Sein Abenteuer auf der fernen Insel ist beendet, doch die Sage geht weiter. Er muss sich nun der schwersten aller Prüfungen stellen, um zu beweisen, dass er die Feder genauso gut beherrscht wie die Klinge. Doch zwischenzeitlich rief ihn das Schicksal auf eine andere Insel, belagert von untoten Kreaturen und einer intriganten Handelsfamilie. Mehr darüber demnächst...

Donnerstag, 28. Februar 2013

Review: "Die Hüter des Lichts" (2012)

Seit dem ersten "Shrek" weiß man, dass von Dreamworks Animation einiges zu erwarten ist, wenn es um Filme geht. Das Studio, dass uns in den letzten Jahren mit Werken wie "Drachenzähmen Leicht Gemacht", "Kung Fu Panda", "Monsters vs Aliens", "Ab durch die Hecke" und "Madagaskar" versorgt hat, hat nun im letzten Jahr u. a. einen Film rausgebracht, der - zufällig oder mit voller Absicht - ein bisschen auf der großen "Avengers" Welle mitsurft. Dabei ist der Film allerdings auch deutlich familienfreundlicher - im Guten wie im Schlechten


Der Plot

Es fängt bei den Hütern an: Der Weihnachtsmann, der Osterhase, die Zahnfee und das Sandmännchen haben eine Allianz gebildet, um alle Kinder dieser Welt zu beschützen. Jetzt müssen sie gegen den größten Feind antreten, mit dem sie es jemals zu tun hatten: den Schwarzen Mann. Um gegen ihn zu bestehen, wird ein neuer Hüter angeworben: Jack Frost, der allerdings mehr ein Kindskopf ohne Verantwortungsgefühl ist...


Die Darsteller

Das ist bei einem Animationsfilm etwas viel gesagt, in diesem Fall sind es eher die Sprecher. Und zwar hauptsächlich im Originalton, wo namhafte Schauspieler wie Alec Baldwin (der Weihnachtsmann), Hugh Jackman (Osterhase), Chris Pine (Jack Frost) und Jude Law (der Schwarze Mann) ihre Stimmen hergeben. Die Besetzung fällt im Deutschen eher mau aus, da deutsche Synchronstudios dazu neigen, bei Animationsfilmen talentfreie deutsche Möchtegern-Schauspieler ans Mikro zu lassen - Leute, die man zumeist aus Daily Soaps kennt. Einzige Ausnahme im Deutschen bildet die Stimme des Weihnachtsmanns, der von der gleichen Person gesprochen wird wie Dr. House.


Stärken

Die Ähnlichkeit mit "Avengers" ist unverkennbar - auch hier spielt die Zusammenarbeit der einzelnen Helden mit ihren Eigenheiten und Stärken eine große Rolle. Jede der Hauptfiguren hat liebenswerte Eigenschaften und ist außerdem ein leicht komödiantischer Blick auf die Vorbilder (in dieser Hinsicht ist der Weihnachtsmann mit seinen Tätowierungen "Naughty" und "Nice" ein großartiger Einstieg).
Der Film hat trotz der Prämisse nicht ganz soviel Action zu bieten - was in diesem Fall allerdings von Vorteil ist. Humorvolle Szenen und Actionpassagen geben sich die Waage, lassen aber auch genug Zeit, die Charaktere und den Hintergrund kennenzulernen. Aber wenn es mal zur Sache geht, dann richtig!


Schwächen

Man sollte den Film tunlichst im englischen Original sehen - die deutsche Fassung leidet an der wie oben erwähnten mangelhaften Sprecherbesetzung. Besonders Florian David Fitz, der im Deutschen die Stimme von Jack Frost und somit der Hauptfigur ist, geht einem nach einer Weile ziemlich auf den Keks. Ganz ehrlich, wer trainiert diese Leute eigentlich? Noch schlimmer fällt das beim Osterhasen auf - dieser Sprecher hatte insgesamt nur zwei Synchronrollen: diese und Adam Sandler in "Waterboy - Der Typ mit dem Wasserschaden". Und in Letzterem hat mich die Stimme auch unheimlich genervt.
Der Film hat auch die Schwächen eines Kinderfilms. Nein, es wird nicht gesungen, keine Angst! Aber die typischen Elemente, die man ständig in Disneyfilmen sieht, sind auch hier vorhanden: Der Held lernt Freundschaft und Verantwortung kennen, findet zu sich selbst und seinen wahren Lebenszweck und stellt fest, dass er im Grunde schon immer ein Held war.


Größter Spaßfaktor

Alleine schon für Hugh Jackman als australischer Osterhase mit Bumerangs und einer grummeligen Einstellung lohnt sich der Film. Aber eben nur im O-Ton! Aber auch das Sandmännchen ist ein großartiger Charakter - mit dem man sich tunlichst nicht anlegen sollte. Auf die Gehilfen des Weihnachtsmannes sollte man auch achten - auch wenn die Elfen auf der gleichen Schiene mitzufahren versuchen wie die Minions aus "Ich - Einfach Unverbesserlich", aber lange nicht an ihre Vorbilder ranreichen.


Fazit

Für die ganze Familie geeignet. Ich habe mir vielleicht ein bisschen viel von dem Film versprochen, aber er hat mich wirklich gut unterhalten und die richtige Mischung aus Witz und Action geboten. Ich empfehle den Film für den Ostersonntag - da kann man nachmittags gut Kaffee und Kuchen dazu haben. Außerdem passt er dort thematisch.




Bewertung
8/10 Punkte

Samstag, 23. Februar 2013

Review: "The Last Stand" (2013)


Arnold Schwarzenegger... was hat er sich nur dabei gedacht? Warum war sein lange ersehnter größerer Auftritt in "Expendables 2" so kurz? Welcher Teufel hat ihn geritten, anstelle in der Fortsetzung des größten Actionfilms seit "Stirb Langsam" in irgendeinem anderen Film die Hauptrolle zu spielen - einem Film, der zudem das Hollywood-Debüt eines durchgeknallten Koreaners ist und zu seiner Nebenbesetzung Johnny "Jackass" Knoxville zählt?

Tja, sehen wir es uns mal an...


Der Plot

Ein Drogenbaron rast in einem speziell aufpolierten Rennwagen erster Klasse auf die mexikanische Grenze zu, das FBI dicht auf den Fersen. Sein Weg über die Grenze führt durch eine kleine staubige Stadt, in der Schwarzenegger den gutmütigen, aber kampferprobten Sheriff spielt. Und dieser muss nun in John-Wayne-Manier sein Revier sauber halten.


Die Darsteller

Ich bin ja versucht zu schreiben: Wen interessierts? Aber neben Arnold Schwarzenegger verbergen sich auch noch einige bekannte und weniger bekannte, dafür aber sympathische Darsteller in diesem Film. Zu den Bekannten zählen Forest Whitaker als FBI-Agent auf der Jagd nach dem Drogenbaron, Luis Guzman als Hilfssheriff sowie Peter Stormare... mehr so auf der anderen Seite. Außerdem wie schon erwähnt Johnny Knoxville, von dem man annehmen darf, dass er seine Stunts selber durchgeführt hat, und in einer winzigen Nebenrolle Sonny Landham, der mit Arnold schon "Predator" gedreht hat (er war der Indianer Billy). Weniger bekannt, aber durchaus sehenswert sind Jaimie Alexander als Sarah (weiterer Hilfssheriff) und Mathew Greer als Sam. Und der Oberschurke, gespielt von Eduardo Noriega, ist auch gut besetzt.


Stärken

Es ist ein Actionfilm. Aber nicht durch und durch. Bis der richtige Teil losgeht, auf den wir gewartet haben, vergeht noch einige Zeit. Genug, um die Charaktere einzuführen, ein bisschen Spaß zu haben...Zugegeben, Charakterentwicklung war noch nie Arnies Stärke und ist es auch in diesem Film nicht. Aber die Spannungskurve wird wenigstens nicht pausenlos von sinnlosem Liebesgedudel unten gehalten.
Und wenn es dann mal losgeht - gut, "Expendables" ist der Film nicht. Er hat mehr Anleihen an Western wie "Rio Bravo" als an Filme mit Chuck Norris. Aber auch das sehe ich als Stärke. Der Shootout, bei dem es dann zur Sache geht, ist gut gefilmt und macht Spaß.
Und alle Szenen mit dem Auto erinnern mich wieder daran, warum ich damals so gerne "Knight Rider" geguckt habe...


Schwächen

Darf ich spoilern? Johnny Knoxville überlebt.


Größter Spaßfaktor

Um einmal den Trailer zu zitieren: "Na, Sheriff, wie fühlen Sie sich?" "Alt." Das ist das Gefühl, das unser Terminator im ganzen Film verbreitet. Er ist nicht länger der stoische Actionheld, der im Alleingang die bösen Buben plattmacht; für diesen Part ist er mittlerweile deutlich zu alt und zu dick geworden. Man kauft ihm den alternden Provinzsheriff, der sich nur Ruhe und Frieden wünscht, auf Anhieb ab - das macht ihn zwar zu einem wandelnden Klischee, aber eben auch glaubhafter und liebenswürdiger. Übrigens ist das genau diese Art von Rolle, an der Sylvester Stallone in "Cop Land" gescheitert ist...


Fazit

Der Film ist nichts für meine Mutter. Aber für dieses JAhr, in dem man einige guter Actionfilme erwarten kann, war das ein prima Startschuss. "Need for Speed" trifft auf "12 Uhr Mittags", gemischt mit Schwarzenegger-Action - was kann da groß schief gehen?




Bewertung
9/10 Punkte

Dienstag, 29. Januar 2013

Review: "Skyfall" (2012)

Bevor ich zu meiner heutigen Kritik komme, noch ein Kommentar zu einer Nachricht, die vor Kurzem über IMDB geisterte: Der Regisseur des neuen "Star Wars" Films wurde bekannt gegeben - es ist J. J. Abrams.
Hiermit erkläre ich das "Star Wars" Franchise offiziell für tot...


Wer meinen Blog aufmerksam gelesen hat (besonders im Februar letzten Jahres), der weiß, wie ich zu James Bond stehe. Der letzte Film "Quantum of Solace" war ein ziemlicher Reinfall, ausgelöst durch diesen Massenhype auf die Bourne-Trilogie. Als ich dann die Meldungen und die Besetzungs- sowie Stabliste bei IMDB für den kommenden Bond Nummer 23 verfolgte, gab es gute wie schlechte Nachrichten.

Eine von den guten Nachrichten: Stuart Baird übernahm den Schnitt des Films. Jemand, der im Action-Genre soviel Erfahrung hat wie er (Lethal Weapon, Superman, Stirb Langsam 2, Legende des Zorro und der letzte GUTE James Bond Film "Casino Royale") würde daraus kein Schnittmassaker machen wie seine Vorgänger bei... ihr wisst schon.

Schlechte Nachricht: David Arnold überlässt den Platz als Filmmusik-Komponist Thomas Newman - und wenn jemand wie ich, dessen Schrank und Festplatte durch Werke von Hans Zimmer und Jerry Goldsmith überquellen, das für eine schlechte Nachricht hält, dann könnt ihr euch denken, warum. Die Newmans, eine Familie von Fahrstuhl-Musik-Komponisten, die regelmäßig von Disney für irgendwelche Animationsfilme mit Gesangseinlagen angeheuert werden (einzige Ausnahme: David Newman, der seiner Filmografie wenigstens Werke wie "Serenity" oder "Galaxy Quest" sowie den unterschätzten Klassiker "Airborne - Flügel aus Stahl" hinzufügen konnte), haben in dem Genre Action bisher wenig zu melden gehabt. Sieht man sich die Karriere von Thomas Newman an, findet man so Filme wie "Erin Brokovich", "Der Pferdeflüsterer", "Grüne Tomaten"...

Aber was war denn auch groß zu erwarten, wenn man einen Regisseur anheuert, der einen Oscar für "American Beauty" bekam und davon auch seine halbe Crew mitnahm, um etwas zu tun, was er noch nie getan hatte: einen Actionfilm zu drehen. Ja, auch Sam Mendes hatte, wie sein Vorgänger Marc Forster (der übrigens Deutscher ist, was der Liste von Gründen, warum er keine Regie bei einem Bondfilm übernehmen sollte, noch einen weiteren Grund hinzufügt) keinerlei Actionfilme im Resümee - was dem am Nächsten kommt, ist der Gangsterfilm "Road to Perdition" und das Kriegsdrama "Jarhead". Meine Skepsis hatte sich bis zum Start des Films gesund gehalten.



Der Plot

Der britische Geheimdienst MI6 wird von Terroranschlägen heimgesucht, und jemand veröffentlicht eine Liste mit den Namen von verdeckt ermittelnden Geheimagenten im Internet. Die Spur führt zu einem ehemaligen Agenten namens Silva (Javier Bardem), der auf einem persönlichen Rachefeldzug gegen M (Judi Dench) voranschreitet. James Bond (Daniel Craig), der vor Kurzem in einem missglückten Einsatz angeschossen und für tot erklärt wurde, kehrt zurück und versucht, dem Schurken das Handwerk zu legen.


Die Darsteller

Daniel Craig macht seine Sache wie immer gut als 007 - das bislang Beste an den drei vergangenen Filmen ist seine ernste, aber auch stellenweise süffisante Interpretation der Hauptfigur. Hinzu kommen jetzt noch ein paar neue Darsteller: Zu Javier Bardem als Oberschurken sage ich später noch was. Da wäre noch Ralph Fiennes als Gareth Mallory, Verteidigungsminister, der eine deutlich größere Rolle hat, als man erwarten würde (aber das würde zuviel spoilern). Auf der Frauenseite gibt es Naomie Harris als Eve - kurzzeitige Partnerin von 007 - sowie Bérénice Marlohe als Gespielin des Bösen (man weiß ja allgemein, wie sowas endet). Der größte Neuzugang dürfte Ben Whishaw als Geheimdienst-Tüftler Q sein - starke, sympathische Leistung mit sehr viel Humor.


Stärken

Die Stärken des Films sind relativ schnell abgehakt: Kameraführung und Schnitt sind brilliant - genau das, was ich zu sehen gehofft hatte. Es gibt einige hervorragend choreographierte Actionszenen, wobei am Meisten die Anfangsszene hervorstechen dürfte. Ja, wenn man einen Profi an die Kamera lässt, verliert man auch bei einer zehnminütigen Verfolgungsjagd nicht mehr die Übersicht.
Eine weitere große Stärke des Films sind die Referenzen zu alten Bond-Filmen. Ich sage nur: Aston Martin. Aber Q und die altbekannte Walther PPK gehören ebenfalls dazu.


Schwächen

Das könnte jetzt etwas länger dauern. Meine Erwartungen wurden sowohl in positiver als auch in negativer Hinsicht erfüllt: Thomas Newmans Filmmusik ging mir schon bei der Anfangssequenz ziemlich auf die Nerven. Mag ja sein, dass der Film in Istanbul spielt, aber dieses vor sich hin plätschernde Ethno-Gedudel während einer Verfolgungsjagd, bis er fünf Minuten später mal auf die Idee kommt, einen Gang höher zu schalten und die James-Bond-Melodie mal anzuspielen. Danach ist mir die Musik gar nicht weiter aufgefallen - für mich, der immer auf sowas achtet, ein schlechtes Zeichen. Umso schlimmer, da die Idioten von der Academy eine Oscar-Nominierung für diesen Käse ausgesprochen haben.

Dann das Drehbuch. Ich komme immer noch nicht darüber hinweg, dass die heutigen Macher unbedingt etwas Eigenes daraus machen wollen, und sie versuchen, in James Bond mehr Realismus, mehr Charakterentwicklung und mehr emotionale Tiefe reinzubringen. Gerade deswegen wurde wohl Sam Mendes ausgewählt. Leute, sucht euch gefälligst was Eigenes, aber lasst James Bond damit in Ruhe! In den letzten zwei Filmen war er damit beschäftigt, sich einen Namen in der 00-Abteilung zu machen, da er dort gerade erst anfing - um dann im zweiten Film auf einen Rachefeldzug zu gehen, den man schon besser in "Licence to Kill" gesehen hat. Und hier? Nach der Schusswunde ist er traumatisiert, fällt durch den Eignungstest, nur um dann am Ende doch auf die Mission geschickt zu werden. Alle paar Minuten wird dem Zuschauer vorgesetzt, wie schwer er es doch hat...

Beim Thema Drehbuch: Der Showdown ist eine Frechheit! Aus vielen Quellen habe ich gehört, dass der Oberschurke als negatives Spiegelbild von James Bond gedacht ist. Was wäre da wohl schöner als eine direkte Konfrontation zwischen Held und Schurke, Mano a Mano? Jetzt ratet mal, was es nicht gibt! Vor allem, da das letzte Drittel des Films eine Art Erwachsenen-Version aus "Kevin Allein zu Haus" bildet, bei der Bond mit M und einem unbedeutenden Nebendarsteller das Haus seiner Eltern verteidigen muss.


Größtes Problem

Und wo wir schon mal dabei sind, hier mein größtes Problem: Wenn ich mich von einem Bond-Schurken beeindrucken lassen soll, dann soll er erstens nicht rumschwulen wie Thomas Herrmanns auf dem Christopher Street Day, zweitens sollte er am Besten deutliche Überlegenheit und Gefahr repräsentieren (was er nicht tut), und drittens sollte er FOR F***S SAKE beim Erreichen seines Ziels nicht anfangen zu heulen wie ein Kleinkind!!! Vielen Dank, ihr Penner! Damit habt ihr mich überzeugt, dass Gustav Graves aus "Die Another Day" nicht länger der schlechteste Oberbösewicht der Reihe ist! Es liegt ja nicht daran, dass Javier Bardem keine Ausstrahlung besitzt, im Gegenteil. Aber dank Drehbuch und Regisseur, welche sowieso gerne mehr psychisches Drama in diesen Film setzen, als gut dafür ist, gingen seine Bemühungen in eine völlig falsche Richtung und machten gerade aus den letzten zehn Minuten, in denen auf den Drehbuchseiten in großen roten Buchstaben das Wort "Klimax" stehen müsste, eine Charakterstudie eines völlig durchgeknallten Idioten.


Fazit

Welchen Schwachsinn werden sie sich wohl für Nummer 24 aus den Fingern saugen? Sollen wir mal Quentin Tarantino ranlassen? Der ist ja jetzt wieder mit "Django Unchained" dick im Geschäft. Mal ganz ehrlich, seitdem die Produzenten für jeden neuen Film die Regisseursbank durchwühlen und sich immer für den gerade populärsten Dödel entscheiden, egal welches Genre der beherrscht, kann man auch James Bond getrost als totes Franchise betrachten. Martin Campbell hat großartige Arbeit mit "Golden Eye" und "Casino Royale" abgeliefert, was sollen also diese Experimente? Und wenn das die Art sein soll, wie man das 50jährige Jubiläum von James Bond feiern möchte - indem man ihn völlig zerstört und alles, wofür die Filme stehen, mit Füßen tritt - dann kann ich nur sagen: Geht zum Teufel!

Dabei fing dieser Film vielversprechend an: Kamera und Darsteller gut, endlich mal vernünftig gefilmte Actionszenen, der Plot hätte auch was werden können. Aber die letzten dreißig Minuten haben mich fast genauso aufgeregt wie der gesamte letzte Film. Wer die James Bond Filme ohnehin nie mochte, kann gerne einen Blick riskieren.



Bewertung
6/10 Punkte



Sonntag, 13. Januar 2013

Review: "Der Hobbit - Eine unerwartete Reise" (2012)



Im Grunde sollte ich jetzt an den Vorbereitungen für die Rollenspielsitzung morgen abend arbeiten. Da ich aber zum gefühlt 100sten Mal darauf angesprochen wurde, dass seit Ewigkeiten kein neuer Blog-Eintrag erstellt wurde (der letzte war meine Avengers-Review von Mai 2012) und ich ohnehin nochmal über einige der Filme schreiben wollte, die mich letztes Jahr mehr oder weniger begeistert haben, ist dies nun die Gelegenheit. Die meisten Filme meiner Liste, die ich vorletztes Jahr aufstellte, haben es ja doch in die Kinos geschafft – nur „G.I.Joe 2“ lässt noch auf sich warten, und „Ghostbusters 3“ hat sich nach langem Hin und Her wohl doch nur als verspäteter Aprilscherz entpuppt.

Da wir jetzt auch ein neues Jahr haben, habe ich beschlossen, für zukünftige Kritiken mal etwas Struktur in die Blog-Einträge zu bringen. Also heiße ich euch herzlich willkommen zu Swordmasters neuer Review-Runde!


Der Film, für den in meinen Kreisen die wohl größte Hoffnung und die größte Erwartungshaltung bestand, ist auch der, den ich mir jetzt zuerst vornehmen wollte. Es handelt sich hierbei um die Vorgeschichte eine recht bekannten Filmreihe, basierend auf den vielgelesenen Werken eines längst verstorbenen Schriftstellers – ich könnte euch jetzt alle auf eine falsche Fährte locken, aber da fällt mir ein, dass der Titel des Blog-Eintrags ohnehin alles spoilert. Also, her mit Lembas und Ale, schauen wir uns den kleinen Hobbit mal an…


Der Plot
Basierend auf dem Roman von Peter Jackson – quatsch! – J.R.R. Tolkien, erzählt der Film die Geschichte von Bilbo Beutlin und seines ersten Abenteuers. Gemeinsam mit dem Zauberer Gandalf dem Grauen und einer Schar chaotischer, aber kampfkräftiger Zwerge macht er sich auf, die Heimat der Zwerge von der Schreckensherrschaft des mächtigen Drachen Smaug zu befreien. Dabei – soviel sei gesagt – fällt ihm auch der Ring in die Hände, der später zu den Ereignissen in der „Herr der Ringe“ Reihe führen sollte.


Die Darsteller
Martin Freeman (Bilbo Beutlin), Ian McKellen (Gandalf), sowie eine ganze Reihe britischer Schauspieler, die international bislang weniger bekannt sind, als Zwerge (am Ehesten sticht noch Richard Armitage als Zwergenprinz Thorin hervor). Die Macher schafften es allerdings auch, eine ganze Reihe der Schauspieler zu verpflichten, die schon in der vorherigen Trilogie in den jeweiligen Rollen glänzen durften. In diesem Teil sind es Hugo Weaving (Elrond), Cate Blanchett (Galadriel) und Christopher Lee (Saruman), die zwischendurch mal auftauchen – eine Rahmenhandlung, in der der alte Bilbo (Ian Holm) seinem Neffen Frodo (Elijah Wood) die Geschichte erzählt, gibt es auch noch.




Stärken
Die größten Stärken sind die Darsteller. Martin Freeman als junger Bilbo ist die absoulte Idealbesetzung – seit „Per Anhalter durch die Galaxis“ schon im Komödiengenre unterwegs, aber auch in der Lage, so wie in der „Sherlock“-Serie ernsthaftere Rollen zu spielen, füllt er seine Rolle mit der richtigen Mischung aus Komik, Abenteuerlust und einem tiefsinnigen Charakter aus. Ihm zur Seite stehen die Zwerge, die in „Herr der Ringe“ ja leider viel zu kurz kamen – und die rocken richtig! Da sie auch nicht exakt so dargestellt werden, wie man sich Zwerge ohnehin immer vorstellt (das normale Bild eines Rollenspielers von einem Zwerg: „Wo keine Rüstung ist, sieht man nur Bart.“), kann man die einzelnen Zwerge auch sehr gut voneinander unterscheiden – äußerlich wie innerlich. Im ersten der drei neuen Filme nehmen sich die Macher auch genug Zeit, zumindest bei einem großen Teil der Zwerge einen Einblick in deren Charakter und Motivation zu geben.
Natürlich kommt die Action in diesem Film nicht zu kurz – im Gegensatz zu „Zwei Türme“ und „Rückkehr des Königs“ steht sie allerdings nicht im Vordergrund. Und bis auf einige zusätzliche Handlungsstränge hält sich der Film auch an die Vorlage – dort sind manche der Szenen auch nur am Rande beschrieben. Das Treffen auf die Bergriesen dürfte manchen Fan des Buches freuen. Mein persönlicher Favorit ist das Hinzufügen des Seitenplots, in dem Thorin auf seinen Erzfeind, den Albino-Ork Azog, trifft – die letzte Konfrontation in dem Film hat epische Ausmaße.


Schwächen
Es wird gesungen in diesem Film. Und zwar recht viel. Zwar meistens von den Zwergen, was auch einen gewissen Charme besitzt und vielleicht im Englischen noch etwas besser klingt, aber die deutschen Übersetzer konnten ihre Finger nicht von den Liedern lassen – nachträglich übersetzte Songs treiben mir schon bei Disney-Filmen die Galle hoch. Man kann darüber hinwegsehen, da der Gesang gegen Mitte des Films schon nicht mehr vorhanden ist, bis dahin muss man sich die Ohren zuhalten oder die DVD vorspulen.
Und obwohl es sich um den ersten von drei Teilen handelt, die im Grunde die Umksetzung eines sehr kurzen und deutlich kurzweiligeren Buches handelt als das große Werk, hat „Der Hobbit“ deutliche Längen. Denn nicht alle Dinge, die nachträglich hinzugefügt wurden, sind zum Vorteil – gerade der Auftritt der Charaktere aus „Herr der Ringe“ dürfte einfach nur Fanservice sein.
Mein persönliches Problem liegt auch in der Kameraführung. Nein, es ist nicht „Quantum of Solace“, soweit kann ich meine Leser doch beruhigen. Doch in dem Versuch, mal zu zeigen, was diese neumodische Filmtechnik alles kann, fährt Peter Jackson bei seinen Kamerafahrten Manöver, von denen sogar Maverick aus „Top Gun“ schlecht geworden wäre. Ich kann nur sagen: Den Göttern sei Dank habe ich den Film in 2D gesehen! Wäre ich in die 3D-Vorstellung gegangen, hätte das böse geendet.


Größtes Problem
Ich würde dem Film ja gerne 10/10 Punkte geben, aber zu den oben genannten Schwächen kommt auch das größte Problem, das ich mit dem Film habe: Er weiß nicht, welchen Ton er anschlagen will. Die ruhigen, dramatischen Momente, besonders, wenn es um Bilbo oder Thorin geht, gehören definitiv in einen Film, der als Teil des Tolkien-Zyklus gedacht ist – genau die Ernsthaftigkeit, die den besseren Teilen der „Herr der Ringe“ Trilogie zugrunde liegt. Dazu im Kontrast stehen aber Szenen und Elemente, die eher in einen Kinderfilm gehören – die Gesangseinlagen genauso wie der Auftritt des Zauberers Radagast. Selbst wenn man bedenkt, dass „Der kleine Hobbit“ ursprünglich als Kinderbuch geschrieben wurde – als Zuschauer kam ich mir bei manchen Szenen doch vergackeiert vor. Und dann ist da noch die Action-Einlage in den Goblin-Minen in der Mitte des Films. Großartige Szenerie, viel Potential, dann aber nervige Kamerafahrten und bei weitem zuviel Slapstick, um ernst genommen zu werden. Das machte schon fast meine Hoffnung auf einen großen Showdown zwischen Thorin und Azog zunichte, aber zum Glück hat Jackson noch die Kurve gekriegt und wurde gegen Ende wieder ernst.


Fazit
Sagen wir so, ich bin gespannt, was die nächsten beiden Filme bringen werden. „Eine unerwartete Reise“ hat viele gute und einge schwache Momente – als Ganzes kann man ihn allerdings nur dann bewerten, wenn wir wissen, was am Schluss mit den beiden Fortsetzungen rauskommt. In dieser Hinsicht war „Die Gefährten“ allerdings ein besserer Film – nicht zuletzt deswegen, weil er sich deutlich ernster genommen hat. Jedenfalls ist „Der Hobbit“ für Tolkien-Fans Pflicht, auch Fans anderer Fantasy-Filme sollten ihn sich ansehen. Alleine durch Bilbo und die Zwerge ist der Film sehenswert. Über die Schwächen muss man dann hinwegsehen – im Großen und Ganzen ist das bei diesem Film auch nicht allzu schwer.


Bewertung
8/10 Punkte

Donnerstag, 3. Mai 2012

Review: "The Avengers" (2012)

Ich mag dazu eigentlich nicht viel schreiben. Außer: WOOOOOOOOOOHOOOOOOO!! END! GEILER! FILM!


Was "The Expendables" für die Actionfilme war, ist "The Avengers" für die Comic-Verfilmungen. Und trotz des langen Vorlaufs (vier bis sechs einzelne Filme, in denen die Hauptrollen vorgestellt worden waren) war er keine einzige Sekunde langweilig. Der am Meisten erwartete Film der letzten... ähm... fünfzig Jahre, und er hat genau das gehalten, was er versprochen hat!

Wer kein Comicfan ist, wird mit dem Begriff "Avengers" nicht allzu viel anfangen können. Es geht um eine Gruppe von Superhelden des "Marvel"-Universums (die Helden dieser Comic-Produktion hängen alle in gewisser Weise zusammen, es spielt alles in einer Welt). Unter ihnen: Iron Man (Robert Downey Jr.), der Hulk (diesmal gespielt von Mark Ruffalo), Captain America (Chris Evans) und Thor (Chris Hemsworth). Der Direktor der Geheimorganisation S.H.I.E.L.D., namentlich Nick Fury (Samuel L. Jackson), führt sie zusammen, als eine Armee außerirdischer Invasoren mit Hilfe von Thors bösem Bruder Loki (Tom Hiddleston) die Erde angreift.

Soweit die Story, und mehr will ich auch nicht verraten. Hinzu kommen noch zwei etwas unbekanntere Helden (Hawkeye und Black Widow, gespielt von Jeremy Renner und Scarlett Johannsson, allerdings werden ihre Heldennamen in dem Film nie genannt). Und natürlich einige Nebencharaktere, die bereits in den anderen Filmen dabei waren: Clark Gregg als Agent Caulson, der in "Iron Man" denselben überhaupt zum Beitritt bei S.H.I.E.L.D. bewegte, Stellan Skarsgård als der Wissenschaftler aus "Thor", Gwyneth Paltrow als Iron Mans Assistentin Pepper Potts etc.

Und genau das macht diesen Film so rund. Er bringt die Vorzüge der vorhergegangenen Filme, besonders die Charakterzüge der Protagonisten zusammen. is sich die ganzen Superhelden überhaupt grün sind, gibt es aufs Maul, und zwar mit Schmackes. Und auch wenn ich den letzten "Hulk"-Film nicht gesehen habe, habe ich bei den "Avengers" nie das Gefühl, etwas Wichtiges verpasst zu haben. Na ja, der Film geht auch über zwei Stunden - dennoch ist es von Vorteil, wenn man zumindest die anderen Filme gesehen hat. Besonders "Captain America" und "Thor" liefern sehr viele Plotelemente, die in den "Avengers" eine wichtige Rolle spielen.

Aber was das Wichtigste ist: Es kracht, und zwar mächtig! Stilistisch genauso gehalten wie die anderen Filme, von Iron Man angefangen, und damit etwas besser als das normale Actionkino. Teilweise sind die Kampfszenen einen Tick unübersichtlich, dennoch begreift man relativ schnell, was passiert. Bei der Endschlacht ziehen sie alle Register - Vergleiche zu "Transformers" sind unvermeidlich, aber hier haben sie deutlich mehr Niveau zu bieten.

Und das Zweitwichtigste: der Humor kommt nicht zu kurz. Witzbold Nummer 1 ist und bleibt Iron Man, gefolgt vom Hulk (besonders gegen Ende!) und Nick Fury selber.Aber wen wunderts, war der Drehbuchautor und Regisseur immerhin der Erfinder von "Buffy" und "Firefly".


Ich brauche gar nicht viel darüber zu sagen: Der Film rockt! Zuerst dachte ich nur, dass "Dark Knight Rises" ihn wahrscheinlich doch übertreffen wird, aber ich sehe ein: Keine Chance. Wer Superhelden-Filme mit Humor mag, wer ohnehin sehr viel für solche Crossover-Filme übrig hat, wer einfach nur mit extrem guter Laune aus dem Kino gehen will, kommt an "The Avengers" nicht vorbei.


10/10 Punkte

Mittwoch, 15. Februar 2012

"Swordmasters Mittelalter-Review" - Das Finale

Ich habe ihn angekündigt, ich stehe zu meinem Wort. Hier ist er, der Tiefpunkt der Fantasy-Filme. Ja, sogar nach "Dungeons & Dragons"!


"Your Highness" (2011)

Nein, dieses Mal kein Untertitel - das ist er nicht wert.


Und dieses Mal mache ich mir Notizen…

Ich hätte ja noch gerne gewartet und mich mental darauf vorbereitet, aber: Wozu warten. Wenn ich es jetzt nicht mache, dann niemals. Die Gelegenheit ist eh günstig – ich habe jetzt noch 19 Stunden, bis ich wieder im Büro erwartet werde, und das bedeutet: Ich kann mich für dieses „Erlebnis“ einigermaßen rüsten.

Abendessen: Check
Knabbereien: Check
Alkoholfreies Getränk: Check
Flasche Met (um den Film ertragen zu können): Check
Flasche stärkeres Zeug (fals der Film noch schlimmer ist als erwartet): Check

Bevor es jedoch losgeht, ein paar kurze Worte zu den Machern: David Gordon Green ist der Regisseur von „Your Highness“, und seine bisherigen Werke stehen sowohl bei Kritikern als auch bei den Normalsterblichen in hohem Kurs. Allerdings habe ich seinen letzten Film „Pineapple Express“ auch nicht gesehen – die Thematik interessiert mich Null, denn dieser Film ist eine reine Drogenkomödie über irgendwelche fertigen Leute. Da reicht es, wenn ich mir einen Film von dieser Sorte ansehen muss: diesen.

Danny McBride ist mir so nicht bekannt – ich glaube, das ist auch gut so. Dafür habe ich James Franco schon viel zu oft gesehen. Ich kann mir nicht helfen, aber ich mag ihn einfach nicht. Sein Auftritt in der „Spiderman“-Reihe war absolut nichtssagend; in „Flyboys“ fiel er mir nicht mal auf, obwohl er die Hauptrolle spielt; über seine Moderation der Oscar-Verleihung 2011 breiten wir lieber mal den Mantel des Schweigens… Was die Leute an ihm finden, dürfte ungefähr das Gleiche sein wie damals Josh Hartnett („Pearl Harbor“ und „Faculty“): Die Fähigkeit, mit offenem Mund, dümmlichem Grinsen und gekünsteltem jugendlichen Charme Geld zu machen.

Und was um alles in der Welt haben Natalie Portman und Charles Dance in diesem Film verloren? Na ja, Portman… nach Star Wars Episode 1… und 2… und vor allem 3… Ja, doch, sie hat es nicht anders verdient. Kurz darauf bekam sie den Oscar für „Black Swan“, aber das ist eine ganz andere Geschichte. Und Charles Dance, der neuerdings sich auf Mittelalter spezialisiert hat (er hatte nebenbei noch eine kleinere Rolle in „Ironclad“), war zumindest früher mit „Last Action Hero“ und „Alien 3“ auf der Seite der Gewinner. Heute jedoch…

Laut IMDB sollte es für diesen Film auch ein Drehbuch geben. Allerdings wurde es weitgehend ignoriert, und die meisten Dialoge sind Improvisationen. Nur kann nicht jeder so gut improvisieren wie Harrison Ford damals in „Star Wars“ – das dürfte dann auch die Kleinkinder-Dialogzeilen erklären, die ich in den ersten fünf Minuten des Filme mitbekam.

Ach ja, apropos (Prost!): Der Grund, weshalb ich mich so sehr aufbauen muss, um einen Film zu sehen, von dem ich weiß, dass er schlecht ist: Mein Vater und ich haben ihn angefangen zu sehen, haben aber nach fünf Minuten einvernehmlich auf einen anderen Film umgestellt (der sich allerdings als nicht viel besser entpuppte: „Pendragon – Das Schwert seines Vaters“). Dabei waren die ersten zwei Minuten recht überzeugend – man muss sich also echt ins Zeug legen, um innerhalb der Zeit, die man zum Eierkochen braucht, einen guten Ersteindruck vollends zu ruinieren. Deswegen nun diese Kritik. Es ist keine zweite Chance. Dies hier… ist die Abrechnung!


Beginn des Films…

Während ich mir gerade die Flasche Met „entkorke“, erzählt mir die deutsche Synchronstimme von Dr. House über die „seltsame Geschichte“, die sich hier gleich zutragen wird. Dass er dabei in einem Tonfall, in dem er sich selbst nicht mehr ernst nehmen kann, die klassischen Märchenelemente wie „böse Zauberer, tapfere Ritter“ und dergleichen als „derben Sch***“ bezeichnet… ich kann nicht drüber lachen.

Auf einem Altar festgebunden liegt eine Frau, über ihr steht der Sänger irgendeiner Heavy-Metal-Band und grinst sie an mit den Worten „Gleich empfängst du meinen Samen.“ Ähh… ja, es gibt Orte für sowas, und der Wald zählt nicht dazu. Aber das hat sich der Hohepriester / Monster-Mensch, den ich so gerne in „Twilight“ gesehen hätte, auch anders vorgestellt – mitten in seine Bösewichtsprache platzt ein Pfeil durch seine Kehle.

Und Action! Magier mit Blitzschlag gegen einen Ritter, dessen Armschienen Blitze abwehren können. Elender Powergamer!

Es stellt sich heraus: Diese tapferen Recken gehören zum Orden des Goldenen Ritters. Kurzum: Paladine. Sie bekämpfen das Böse und retten schöne Frauen, also auch diese. Und sie hofft nun, dass es in hundert Jahren, wenn das Böse sich erhebt, einen genauso tapferen Recken geben wird…

Tja, Pech, es steht nur Danny McBride zur Verfügung. „Leck mich am Ar***!“, sagt er – ja, danke gleichfalls!

Hier wissen wir auch gleich, woran wir sind: McBride spielt Prinz Thaddeus, der sich wohl an der zweiten Frau des Zwergenkönigs vergriffen hat, während sein Knappe mit einem Perversen hantierte. Und je weniger wir darüber wissen, desto besser… leider lassen uns die beiden Knallköppe keinesfalls in Unwissen, was sie da genau gemacht haben.

Kurz darauf stellen die Zwerge fest: Erhängen ist als Strafe für Leute, die größer sind als sie, nicht die beste Wahl der Todesstrafe. Die darauf folgende, mehr als lächerliche Flucht, leitet dann den Vorspann des Films ein. Für mich normalerweise eine gute Gelegenheit, die Arbeit des Filmmusik-Komponisten zu genießen, während ich lese, wer alles mitspielt. Normalerweise, aber nicht bei diesem Film. Denn diese Vollpfosten von Hauptdarstellern halten einfach nicht die Fresse! Ich drehe den Ton ab, gieße mir nochmal nach. Komponist ist Steve Jablonsky, einer von Hans Zimmers Schülern, dessen bislang bekanntestes Werk die „Transformers“-Kinofilme sein dürften.

Für wen ist der Film eigentlich gemacht? Für Kinder zu brutal, für Erwachsene zu kindisch… Für Stoner. Ganz einfach. Prost!

Im Thronsaal angekommen, stelle ich fest, dass auch Charles Dance von der rüden Vulgärsprache nicht verschont bleibt, die den ganzen Film wie ein übles Geschwür durchzieht. Aber die Macher sind glücklich, wenn möglichst schmutzig und sexuell bezogen gequasselt wird… Es kündigt sich kurz darauf die Rückkehr des Helden James Franco an, der von einer Quest heimkehrt (die Worte des Königs, nicht meine – zumindest diesmal!). In einem Punkt muss ich McBride dann Recht geben: „Jetzt hilft nur noch Alkohol!“

Franco alias Prinz Fabious alias McBrides großer Bruder bringt dann etwas Psuedo-Plot rein: Das Land wird heimgesucht von einem bösen Zauberer namens Leezar, und Fabious selber zieht mit seinen Mannen und einem mechanischen Vogel namens Simon durch die Welt, tötet Monster und sammelt Erfahrungspunkte. Bei dieser Quest bekam er als Belohnung wohl Bella Donna, eine junge Frau, die er zur Braut nehmen will (gespielt von Zooey Deschanel, auch bekannt als Trillian aus „Per Anhalter durch die Galaxis“ – ein weitaus besserer Film, trotz des Quotenschwarzen).

Beim Bankett kommt endlich etwas Stimmung auf, als Bella (oh mein Gott, mir fällt jetzt erst auf, dass sie genauso heißt wie das blöde Huhn in „Twilight“!) von ihrer Vorgeschichte erzählt. Was macht McBride? Ruiniert die ganze Atmosphäre mit dem Spruch: „Sieht seine Frisur nicht aus wie die Eichel von einem P…“ Das hätte es echt nicht gebraucht, da sich die Braut seines Bruders kurz darauf selber daneben benimmt – als jahrelange Gefangene des Oberschurken ist sie den Umgang mit anderen Menschen sowie den höfischen Gebräuchen einfach nicht gewohnt.

Da jetzt schon im Umfeld des Königs genug atmosphärischer Schaden angerichtet wurde, konzentireren wir uns nun auf McBride und seinen Knappen, die sich wie zwei kleine Kinder mit Hyperaktivität und den Sexualkunde-Kenntnissen der sechsten Klasse einer Waldorfschule benehmen. Und da sie es mit dem Herold des Königs zu tun haben (einer Karikatur eines Homosexuellen, bei der es sogar George Takei und Guido Westerwelle gleichzeitig schlecht geworden wäre), ergötzen sie sich einer Reihe schlechter schwulenfeindlicher Scherze. Wohingegen der Herold – in etwas mehr Worten – doch völlig zu Recht fragt, was dieser nichtsnutzige Sack von einem Prinzen in seinem Leben überhaupt schon geleistet hat, im Vergleich zu seinem Bruder.

McBride zieht sich zurück, stellt sich im Schwertkampf noch dusseliger an als ich und bekommt Nachhilfe von Franco – was dann weit mehr wird als nur eine Schwulen-Karikatur. Genau wie der Dialog später – entweder liegt es an der deutschen Vertonung, oder es gibt im ganzen Film nicht eine Figur, die NICHT auf Männer steht… Na ja, immerhin wird McBride von Franco zum Trauzeugen ernannt. Das muss ja nicht zwangsläufig schief gehen…

Och, es fängt schon mal an, dass einer der ständigen Begleiter von Prinz Fabious, ein recht kräftig gebauter Nahkämpfer mit Panzerhandschuh-Protese und den typischen Charakteristika eines Oberschurken-Handlangers mit der Wahl des Trauzeugen nicht so ganz einverstanden ist… Ob sich das später nochmal rächen wird? Ich will es hoffen - wird Zeit, dass McBride eins in die Schnauze bekommt. Aber der zieht sich erst mal zurück und ballert sich einen mit der Wasserpfeife. Für die Hochzeit wird der Herold ausgewählt, und Monsieur Panzerhand hat zum zweiten Mal das Nachsehen.

Die Braut tritt auf, und… NEIN! HÖR AUF ZU SINGEN!!! Was soll der Schwachsinn??? Sind wir hier in einem Musical gelandet? Und er muss jetzt AUCH NOCH DAS MAUL AUFREISSEN!!! Und er KANN nicht mal singen!!! Ich bin ja so froh, dass es der Oberschurke doch rechtzeitig zur Hochzeit schafft… auch wenn seine Festgarderobe zum größten Teil aus einer Blümchen-Gardine und einer Perücke besteht, für die sich selbst David Bowie in „Labyrinth“ geschämt hätte.

Der Bösewicht ist aus einem ganz bestimmten Grund gekommen, und ihr dürft raten, welcher Zweck es ist:

a) Er möchte sich auf dem Empfang volllaufen lassen
b) Er möchte seinen Segen zu der Hochzeit geben
c) Er hatte vergessen, eine Karte zu schicken, und kommt lieber persönlich
d) Er möchte die Braut entführen und böse Dinge mit ihr tun

Wobei es da einen der wenigen ansatzweise lustigen Momente gibt: Er sagt laut und deutlich, er braucht eine Jungfrau, fährt darauf mit dem Finger durch die Menge – und eine der Omas in der vordersten Reihe macht „Huch!“

Und ich brauche mehr Met… *gluck*

Endlich gibt es Action. Die Ritter haben gegen die Blitzzauber dieses Möchtergern-Weltherrschers und seiner drei beschworenen Hexen (Hat da jemand „MacBeth“ gesagt?) nicht die geringste Chance, und der Zauberer entschwindet mit der Braut, die davon wenig angetan ist.

Es folgt die am wenigsten erst zu nehmende Quest-Besprechung, die ich in all den Jahren als Rollenspieler und Fantasy-Film je hören musste. Die Kurzfassung:

König: Fabious zieht los, seine Braut zu retten
McBride: Viel Glück!
König: Nee nee, du gehst mit ihm!
McBride: Was? Nein!
König: Sonst schmeiß ich dich raus.
McBride: Na gut.

Also ziehen sie los. Die Ritter und der richtige Prinz reiten natürlich heroisch auf Pferden, die Waffen griffbereit… McBride und sein Knappe? Irgendwo weiter hinten in einer Kutsche, ausgestattet mit einer Eidechse und genug Rauschkraut, um sich den Rest des Films dicht zu dröhnen. Man möge die Kutsche verbrennen, dann haben alle was davon.

Meine Hoffnung, dass wenigstens die böse Zauberer-Ratte einigermaßen ernst zu nehmen ist, ist aber in der nächsten Szene dahin: In seinem Versuch, seinen Nebenbuhler Franco schlecht zu reden, gebraucht er recht detaillierte Beschreibungen von den Nebeneffekten des Verkehrs mit mehreren Frauen („Es wuchern schon Pilze auf seiner…“) und auf Orgien mit allem, was im Säugetier-Bereich so unterwegs ist („Er spendet seinen Samen an jedem, der sich ihm in die Schussbahn stellt“).

Damit hätten wir also die beiden Hauptthemen des Films abgedeckt: Sex und Drogen. Fehlt noch Rock&Roll. Aber da fürchte ich, selbst wenn sie was bringen, wird es nur mit Mühe und Not zu ertragen sein. Ich glaube, die andere Flasche muss mir jetzt beistehen.

Das dämliche Duo hat mit Franco und seinen Mannen die erste Etappe der Quest erreicht: einen weisen Zauberer, der sein eigenes Kraut zieht, worauf McBride wieder sein blödes Maul aufreißen muss. Der macht es aber ganz schnell wieder zu, als er 1.) sieht, was der Zauberer für ein flossiges, abartiges Ding ist, und 2.) von seinem Bruder zu hören bekommt, dass er ihn auf den Mund küssen soll. OK, ich korrigiere: Drei Hauptthemen. Sex, Drogen und Schwule.

Die Szene geht noch weiter… aus Gründen der Vernunft blende ich den Rest der Unterhaltung besser komplett aus… Genauso wie den Abschluss dieser Szene – irgendwo ist auch mal Schluss mit Lustig! Was in dieser Szene wichtig ist: Um den Oberschurken zu erledigen, braucht man ein magisches Schwert. Sie haben fünf Tage Zeit, um es zu finden und zu benutzen – andernfalls wird das Ereignis, das diebeiden bislang meistgenutzten Worte „Samen“ und „spritzen“ in einen zusammenhängenden Satz bringt, stattfinden.

Bevor es nun weitergehen kann, muss McBride das Ritter-Equivalent der Wacken-Taufe mitmachen und das Herz eines erlegten Tieres essen. Schön, dass solche Szenen auch immer so ausführlich zelebriert werden… Inzwischen stellt sich heraus, dass die Herold-Schwuchtel in Wirklichkeit ein Agent des Oberschurken ist und den Auftrag erhält, Franco auszuliefern, während alle anderen sterben sollten. Da ich gerade im Moment sehr für den Oberschurken stimme, hoffe ich mal kühn, dass der Plan gelingt.

Nur leider beobachtet der Knappe den Herold bei seinem Gespräch mit dem Oberschurken (Magie sei Dank), und kurz scheint es, dass es den Herold schon sehr früh zerlegt. Hmmm… statt einer vernünftigen Actionszene kriegen wir allerdings etwas zu sehen, was schon bei Alan Rickman in „Dogma“ nicht besonders witzig war. Und dann die große Überraschung: Panzerhand und die anderen Ritter sind auch alle beim Bösen unter Vertrag.

Es gibt also doch eine Actionszene. Und zwar eine recht gute – hätte man die beiden Hauptdarsteller weggelassen, die sich auch hier wie die letzten Idioten benehmen. Also gibt es einen Mix aus recht ansehnlichen Stunts, ziemlich unansehnlicher Brutalität (Skalpieren für Fortgeschrittene) und überaus unanhörliche Dialoge.

Wir kommen zu einem kleinen Abendessen beim Oberschurken, wo mir drei Dinge auffallen. Erstens: Von dem Wort „schnackseln“ habe ich tatsächlich noch nie gehört. Zweitens: Der Kerl hat einen riesigen Berg Fischstäbchen auf seiner Tafel stehen. Im Mittelalter! „That’s a Lot of Fish!“ Drittens: Hat es irgendeinen besonderen Grund, dass Bella geknebelt und in Ketten mit am Tisch sitzt?

Während die Macher nebenbei noch kläglich dabei scheitern, „Herr der Ringe“ und andere richtige Fantasyfilme zu parodieren – sondern sich stattdessen nur in Ekel-Humor suhlen wie die Schweine – machen sich diese sogenannten „Helden“ auf in den Wald voller Gefahren. Und finden doch nur eine nackte Frau. Warum fühle ich mich hier an den Schundfilm „Flesh Gordon – Schande der Galaxis“ erinnert? Aber natürlich denkt McBrider (den Tippfehler lasse ich mit Absicht drin) nur mit seinem Gehänge, rennt der Frau hinterher – und tut so überrascht, dass das eine Falle ist. Tja, kein Elf, kein Aufspüren von Hinterhalten. Sind sie tot? Ist der Film vorbei?

Nein, leider nicht. *seufz* Sie landen in der Arena des Waldvolkes, wo die Frauen keine BHs tragen und selbst die fetten Männer oben ohne rumlaufen. Das verlangt nach einem Kurzen. *gluck* Der festteste und hässlichste von ihnen ist deren Anführer – da weiß man, wie bei den Leuten die Hierarchien zustande kommen. Er kündigt seinen Champion an – und auf einmal hören meine gepeinigten Ohren das süße Geschrammel von kräftigen, tiefen E-Gitarren. Also doch Rock&Roll! Ach Quatsch, das ist Heavy Metal! Mit Untermalung des bislang besten Soundtracks im Film macht Franco mit dem Champion, der zudem noch mit zwei Schwertern um sich haut, kurzen Prozess.

Der fette Anführer ist ungefähr so begeistert vom Ableben seines Champions wie Jabba der Hutt vom Tod des Rancors in „Rückkehr der Jedi-Ritter“, hat aber noch eine fiese Überraschung in petto: „Seid ihr bereit für das große Finale?“ Ja, schon seit einer geraumen Weile. Aber da der Film noch eine knappe Stunde läuft, mach mal keine Versprechungen, die du nicht halten kannst! Aber es kommt zumindest ein fünfköpfiges, Hydra-ähnliches Monstrum, das mal wieder einen Unbeteiligten erledigt, um zu zeigen, wie gefährlich die Situation ist.

Auch die gute Seite kriegt Verstärkung. Mit einem Hieb, der zeigt, was sie von der ganzen Sache hält, schlägt Natalie Portman dem Viech einen Kopf ab, macht dann kurzen Prozess mit den anderen und jagt dem fetten Häuptling nach wenigen Worten über einen Rachefeldzug einen Speer in die Wampe. Im darauf folgenden Chaos kopiert der Kameramann die Schlachtszene von „Gladiator“ – oder was er davon hält – und allen Beteiligten wird so schlecht davon, dass Portman und die „Helden“ sich aus dem Staub machen können.

Da sich langsam eine Gruppe formiert, versuchen dann die Männer, mit Portman ins Gespräch zu kommen. Und ich glaube, ihre Reaktion auf diese Annäherungsversuche ist wirklich nur teilweise gespielt. Diesen wunderschönen, astreinen „Haltet die Schnauze und lasst mich in Ruhe!“ Blick kann man nicht schauspielern – und ich fühle ganz tief mit ihr. Sie ist bislang die einzige Person im ganzen Film, die ganz offensichtlich weiß, dass sie es hier wirklich nur für Geld macht… wenn ich es mir recht überlege, klang das gerade irgendwie falsch…

Aber nein, die arme Prinzessin Amidala muss sich weiterhin mit den Flachpfeifen rumschlagen und darf sie nicht einmal umbringen. Wie weit kann wohl McBride gehen, bevor sie die Geduld verliert und ihn kastriert? Probieren wir es aus, an einem lauschigen Lagerfeuer, während die anderen zwei mit der Subtilität eines Bulldozers das Feld räumen. Aber diese ganzen Annäherungsversuche führen nur dazu, dass McBride sich verplappert, und Natalie Portman plötzlich an deren Quest ein reges Interesse zeigt, dass sogar mir mit schätzungsweise 1,2 Promille deutlich macht, dass sie und die drei Marx Brothers wohl das gleiche Ziel haben. Darauf noch einen Kurzen.

Die Flasche Met ist fast alle, und der Film fängt mit dieser nächsten Szene doch langsam an, mir zu gefallen. Besteht da vielleicht ein kausaler Zusammenhang?

Am nächsten Morgen stellen die drei Stooges fest, dass Portman mit dem Kompass angehauen ist, der ihnen das nächste Quest-Ziel anzeigt. Und zum ersten Mal wird Franco richtig sauer darüber, dass er den absolut hirnverbrannten McBride mitgeschleppt hat. Aber sie haben keine Wahl – sie ziehen weiter. Und in der Montage sieht man sie wie die neun Gefährten über Berghänge ziehen, während die verräterischen Ritter in Hoffnung auf einen ordentlichen Showdown durch den Wald reiten, der böse Zauberer irgendwelche mystischen Sachen macht und Bella für ein mittelalterliches Trällerelsen-Metal-Cover posiert.

Sie kommen dann irgendwann doch in der nächsten Ortschaft an. Und treffen dort… oh Wunder… auf Portman! Sie verrät, was wir schon lange wusste: Sie will Leezar aus Rache vernichten, denn seine Hecen haben ihre Familie auf dem Gewissen. McBrider als der doofe Hund, der er nunmal ist, verlangt den magischen Kompass zurück. Und es folgt das, worauf ich seit Beginn des Films gewartet habe: Er kriegt volles Pfund aufs Maul! Gleich nochmal zurückspulen…

In der Zwischenzeit platzen die verräterischen Ritter um Sir Ironfist mit rein, vermöbeln Franco und nehmen ihn mit. Und nach diversen Meinungsverschiedenheiten schließen sich McBride und Portman doch noch zusammen, da Portman erkennt, dass sie doch mehr gemeinsam haben. Portman hat jedoch spezielle Vorstellungen von ihrem Rachefeldzug: „Du willst ihr Fleisch als Umhang tragen, während du um ihre zuckenden Leichname herumtanzt.“ Woraufhin McBride den einzigen wirklich witzigen Satz des bisherigen Films bringt: „Kann es sein, dass die einen an der Waffel hat?“ Entweder das, oder ich bin sehr betrunken.

Mit vereinten Kräften erreichen Portman, McBride und sein idiotischer Handlanger das Labyrinth, von dem sie vom Zauberer zuvor gehört hatten. Und die Kamerafahrt will wohl die Größe des Labyrinths suggerieren – aber Longleat ist eindeutig größer und schwerer… Hier finden sie zunächst einen Minotaurus (eigentlich ein netter Kerl, wenn man ihm nicht gleich zur Begrüßung einen Pfeil in die Rippen jagt). McBride schafft es dann tatsächlich, durch Zufall das magische Schwert zu finden, nach dem sie alle suchen. Weshalb plötzlich das Labyrinth mit der Stimme von Dr. House zu ihm spricht.

Zwei Minuten später: Der Minotaurus ist wirklich ein netter Kerl… viel ZU nett! Zum Glück macht McBride ihm mit dem magischen Schwert den Garaus. Ja, plötzlich ist er ein Held. Wer’s glaubt… Da wir uns langsam dem Ende des Films nähern, bereiten wir uns also auf den Bosskampf vor. Da wird der mechanische Vogel des Bruders, den es zwischenzeitlich wohl in einen Turbulenzen zerhagelt hat, wieder flottgemacht, und einen kräftigen Barbaren, der in der Kneipenschlägerei mitwirkte, heuert man kurzerhand als Nahkämpfer an.

Allerdings… wenn jemand dem Barbaren vielleicht mal einen Namen gegeben hätte hätte er vielleicht eine etwas höhere Lebenserwartung gehabt… als nur 10 Sekunden. Das meint sogar der Knappe: „Woah. Weit hat er es nicht geschafft.“

Der Countdown beginnt, der Zauberer macht sich bereit, einen Drachen zu zeugen (und glaubt mir, ich drücke das weit formeller aus als diese Flachzangen in dem Film hier). Die Helden schaffen es jedoch, Fabious zu befreien, und in einem bedeutenden, Klischee-beladenen Moment vereinen die Brüder ihre Kräfte und machen sich bereit, gemeinsam den großen Endkampf zu bestreiten. Dauert der Portman alles ein bisschen zu lange: „Also wir könnten denn mal, wenn ihr soweit seid.“

Der Endkampf geht los. Eine ganze Burg voller niedrigklassiger NSCs wartet darauf, niedergemetzelt zu werden. Aber es gibt auch eine ganze Reihe von Bosskämpfen, und mann kann sich schon fast denken, wer gegen wen kämpft und wer alte Rechnungen zu begleichen hat. Der Knappe und der Herold machen den Anfang. Portman hat da noch was mit den Hexen zu klären. Eisenfaust und Franco machen den klassischen Schwertkampf miteinander (der dann allerdings von den letzten Worten des Sir Eisenfaust ziemlich ruiniert wird – nach dem Motto „Übrigens, ich bin schwul“).

Fehlt noch der Obermotz. Gemäß alter Rollenspiel- und Fantasy-Tradition wird der Kerl sogar noch mächtiger, als er kurz vor dem Ziel ist. Und so schleudert er die Leute links und rechts gegen die Wände – verzagt aber, als er in seinem letzten Moment gesagt bekommt, dass Franco die einzige Waffe hat, die ihn töten kann – das magische Schwert. Aber die drei Sekunden, die Franco braucht, um zuzustoßen, die hätte der Kerl auch echt sinnvoller nutzen können als für die blöden Wort „Das kann unmöglich sein…“

Ende gut, alles gut. Portman und McBride vertrage sich, die Braut Bella ist gerettet, die Hochezti wird mit großem Trara gefeiert, und McBride wedelt sich einen von der… das gehört definitiv nicht hierher. Auf jeden Fall ist nach noch ein paar schalen Witzen, einem Schlag in die Fresse aller Fantasy-Fans und etwas über 90 qualvollen Minuten die Geschichte endlich zu Ende. Auch wenn Portman und McBride beschließen, noch eine Quest anzugehen, um als Belohnung den Schlüssel für Portmans Keuschheitsgürtel zu kriegen… nicht, dass dieser Witz seit „Robin Hood – Helden in Strumpfhosen“ irgendwie vorhersehbar wäre.


Das war „Your Highness“. Und meine betrunkenen Gedanken lauten: Was sollte der Mist? Leider gibt es darauf eine sehr offensichtliche Antwort. Nach „Herr der Ringe“ und ganzen siebzehn Oscars für diese Reihe ist Fantasy immer noch im Kommen. Aber es gibt genug Leute, die keine Fantasyfilme mögen, und es gibt Leute, die überhaupt keinen Respekt davor haben. Die Macher dieser Gurke zählen definitiv zu beiden Kategorien. Wenn dem nicht so wäre, hätte ich keine 7 Seiten runtergetippt, um euch zu sagen, was ich von diesem Film halte. Echte Parodien sehen anders aus – sie sind mehr als eine Ansammlung von vorpubertärem Humor, Sex- und Schwulen-Witzen und die halbgare Veralberung von gängigen Fantasyfilm-Klischees. Das hier ist Müll. Gemacht von Leuten, die keine Ahnung haben, für Leute, die es nicht interessiert. Klar, es gibt genug Leute, die diesen Film aufgrund seines hirnlosen, schwachsinnigen Ekel-Humors lieben. Aber diese Leute sehen sich auch freiwillig „Jackass“ an.

Jetzt ist nur die alles entscheidende Frage: Gebe ich den einen einzigen Punkt meiner absoluten Tiefstwertung? Darüber muss ich scharf nachdenken – und es doch verneinen. Unter all den bescheuerten Witzen, dem unsympathischsten aller Hauptdarsteller, den Witzen für Gehirnamputierte und Kiffernasen sowie den penetranten Sex-Anspielungen gab es doch einige Szenen, die mir gefallen haben. Dazu zählen die meisten Kampfszenen, wenn nicht gerade irgendwer das Maul aufmachte. Und der eine bereits erwähnte Spruch von McBride brachte mich wirklich zum Lachen. Aber ich fürchte, das war keine Absicht…

Wie dem auch sei, mein endgültiges Fazit war zu erwarten: Bleibt weg von diesem Film“ So betrunken muss man erstmal sein, um den zu mögen, und glaubt mir, ich habe es versucht! Jeder Live-Rollenspieler und ernsthafter Vertreter von High und Low Fantasy müsste sich verpflichtet fühlen, David Gordon Green und seine gesamte Crew einen Kopf kürzer zu machen, wenn man den Film in irgendeiner Form ernst nehmen würde. Und dennoch, es gab Lichtblicke in „Die Another Day“, und es gibt sie auch hier. Daher meine endgültige Wertung:


2/10 Punkte



So, und ich gehe jetzt ins Bett!

Montag, 13. Februar 2012

"Swordmasters Mittelalter-Review" Teil 4

Heute wurde meine Ausrüstung für das kommende Live-Rollenspiel vervollständigt. Dazu war zwar ein Trip nach Hamburg nötig (bei der Gelegenheit habe ich aber auch kurz in Lübeck und Kiel vorbeigeschaut - wozu hat man denn ein SH-Ticket?), wo ich mich dann nach kurzem Weg zum Mytholon-Lagerverkauf durchgeschlagen habe. Kurz deshalb, weil ich dank Google Streetview genau wusste, wo ich hin musste - ich weiß, es gibt das schon länger, aber ich finde es unheimlich faszinierend und zugleich nützlich. Schade nur, dass zwar die Großstädte wie Hamburg oder Düsseldorf fast vollständig abgedeckt sind, aber von Kiel und Lübeck nur die Panorama-Blicke existieren. Aber wie dem auch sei, ich kam dort an - und mir sagte man, dass man eigentlich immer auf habe... außer Montags! Es waren also zwei Charisma-Würfe notwendig ("Können Sie nicht mal eine Ausnahme machen?"), damit sie mich doch bedienten. Aber es hatte sich gelohnt. Kleidung, Ausrüstung... Jetzt kann die "Rote Drachen" Con kommen.

Und auf dem Nachhauseweg - über Lübeck, wo ich mir einen Berliner mit Niederegger-Marzipan holte, und Kiel, wo ich meinem Lieblings-Laden "Sandys British Foods" einen Besuch abstattete - fiel mir gerade ein, dass ich euch eigentlich noch eine Review schulde.

Aber dazu kommen wir später.

Zunächst einmal steht ein Film aus, den ich nun auch zum zweiten Mal gesehen habe, der allerdings auch beim zweiten Hinsehen überzeugte - wenn ich auch "Ironclad" abzüglich Kameraführung besser finde. Dieser Film hat thematisch sehr viele Ähnlichkeiten mit "Ironclad" - es spielt auch in Großbritannien, es geht auch um sieben Leute, die sich durchschlagen, und der Gewaltgrad unterscheidet sich in beiden Filmen nur marginal. Auch hier wird gemetzelt, verstümmelt und abgeschlachtet, was das Zeug hält. Allerdings erwischt es hier nicht die Engländer, sondern die, die damals versuchten, auf der Insel Fuß zu fassen - die Römer.


"Centurion" (2010)

Oder auch: "'öme'! Ganz viele tote 'öme'!"

Wie jeder weiß, der Asterix gründlich gelesen hat, war es den lateinisch quasselnden Horden um Julias "Ich benenne einen Monat nach mir" Cäsar nicht genug damit, Europa zu erobern - die britischen Inseln wollten sie sich auch noch unter den Nagel reißen. Zu diesem Zweck schickten sie Legion um Legion rüber, um dort mal zu lüften. Da gab es aber welche, die mochten das nicht: die Pikten. Und so entbrannte ein Krieg, in dessen Verlauf unter anderem der Hadrianswall errichtet wurde und die römische 9. Legion auf bis heute ungeklärte Weise spurlos verschwand. Zu gerade diesem Thema entwickelt der Film seine eigene Theorie und bringt das in einem (zugegeben eher antiken als mittelalterlichen) Survival-Actionthriller unter, der an Genreklassiker wie "Beim Sterben ist jeder der Erste" erinnert - aber eben auch an "Die glorreichen Sieben".

Am Anfang lernen wie den Zenturio Dias kennen, gespielt von Michael Fassbender (der soll eine ziemlich große Nummer in UK sein, aber ich kenne ihn nicht). Sein Lager fällt einem Angriff der wütenden Pikten zum Opfer (wobei in einer ziemlich brutalen Szene sogar meinen Eltern ein Licht aufging, wozu wir LARPer die "Klowache" erfunden haben), und der Zenturio selbst wird gefangengenommen. Doch auf seiner Flucht läuft er der berühmten 9. Legion in die Arme, die gerade auf dem Weg in den Krieg ist - angeführt vom General (Dominic West - kenne ich auch nicht) und einer vom Feind übergelaufenen Späherin. Die lockt allerdings die Legion in die Falle - übrig bleiben von dem Blutbad sechs einfache Männer und der Zenturio, die sich fortan durch das ungemütliche Britannien kämpfen müssen, um in Sicherheit der römischen Garnisonen zu kommen.

Und wieder heißt es: "Wir stellen einen Trupp zusammen; mal gucken, was wir schaffen" - das Credo der Rollenspieler. In diesem Fall sind die Rollen etwas anders verteilt. Zwar haben wir den Anführer (die Haupt- und gleichzeitig Titelrolle) und zumindest einen reinen Haudrauf dabei, aber der Rest besteht aus einem Koch (der sich aber als äußerst hilfreich erweist), einen Läufer, einen Veteranen, einen Deserteur und einen Griechen, der aber nur als Ballast mitläuft. Und wenn ich es mir recht überlege, von der Charakterzeichnung alleine könnte man das von fast allen sagen. Ich mag ja seit den letzten Filmen hier arg verwöhnt sein, aber der Film nimmt sich kaum Zeit, dem Zuschauer die Figuren nahe zu bringen - von zwischenmenschlichen Beziehungen ganz zu schweigen. Zugegeben, in den meisten Actionfilmen, die hier in den obersten Punktzahlen landeten, ist das nicht anders - alleine "The Expendables" hielten sich nicht lange mit solchem Schnickschnack auf. Aber das hier ist kein reinrassiger Actionfilm, sondern fährt mehr auf der Thriller-Schiene. Und um die Charaktere kennenzulernen und mit ihnen zu zittern, dafür lässt der Film uns nicht genug Gelegenheit - die meisten von ihnen leben nicht lange genug dafür. Wo wir gerade dabei sind, da fällt mir ein weiterer Film ein, der große Ähnlichkeit mit "Centurion" besitzt: "Predator" mit Arnold Schwarzenegger. Aber selbst dieser Film - ein Schwarzenegger-Actionfilm aus den Achtzigern - hatte mehr Charakterzeichnung als unser heutiger Film.

Und er hatte mehr Action. Das hätte diesem Film allerdings nur geschadet, muss ich sagen - die Schlachtszene am Anfang und die große Schlacht der 9. Legion waren kurz, knackig und dazu da, das Ausmaß der Bedrohung deutlich zu machen. Der Rest ist Schleichen, Verstecken und hinterhältige Fallen - und für genau das wurde "Centurion" gedreht. Seine Stärke ist die Spannung, die er aufbaut - hinter jedem Baum ein Feind, an jeder Ecke kann einer draufgehen (und meistens passiert das tatsächlich). Das gelingt besonders, da die Bösen von der stummen Späherin angeführt werden, die zuvor die Legion überhaupt verraten hatte. Diese Späherin (Olga Kurylenko - die kennt man - leider - aus dem letzten Bond-Film) bekommt genau den Hintergrund und die charakterliche Tiefe, die den eigentlichen Helden in dem Film fehlt. Wenn man dann den Grund erfährt, warum sie nicht spricht, ist man als Zuschauer fast davor, sich auf ihre Seite zu schlagen. Trotzdem erfüllt einen der durchaus sehenswerte Showdown am Ende mit einer gewissen Genugtuung.

Die Action, die man zu sehen bekommt, ist ganz gut - die Kameraführung dagegen eher weniger. Es ist zwar nicht so extrem wie "Quantum of Solace" oder "Ironclad", aber man muss sich schon anstrengen, um mitzukriegen, wer jetzt eigentlich wen tötet. Das hilft allerdings auch ein bisschen, über die sehr drastische Gewltdarstellung hinweg zu sehen, die sich im Vergleich zu "Ironclad" noch etwas in Grenzen hält. Trotzdem, manche Dinge muss man einfach nicht sehen...


Mein Fazit: Spannend ist er. Auch beim zweiten Hinsehen. Freunde großer Schlachten kriegen auch etwas geboten, aber im Grunde spricht der Film diejenigen an, die ihre Freude an Survival-Thrillern haben. Wer allerdings Wert auf charakterliche Tiefe und Figuren, mit denen man sich identifizieren kann, legt, der sollte sich doch besser "Ironclad" oder den "Letzten Tempelritter" ansehen. Unbekannte Schauspieler plus blasse Charaktere - kein Wunder, dass mir keiner im Gedächtnis bleibt.


7/10 Punkte



P. S. Ich sagte es ja schon vorher - also angekündigt habe ich es - aber dieses Mal sollte es wirklich klappen: Bei nächster Gelegenheit ist "Your Highness" dran. Und der kriegt sein Fett weg!