Sein Abenteuer auf der fernen Insel ist beendet, doch die Sage geht weiter. Er muss sich nun der schwersten aller Prüfungen stellen, um zu beweisen, dass er die Feder genauso gut beherrscht wie die Klinge. Doch zwischenzeitlich rief ihn das Schicksal auf eine andere Insel, belagert von untoten Kreaturen und einer intriganten Handelsfamilie. Mehr darüber demnächst...

Sonntag, 27. April 2014

Review: "The Lego Movie" (2014)

Oder auch: "Nicht für Kinder unter 3 Jahren geeignet. Verschluckbare Kleinteile"


Da kann man auch gleich mit dem nächsten Liam Neeson Film mitmachen. Ja, er spielt hier auch mit - zumindest im Original. Als Sprecher. In mehreren zusammenhängenden Rollen. Was aber alles Nebenrollen sind. Ja, ich weiß, versucht einfach, darüber hinweg zu kommen!


Der Plot
Emmet ist ein Bauarbeiter in der großen LEGO-Stadt. Dort herrscht der skrupellose Präsident Business, der mit einer Superwaffe die ganze Welt vernichten möchte. Als jedoch Emmet auf ein seltsames Artefakt stößt, wird er in ein gewaltiges Abenteuer hineingezogen, an dem eine junge Frau names Wildstyle, ein alter Magier, Batman, ein Raumfahrer von 1980 sowie die NBA All Stars beteiligt sind...


Die Darsteller
Wie auch bei "Die Hüter des Lichts" ist es recht schwer, hier über Darsteller zu sprechen. Im Originalton sind einige namhafte Namen auf der Darstellerliste, wobei Morgan Freeman als weiser Vitruvius, Will Ferrell als Präsident Business und Cobie Smulders als Wonder Woman noch die hervorstechendsten Namen sind. Wie diese Leute aber ihre Arbeit gemacht haben, kann ich schlecht beurteilen, da ich nur die deutsche Version gesehen habe.
Aber soviel sei gesagt: Ich habe schon dutzendweise deutsche Vertonungen von Animationsfilmen gesehen. Diese hier ist per se die Beste! Sie haben alle Figuren mit vernüftigen Synchronsprechern ausgestattet. Und soweit ich das sagen kann, haben alle Figuren, die vorher schon eigene Kinoauftritte hatten (wie Batman, Superman, Green Lantern, Gandalf, Dumbledore sowie die Star Wars Figuren) genau die selben Stimmen wie in ihren eigenen Filmen. Hervorragend! Mir ist keine einzige Stimme negativ aufgefallen.
Ach ja, interessante Info am Rande: Für den Gastauftritt der Star Wars Figuren wurden auch im Original Anthony Daniels als C-3PO und Billy Dee Williams als Lando verpflichtet. Nur Harrison Ford wollte irgendwie nicht... der alte Snob...


Die Stärken
Eine haben wir ja schon: Die deutsche Synchronfassung kann ich uneingeschränkt empfehlen. Selbst der Titelsong wird durch die deutsche Übersetzung nicht unerträglicher, als er ohnehin schon ist.
Das Zusammenwürfeln der verschiedensten Elemente dieses Films kann zwar einige Verwirrung auslösen, aber hebt sogar noch die Kreativität. Und wie damit umgegangen wird, dass Superhelden, Normalos, legendäre Figuren aus der Geschichte und alles, was man sich sonst noch vorstellen kann, aufeinandertreffen und gemeinsam ein Abenteuer erleben, ist einfach sensationell.
Was mich positiv überrascht hat, sind die vielen Untertöne in dem Film. Einiges davon könnte glatt als Satire durchgehen. Dass also die perfekte LEGO-Welt aus einem Albtraum von George Orwell stammen könnte, dürften wohl hauptsächlich Erwachsene kapieren. Auf jeden Fall: Der Film ist nicht nur für Kinder.
Der Humor ist zwiegespalten: Es ist zum großenteil sehr kindlicher Humor, der manchmal ins Kindische abdriftet. Zum Glück jedoch wurde auf Erwachsene auch Rücksicht genommen - vor allem die Anspielungen auf ältere LEGO-Zeiten und Mittel, mit denen die Kinder von heute wahrscheinlich nichts anfangen können. Aber was man noch dazu sagen kann: Man müsste den Film ein paar Mal sehen, um alle Anspielungen zu erkennen und zu verstehen. Bei diesem Film lohnt es sich auch.
Auch hier möchte ich vom Ende nichts verraten, aber: Ich musste mir tatsächlich eine Träne verkneifen...


Die Schwächen
Es kann auch an der Qualität der Version liegen, die ich gesehen habe. Aber was an Actionszenen aufgefahren wurde, war über weite Strecken doch deutlich zu hektisch.
Die Musik von Mark Mothersbaugh ist vollkommen in Ordnung, aber: Der Titelsong. Er ist nervig, er kommt fast alle fünf Minuten und MAN WIRD IHN NICHT MEHR LOS!!!


Größter Spaßfaktor
Die letzte Szene im Film. Mehr verrate ich nicht.


Fazit
Eines will ich klarstellen: Ich bin überhaupt nicht voreingenommen, bloß, weil meine LEGO-Kiste bis heute in meinem Zimmer steht und bespielt wird und ständig Zuwachs erhält... na ja gut, vielleicht ein bisschen. Trotzdem, Filme, die auf Spielzeug basieren, haben in den letzten Jahren ihre Höhen und Tiefen gehabt (und hier war Michael Bay glücklicherweise nicht beteiligt). Dieser Film: Höhen! Nur Höhen! Dieser Film verdient in meinen Augen einen Oscar für den besten animierten Film. Er ist originell, witzig, spricht Alt und Jung an, bietet reichlich Action, und das Ende ist sowohl überraschend als auch anrührend. Wer auch nur ein bisschen was von seiner Kindheit noch im Herzen trägt, wer in seinem Haushalt auch nur noch eine einzige LEGO-Figur sein eigen nennt oder sich an die Zeit erinnert, in der ihm dieses Spielzeug Freude gemacht hat, für den ist dieser Film Pflicht. Was mich angeht: Der Platz im DVD-Regal ist hierfür bereits reserviert!


Bewertung
10/10 Punkte

Review: "Non Stop" (2014)

Oder auch: "Flugangst? Dein Problem möchte ich haben..."


Ja, es wird mal wieder Zeit. Nicht für für den nächsten Eintrag, sondern wieder für ein Liam Neeson Action-Vehikel, bei dem er sich alleine mit der ganzen Welt anlegen muss. Kommt einem bekannt vor? "96 Hours", "Unknown Identity"... sogar in "Batman Begins" hat er sich wirklich mit der ganzen Welt angelegt. Mittlerweile war er in so vielen Actionkrachern, dass er langsam mal für die Besetzung in einem "Expendables" Film in Frage kommen könnte. Aber obwohl der heutige Film von Produzent Joel Silver stammt ("Stirb Langsam", "Lethal Weapon", "Matrix", "Sherlock Holmes", nur um einige zu nennen), in jedem Liam Neeson Film steckt auch ein ordentlicher Anteil Thriller.


Der Plot
Bill Marks ist ein Air Marshal - aber kein besonders guter. Neben seinem Alkoholproblem hasst er außerdem das Fliegen. Und nun, auf einem Flug von Washington nach London, bekommt er SMS von einem Unbekannten, der droht, alle 20 Minuten einen Passagier zu töten, wenn seine unverschämte 150 Millionen Dollar Forderung nicht erfüllt wird. Es bleibt keine leere Drohung...


Die Darsteller
Liam Neeson heute mal in grummelig, aber in vielen Szenen so kompromisslos wie in "96 Hours". Aber langsam zweifle ich doch an seiner Wandlungsfähigkeit. Julianne Moore spielt die weibliche Hauptrolle, einen Passagier, der unfreiwillig in das Chaos mit hineingezogen wird, aber dem Air Marshal zur Seite steht. Die übrigen Passagiere - pardon, Darsteller - sind relativ unbekannt. Obwohl Frank Deal, ein älterer Schauspieler, wie eine Mischung aus Gregg Henry und Geoffrey Rush aussieht - für mich jedenfalls.


Die Stärken
Auch wenn der Trailer viel von den guten Szenen im Film gezeigt hat, sie haben es geschafft, schwere Spoiler zu vermeiden - also werde ich das auch tun. Soviel sei gesagt: Es ist wirklich spannend. Die Atmosphäre ist sehr dicht, man bekommt manchmal sogar ein Gefühl der Beklemmung, als würde man wirklich in diesem Flugzeug sitzen. Das zusammen mit dem Ratespiel, wer eigentlich der Böse ist - etwas, das wirklich bis zum Schluss nicht offensichtlich wird (jedenfalls nicht für mich).
Soviel sei gesagt: Es gibt Momente im Film,. wo man jeden verdächtigt. Und ich meine JEDEN! Gut, außer dem kleinen Mädchen...
Wenn es um die Actionszenen geht - denn davon hat der Film einige: Sie sind zwar schnell geschnitten, und die Kamera ist recht nah am Geschehen. Aber wenn sich zwei Leute in der Bordtoilette prügeln, wie will man das anders machen? Trotz allem sind die Szenen sehr übersichtlich, was heutzutage nicht selbstverständlich ist.


Die Schwächen
So auf Anhieb fällt mir nur wenig ein. Man erkennt durchaus auch andere Filme wieder, aber auch das liegt in der Natur der Sache. Wer also Parallelen zu "Flightplan", "Passagier 57", "Einsame Entscheidung" oder gar Filmen aus dem Horror-Genre, die ich nicht näher benennen kann, ohne den Film zu spoilern, der darf sie gerne behalten. Wenn ihr das Ende seht, werdet ihr verstehen.
Das Ende selbst ist allerdings auch etwas, wo ich mich kurz am Kopf kratzen musste und mich fragte: Hä? Habe ich irgendwas verpasst? Denn irgendwie hatten sich die Drehbuchschreiber dann in der Geschichte festgefahren und mussten gegen Ende eine schnelle Lösung präsentieren, deren Logik ich nicht ganz traue. Was die Motivation hinter der ganzen Sache angeht... das wird gegen Ende dann doch etwas halbherzig erklärt.
Allerdings sollte ich Leute vorwarnen, in der finalen Actionszene nicht zu genau darüber nachzudenken. Denn IMDB wies schon mehrfach darauf hin, dass sich die Gesetze der Physik im Endkampf mal kurz einen Drink an der Bar genehmigen...


Größte Stärke
Der Grund, weshalb dieser Film so gut funktioniert, ist, dass bei den Charakteren sämtliche Archetypen entweder vermieden oder auf den Kopf gestellt werden. Besonders am Anfang des Films, wenn man sich die Passagiere zum ersten Mal ansieht - als erfahrener Filmegucker macht man sich, wenn man die Prämisse kennt, sogar zusätzlich Gedanken. Im Grunde könnte jeder der Böse sein. Doch im Laufe des Films werden diverse Vorurteile angesprochen und später heftigst revidiert. Auch hier könnte ich nur spoilern, wenn ich näher ins Detail gehe. Aber soviel sei gesagt: Viele der Leute, die wie Schurken erscheinen, könnten sich am Schluss als die wahren Guten entpuppen.


Fazit
Würde Hitchcock heute noch leben und Filme drehen, und er hätte einen Film in einem Flugzeug gedreht, dann wäre er diesem Film ziemlich nahe gekommen. Es ist ein Thriller, ein Krimi nach dem "Wer ist der Täter" Schema, hat einen moderaten Actionanteil und ein befriedigendes, wenn auch nicht unbedingt logisches Ende. Wenn man schon mal Flugzeugthriller gesehen hat, wird einem zwar Einiges bekannt vorkommen, aber trotzdem, und das ist die Hauptsache: Es ist bis zum Schluss spannend! Ich wäre überrascht, wenn man den Täter vor der eigentlichen Auflösung erkennen würde. Definitiv ein sehenswerter Film.


Bewertung
8/10 Punkte

Mittwoch, 8. Januar 2014

"Stirb Langsam 5" ("A Good Day To Die Dard") (2013)


Einer fehlte noch...

Ich war vor Kurzem in einer recht hitzigen Debatte, welcher der "Stirb Langsam" Teile der beste sei. Hitzig, weil alle Parteien ihre Standpunkte aus guten Gründen vertraten. Und es gab eine nicht zu unterschätzende Fraktion, die den dritten Teil, den ich ja bislang für den schwächsten hielt, als den besten der Reihe ansehen. Und ja, ich sehe ein, warum das so ist. Mir mag die Rolle des Zeus unheimlich auf den Keks gegangen sein, aber die Menschen mögen Samuel L. Jackson und finden, dass ihn zusammen mit Bruce Willis in einen Action-Film (besonders in einen offiziellen "Stirb Langsam" Teil) gegen die bösen Jungs antreten zu lassen eine der besten Ideen des Filmgeschäfts sei. Die gleiche Fraktion fand übrigens die computeranimierten Effekte aus Teil 4 oder die nichtssagenden Bösewichter aus Teil 2 deutlich schlechter - ich widerspreche nicht, aber ich finde die Filme trotzdem gut.

Aber in einem Punkt waren wir uns alle am Ende einig, und das ist die Meinung über den bislang letzten Teil der Reihe...


Der Plot

Regel Nummer 1: Wenn der Plot zu einem "Stirb Langsam" nicht mehr auf eine Zigarettenschachtel passt, hat jemand was falsch gemacht. Und so geht es in diesem Film darum, dass John McClane Jr. (hier heißt er allerdings Jack und wird gespielt von Jai Courtney) in Russland in Schwierigkeiten gerät, weil er im Vorspann als Attentäter fungiert hat. Er wird zusammen mit einem russischen hohen Tier namens Komarov vor Gericht gestellt, der sich im lange anhaltenden Disput mit dem derzeitig agierenden russischen Verteidigungsminister befindet. Was niemand weiß: Jack arbeitet für die CIA und soll Komarov in Sicherheit bringen. John McClane reist nach Russland, um ihn rauszuboxen, doch er landet mitten im Konflikt zwischen russischen Gangstern und den Schergen des Verteidigungsministers (also noch mehr russiche Gangster). Kompliziert wird es dann richtig, als jeder jeden betrügt und es irgendwann zum Showdown in Tschernobyl kommt, wo die Bösen an das gelagerte waffenfähige Plutonium heranzukommen versuchen.


Die Darsteller

Ist euch bei der Plot-Beschreibung was aufgefallen? Das führt zu Regel 2: Bei "Stirb Langsam" hat Bruce Willis keine Nebenrolle zu spielen! Aber genauso ist es im Grunde, denn der ganze Plot dreht sich im Grunde um seinen Sohn. Und wer zur Hölle ist Jai Courtney? Laut IMDB war er zehn Folgen lang in der "Spartacus"-Serie zu sehen - und später noch in "Jack Reacher". Eines muss man den Leuten aber lassen: Dass Komarov von Sebastian Koch gespielt wird, habe ich bis zum Ende des Films nicht bemerkt - was ein Vollbart so alles bewirken kann. Der Rest der Besetzung... öhm.... Mary Elisabeth Winstead schaut mal kurz als Gastauftritt rein - sogar am Anfang UND am Ende!


Die Stärken

Man merkt, dass sich die Macher zumindest Mühe gegeben haben, Parallelen zum ersten "Stirb Langsam" zu ziehen - das merkt man an der Szene mit dem Taxifahrer, die an Argyle, den Limofahrer, erinnert. Und auch die Musik, dieses Mal wieder von Marco Beltrami, fügt sich gut in das Gesamtbild ein, mit Anklängen an Michael Kamens Originalwerk. Was die Action angeht: Wenn sich die McClanes dieses Mal mit einem russischen Kampfhubschrauber (ein "Hind") anlegen, geht auch so Einiges zu Bruch. Und ja, John McClane darf wieder seinen Erkennungsspruch bringen - im Deutschen wie im Englischen.


Die Schwächen

Viele haben es schon gesagt, vor allem habe ich es vom Blockbuster Buster im Internet gehört. Trotzdem: Wenn man glaubt, dass Bruce Willis nur eine Nebenrolle in seinem eigenen Film spielt, sollte man mal bei näherer Betrachtung darüber nachdenken, was er dort überhaupt verloren hat. Klar, die Prämisse (und McClanes Grabinschrift) lautet ja: "Immer zur falschen Zeit am falschen Ort." Hier allerdings mit voller Absicht des Charakters, denn er fährt einfach nach Moskau und legt in einer Verfolgungsjagd, mit der er normal nichts zu tun hätte und auch nicht von außen reingezogen wurde, erst mal eine Handvoll Straßenzüge in Schutt und Asche. Der Rest des Films dreht sich darum, dass er seinen Sohn dabei unterstützt, während dieser versucht, die Welt zu retten. Hätte man ihn also ganz aus dem Film gestrichen - hätte man denn soviel verloren?

Das hat dann zur Folge, dass der Film trotz der vielen Action unheimlich langweilig ist. Man lässt sich nicht auf die Geschichte ein - wie könnte man auch, wenn der eigentliche Hauptcharakter des Films ein verzogener Penner ist? Die Atmosphäre des Grau-in-Grau-gehaltenen Moskau ist dabei auch keine große Hilfe - von der Farbvielfalt der vorherigen Filme ist nichts mehr zu merken. Aber man weiß ja seit "Max Payne", dass Regisseur John Moore lieber monochrom arbeitet.

Und dann die Schurken: Wie im dritten Teil gibt es wieder drei Stück, wobei einer der eigentliche Oberschurke ist. Dieser hat dann noch eine weibliche Handlangerin und einen Kerl fürs Grobe, mit dem man es in diesem Film hauptsächlich zu tun bekommt. Ausgerechnet diese Elemente werden zum großen Teil aus "Stirb Langsam: Jetzt Erst Recht" abgekupfert, inklusive des wenig rühmlichen Endes des einzigen Bösewichts, der auch nur ansatzweise seine Zeit wert war. Und das nur, um dem Publikum zu zeigen: "Oh, das sind nun die echten Bösen - welche Überraschung!" Nachdem man hin und her geschaukelt ist und die Zuschauer sich fragen mussten, was hier eigentlich gespielt wird - und das ist bei "Stirb Langsam" ebenfalls ein schlechtes Zeichen. Also Regel Nummer 3: Zuschauer können die Explosionen nicht richtig genießen, wenn sie nachdenken müssen, wem sie jetzt volles Pfund aufs Maul wünschen.


Größtes Problem

Größtenteils halten sich die vorher genannten Schwächen die Waage. Es ist auch nicht ein bestimmter Punkt, der mich wesentlich nervt, sondern das Gesamtbild. Ich glaube, das größte Problem ist die Tatsache, dass mit einem richtigen Drehbuch und einer vernünftigen Produktion der Film doch ganz gut hätte werden können - und das sieht man dem Film auch sehr oft an. Hätte man sich die Mühe gemacht, ein bisschen mehr über den Charakter John McClane nachzudenken - hätte man sich einen besseren Grund überlegt, ihn in dieses Chaos zu schicken - dann wäre man als Zuschauer emotional engagierter. Dann hätte man bestimmt auch eine bessere Chemie zwischen den beiden McClanes und vielleicht sogar eine bessere Motivation für den Junior gehabt. Und dann wäre dieses völlig bescheuerte Finale nicht notwendig gewesen. Ich meine: Wow, dass es wirklich noch schlechter geht als in Teil 3...


Fazit

Trotz allem: Der Film ist nicht so schlecht, dass ich seine Existenz leugnen würde (also so schlecht wie "Star Wars Episode 1-3" oder J. J. Abrams "Star Trek" Filme). Aber: Er ist langweilig. Mir passiert es nicht so oft, dass ich nach einem Actionfilm vergesse, was eigentlich darin passiert ist. Wenn ich jetzt über "Stirb Langsam 5" nachdenke, fallen mir nur drei Sachen ein: Mary Elisabeth Winstead am Anfang, ein heftiger Panzerwagen-Unfall während der ersten Verfolgungsjagd und der Kampfhubschrauber, dessen Ende mich heute noch ziemlich aufregt. Der Rest... weg! Einfach weg. Von Michael Dudikoff Filmen bleibt mehr hängen.

Ja,. wir waren uns in diesem hitzigen Gespräch über die Reihe alle einig: Dieser Film... ist der schwächste von allen. Weder so schlecht, dass er wieder lustig ist, noch so schlecht, dass man die Produzenten an der nächsten Laterne aufknüpfen möchte, um ihren Verrat zu bestrafen. Einfach nur langweilig, öde und nichtssagend. Würde "Star Trek - Der Film" ablösen, wenn ich Probleme mit dem Einschlafen habe...


Bewertung
4/10 Punkte

Dienstag, 17. Dezember 2013

Review: "Der Hobbit - Smaugs Einöde" (2013)

Gerade frisch aus dem Kino gekommen, da sollen auch andere was von meinen Eindrücken haben. Ja, ich weiß, es ist lange her seit meinem letzten Eintrag... wer meinen Schichtplan kennt, braucht sich nicht wundern... Zwei Anmerkungen, die ich loswerden kann, ohne groß zu spoilern: Erstens ist es endlich mal ein Mittelteil einer Trilogie, der nicht vollkommen untergeht. Zweitens: Wer noch die Chance hat, soll ihn sich ansehen!


Der Plot
Die Zwerge, Bilbo und Gandalf nähern sich ihrem Ziel, dem Einsamen Berg. Auf dem Weg dorthin müssen sie durch den Düsterwald, das Reich der Waldelben, sowie die Seestadt, wo sie von den Menschen mehr oder minder willkommen geheißen werden. Doch die Orks sind ihnen laufend auf den Fersen, und Gandalf muss sich zwischendurch alleine dem Totenbeschwörer stellen, der wohl eine weitaus größere Gefahr bildet, als alle zunächst angenommen haben. Als sie dann schließlich ihr Ziel erreichen, fängt der Ärger erst richtig an...


Die Darsteller
Die Zwerge machen wieder durchweg eine gute Figur, wobei dieses Mal neben Thorim, dem Anführer (Richard Armitage) vor allem Kili (Aidan Turner) im Rampenlicht steht. Martin Freeman als Bilbo ist richtig klasse, wie auch schon im ersten Teil. Als Neuzugänge in diesem Film sind Luke Evans als Mensch Bard, Evangeline Lilly als elbische Jägerin Tauriel sowie als Fanservice Orlando Bloom als Legolas dabei. Es verbirgt sich auch hinter einer ziemlich guten Maske Stephen Fry als Bürgermeister der Seestadt - und sein Assistent sieht zwar aus wie Gollum-Darsteller Andy Serkis, ist es aber nicht. Den wichtigsten Neuzugang verrate ich unter den größten Stärken.


Die Stärken
Erst einmal die kleineren Pluspunkte. Im Gegensatz zum ersten Film weiß dieser, wo er hin will. Der Actionanteil ist deutlich höher als in "Eine unerwartete Reise" und bietet einige ziemlich gute Kämpfe in einer großartig entworfenen Umgebung. Wobei die Szene im Düsterwald alleine zeigt, dass der Film überhaupt nichts für meine Mutter ist. Nicht nur wegen der vielen Action, sondern auch aufgrund der garstigen Spinnenszenen... da wurde es selbst mir teilweise gruselig, und ich habe absolut nichts gegen Spinnen.
Aber eben auch die Tatsache, dass der Film sich gerade in den meisten Actionszenen überhaupt nicht mehr ernst nimmt. Höhepunkt in dieser Hinsicht ist die Flucht in den Fässern. Achtet da mal auf den dicken Bombur... Es gibt allerdings auch einige etwas ernster gehaltene Kampfszenen. Und dafür, dass der Film für die ganze Familie sein soll, rollen erstaunlich viele Köpfe.
Wer die Elben nicht sonderlich mag, wird sich über die Darstellung der Waldelben in diesem Film durchaus freuen. Denn hier sind sie absolut unsympathische arrogante Schnösel, angefangen bei Thranduil, den man schon vom Anfang des ersten Teils kennt. Ja, und auch Legolas kann ein ziemlicher Penner sein, wenn er will. Umso erfreulicher die Szene gegen Ende, in der er von Orks volles Pfund aufs Maul kriegt. Apropos Elben: Eine Liebesbeziehung zwischen Tauriel und Legolas, die so natürlich nicht im Buch steht, gibt es auch - aber zum Glück ist sie nicht so ausufernd, wie man an dieser Stelle befürchten könnte, und es ist auch abzusehen, dass sie wahrscheinlich nirgendwo hinführt (oder habt ihr Legolas bei "Herr der Ringe" irgendwann mal über seine Geliebte sprechen hören?).


Die Schwächen
Ein ganz kleines bisschen sauer aufgestoßen ist mir in diesem Film die Kameraführung in den Kampfszenen. Wo im ersten Teil noch die meiste Zeit über alles zu sehen ist, sind hier hektische Schnitte und viel zu weit reingezoomte Kameraperspektiven an der Tagesordnung. Teilweise hatte ich wirklich Schiwerigkeiten, den Geschehnissen zu folgen. gut, ich saß aber auch in der dritten Reihe - vielleicht sieht es nachher auf DVD anders aus.
Viel schlimmer finde ich allerdings das Ende. Auch wenn ein Cliffhanger unvermeidlich war - mitten im Film aufzuhören, gehört sich nicht! Vor allem: Jetzt muss ich ein Jahr lang warten, bis der dritte Teil alles auflöst. Auch wenn ich das Buch schon gelesen habe und weiß, wie es ausgeht (und es auch dank des Films ziemlich offensichtlich ist).
Und welcher Vollidiot hat diesen schnulzigen Boygroup-Sänger für das Abspann-Lied angeheuert???


Größte Stärke
In einem Wort: Smaug. In ein paar mehr Wörten: Benedict Cumberbatch als die Stimme von Smaug. Und bevor ihr fragt: Nein, ich habe den Film auf Deutsch gesehen und weiß nur von IMDB, dass er es ist - aber an dieser Stelle ein kräftiges Kompliment für die Synchronabteilung, die einen absolut passenden Sprecher und eine solide Übersetzung geliefert haben, die den Charakter von Smaug (und von Cumberbatch) hervorragend rübergebracht haben. Man stelle sich vor, einen süffisanten britschen feuerspeienden Drachen mit durchweg anständiger Wortwahl, der aber auch der Aussichtslosigkeit eines Kampfes gegen ihn so deutlich macht, wie es kein Drache vor ihm konnte. Außerdem ein Beweis dafür, wie gute CGI funktioniert, wenn man weiß, was man damit anfangen soll.


Fazit
Besser als der erste Teil. Soviel sei gesagt. Wo der erste Film noch zeitweise Längen hatte, die von zu vielen sinnlosen "Herr der Ringe" Gastauftritten geprägt waren, geht dieser Teil aufs Ganze und fährt die humorvolle Actionschiene fast bis zum Schluss. Trotz der stattlichen Spiellänge von fast drei Stunden ist der Film deutlich kurzweiliger als sein Vorgänger. Ich würde es fast wagen zu behaupten, dass der dritte Teil noch großartiger werden wird, wenn der Cliffhanger irgendein Indiz dafür wäre. Aber das behaupte ich lieber nicht - sonst schneiden sie wieder irgendeinen Charakter raus wie damals Christopher Lee. Aber gespannt bin ich auf jeden Fall - und was diesen Film angeht, gehört die DVD definitiv in meine Sammlung!


Bewertung
9/10 Punkte

Freitag, 23. August 2013

"Stirb Langsam 4.0" (2007)

Nach "Stirb Langsam - Jetzt Erst Recht" gab es dann lange Sendepause. Bis schließlich jemand den vierten Teil mit wilden Theorien über seinen Inhalt ankündigte, wobei die Story zwischen Dschungelkämpfen und Russland hin und her schwang, bis sich irgendwann mal auf das Thema Cyber-Terrorismus geeinigt wurde. Im Grunde ist die Grundstory völlig nebensächlich, solange Bruce Willis mitspielt.


Der Plot

John McClane, mittlerweile mit dem Großteil seiner Familie zerstritten, soll nun nach Dienstschluss einen Hacker abholen und zum FBI bringen - ein Job, der nach langweiliger Routine klingt. Doch der Mordversuch an Matt Ferrell (Justin Long) belehrt ihn eines Besseren, und er muss nun gegen Hubschrauber, Kampfjets und eine ziemlich gelenkige Martial Arts Expertin (Maggie Q) bestehen, um den geisteskranken Computerexperten Gabriel (Timophy Olyphant) das Handwerk zu legen.


Die Darsteller

Es ist unfassbar, wieviel die Macher aus den Fehlern des letzten Films gelernt haben. Justin Long ist diesmal McClanes unfreiwilliger Begleiter. Aber er ist diesmal nicht ebenbürtig, sondern eine Ergänzung - auf seinem Gebiet (Computer und Technologie) ist er erfahren, bei allem anderen stellt er sich ziemlich dusselig an. Und genau das tut dem Film gut. McClane hat diesmal auch keine Unterstützung seiner eigenen Kollegen, sondern dieses Mal muss er sich mit der Cyber-Division des FBI herumschlagen, angeführt von Deputy Director Bowman, gespielt von Cliff Curtis. Der ist eine gesunde Mischung aus den Chefs von Teil 1 und 3, lässt sich absolut nichts gefallen, doch weiß genau, was er tut.

Timothy Olyphant als Oberschurke Gabriel ist... na, geht so. Auf der einen Seite hat er Persönlichkeit, auf der anderen wenig Ausstrahlung. Man nimmt ihm den Computerfachmann durchaus ab, aber dass dahinter ein kriminelles Genie steckt, glaubt man eher weniger. Im Grunde ist er eine Mischung aus Sheldon Cooper und Gustav Graves aus "James Bond - Stirb an einem anderen Tag". Dafür hat er aber Handlanger, die sich auch ohne namhafte Darsteller sehen lassen können. Maggie Q macht hier eine ganz tolle Figur.

Tatsächlich ist aber meine Lieblingsrolle in diesem Film Lucy McClane, gespielt von Mary Elizabeth Winstead. Sie erfüllt in diesem Film zwar nur einen offensichtlichen Zweck - in Schwierigkeiten zu geraten - aber jede Szene mit ihr macht unheimlich Spaß, weil sie sehr stark ihrem Vater nacheifert. Wenn sie gegen Ende des Films als Geisel an das Funkgerät gezwungen wird, um McClane zur Aufgabe zu bewegen, ist ihr einziger Satz: "Dad - jetzt sind es noch fünf."

Nebenbei, ich hatte mich schon auf den Gastauftritt von Kevin Smith gefreut und bin nicht enttäuscht worden. Natürlich dürfen da die ganzen Star Wars Anspielungen nicht fehlen! Und wer genau hinschaut, der erkennt in einem der FBI-Leute Tuvok aus "Raumschiff Voyager" wieder...


Die Stärken

Mann, der Film macht richtig Spaß! Da weiß man gar nicht, wo man anfangen soll. Da wären die Dialoge: Zu Beginn geraten McClane und seine Tochter in Streit, im Beisein von Lucys Freund, dem dabei sichtlich unwohl ist (ich hatte auch erwartet, dass Willis ihn wie in "FaceOff" einfach durch das Fenster seines Autos zerrt und ihn zur Schnecke macht). Justin Long ist überraschenderweise auch sehr witzig.

Die Action - oh ja! Alleine die Szene, die auch in den ersten Trailern zu sehen war: McClane holt mit einem Auto einen Hubschrauber vom Himmel. Dafür bekommt er später von Maggie Q volles Pfund aufs Maul - auch ein Zweikampf, der sich echt sehen lassen kann. Und gegen Ende legen sie noch einen Zahn zu - da muss McClane mit einem schweren Truck seine Gegner verfolgen und bekommt es mit einem Kampfjet zu tun, der dementsprechend auch großflächigen Schaden anrichtet.

Hervorheben möchte ich auch hier die Musik. Da Michael Kamen 2001 verstarb, musste ein anderer Komponist gefunden werden. Und auch wenn Marco Beltrami durchaus ein Händchen für Filmmusik hat, ich war am Anfang sehr skeptisch, da er sich hauptsächlich im Horrorgenre bewegt. Doch tatsächlich gelang es ihm, mich positiv zu überraschen. Die Filmmusik ist Kamens Stil sehr gut nachempfunden, hat aber auch eigene Elemente und passt hervorragend zum Ton des Films.


Die Schwächen

Soviel Spaß die Action macht, so enttäuschend ist das eigentliche Ende. Gut, es ist dem von "Stirb Langsam" sehr nachempfunden - was sage ich, es ist schon fast ein Abklatsch. Dramaturgisch vielleicht sehenswert, aber nach all den Explosionen hatte ich mehr etwas in Richtung "Expendables 2" erwartet. Und dieses Mal sind die Amis diejenigen, die McClanes Wahlspruch nicht - jedenfall nicht ganz - hören. Denn sie mussten ja das "Motherf****" mit einem Pistolenschuss zensieren...


Größter Spaßfaktor

Eigentlich die Action. Aber für mich als Star-Wars-Fan war auch die Unterhaltung zwischen Bruce Willis und Kevin Smith Gold wert:
"Bist du ein Fan von Boba Fett?"
"Nein, ich stehe mehr auf Star Wars."
"WER IST DIESER KERL?"


Fazit

Ich bereue nicht, dafür im Kino gewesen zu sein. Man mag von Len Wiseman, dem Regisseur, halten, was man will, aber hier konnte er nichts falsch machen. Außer er hätte irgendwie seine Frau dort besetzt, was er zum Glück nicht getan hat. Darsteller sind toll, Action ist toll, Humor ist toll... hätte er sich jetzt noch an ein vernünftiges Ende getraut, hätte ich zehn Punkte springen lassen. Aber dass er gerne seine Showdowns versemmelt, wissen wir ja schon seit dem ersten "Underworld" - meine Güte, was für eine Enttäuschung... Trotzdem, diesen Film hier ansehen!




Bewertung
9/10 Punkte

Mittwoch, 21. August 2013

"Stirb Langsam - Jetzt Erst Recht" (1995)

Das hier wird auch etwas schwerer, und vielleicht werden mich sogar einige Leser meines Blogs dafür hassen. Aber: Gemessen an den anderen Teilen der Reihe mag ich "Stirb Langsam - Jetzt Erst Recht" nicht besonders.


Der Plot

John McClane ist vom Dienst suspendiert, wird aber plötzlich wieder angerufen. Denn ein Terrorist, der sich Simon nennt und bereits ein Kaufhaus in die Luft gejagt hat, fordert seine Mitarbeit. Mit tödlichen Rätseln hetzt er ihn und seinen unfreiwilligen Partner Zeus (Samuel L. Jackson) quer durch New York - doch dass er im Grunde einen ganz anderen Plan hat, das findet McClane später noch raus...


Die Darsteller

Dieses Mal ist außer Bruce Willis niemand aus den ersten Teilen mit von der Partie - obwohl Alan Rickman kurz in einer Rückblende auftaucht. Dafür nimmt Jeremy Irons den Platz des Oberschurken ein - und mit seinen Rätseln macht er richtig Spaß. Doch der eigentliche Kern des Themas ist auch die größte Veränderung gegenüber den Vorgängern: McClanes Partner Zeus, gespielt von Samuel L. Jackson. Was aus dem ganzen Film eher sowas wie einen Abklatsch von "Lethal Weapon" macht, wobei Jackson und Willis laufend versuchen, sich gegenseitig an die Wand zu spielen. McClane hat in diesem Film allerdings auch die Unterstützung seiner Polizeikollegen, wobei ich besonders Graham Greene als Joe Lambert mag - und Anthony Peck als nerdiger Bombenexperte hat auch den ein oder anderen Moment.


Die Stärken

Der Film ist deutlich weniger ernst als die ersten beiden Filme, und der Humor beschränkt sich nicht nur auf flapsige Sprüche von McClane selbst. Wenn er mit dem Taxi durch den Park heizt und sein Kollege über Funk meldet: "Er nimmt die romantische Strecke", zum Beispiel.

Außerdem haben sie mit Jeremy Irons endlich wieder einen charismatischen Gegenspieler mit einer Motivation und auch sehr viel Spaß an der Freude. *SPOILER* Interessante Idee übrigens, dass Alan Rickman und Jeremy Irons Brüder sein sollen.

Beste Szene in dem Film ist aber immer noch das St. Ives Rätsel. Wer es nicht kennt:
"Ich ging nach St. Ives im Morgengrauen, traf einen Mann mit sieben Frauen, jede Frau trug sieben Sack mit sieben Katzen Huckepack, jede Katz' hat sieben Kätzchen. Kätzchen, Katzen, Sack und Frauen - wie viele gingen nach St. Ives im Morgengrauen?"


Die Schwächen

Der Film selber ist unterhaltsam - das muss ich hier nochmal vorausstellen. Und was nun folgt, ist rein subjektive Meinung. Jetzt, wo das gesagt ist: Mir geht Zeus unheimlich auf den Keks! Zum Einen versucht Jackson den halben Film, Bruce Willis die Show zu stehlen, was in einem "Stirb Langsam" schon an sich ein Verbrechen ist. Welche Charakterzüge hat Zeus? Er mag keine Weißen. Punkt. Und das haut einem der Film so ziemlich alle fünf Minuten um die Ohren. Hinzu kommt noch, dass er die meisten seiner Dialogzeilen rausbrüllt, wobei dies auch einer von vielen Fehlern der deutschen Übersetzung sein könnte.

Das bringt mich zu dem zweiten größeren Problem: Die deutsche Version ist Mist. Angefangen bei Bruce Willis, dem man dieses Mal nicht die Stimme von Manfred Lehmann gab, die er in fast allen anderen Filmen hat, sondern die von Thomas Dannenberg - dieser ist der Stammsprecher von Arnold Schwarzenegger und Sylvester Stallone, was dem ganzen Film schon eine ganz andere Atmosphäre gibt. Warum Lehmann dieses Mal nicht dabei ist, weiß keiner. Und aufgrund dieser dämlichen Übersetzungsleute ist dies der einzige Film, in dem man McClanes Leitspruch nicht zu hören bekommt. Jedenfalls nicht im Deutschen, denn irgendein Vollidiot übersetzte den Satz mit "Happy Birthday, Schweinenase!"

Übrigens schätze ich die Filme auch aufgrund der schönen Explosionseffekte. Dementsprechend ist die mies getrickste, computeranimierte Explosion am Höhepunkt des Films ein Schlag ins Gesicht. Mein Gott, ist die hässlich! Leute, guckt euch "Explosiv - Blown Away" mit Jeff Bridges an, dann wisst ihr, wie ein Schiff zu explodieren hat!


Größtes Problem

So gerne ich die Filme mag, aber für ihre guten Showdowns waren sie noch nie wirklich berühmt. Der Höhepunkt ist wirklich der Kampf gegen Karl im ersten Teil. Dann war in Teil 2 die Tragflächen-Prügelei schon eine leichte Enttäuschung. Hier ist es am Schlimmsten, denn es gibt drei Hauptgegner. Der eine wird von den eigenen Leuten erledigt, die anderen beiden werden in einem relativ schnell zusammengeklaubten Finale über den Jordan geschickt, das mir das Gefühl gibt, die Macher standen wohl irgendwie unter Zeitdruck. Aber tragischerweise weiß ich, es hätte noch schlimmer kommen können. Denn auf meiner Special Edition DVD ist das alternative Ende drauf - und zwar ganz ohne Action: Willis und Irons sitzen in einer Bar, Willis stellt Irons nun Rätselfragen und hat einen Raketenwerfer auf den Tisch gelegt, bei dem die Richtungsangaben entfernt wurden - man weiß also nicht, in welche Richtung er feuern würde.


Fazit

Von den ursprünglichen drei Teilen definitiv der Schwächste. Man hat dort auch schon gemerkt, dass der bislang großartige McTiernan anfängt, fragwürdige Regieentscheidungen zu treffen (ein Faktor, der ihm spätestens beim "Rollerball"-Remake das Genick brach - seit 2003 hat er auch keine Filme mehr gedreht). Eigenständig gesehen ist es immer noch ein großartiger Film der Neunziger, mit Humor, guten Darstellern und reichtlich Action. Aber meine Güte, gegen seine beiden Vorgänger hat er einfach keine Chance. Das Einzige, was sonst noch für diesen Teil spricht: Da er nicht zu Weihnachten spielt, kann man ihn das ganze Jahr gucken.


Bewertung


7/10 Punkte

Sonntag, 18. August 2013

"Stirb Langsam 2" (1990)


Wer sich schon immer mal gefragt hatte, ob Michael Bay vielleicht irgendein Vorbild hatte, der möge sich mal die Filmografie des finnischen Starregisseurs Renny Harlin ansehen. Es gab eine Zeit in den Neunzigern, bevor Bay mit "Bad Boys" seinen ersten Kinoerfolg ablieferte, da war Harlin schon auf dem absteigenden Ast - nachdem seine Filmproduktion Carolco auf die harte Tour feststellen musste, dass Piratenfilme ohne Johnny Depp keine Sau interssieren... Bis dahin hatte Harlin allerdings zwei nennenswerte Actionfilme gedreht, die auch heute noch zur Sammlung eines ernstzunehmenden Actionfilmfans gehören. Der eine ist "Cliffhanger" mit Sylvester Stallone - der andere "Stirb Langsam 2".

Hier wird allerdings auch etwas ersichtlich, was zu einem gewissen Trend in Hollywood führte: das Patentrezept für eine Fortsetzung eines erfolgreichen Kinofilms. Das Rezept ist: Mehr! Mehr Schießereien, mehr Explosionen, mehr Tote, "mehr Blut, mehr Gekröse" (Zitat aus "Scream 2"). Dies wird gerade in Actionfilmen so sehr auf die Spitze getrieben, dass man wirklich sagen kann, die Substanz kommt bei den Dauerexplosionen an zweiter Stelle. Oder in gewissen Animationsfilmen aus der heutigen Zeit bei der Gagdichte durch ein Element, welches sich im Vorgänger als sehr beliebt etabliert hatte (die Minions aus "Ich - Einfach Unverbesserlich" - na, klingelt da was?).



Der Plot

Eigentlich wollte John McClane seine Frau nur vom Flughafen abholen, um mit ihren Eltern und den gemeinsamen Kindern Weihnachten zu verbringen. Doch dann erpressen Terroristen unter der Führung des abtrünnigen Colonel Stuart (William Sadler) die Freilassung eines fiesen Generals (Franco Nero) und lassen ein Flugzeug abstürzen. Da die Maschine seiner Frau nun am Himmel hängt und nicht landen kann, muss McClane die Sache wieder selbst in die Hand nehmen.


Die Darsteller

Bruce Willis. Mehr muss ich nicht sagen. An seiner Seite sind Bonnie Bedelia als seine Frau und William Atherton als aufdringlicher Reporter aus dem ersten Teil dabei, und auch Reginald VelJohnson hat als Powell einen kurzen Gastauftritt.

Bei der übrigen Besetzung tritt allerdings auch eines der Probleme des Films auf: Bis auf Franco Nero ("Django") kennt man eigentlich keinen von denen. Der Oberschurke wird gespielt von William Sadler - wem? Gut, mir ist er mittlerweile auch in anderen Filmen über den Weg gelaufen. Aber das Blöde ist, dass er aus seiner Rolle überhaupt nichts macht und daher nach dem Ansehen schnell aus dem Gedächtnis der meisten Zuschauer wieder verschwindet. Das gilt übrigens auch für die meisten seiner Männer - selbst der spätere "T-1000" Robert Patrick hat dort einen Auftritt, an den sich kaum jemand erinnert, wenn einem die abstehenden Ohren nicht sofort auffallen würden... Für erfahrene Kinogänger, die sich auch wirklich jedes Gesicht merken, laufen auch Fred Dalton Thompson ("Jagd auf Roter Oktober" und "Tage des Donners") sowie Dennis Franz ("Dressed to Kill") mehrmals durchs Bild.


Die Stärken

Es kommt reichlich Weihnachtsstimmung bei diesem Film auf. Das kann man besonders nachvollziehen, wenn man schon mal zu Weihnachten nach Hause fliegen wollte und sich dann um das Wetter oder die derzeitige Lage am Flughafen Gedanken machen musste (und ich sage euch, hätte British Airways damals gestreikt, hätte ich den Film in Eigenregie in Heathrow nachgestellt...). Im Gegensatz zum ersten Teil liegt auch mal Schnee dort.

Was natürlich zu einer ganzen Reihe toller Actionszenen führt, die auf dem verschneiten Flughafen sogar richtig gut zur Geltung kommen. Es gibt eine Verfolgungsjagd mit Schneemobilen, eine seitdem oft kopierte Schleudersitzszene, diverse Schießereien und die Explosionen dreier Flugzeuge und einer Sendeantenne - außerdem noch ein Zweikampf auf der Tragfläche eines rollenden Flugzeugs. All dies untermalt von der Musik eines wieder einmal großartigen Michael Kamen, dessen Arbeit für diesen Film sogar die Musik vom ersten Teil übertrifft (auch wenn er kein so prominentes Musikstück wie Beethovens 9. einbaut).

Die größte Stärke ist natürlich Bruce Willis. Jemand, der den halben Film so grinsen kann, während er in der anderen Hälfte zigfach Leute über den Haufen ballert, der hat nicht nur Spaß bei der Sache, der macht auch welchen. Den Charakter von John McClane haben sie vom ersten Teil auch soweit intakt gelassen, dass man sich mit ihm wie zu Hause fühlt.


Die Schwächen

Das ist etwas schwerer in Worte zu fassen, aber im Grunde geht es um Folgendes: John McTiernan hatte mit seinem ersten Teil das Actionkino revolutioniert, indem er eine neue Art von Schurke einbaute und einen anderen Blickwinkel als den vom durchschnittlichen Kinogänger gewohnten (denn eigentlich ist McClane der Antagonist, der die Pläne des Protagonisten Hans Gruber durchkreuzt - und das stammt nicht von mir, sondern aus dem Audiokommentar von "Stirb Langsam"). Außerdem machte er den Kampf eines Einzelnen gegen eine weit überlegene Gruppe deutlich. Renny Harlin hingegen dachte sich wohl, wenn er genug in die Luft jagt, dann werden sie schon kommen.

Daher sind die Schurken in diesem Film eigentlich völlig uninteressant und nur dazu da, von McClane mit einem flotten Spruch umgepustet zu werden. Für einen Actionfilm völlig in Ordnung - ich bin der Letzte, der was dagegen sagt. Aber es gibt genug Kinoschurken da draußen, bei denen man sich als Zuschauer richtig freut, wenn sie aufs Maul bekommen (sehr gutes Beispiel dafür: Joaquin Phoenix in "Gladiator". Gutes Gegenbeispiel: Megatron in den "Transformers" Kinofilmen). Dabei hilft es, wenn der betreffende Schurke auch eine sichtbare, nachvollziehbare Persönlichkeit besitzt. Das unterscheidet auch u. a. Blofeld oder Goldfinger von Volldeppen wie Dominic Greene oder Gustav Graves.

Eine Kleinigkeit, die mich an dem Film allerdings immer wieder stört, ist der Showdown. Dies ist tatsächlich der einzige Film, in dem McClane gegen den Oberschurken des Films richtig kämpft - doch anstatt ihn im fairen Kampf zu besiegen, lässt er sich von der Tragfläche runtertreten.


Fazit

So gut wie der erste ist "Stirb Langsam 2" nicht. Der erste war trotz aller Action auch ein klaustrophobischer, hochspannender Thriller, der für das Actionkino sehr viel verändert hatte. Der zweite ist das Gleiche in weniger originell, statt für namhafte gute Schauspieler wurde das Geld für mehr Effekte ausgegeben. So wirklich Tiefgang... nee... nicht wirklich hier. Aber Bruce Willis mit zigfachen Explosionen zu Weihnachten im Schnee - meine Güte, was will man denn mehr?


Bewertung


9/10 Punkte