffen ein Chinarestaurant zerballert, und am Ende nehmen die oberen Stockwerke eines ziemlich hohen Hochhaus-Rohbaus erheblichen Schaden. Aber wie es dazu kommt, welche komischen Aktionen zwischendurch passieren, und wie sie letzten Endes versuchen, den mystischen Fähigkeiten der Gegner entgegen zu wirken – das ist alles etwas schwer zu erklären. Ich weiß auch nicht, ob der Film mit Absicht so kompliziert oder einfach unlogisch ist.

Ich muss allerdings zugeben, ich habe mich unterhalten gefühlt. Das kann aber auch mit den drei Litern Bier zusammenhängen, die ich über den Abend verteilt getrunken hatte, oder mit den restlichen Zuschauern (Bruder mit Freundin, Vater). Dies kommt dem Film wohl zugute, denn nüchtern wird er wohl keinen so tollen Eindruck hinterlassen. Actionszenen gibt es, aber keine klassischen Konfrontationen wie in anderen Filmen über Superhelden. Die Story ist verworren, die Schauspieler nicht gerade herausragend, die Spezialeffekte halten sich eher begrenzt, und der Humor ist auch eher unfreiwillig.

5/10 Punkten. Wären mehr, hätten sie Dakota Fanning endlich mal sterben lassen.

Donnerstag, 18. März 2010

Review: "Hush" (2009)

Ich möchte an dieser Stelle vorwarnen: Der folgende Post enthält sprachliche Ausdrücke, die in der zivlisierten Welt als anstößig betrachtet werden könnten. Sollten Leser also mit Ausdrücken wie "scheiße", "Arschloch" oder ähnlichen Kraftausdrücken Probleme haben, rate ich davon ab, diesen Artikel zu lesen. Ich danke für euer Verständnis.


Stellt euch mal bitte folgende Situation vor: Ein Mann will seine Freundin befreien, die von einem irren Lastwagenfahrer entführt wurde und in einem Käfig auf einer abgelegenen Farm angekettet ist. Der Mann hat die Schlüssel, um die Ketten zu öffnen, aber der irre Lastwagenfahrer läuft gerade in Richtung Käfig. Jetzt kommt der Mann auf die Idee, ein Ablenkungsmanöver zu starten. Was macht er also? Lässt seiner Freundin, die immer noch angekettet ist, seine einzige Waffe da - einen Schraubenzieher - und nimmt dafür die Schlüssel mit, mit denen sie sich in der Zwischenzeit hätte befreien können.

Und damit: Willkommen in der Welt von "Hush"


Um es klarzustellen: Wir reden hier über einen englischen Independent Film, der so mies ist, dass selbst Uwe Boll ein qualitativ hochwertigeres Werk zu diesem Thema abliefern könnte als diesen Scheiß. Wäre der Film vor 2000 rausgekommen, nicht einmal der Nostalgia Critic hätte sich getraut, ihn durchzunehmen. Aber die Machart des Films weist leider darauf hin, dass der Film im letzten Jahrhundert nie gedreht worden wäre - denn er ist eindeutig ein Kind moderner Filmemacher.

Und damit meine ich: Nie die Kamera ruhig halten, möglichst alles mit Handkamera filmen, dann auch möglichst nahe ran zoomen und unscharf stellen, und falls doch noch was zu erkennen ist, einen Schnitt jede halbe Sekunde. Und zwar nicht nur in Actionszenen (die, nebenbei bemerkt, in diesem Film mehr als lachhaft daherkommen - wenn ich recht überlege, sind die sogar mehr zum Heulen). In fast jeder Szene wackelt eine Handkamera durch die Gegend, die meisten Akteure kann man nicht einmal richtig erkennen - ein Polizist, der den Helden fasst, braucht zwei Minuten, bis man endlich ein Close-Up kriegt, auf dem man sein Gesicht auch mal erkennen kann. Anderes Beispiel: Der Held rennt / klettert einen Abhang hinauf. Eine Szene von maximal fünf Sekunden. Wie viele Kameraeinstellung würden erfahrene Regisseure an dieser Stelle zeigen? Eine? Zwei? Mark Tonderai nimmt fünfzehn.

OK, zugegeben, über diese Punkte kann man sich auch in den Bourne-Filmen von Paul "Ich nehme meinen Job ernst" Greengrass oder James Bonds letztem Griff ins Klo "Quantum of Solace" aufregen. Wäre alles halb so wild, wenn denn wenigstens der Rest vom Film was taugen würde. Also Story: Abgekupfert von "Breakdown", der wiederum "Spurlos Verschwunden" mit "Duel" kruezte. Keine sonderlich neuen Impulse, abgesehen davon, dass der Lastwagenfahrer sich als Böser darstellt, noch bevor die eigentliche Entführung stattfindet. Hinzu kommt, dass alles nachts in England spielt - langweilige Settings, wenig zu sehen, keine Gesichter, die man irgendwie schon mal gesehen hat.

Womit wir zum größten Problem dieses filmischen Zäpfchens kommen, den Charakteren. Unbekannte Gesichter sind eine Sache. Charaktere, die nahe am Leben sein sollen, aber sich als komplette Vollidioten entpuppen, eine ganz andere. Mit dem Helden soll man sich identifizieren können, denke ich mal, sonst wäre er kein armer Plakate-Kleber, der mit seiner Freundin, einer echten Schlampe (und das sage ich nicht nur so, sie betrügt ihren Freund auch noch, der daraufhin bei ihr Telefonterror macht - eine ebenso nervige wie unnütze Nebenhandlung), nachts Raststätten abklappert, um Werbeplakate dazulassen. Ach ja, nebenbei schnorrt er von der Tusse so ziemlich alles, was er kriegen kann, und streitet sich die restliche Zeit mit ihr. "Nein, ich kann mich nicht an unseren letzten Sex erinnern. Ist das wichtig? Ach, übrigens, hast du noch Geld für Benzin?"

Von den fünfzehn Minuten Einführung, bis der eigentliche Handlungsstrang losgeht, brauchen diese beiden Turteltauben nur fünf, um sich mit dem Publikum sämtliche Sympathien zu verscherzen. Als die Tusse dem Arschloch endlich den verdienten Laufpass gibt und kurz danach verschwindet, fehlt mir schon jegliches Interesse - abgesehen von den mit dem Holzhammer eingetrichteten Hinweisen, dass sie bestimmt entführt worden ist. Ihr Freund macht sich darauf zum Volldepp, jagt einem mutmaßlichen Kidnapper und Mörder hinterher, ohne zu überlegen, klaut dabei ein Auto mit fast leerem Benzintank - was einem alle dreißig Sekunden um die Ohren gehauen wird - und noch andere Scherze.

Ach ja, irgendwann kommt noch die Szene mit dem Polizisten ohne Closeup, der auch sehr rasch das Zeitliche segnet (kann er von Glück sagen!), dann eine Szene mit einem angeblich entflohenen Opfer, das in drei Minuten erst die beiden sympathischsten Personen in diesem Film ermordet und dann den Helden mit seinen Händen an den Fußboden nagelt. Ja, richtig gelesen! Der Regisseur ist ein absoluter Psychopath! Dann zähes Hin- und Hergejage bis zum Showdown, der so grottenübel, unlogisch und weitab von jedem Unterhaltungswert ist - da sieht sogar der Endkampf aus Turtles 1 aus wie der Showdown aus Highlander, wenn man das mal vergleicht.

Ach ja, und einen Oscar für die Dialogschreiber mit den geistreichen Kommentaren des Helden: "Scheiße! Fuck! Oh scheiße!" Ungefähr 80 Prozent seines Textes bestand aus diesen Worten. Die restlichen 20 Prozent brauchte er, um sich die Sympathien des Publikums zu verscherzen. Ach, und auch die seiner Filmfreundin, die ihm jedoch am Ende in die Arme fällt, als wäre nichts gewesen (nachdem er ihr die Schlüssel geklaut hatte, mit denen sie sich hätte befreien können, und sie mit nichts als einem mickrigen Schraubenzieher zurückließ, um "ein Ablenkungsmanöver" zu starten - verdammter Bastard!).


Fazit: Resident Evil, The Star Wars Holiday Special, Batman & Robin... alles Meisterwerke im Vergleich zu diesem vollkommen strunzdoofen, uninspirierten, verwackelten Möchtegernfilmchen aus Großbritannien ohne eine einzige eigene Idee, gelungene Textzeile oder einen Funken vernünftiger Action, von Logik und NAchvollziehbarkeit mal ganz zu schweigen. Ich bin kein anspruchsvoller Filmgucker, und normalerweise lasse ich mich schon von Kleinigkeiten gut unterhalten. Aber dieser filmische Auswurf hatte NICHTS! Begrabe man ihn in der Versenkung, dass er nie wieder das Licht der Welt erblicke, und diesen bescheuerten Regisseur am Besten gleich mit!


1/10 Punkte - meine erste absolute Tiefstwertung. Ich habe auch nur bis zum Schluss durchgehalten, um diese Review schreiben zu können.

Dienstag, 16. März 2010

"Warum streichst du dein Zimmer nicht pink?"

Manche würden es meiner Faulheit zuschreiben, dass ich die letzten Tage nichts mehr gepostet habe - schon gar nicht, seitdem ich wieder zurück in Deutschland bin, außer dem kleinen, kurz angebundenen... Ich habe dieses Mal aber auch eine wirklich gute Ausrede, denn ich stecke mitten im Umzugsstress.

Es sind noch vier Tage, bis mein Umzug nach Flensburg losgeht. Entsprechend habe ich jetzt alle Hände voll zu tun, alles zusammen zu packen, was ich mitnehmen will - und das dürfte so ziemlich alles sein. Die Unmengen an DVDs und Büchern muss dazu in Kisten, dann muss ich alles irgendwo lagern etc. Zumindest ein paar Minuten kann ich jetzt erübrigen.

Die Überschrift rührt übrigens von gestern her, wo ich mit meinem Vormieter und dessen Freundin das Zimmer farblich auf Vordermann gebracht habe. Allerdings ist weiß auf weiß zu streichen keine so tolle Aufgabe, denn man weiß nie genau, wo man schon war, und ob die dunklen Flecken an der Wand die frische Farbe oder der zu übermalende Wasserschaden sein sollen. Daher schlug mir die Freundin des Vormieters einige abstruse Farben vor, auch die oben genannte. Schwarz war auch dabei, aber das haben schon andere versucht und waren nicht glücklich damit. Na ja, das Zimmer ist jetzt frisch gestrichen, dann kann der Umzug demnächst losgehen.

Einen halben Umzug habe ich ja schon hinter mir, als ich aus England zurückkam. Das winzige Zimmer, das ich sechs Monate bewohnt hatte, habe ich aufgegeben, und es fiel mir wirklich nicht sonderlich schwer. Der Abschied von der Firma war da schon schwerer - alle Kollegen hatten sich von uns deutschen Praktikanten verabschiedet; wir bekamen Geschenke und sind noch in den Pub gegangen, und ich konnte sehen, wie einige von ihnen mühsam ihre Tränen zurückgehalten hatten. NAtürlich habe ich versprochen, mich nochmal bei ihnen zu melden, und das werde ich auch tun - immerhin hat Lucy am Dienstag Geburtstag.

Das Land wollte mich übrigens auch nicht so recht gehen lassen. Erst macht eine Baukolonne direkt vor dem Haus halt und sperrt direkt vor der Haustür die halbe Straße ab, sodass mein Taxi nirgendwo anhalten kann. Dann erfahre ich von der Taxifirma, dass in Haslemere ein Unfall auf den Schienen war, und der Zugverkehr nach Guildford komplett ausgefallen war. Ab da hat es mir einfach nur gereicht - dem Taxifahrer gab ich die Order, mich direkt nach Woking zum Heathrow-Bus zu chauffieren, auch wenn mich das nun 30 Pfund gekostet hat. 30 Pfund durfte ich auch für das zweite Gepäckstück bezahlen, das ich aufgeben musste (und zum Glück habe ich es geschafft, mein gesamtes Gepäck in nur zwei Taschen plus Handgepäck unterzubringen). Ab Heathrow ging es auch wieder - ich war sogar viel zu früh dran. Jetzt hätte Die Hard 2 gepasst, aber den hatte ich nicht dabei, und Weihnachten war ja auch nicht mehr.

Ein paar Stunden Warten am Flughafen, dann 90 Minuten Flug, ein paar Minuten zum Auschecken und Gepäck holen, dann zwei Stunden Autofahrt mit meinen Eltern nach Hause (plus Einkehren im Autohof für mein erstes echtes deutsches Essen seit Monaten), dann war ich endlich daheim. Und ich hatte mir vorgenommen, als Erstes eine Woche Urlaub zu machen. Das habe ich auch gemacht, aber Ruhe habe ich trotzdem nicht gefunden. Es ist einfach zuviel los. Bachelor-Arbeit, Umzug, Berichte über das Praktikum, Jobsuche... Die Ruhephase wird wahrscheinlich erst anfangen, wenn das Studium wieder losgeht, vorher werde ich konstant auf 180 sein. Also kann es bis zu meinem nächsten Eintrag noch etwas dauern...

Montag, 8. März 2010

Wieder da / Oscars 2010

Moin moin!

Seit langem habt ihr nichts mehr von mir gehört. Dabei hätte ich eigentlich viel zu erzählen gehabt, aber: Ich habe erst einmal Urlauib angesagt. Aus gutem Grund: Sechs Monate Praktikum hinter mir, sechs Monate England hinter mir, aber Umzug und Bachelor-Arbeit vor mir, und nicht einmal einen Monat zum Erholen und Verschnaufen.

Also der Reihe nach: Ich bin wieder zurück in Deutschland. Schon seit Montag abend, aber dazwischen war ich teilweise zu beschäftigt, um einen neuen Blog-Eintrag zu verfassen, zum Teil hatte ich auch einfach keine Lust dazu. Das Praktikum ist zu einem erfolgreichen Ende gelangt, mein Arbeitszeugnis und mein Praktikumsbericht liegen meiner Dozentin vor, und abgesehen von einem dreiseitigen Bericht für das erhaltene Stipendium bin ich durch mit dem Thema.

Und jetzt muss ich feststellen, dass sich in Deutschland doch einiges getan hat in meiner Abwesenheit. Alleine, wenn ich mir die Werbung vor der Oscar-Verleihung angucke (der Grund, weshalb ich um diese Uhrzeit am Blog-Eintrrag sitze), stelle ich fest, dass die Vampir-Seifewnopern mittlerweile das Abendprogramm beherrschen - ja, danke an den ganzen "Twilight"-Quatsch! Ich bleibe trotzdem bei Buffy!

Ja, die Oscar-Verleihung gucke ich gerne live, auch wenn ich dafür immer um 2 Uhr morgens aufstehen muss und literweise Cola zu mir nehme. Die letzte Verleihung fand ich ziemlich enttäuschend, aber vielleicht wird es dieses Jahr anders.

Dienstag, 23. Februar 2010

Letzte Arbeitswoche

Es ist soweit, meine letzte Woche im Praktikum ist angebrochen.

Ich wurde schon allerseits gefragt, ob ich die Firma und meine Kollegen vermissen werde, wenn ich wieder in Deutschland bin. Die Firma ja, die meisten meiner Kollegen auch - na ja, gut, eigentlich alle - aber das Land selber nicht so. Glaubt mir, es ist wirklich was Anderes, in England zu leben, als nur dort Urlaub zu machen. Und es sind nicht einmal grosse oder schwerwiegende Maengel, die mir hier zu schaffen machen, sondern mehr die grosse Anzahl von Kleinigkeiten, die ich in Deutschland langsam richtig zu schaetzen weiss.

Wie dem auch sei: Gestern habe ich meinen Praktikumsbericht meiner Chefin vorgelegt, die schon von dem Titelbild (ich mit dem Ferrari) sehr angetan war. Bin mal gespannt, was sie zum Rest sagt. Sie muss es ja nur unterschreiben, aber ich bin ja, was meine Schreibarbeit angeht, doch sehr anspruchsvoll. Und was meine englische Grammatik angeht... na ja, sie ist ausbaufaehig.

Vier Tage Arbeit stehen mir noch bevor, aber das heisst nicht, dass ich jetzt schon in Ferienstimmung bin. Im Gegenteil, jetzt, wo die Firma kurz davor steht, drei wertvolle Mitarbeiter zu verabschieden, holen sie aus unserer Anwesenheit noch raus, was irgendwie geht. Ich pendle immer staerker zwischen den Projekten fuer Bentley und der Arbeit fuer Anthony und das QA-Team hin und her. Zwar ist letzte Woche im QA Buero Verstaerkung eingetroffen - ein junger QA Techniker mit Namen Laurent, der auch mal ausnahmsweise kein Praktikant ist, sondern ein Festangestellter. Aber er muss genauso eingearbeitet werden wir alle neuen Leute. Und ausserdem trifft diese Woche noch mehr Verstaerkung ein - mit einem von ihnen darf ich mich wohl heute zusammensetzen und ueber technische Angelegenheiten wie unseren Mailserver, die Intranetseite und dergleichen reden. Und nebenbei darf ich an arabischen und asiatischen Dokumenten rumtueddeln.