Ihr kennt doch sicher das alte Streitgespräch: Was ist besser? Ninjas oder Piraten? Oder Cowboys? ODer doch Samurai? Ich glaube, die Macher dieses Films hatten sich da ihre eigenen Gedanken darüber gemacht und sie umzusetzen versucht. Und wenn man sich alleine die Prämisse dieses Films ansieht, dann muss man schon ein echter Vollpfosten sein, um das in den Sand zu setzen. Na ja gut, das Experiment "Indianer gegen Wikinger" von Marcus Nispel (demnächst mit der neuen "Conan"-Verfilmung am Start) war auch nicht sonderlich von Erfolg gekrönt. Aber sein Stil ist, genau wie der von Zack Snyder, gewöhnungsbedürftig.
Um ihn geht es hier ja nichtg, sondern um Sngmoo Lee. "Um wen?", werden viele zu Recht fragen. Und ich kann diese Frage auch nicht so ohne Weiteres beantworten. Sngmoo Lee ist der Regisseur von "A Warrior's Way", und laut IMDB ist das sein allererster Film. Man weiß nicht einmal, wo er herkommt (ich tippe auf Korea). Auch der Hauptdarsteller Dong-gun Jang ist in Hollywood ein unbeschriebenes Blatt, macht aber den Eindruck, er wäre ein alter Bekannter.
Doch zuerst zum Plot: Asiatischer Schwertmeister (und er ist wirklich der beste Schwertkämpfer aller Zeiten) landet im Wilden Westen. Zuvor hat er im fernen Osten einen gegnerischen Clan bis auf den letzten Mann umgebrachr. Beziehungsweise bis auf das letzte Mädchen - ein Baby, das er fortan einfach mitnimmt. Sein eigener Clan ruft "Verrat" und schickt Hundertschaften von Killern hinter ihm her, die eine Mischung aus Ninjas, Samurai, den drei "Stürmen" aus "Big Trouble in Little China" und Darth Vader sind. Angeführt von seinem alten Mentor (bei dem man sofort weiß: Er ist der Endgegner) jagen sie ihn bis in eine staubige Westernstadt, die von einem Zirkus bewohnt wird.
Dort verdingt er sich als Wäschereibetreiber, trifft auf eine Messerwerferin (Kate Bosworth, Lois Lane aus "Superman Returns"), einen alten Revolverhelden (Geoffrey Rush, vor kurzem noch Oscar-nominiert für "The King's Speech"), einen Zwerg namens 8-Ball und diverse Clowns. Irgendwann fallen dann hordenweise Banditen ein, angeführt vom Colonel (Danny Huston, die unbeliebte Drecksau in vielen Comic-Verfilmungen und Actionfilmen wie "Wolverine" und "Kampf der Titanen"). Mit dem Colonel hat die Messerwerferin noch eine Rechnung offen, der Rest ist mehr oder weniger Jeder gegen Jeden.
Und das ziemlich blutig. Eastern-Schwertkamfaction mit zahlreichen Todesopfern und Anleihen an den ganzen Anime-Quatsch trifft auf Wildwest-Romantik und böse Buben mit schweren Kanonen. Und in dieser Hinsicht hat der Film mehrere Stärken. Die erste ist sein Hauptcharakter. Der Schwertmeister metzelt sich durch zahlenmäßig weit überlegene Gegnerhorden, ohne auch nur eine Miene zu verziehen. Was bei Steven Seagal mangelnde schauspielerische Qualitäten ist, ist hier allerdings volle Absicht. Viel Inspiration erhielt der Film aber auch durch "Shang-High Noon", wo Jackie Chan ähnlich turbulent im Wilden Westen landet und sich anpassen muss. Dort war allerdings Komödie angesagt, hier regiert Action.
Denn der Film ist nicht zimperlich. Zugegeben, die Gewaltdarstellung hält sich im Vergleich zu "Kill Bill" noch in Grenzen, aber alleine der Colonel mit seinen pädophilen Neigungen verdient die "Ab 18" Wertung der FSK. Blut fließt hier trotzdem noch reichlich, und in der finalen Schlacht, wo die Samurai-Ninjas auf die Banditen treffen (fliegende Schwertkämpfer gegen Gewehre und Gatlings) läuft der Bodycount ganz schon aus dem Ruder. Und wie es sich für einen solchen Film gehört, gibt es auch einen guten "Mano a Mano" Showdown.
Nur am Ende drehen die Koreaner wieder durch. Wildes Geschneide mit dem Filmmaterial, undurchsichtige Montage, und schließlich ein nicht wirklich so zu nennendes Happy End. Mehr will ich vom Ende auch nicht verraten, aber das ist auch der einzige Grund, warum für diesen Film keine 10/10 Punkte drin sind. Der Rest war qualitativ top. Nennt mich ruhig voreingenommen, wenn es hier um einen Schwertmeister geht, aber alleine dieses Westernszenario mit entsprechenden Eastern-Elementen, einer exzellenten Nebenbesetzung, reichlich Humor und fulimanter Action - so muss ein Unterhaltungsfilm sein!
9/10 Punkte
Sein Abenteuer auf der fernen Insel ist beendet, doch die Sage geht weiter. Er muss sich nun der schwersten aller Prüfungen stellen, um zu beweisen, dass er die Feder genauso gut beherrscht wie die Klinge. Doch zwischenzeitlich rief ihn das Schicksal auf eine andere Insel, belagert von untoten Kreaturen und einer intriganten Handelsfamilie. Mehr darüber demnächst...
Sonntag, 7. August 2011
Meine neue Wohnung
Endlich geschafft! Nicht der Einzug, nicht die Eingewöhnung (die ersten zwei Monate in dieser Wohnung waren ja schon toll, abgesehen vom Putzen), auch nicht die PC-Umrüstung (noch ganz abgeschlossen ist sie ja nicht). Sondern endlich die fotografische Dokumentation. Es gibt jetzt endlich Bilder davon!

Mein Wohnzimmer. Das Herz und die Kommandozentrale meiner Wohnung, ach, meines ganzen Reichs. Hier passiert alles: Rollenspielsitzungen, Videoabende, gemütliches Beisammensein, Alkoholexzesse... den Rest könnt ihr euch denken. Wichtig ist hier: Die Sitzecke hat nahezu allen Komfort, den man hier braucht und wünscht. Der kleine Rollschrank z. B. neben der Couch beinhaltet meine Hausbar und die Süßigkeiten. Man muss also bis zum Schnaps nicht weit laufen.
Ach ja, nebenbei sieht man ja auch viel Grün, wenn man aus dem Fenster sieht. Ich wohne eigentlich am Rand einer sehr ruhigen Wohngegend, allerdings wird die Westseite dieses Ortes dominiert von der Straße, die von der Innenstadt zur Autobahn führt. Also man merkt schon, dass man hier nicht auf dem Land wohnt (abgesehen von den vier Stockwerken Höhe...)

Hier nochmal die andere Seite der Sitzecke mit auch einem der großen Vorzüge dieser Wohnung: die Tür zum Balkon. Im Grunde die Raucherlounge für meine Elotern und alle anderen nicotin-abhängigen Besucher, aber wenn man sich nach getaner Arbeit abends mit einem Gläschen Wein auf den Balkon setzt und in den Sonnenuntergang blickt... dann war es die Sache doch wert.
(Den Balkon habe ich leider vergessen zu fotografieren)

Ja, meine Wohnung ist cool - sie hat sogar Schwerter an der Wand. ;)

Das ist das typische Chaos bei mir. ICh meine, ich sitze dort jeden Tag und mache alles: Blog schreiben, Musik hören, Filme schauen, natürlich auch das ein oder andere Spiel (wer genau hinsieht, merkt meine Vorzüge bei Computerspielen recht schnell). Dahinter, so halb verborgen durch den Stuhl, der Stolz meiner Wohnung: die DVD-Sammlung. Auch wenn vielleicht Lee Majors nicht unbedingt das ist, was den größten Eindruck in dieser Sammlung hinterlassen sollte...

Zum Badezimmer muss man nicht viel sagen. Klein, aber fein. Dieser Duschvorhang war auch etwas, das ich unbedingt haben wollte (jetzt vom Motiv her, nicht allgemein).

Und hier liegt alles Lebensnotwendige. Ausnahmsweise ist die Küche mal aufgeräumt, aber die bedauernswerten Überreste meiner Petersilienzucht werden demnächst auch würdevoll bestattet.
Was noch fehlt, ist das Schlafzimmer, aber das mag ich auch ungern zeigen. Denn neben Bett und Kleiderschranbk ist der Raum als Lager und Trainingsraum konzipiert, bis ich andere Mittel und Wege gefunden habe, mein Zeug unterzubringen. Also selbst wenn ich davon ein Foto zeigen würde, viel zu sehen ist darauf nicht.
Tja, das ist sie - meine erste eigene Wohnung. Ich genieße das Leben dort richtig, gehe so gut wie nie aus, habe dort wirklich alles, was ich brauche. Und von dem Gehalt in meiner Firma, gerade bei dem Mietpreis, kann man auch wirklich gut dort leben. Besucht mich doch mal ruhig, wenn ihr wollt!
Mein Wohnzimmer. Das Herz und die Kommandozentrale meiner Wohnung, ach, meines ganzen Reichs. Hier passiert alles: Rollenspielsitzungen, Videoabende, gemütliches Beisammensein, Alkoholexzesse... den Rest könnt ihr euch denken. Wichtig ist hier: Die Sitzecke hat nahezu allen Komfort, den man hier braucht und wünscht. Der kleine Rollschrank z. B. neben der Couch beinhaltet meine Hausbar und die Süßigkeiten. Man muss also bis zum Schnaps nicht weit laufen.
Ach ja, nebenbei sieht man ja auch viel Grün, wenn man aus dem Fenster sieht. Ich wohne eigentlich am Rand einer sehr ruhigen Wohngegend, allerdings wird die Westseite dieses Ortes dominiert von der Straße, die von der Innenstadt zur Autobahn führt. Also man merkt schon, dass man hier nicht auf dem Land wohnt (abgesehen von den vier Stockwerken Höhe...)
Hier nochmal die andere Seite der Sitzecke mit auch einem der großen Vorzüge dieser Wohnung: die Tür zum Balkon. Im Grunde die Raucherlounge für meine Elotern und alle anderen nicotin-abhängigen Besucher, aber wenn man sich nach getaner Arbeit abends mit einem Gläschen Wein auf den Balkon setzt und in den Sonnenuntergang blickt... dann war es die Sache doch wert.
(Den Balkon habe ich leider vergessen zu fotografieren)
Ja, meine Wohnung ist cool - sie hat sogar Schwerter an der Wand. ;)
Das ist das typische Chaos bei mir. ICh meine, ich sitze dort jeden Tag und mache alles: Blog schreiben, Musik hören, Filme schauen, natürlich auch das ein oder andere Spiel (wer genau hinsieht, merkt meine Vorzüge bei Computerspielen recht schnell). Dahinter, so halb verborgen durch den Stuhl, der Stolz meiner Wohnung: die DVD-Sammlung. Auch wenn vielleicht Lee Majors nicht unbedingt das ist, was den größten Eindruck in dieser Sammlung hinterlassen sollte...
Zum Badezimmer muss man nicht viel sagen. Klein, aber fein. Dieser Duschvorhang war auch etwas, das ich unbedingt haben wollte (jetzt vom Motiv her, nicht allgemein).
Und hier liegt alles Lebensnotwendige. Ausnahmsweise ist die Küche mal aufgeräumt, aber die bedauernswerten Überreste meiner Petersilienzucht werden demnächst auch würdevoll bestattet.
Was noch fehlt, ist das Schlafzimmer, aber das mag ich auch ungern zeigen. Denn neben Bett und Kleiderschranbk ist der Raum als Lager und Trainingsraum konzipiert, bis ich andere Mittel und Wege gefunden habe, mein Zeug unterzubringen. Also selbst wenn ich davon ein Foto zeigen würde, viel zu sehen ist darauf nicht.
Tja, das ist sie - meine erste eigene Wohnung. Ich genieße das Leben dort richtig, gehe so gut wie nie aus, habe dort wirklich alles, was ich brauche. Und von dem Gehalt in meiner Firma, gerade bei dem Mietpreis, kann man auch wirklich gut dort leben. Besucht mich doch mal ruhig, wenn ihr wollt!
Montag, 18. Juli 2011
Review: "Source Code" (2011)
Bevor ich mich dem Film widme, dessen Kritik kürzlich per Email erbeten wurde, noch ein paar filmische Dinge, die ich vorab erwähnen möchte:
Das Sommerloch hat überall Einzug gehalten: im Beruf (wenige Anrufe in meiner Firma), in der Auswahl an fester Nahrung in meinem Kühlschrank (liegt an dem ganzen Bier und Wasser, das ich drin lagern muss) und vor allem in der Qualität der derzeitigen Filme. Der Höhepunkt für diesen Monat dürfte der (endlich!) letzte Teil der Harry-Potter-Reihe sein. Ich für meinen Teil freue mich eher auf "Green Lantern" - Trailer sieht vielversprechend aus, und immerhin hat Martin Campbell Regie geführt (ihm verdanken wir u. a. "GoldenEye" und "Casino Royale" - hoffentlich taugt das Ende dieses Mal was...) Wenn ich mir aber so anschaue, was für die nächsten Wochen an Schwachsinn angekündigt wurde ("Final Destination 5", eine weitere zum Scheitern verurteilte Verfilmung von "Captain America" sowie der vom Plot her interessante "Cowboys & Aliens" - und das sind noch die Guten!), dann kann ich nur sagen: Oje oje...
Aber nichts dürfte heranreichen an Verfilmung Nummer 837 (gefühlt) von Dumas' Klassiker "Die drei Musketiere". Dieses Mal von Paul Anderson, dem Vollhorst hinter "Resident Evil", "Mortal Combat" und "Alien vs Predator" - drei von vielen anderen Videospiel-Verfilmungen, die nur einen einzigen Vorteil haben: Sie wären noch schlimmer, hätte Uwe Boll sie fabriziert. Aber nicht viel. Und diese Torfnase macht jetzt einen Film, von dem es bereits Hunderte gibt, unter anderem der unvergessene Klassiker mit Michael York und Oliver Reed (R.i.P.) sowie die "Disney-Fassung" mit Charlie Sheen und Tim Curry (ach ja, und die bisweilen oft vergessene Martial-Arts-Fassung "The Musketeer" mit - wer spielte da eigentlich mit, außer Armin Rohde?). Was erwarte ich von diesem Film? Da Anderson es geschafft hat, ein Blutbad von einem Videospiel in eine kinderfreundliche Grütze zu verwandeln (und zwar nicht nur einmal, sondern zweimal!), wird dieser Film qualitativ auf dem gleichen Niveau sein wie der Kundenservice der Telekom. Ergo: Ein Film, den ich mir nicht einmal geschenkt ansehen möchte.
Da ja meine letzten Reviews auch wenig fruchtbar waren, was die Qualität der Filme angeht, kann ich jetzt endlich ruhigen Gewissens behaupten, dass es dort draußen noch Leute gibt, die sich bei der Produktion eines Films noch Mühe geben. Die Macher des neuen Sci-Fi-Thrillers "Source Code" gehören dazu. Zugegeben, der Regisseur und Großteile der Besetzung sind mir unbekannt (die weibliche Hauptrolle Michelle Monaghan tauchte in vielen Filmen auf, die ich schon mal gesehen habe, blieb aber nie im Gedächtnis), aber immerhin Jake Gyllenhall (von "Donnie Darko" über einen schwulen Cowboy bis hin zum Prinz von Persien - der Kerl war das) und Jeffrey Wright (aka "Felix Leiter" aus den letzten Bond-Filmen) sind mit von der Partie. Zumindest weiß man, dass man einen richtigen Film vor sich hat und keine Familienfeier mit biblischem Hintergrund (ich bin immer noch nicht über den Versuch hinweg, "Pendragon" zu sehen - dazu vielleicht später mehr).
Aber worum geht der Film. Grundsätzlich um Zeitreisen. Wobei, eigentlich eher Zeitschleifen. Na ja, im Grunde weder noch. Die Geschichte erinnert an Tony Scotts "Deja Vu", denn als Quasi-Beobachter wird Gyllenhall, ein Hubschrauberpilot, den man anscheinend mitten aus einem Einsatz geholt und in eine Kapsel gesperrt hat, für einen kurzen Zeitraum in die Vergangenheit geschickt. In den Körper eines anderen Mannes. Und zwar acht Minuten vor einer verheerenden Explosion an Bord eines Zuges. Seine Mission: Den Attentäter finden, der die Bombe gelegt hat. Wenn er stirbt, fängt er von vorne an.
Daher die anfängliche Verwirrung: Es ist im Grunde eine Technologie, die ihm Einblick in die Vergangenheit gewährt (siehe "Deja Vu"), aber es ist gleichzeitig eine Zeitschleife wie in "Täglich grüßt das Murmeltier", da er die gleichen acht Minuten immer wieder erlebt. Und irgendwann stellt er sich die Frage, ob er tatsächlich nur Beobachter ist oder ob er das Schicksal des Zuges (und damit sein eigenes) tatsächlich ändern kann.
Was ich dem Film an dieser Stelle zugute halten muss: Er ist in dieser Hinsicht unkonventionell. Zwar ist die Suche nach dem Attentäter bereits nach einer Stunde vorbei (jedenfalls so schnell, dass man sich als Zuschauer ein bisschen verraten vorkommt), aber wenn sich der Film dann langsam von dem psychologischen Dilemma der Hauptfigur auf die Frage nach der Natur des Zeitsprungs - was ist möglich, wie funktioniert es - konzentriert und dann noch offenbart, was uns die Macher die ganze Zeit verschwiegen haben - dann erhält man ein sehr überraschendes Ende. Das alles hängt aber auch damit zusammen, dass man als Zuschauer eigentlich nicht mehr weiß als die Hauptfigur selbst. Und die arbeitet auf einer reinen "Need-to-know"-Basis.
Wobei ich mir allerdings ein wenig mehr Action gewünscht hätte. Die effektvolle Explosion des Zuges, die man ja (logischerweise) mehrmals sieht, weist ja recht früh auf einen actionreichen Sci-Fi-Thriller hin. Aber im Gegensatz zu "Deja Vu" gibt es hier keinen echten Showdown, keinen packenden Zweikampf, nicht einmal eine zünftige Schießerei. Zugegeben, der Film will auch mehr die Sci-Fi-Seite seiner Geschichte ausspielen, aber gerade der Anfang war so packend inszeniert, dass man sich dann ein wenig männerfreundlicheres Material am Schluss gewünscht hätte.
Ganz nebenbei, die Liebesgeschichte mit Michelle Monaghan, die in den Film eingeprügelt wurde - so unkonventionell die Umstände auch sein mögen, ich hätte trotzdem darauf verzichten können. Mehr muss ich dazu wohl nicht sagen.
Es bleibt unterm Strich ein Sci-Fi-Film über Zeitreise, Zeitphänomene, eine terroristische Bedrohung und das moralische Dilemma über Richtig und Falsch. Und das packend inszeniert, ungewöhnlich, aber originell und spannend bis zum Schluss. Zumindest, wenn man sich damit anfreunden kann, dass es hier nicht in erster Linie um das altbewährte "Gut gegen Böse" geht, sondern um mehr als das. Anspruchsvoll, aber packend von Anfang bis Ende - und durchaus einen zweiten Blick wert.
8/10 Punkte
P. S. Bevor Missverständnisse aufkommen: Das mit "endlich" in Bezug auf Harry Potter rührt nicht daher, dass ich sehnlichst darauf gewartet habe, sondern daher, dass ich in Zukunft von diesem dämlichen Kram endlich verschont bleibe...
Das Sommerloch hat überall Einzug gehalten: im Beruf (wenige Anrufe in meiner Firma), in der Auswahl an fester Nahrung in meinem Kühlschrank (liegt an dem ganzen Bier und Wasser, das ich drin lagern muss) und vor allem in der Qualität der derzeitigen Filme. Der Höhepunkt für diesen Monat dürfte der (endlich!) letzte Teil der Harry-Potter-Reihe sein. Ich für meinen Teil freue mich eher auf "Green Lantern" - Trailer sieht vielversprechend aus, und immerhin hat Martin Campbell Regie geführt (ihm verdanken wir u. a. "GoldenEye" und "Casino Royale" - hoffentlich taugt das Ende dieses Mal was...) Wenn ich mir aber so anschaue, was für die nächsten Wochen an Schwachsinn angekündigt wurde ("Final Destination 5", eine weitere zum Scheitern verurteilte Verfilmung von "Captain America" sowie der vom Plot her interessante "Cowboys & Aliens" - und das sind noch die Guten!), dann kann ich nur sagen: Oje oje...
Aber nichts dürfte heranreichen an Verfilmung Nummer 837 (gefühlt) von Dumas' Klassiker "Die drei Musketiere". Dieses Mal von Paul Anderson, dem Vollhorst hinter "Resident Evil", "Mortal Combat" und "Alien vs Predator" - drei von vielen anderen Videospiel-Verfilmungen, die nur einen einzigen Vorteil haben: Sie wären noch schlimmer, hätte Uwe Boll sie fabriziert. Aber nicht viel. Und diese Torfnase macht jetzt einen Film, von dem es bereits Hunderte gibt, unter anderem der unvergessene Klassiker mit Michael York und Oliver Reed (R.i.P.) sowie die "Disney-Fassung" mit Charlie Sheen und Tim Curry (ach ja, und die bisweilen oft vergessene Martial-Arts-Fassung "The Musketeer" mit - wer spielte da eigentlich mit, außer Armin Rohde?). Was erwarte ich von diesem Film? Da Anderson es geschafft hat, ein Blutbad von einem Videospiel in eine kinderfreundliche Grütze zu verwandeln (und zwar nicht nur einmal, sondern zweimal!), wird dieser Film qualitativ auf dem gleichen Niveau sein wie der Kundenservice der Telekom. Ergo: Ein Film, den ich mir nicht einmal geschenkt ansehen möchte.
Da ja meine letzten Reviews auch wenig fruchtbar waren, was die Qualität der Filme angeht, kann ich jetzt endlich ruhigen Gewissens behaupten, dass es dort draußen noch Leute gibt, die sich bei der Produktion eines Films noch Mühe geben. Die Macher des neuen Sci-Fi-Thrillers "Source Code" gehören dazu. Zugegeben, der Regisseur und Großteile der Besetzung sind mir unbekannt (die weibliche Hauptrolle Michelle Monaghan tauchte in vielen Filmen auf, die ich schon mal gesehen habe, blieb aber nie im Gedächtnis), aber immerhin Jake Gyllenhall (von "Donnie Darko" über einen schwulen Cowboy bis hin zum Prinz von Persien - der Kerl war das) und Jeffrey Wright (aka "Felix Leiter" aus den letzten Bond-Filmen) sind mit von der Partie. Zumindest weiß man, dass man einen richtigen Film vor sich hat und keine Familienfeier mit biblischem Hintergrund (ich bin immer noch nicht über den Versuch hinweg, "Pendragon" zu sehen - dazu vielleicht später mehr).
Aber worum geht der Film. Grundsätzlich um Zeitreisen. Wobei, eigentlich eher Zeitschleifen. Na ja, im Grunde weder noch. Die Geschichte erinnert an Tony Scotts "Deja Vu", denn als Quasi-Beobachter wird Gyllenhall, ein Hubschrauberpilot, den man anscheinend mitten aus einem Einsatz geholt und in eine Kapsel gesperrt hat, für einen kurzen Zeitraum in die Vergangenheit geschickt. In den Körper eines anderen Mannes. Und zwar acht Minuten vor einer verheerenden Explosion an Bord eines Zuges. Seine Mission: Den Attentäter finden, der die Bombe gelegt hat. Wenn er stirbt, fängt er von vorne an.
Daher die anfängliche Verwirrung: Es ist im Grunde eine Technologie, die ihm Einblick in die Vergangenheit gewährt (siehe "Deja Vu"), aber es ist gleichzeitig eine Zeitschleife wie in "Täglich grüßt das Murmeltier", da er die gleichen acht Minuten immer wieder erlebt. Und irgendwann stellt er sich die Frage, ob er tatsächlich nur Beobachter ist oder ob er das Schicksal des Zuges (und damit sein eigenes) tatsächlich ändern kann.
Was ich dem Film an dieser Stelle zugute halten muss: Er ist in dieser Hinsicht unkonventionell. Zwar ist die Suche nach dem Attentäter bereits nach einer Stunde vorbei (jedenfalls so schnell, dass man sich als Zuschauer ein bisschen verraten vorkommt), aber wenn sich der Film dann langsam von dem psychologischen Dilemma der Hauptfigur auf die Frage nach der Natur des Zeitsprungs - was ist möglich, wie funktioniert es - konzentriert und dann noch offenbart, was uns die Macher die ganze Zeit verschwiegen haben - dann erhält man ein sehr überraschendes Ende. Das alles hängt aber auch damit zusammen, dass man als Zuschauer eigentlich nicht mehr weiß als die Hauptfigur selbst. Und die arbeitet auf einer reinen "Need-to-know"-Basis.
Wobei ich mir allerdings ein wenig mehr Action gewünscht hätte. Die effektvolle Explosion des Zuges, die man ja (logischerweise) mehrmals sieht, weist ja recht früh auf einen actionreichen Sci-Fi-Thriller hin. Aber im Gegensatz zu "Deja Vu" gibt es hier keinen echten Showdown, keinen packenden Zweikampf, nicht einmal eine zünftige Schießerei. Zugegeben, der Film will auch mehr die Sci-Fi-Seite seiner Geschichte ausspielen, aber gerade der Anfang war so packend inszeniert, dass man sich dann ein wenig männerfreundlicheres Material am Schluss gewünscht hätte.
Ganz nebenbei, die Liebesgeschichte mit Michelle Monaghan, die in den Film eingeprügelt wurde - so unkonventionell die Umstände auch sein mögen, ich hätte trotzdem darauf verzichten können. Mehr muss ich dazu wohl nicht sagen.
Es bleibt unterm Strich ein Sci-Fi-Film über Zeitreise, Zeitphänomene, eine terroristische Bedrohung und das moralische Dilemma über Richtig und Falsch. Und das packend inszeniert, ungewöhnlich, aber originell und spannend bis zum Schluss. Zumindest, wenn man sich damit anfreunden kann, dass es hier nicht in erster Linie um das altbewährte "Gut gegen Böse" geht, sondern um mehr als das. Anspruchsvoll, aber packend von Anfang bis Ende - und durchaus einen zweiten Blick wert.
8/10 Punkte
P. S. Bevor Missverständnisse aufkommen: Das mit "endlich" in Bezug auf Harry Potter rührt nicht daher, dass ich sehnlichst darauf gewartet habe, sondern daher, dass ich in Zukunft von diesem dämlichen Kram endlich verschont bleibe...
Samstag, 2. Juli 2011
Review: "Scre4m" (2011)
Zwei durchschnittliche, ein unterdurchschnittlicher Film... kann ich denn jetzt endlich mal wieder einen guten Film sehen? Ich meine, einen wirklich guten Film? Na gut, dann geben wir dem vierten Teil von Wes Cravens "Scream"-Reihe mal eine Chance. Vielleicht haben wir endlich mal eine Wertung im obersten Viertel.
Tja, nach zwanzig Minuten wusste ich allerdings schon: Der isses nicht...
Ich mag Wes Craven. Die "Nightmare on Elm Street" Filme, "Red Eye", seine Mitwirkung an "Wishmaster", auch der ziemlich schwachsinnige "Shocker" - das sind alles Filme, bei denen ich mich blendend unterhalten gefühlt habe. (Nebenbei, "Vampire in Brooklyn" sehe ich mal als Ausrutscher.) Und ich mag die "Scream"-Filme. Die Seitenhiebe auf Horrorfilm-Klischees, das immer effektvolle Thriller-Ende, die Charaktere, die allgemeinen Filmanspielungen - das macht mir alles Spaß. Und wie in jedem guten Horror- bzw. Slasherfilm kriegt der Böse am Schluss kräftig in die Schnauze. (SPOILER: Eigentlich sind es DIE Bösen...) Selbst "Scream 3", in den Augen vieler Fans der schlechteste Film und eigentlich der Verrat an der ganzen Reihe, hatte für mich noch sehr hohen Unterhaltungswert.
Jetzt machte Wes Craven "Scre4m", den vierten Teil der Reihe. Kann eigentlich nicht schaden, denn er weiß normalerweise, was er tut. Ja, denkt man. Aber bedenken sollte man Folgendes: Der erste Teil war originell. Der zweite zog die Klischees von Fortsetzungen durch den Kakao, der dritte die Klischees von Trilogien. Was bleibt für Teil 4 übrig? Ich sage es euch: Überflüssige Nachklapps, sogenannte "Reboots", also Filme, bei denen die Macher sich nicht zwischen Remake, billiger Kopie und Fortsetzung entscheiden konnten und daher gleich alles drei in einen Film prügeln. Warum sie nicht gleich den ganzen Schritt gemacht haben, ein Prequel zu drehen (der allererste Woodsborough-Mord von Sidney Prescotts Mutter) - tja, das weiß nur Hitchcock allein.
Der Film fängt damit an, sich über Filme lustig zu machen, die sich über Filme lustig machen, die sich über Filme lustig machen, deren Prämisse seit den Neunzigern völlig überholt ist. Film im Film im Film... kennen wir schon! Und alte Scream-Regel: Die ersten auf dem Schirm sind die ersten, die sterben. Nichts Neues, weitergehen! Dann die drei "Alten": Neve Campbell als Sidney Prescott verkauft ihre Lebensgeschichte; Courtney Cox Arquette und David Arquette sind nun auch im Film verheiratet, er ist sogar der Sheriff von Woodsborough. Aber wir kriegen ja auch ein paar neue Gesichter zu sehen. Frischfleisch für die Schnetzelmaschine, sage ich da nur...
Damit geht auch das große Problem einher, das schon der dritte Film hatte: Von den vielen neuen Charakteren, die in diesem Film auftauchen, sind wahrscheinlich zwei die Mörder, der Rest sind bedauernswerte Opfer. Und genau wie im dritten Film geht es einem hier echt hinten vorbei, wer zu welcher Kategorie gehört, denn: Man kann sie kaum auseinanderhalten. Alles die gleichen degenerierten Kackbratzen, die ohne Handy, Twitter und Videoblogging nicht mehr leben können und ihr ganzes Leben auf irgendwelchen Internetseiten präsentieren müssen (bevor hier einer sagt "Eigentor!": Ich präsentiere nicht mein GANZES Leben, sondern nur sorgfältig ausgewählte Ausschnitte). Aber da der Film wirklich auf Krampf versucht, originell zu sein, geht dieses Mal die Auflösung in eine Richtung, in der sich die Reihe nie zuvor bewegt hat. Aber da man das als Kinogänger schon erwartet, bleiben ja nicht viele Möglichkeiten, wer denn der Böse sein könnte. Zugegeben, manche mag es überraschen. Ich an dieser Stelle dachte gar nicht darüber nach, sondern siebte einfach nur aus, wer denn am Ende überlebt.
Und das größte Problem dieses Films ist eben auch die Spannung. Ursprünglich sollte es ein Horrorfilm sein (genauer: ein Slasherfilm). Gemordet und gemetzelt wird hier viel, aber sonst? Die Schockeffekte kennt man, den Spannungsaufbau haben wir vor zehn Jahren in dieser Form gesehen, und außerdem ist der Film ganz offensichtlich ab 16. Und so sehr ich zeitgemäße Popkultur-Anspielungen mag, in diesem Film sind sie einfach nur nervig. Wenn sie Dialoge führen, die in dieser Form schon vor fünfzehn Jahren im ersten "Scream" vorkamen und einen spüren lassen, wie öde diese ewigen Wiederholungen nur mit anderen Themen sind, dann ist das nicht gespielt, sondern wirklich öde! Da haben Craven und seine Leute sich selber ein Bein gestellt.
Aber es ist ja wohl klar, wem wir einen solchen Stuss zu verdanken haben: den Produzenten. Diesen Geldsäcken, die eine erfolgreiche Reihe bis zum letzten Tropfen melken müssen, um auch nur das kleinste bisschen Geld aus den Kinobesuchern zu pressen. Und da ist die "Scream"-Reihe nicht die einzige. Ich sage nur "Indiana Jones" (Teil 4? Also wirklich!). Besseres Beispiel "Highlander" (denn davon hätte niemals eine REIHE existieren dürfen - mal ehrlich, was ist an dem Satz "Es kann nur Einen geben" so schwer zu verstehen?). Und dabei wussten sie ganz genau: "Scream 4" ist genau die Art von Film, über die der Film eigentlich herziehen will. Eine überflüssige Fortsetzung zu einer längst abgeschlossenen Reihe, also ohne jegliche Existenzberechtigung und nur dazu da, Geld zu machen.
Allerdings muss ich mir auch die Frage stellen: Was habe ich eigentlich erwartet? Nun gut, für einen Film von Wes Craven war er schwach, hatte aber seine Momente. Wenn Courteney Cox in alter Tradition das Miststück raushängen lässt und dann hinterher grinst "Ich kanns noch", ist das schon amüsant. Aber dann macht eine Komödie draus, keinen Horrorfilm. Wobei, "Horror" ist zuviel gesagt. Thriller, ja. Aber kein wirklich guter. Und das Ende soll ja wohl eher in Richtung Mediensatire gehen - da muss ich sagen, das hat mich wirklich tierisch genervt.
Fazit: Zeitverschwendung. Fans von "Scream" sollten lieber Teil 1 und 2 gucken, von mir aus auch Teil 3. Fans von Splatterfilmen rate ich auch dazu, lieber Wes Cravens frühere Werke aufzulegen (oder auch "Halloween" von John Carpenter). Wirklich beinharte Fans der Reihe würden, wenn sie einen Blick riskierten, den Kopf schütteln und abschalten. Also wem kann ich den Film empfehlen? Im Grunde niemandem. Nicht einmal den absoluten Trash-Fans, denn so schlecht ist der Film doch nicht. Nur eine seelenlose, standardisierte, aufgewärmte und auf das heutige Publikum getrimmte Aneinanderreihung von Klischees und Messermorden. Wenn man also einen Film sucht, dem ich eine Wertung von 8 oder höher geben soll: Tja, der isses nicht.
5/10 Punkte
Tja, nach zwanzig Minuten wusste ich allerdings schon: Der isses nicht...
Ich mag Wes Craven. Die "Nightmare on Elm Street" Filme, "Red Eye", seine Mitwirkung an "Wishmaster", auch der ziemlich schwachsinnige "Shocker" - das sind alles Filme, bei denen ich mich blendend unterhalten gefühlt habe. (Nebenbei, "Vampire in Brooklyn" sehe ich mal als Ausrutscher.) Und ich mag die "Scream"-Filme. Die Seitenhiebe auf Horrorfilm-Klischees, das immer effektvolle Thriller-Ende, die Charaktere, die allgemeinen Filmanspielungen - das macht mir alles Spaß. Und wie in jedem guten Horror- bzw. Slasherfilm kriegt der Böse am Schluss kräftig in die Schnauze. (SPOILER: Eigentlich sind es DIE Bösen...) Selbst "Scream 3", in den Augen vieler Fans der schlechteste Film und eigentlich der Verrat an der ganzen Reihe, hatte für mich noch sehr hohen Unterhaltungswert.
Jetzt machte Wes Craven "Scre4m", den vierten Teil der Reihe. Kann eigentlich nicht schaden, denn er weiß normalerweise, was er tut. Ja, denkt man. Aber bedenken sollte man Folgendes: Der erste Teil war originell. Der zweite zog die Klischees von Fortsetzungen durch den Kakao, der dritte die Klischees von Trilogien. Was bleibt für Teil 4 übrig? Ich sage es euch: Überflüssige Nachklapps, sogenannte "Reboots", also Filme, bei denen die Macher sich nicht zwischen Remake, billiger Kopie und Fortsetzung entscheiden konnten und daher gleich alles drei in einen Film prügeln. Warum sie nicht gleich den ganzen Schritt gemacht haben, ein Prequel zu drehen (der allererste Woodsborough-Mord von Sidney Prescotts Mutter) - tja, das weiß nur Hitchcock allein.
Der Film fängt damit an, sich über Filme lustig zu machen, die sich über Filme lustig machen, die sich über Filme lustig machen, deren Prämisse seit den Neunzigern völlig überholt ist. Film im Film im Film... kennen wir schon! Und alte Scream-Regel: Die ersten auf dem Schirm sind die ersten, die sterben. Nichts Neues, weitergehen! Dann die drei "Alten": Neve Campbell als Sidney Prescott verkauft ihre Lebensgeschichte; Courtney Cox Arquette und David Arquette sind nun auch im Film verheiratet, er ist sogar der Sheriff von Woodsborough. Aber wir kriegen ja auch ein paar neue Gesichter zu sehen. Frischfleisch für die Schnetzelmaschine, sage ich da nur...
Damit geht auch das große Problem einher, das schon der dritte Film hatte: Von den vielen neuen Charakteren, die in diesem Film auftauchen, sind wahrscheinlich zwei die Mörder, der Rest sind bedauernswerte Opfer. Und genau wie im dritten Film geht es einem hier echt hinten vorbei, wer zu welcher Kategorie gehört, denn: Man kann sie kaum auseinanderhalten. Alles die gleichen degenerierten Kackbratzen, die ohne Handy, Twitter und Videoblogging nicht mehr leben können und ihr ganzes Leben auf irgendwelchen Internetseiten präsentieren müssen (bevor hier einer sagt "Eigentor!": Ich präsentiere nicht mein GANZES Leben, sondern nur sorgfältig ausgewählte Ausschnitte). Aber da der Film wirklich auf Krampf versucht, originell zu sein, geht dieses Mal die Auflösung in eine Richtung, in der sich die Reihe nie zuvor bewegt hat. Aber da man das als Kinogänger schon erwartet, bleiben ja nicht viele Möglichkeiten, wer denn der Böse sein könnte. Zugegeben, manche mag es überraschen. Ich an dieser Stelle dachte gar nicht darüber nach, sondern siebte einfach nur aus, wer denn am Ende überlebt.
Und das größte Problem dieses Films ist eben auch die Spannung. Ursprünglich sollte es ein Horrorfilm sein (genauer: ein Slasherfilm). Gemordet und gemetzelt wird hier viel, aber sonst? Die Schockeffekte kennt man, den Spannungsaufbau haben wir vor zehn Jahren in dieser Form gesehen, und außerdem ist der Film ganz offensichtlich ab 16. Und so sehr ich zeitgemäße Popkultur-Anspielungen mag, in diesem Film sind sie einfach nur nervig. Wenn sie Dialoge führen, die in dieser Form schon vor fünfzehn Jahren im ersten "Scream" vorkamen und einen spüren lassen, wie öde diese ewigen Wiederholungen nur mit anderen Themen sind, dann ist das nicht gespielt, sondern wirklich öde! Da haben Craven und seine Leute sich selber ein Bein gestellt.
Aber es ist ja wohl klar, wem wir einen solchen Stuss zu verdanken haben: den Produzenten. Diesen Geldsäcken, die eine erfolgreiche Reihe bis zum letzten Tropfen melken müssen, um auch nur das kleinste bisschen Geld aus den Kinobesuchern zu pressen. Und da ist die "Scream"-Reihe nicht die einzige. Ich sage nur "Indiana Jones" (Teil 4? Also wirklich!). Besseres Beispiel "Highlander" (denn davon hätte niemals eine REIHE existieren dürfen - mal ehrlich, was ist an dem Satz "Es kann nur Einen geben" so schwer zu verstehen?). Und dabei wussten sie ganz genau: "Scream 4" ist genau die Art von Film, über die der Film eigentlich herziehen will. Eine überflüssige Fortsetzung zu einer längst abgeschlossenen Reihe, also ohne jegliche Existenzberechtigung und nur dazu da, Geld zu machen.
Allerdings muss ich mir auch die Frage stellen: Was habe ich eigentlich erwartet? Nun gut, für einen Film von Wes Craven war er schwach, hatte aber seine Momente. Wenn Courteney Cox in alter Tradition das Miststück raushängen lässt und dann hinterher grinst "Ich kanns noch", ist das schon amüsant. Aber dann macht eine Komödie draus, keinen Horrorfilm. Wobei, "Horror" ist zuviel gesagt. Thriller, ja. Aber kein wirklich guter. Und das Ende soll ja wohl eher in Richtung Mediensatire gehen - da muss ich sagen, das hat mich wirklich tierisch genervt.
Fazit: Zeitverschwendung. Fans von "Scream" sollten lieber Teil 1 und 2 gucken, von mir aus auch Teil 3. Fans von Splatterfilmen rate ich auch dazu, lieber Wes Cravens frühere Werke aufzulegen (oder auch "Halloween" von John Carpenter). Wirklich beinharte Fans der Reihe würden, wenn sie einen Blick riskierten, den Kopf schütteln und abschalten. Also wem kann ich den Film empfehlen? Im Grunde niemandem. Nicht einmal den absoluten Trash-Fans, denn so schlecht ist der Film doch nicht. Nur eine seelenlose, standardisierte, aufgewärmte und auf das heutige Publikum getrimmte Aneinanderreihung von Klischees und Messermorden. Wenn man also einen Film sucht, dem ich eine Wertung von 8 oder höher geben soll: Tja, der isses nicht.
5/10 Punkte
Dienstag, 28. Juni 2011
Review: "Sucker Punch" (2011)
Ich war schon länger auf diesen Film gespannt, seitdem ich den Trailer gesehen hatte. Jetzt bin ich endlich dazu gekommen, ihn mir anzusehen. Zuvor noch einige Worte:
Zack Snyder, ein Regisseur, der zu zweifelhafter Beliebtheit gekommen ist, nachdem er den Film "300" gedreht hatte. Sicher, der Film ist beeindruckend, vor allem die in einem einzigen Take gedrehte Schlachtszene in der Mitte des Films. Aber dennoch, "300" ist wahrlich kein Meisterwerk - vielmehr eine Auslebung von Gewaltphantasien, dargestellt durch blankes Gemetzel in düsteren Farben und vollkommen überzeichnete Charaktere (besonders Gerard Butler, den ich erst später in normalen Rollen sehen konnte, und Lena Headey, die ich seitdem auch nicht ausstehen kann). Grob zusammengefasst: Viele Tote, wenig Story - kein Problem. Aber düster-schmutzige Atmosphäre und ein völlig unbefriedigendes Ende - das muss nicht sein.
Bei "Watchmen - Die Wächter" scheint er es laut der Meinung vieler Bekannter nicht besser gemacht zu haben. Den habe ich mir bislang auch gespart. Aber von "Sucker Punch" habe ich mir viel erhofft. Mal schauen, was daraus wurde:
Atmosphäre ist typisch Zack Snyder, also genau wie in "300" alles düster, grau und unansehnlich von Anfang bis Ende. Die Hauptrolle, ein junges Mädchen, hat keinen Namen, wird aber ab dem ersten Drittel des Films "Baby Doll" genannt. Sie wird von ihrem Stiefvater, einer richtig miesen Drecksau, ins Irrenhaus eingeliefert, nachdem er (!!) ihre kleine Schwester umgebracht hat und die Mutter ganz am Anfang unter ungeklärten Umständen verstarb. Das Irrenhaus selber entpuppt sich als vom Chefarzt betriebener Nachtclub / Bordell, wo die eingelieferten Mädchen für die Gäste tanzen sollen.
Fahrt nimmt der Film auf, als Baby Doll zum ersten Mal tanzt und sich dadurch in eine Traumwelt bewegt, in der sie einen weisen alten Mann (Scott Glenn, bekannt aus "Silverado", "Jagd auf Roter Oktober" und "Backdraft") und drei ÜBERgroße Krieger trifft, denen sie erst einmal mit Schwert und Pistole den Garaus macht. Dass sie nebenbei in der realen Welt anscheinend einen sehr hypnotischen Tanz hinlegt, wollen sich dann alle zunutze machen. Zu ihrer Flucht aus dem Irrenhaus braucht sie dann fünf Gegenstände - alle in der realen Welt, aber in jeder Tanz-Sequenz gehen sie und vier Begleiterinnen auf regelrechte Quests, um diese Gegenstände zu beschaffen.
Und da geht die Post ab! Ähnlich wie in einem Computerspiel kämpfen sich die fünf Mädels durch verschiedene Level - einmal im ersten Weltkrieg gegen deutsche Zombies, dann durch Mordor beim Angriff auf Saurons Festung, dann durch einen Zug voller laserbewehrter Kampfroboter. Diese Szenen machen am Meisten Spaß und sind auch der Grund, weshalb ich diesen Film überhaupt sehen wollte. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte ist: Diese Szenen machen knapp 25 Prozent des Films aus. Der Rest ist... na ja...
Zur Atmosphäre kommen dann nämlich noch die Charaktere. Ich weiß ja, Verallgemeinerungen sind generell scheiße, aber der Meinung scheint Zack Snyder nicht zu sein: Jeder Mann in diesem Film ist ein perverses, sadistisches Schwein. Die einzig Guten sind die fünf Mädchen und ihre Therapeutin, eine Polin mit starkem Akzent, die allerdings auch irgendwo nicht ganz richtig ist. Ausnahme von der Regel bildet Scott Glenn, aber der ist sowieso nur ein Produkt der Phantasie. Trotzdem, von den meisten männlichen Rollen wünscht man sich, dass sie richtig viel aufs Maul kriegen, was allerdings nie passiert.
Aufs Maul verdienen eigentlich auch die Soundtrack-Leute. Die meisten Songs passen zwar zu dieser deprimierenden Atmosphäre, aber sind ganz schön nervig (dieses Cover von Annie Lennox ganz am Anfang reicht schon völlig). Den Vogel schießt allerdings das Rap-Medley von Queen-Songs ab, in der Mitte des Films - man hört sogar noch Freddy Mercury teilweise, dann wird er übertönt von dieser Flachbirne von HipHopper, der einfach seine Songs kopiert. Deftigen Punktabzug alleine dafür.
Aber am Meisten stört mich - neben den bisher genannten Dingen - das Ende. Der Film hat schon ohnehin wenig Potenzial in den 75 Prozent, die in dieser düsteren Realität spielen, aber wie das Ganze ausgeht, hat mich wirklich schwer enttäuscht. An sich soll es kein Happy End sein, denke ich mir - aber für Hollywood noch einmal was rangehängt, damit die Zuschauer sich nicht gleich vollkommen allein gelassen fühlen. Aber wie es zustande gekommen ist - soll ich spoilern? Ich lasse es lieber. Aber seid gewarnt, es ist nicht nur runterziehend, sondern auch vollkommen unlogisch.
Wie kann man einen Film mit einer so guten Prämisse nur so vollkommen in den Sand setzen? So ein Kunstfilmer wie Zack Snyder schafft es mit Leichtigkeit. Vor allem, wenn er seine eigenen psychischen Störungen in Filme verwandeln muss (seine Phantasien von Gemetzeln, Vergewaltigungen, Missbrauch sollte er mal behandeln lassen...) Zugegeben, handwerklich ist der Film nicht schlecht, und wer eine solche Atmosphäre mag (und es gibt Leute, die darauf stehen), dann wird er auch gut bedient. Es ist auch kein schlechter Film, aber ich persönlich mag ihn überhaupt nicht. Ich hatte auf einen Unterhaltungsfilm gehofft - jetzt muss ich mir noch was anschauen, um wieder gute Laune zu kriegen. Und das war ja wohl nicht Sinn der Sache.
4/10 Punkte
Zack Snyder, ein Regisseur, der zu zweifelhafter Beliebtheit gekommen ist, nachdem er den Film "300" gedreht hatte. Sicher, der Film ist beeindruckend, vor allem die in einem einzigen Take gedrehte Schlachtszene in der Mitte des Films. Aber dennoch, "300" ist wahrlich kein Meisterwerk - vielmehr eine Auslebung von Gewaltphantasien, dargestellt durch blankes Gemetzel in düsteren Farben und vollkommen überzeichnete Charaktere (besonders Gerard Butler, den ich erst später in normalen Rollen sehen konnte, und Lena Headey, die ich seitdem auch nicht ausstehen kann). Grob zusammengefasst: Viele Tote, wenig Story - kein Problem. Aber düster-schmutzige Atmosphäre und ein völlig unbefriedigendes Ende - das muss nicht sein.
Bei "Watchmen - Die Wächter" scheint er es laut der Meinung vieler Bekannter nicht besser gemacht zu haben. Den habe ich mir bislang auch gespart. Aber von "Sucker Punch" habe ich mir viel erhofft. Mal schauen, was daraus wurde:
Atmosphäre ist typisch Zack Snyder, also genau wie in "300" alles düster, grau und unansehnlich von Anfang bis Ende. Die Hauptrolle, ein junges Mädchen, hat keinen Namen, wird aber ab dem ersten Drittel des Films "Baby Doll" genannt. Sie wird von ihrem Stiefvater, einer richtig miesen Drecksau, ins Irrenhaus eingeliefert, nachdem er (!!) ihre kleine Schwester umgebracht hat und die Mutter ganz am Anfang unter ungeklärten Umständen verstarb. Das Irrenhaus selber entpuppt sich als vom Chefarzt betriebener Nachtclub / Bordell, wo die eingelieferten Mädchen für die Gäste tanzen sollen.
Fahrt nimmt der Film auf, als Baby Doll zum ersten Mal tanzt und sich dadurch in eine Traumwelt bewegt, in der sie einen weisen alten Mann (Scott Glenn, bekannt aus "Silverado", "Jagd auf Roter Oktober" und "Backdraft") und drei ÜBERgroße Krieger trifft, denen sie erst einmal mit Schwert und Pistole den Garaus macht. Dass sie nebenbei in der realen Welt anscheinend einen sehr hypnotischen Tanz hinlegt, wollen sich dann alle zunutze machen. Zu ihrer Flucht aus dem Irrenhaus braucht sie dann fünf Gegenstände - alle in der realen Welt, aber in jeder Tanz-Sequenz gehen sie und vier Begleiterinnen auf regelrechte Quests, um diese Gegenstände zu beschaffen.
Und da geht die Post ab! Ähnlich wie in einem Computerspiel kämpfen sich die fünf Mädels durch verschiedene Level - einmal im ersten Weltkrieg gegen deutsche Zombies, dann durch Mordor beim Angriff auf Saurons Festung, dann durch einen Zug voller laserbewehrter Kampfroboter. Diese Szenen machen am Meisten Spaß und sind auch der Grund, weshalb ich diesen Film überhaupt sehen wollte. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte ist: Diese Szenen machen knapp 25 Prozent des Films aus. Der Rest ist... na ja...
Zur Atmosphäre kommen dann nämlich noch die Charaktere. Ich weiß ja, Verallgemeinerungen sind generell scheiße, aber der Meinung scheint Zack Snyder nicht zu sein: Jeder Mann in diesem Film ist ein perverses, sadistisches Schwein. Die einzig Guten sind die fünf Mädchen und ihre Therapeutin, eine Polin mit starkem Akzent, die allerdings auch irgendwo nicht ganz richtig ist. Ausnahme von der Regel bildet Scott Glenn, aber der ist sowieso nur ein Produkt der Phantasie. Trotzdem, von den meisten männlichen Rollen wünscht man sich, dass sie richtig viel aufs Maul kriegen, was allerdings nie passiert.
Aufs Maul verdienen eigentlich auch die Soundtrack-Leute. Die meisten Songs passen zwar zu dieser deprimierenden Atmosphäre, aber sind ganz schön nervig (dieses Cover von Annie Lennox ganz am Anfang reicht schon völlig). Den Vogel schießt allerdings das Rap-Medley von Queen-Songs ab, in der Mitte des Films - man hört sogar noch Freddy Mercury teilweise, dann wird er übertönt von dieser Flachbirne von HipHopper, der einfach seine Songs kopiert. Deftigen Punktabzug alleine dafür.
Aber am Meisten stört mich - neben den bisher genannten Dingen - das Ende. Der Film hat schon ohnehin wenig Potenzial in den 75 Prozent, die in dieser düsteren Realität spielen, aber wie das Ganze ausgeht, hat mich wirklich schwer enttäuscht. An sich soll es kein Happy End sein, denke ich mir - aber für Hollywood noch einmal was rangehängt, damit die Zuschauer sich nicht gleich vollkommen allein gelassen fühlen. Aber wie es zustande gekommen ist - soll ich spoilern? Ich lasse es lieber. Aber seid gewarnt, es ist nicht nur runterziehend, sondern auch vollkommen unlogisch.
Wie kann man einen Film mit einer so guten Prämisse nur so vollkommen in den Sand setzen? So ein Kunstfilmer wie Zack Snyder schafft es mit Leichtigkeit. Vor allem, wenn er seine eigenen psychischen Störungen in Filme verwandeln muss (seine Phantasien von Gemetzeln, Vergewaltigungen, Missbrauch sollte er mal behandeln lassen...) Zugegeben, handwerklich ist der Film nicht schlecht, und wer eine solche Atmosphäre mag (und es gibt Leute, die darauf stehen), dann wird er auch gut bedient. Es ist auch kein schlechter Film, aber ich persönlich mag ihn überhaupt nicht. Ich hatte auf einen Unterhaltungsfilm gehofft - jetzt muss ich mir noch was anschauen, um wieder gute Laune zu kriegen. Und das war ja wohl nicht Sinn der Sache.
4/10 Punkte
Sonntag, 26. Juni 2011
Review: "Der Mandant" (2011)
Ein Gerichtsfilm! Endlich wieder! Erstaunlich, wenn meine Lieblingsgenres im Film hauptächlich Action, Sci-Fi oder Fantasy sind, dass ich mit den meisten bekannteren Gerichtsfilmen immer sehr viel Freude hatte (zu meinen Evergreens zählen "Eine Frage der Ehre" und "Die zwölf Geschworenen", allerdings davon die TV-Fassung, weil ich die Darsteller besser finde). Nachdem also dieser groß beworbene "Michael Clayton" mit diversen Oscar-Nominierungen und Tilda Swinton als geschlechtsverwirrte Oscar-Gewinnerin (spielt dauernd Männerrollen) eine so herbe Enttäuschung war, las ich kürzlich in der Programmzeitschrift die sehr gute Kritik zu "Der Mandant" (mal nicht von John Grisham). Endlich also ein Gerichtsfilm, der auch spannend sein sollte. Die Darsteller sind in Ordnung, der Plot klingt interessant, er zieht sich auch nicht so in die Länge... Schauen wir mal rein!
Matthew McConaughey (Gott, ich muss zweimal nachgucken, um zu sehen, wie man den schreibt!) spielt die Hauptrolle, einen Rechtsnawalt namens Michael Haller. Einen der besseren, weil zielgerichteten Strafverteidiger, in Richtung Richard Gere aus "Zwielicht", die unter unmöglichsten Umständen einen Freispruch erwirken können. Das macht ihn bei den "Guten", also den Staatsanwälten und Polizisten nicht unbedingt beliebter, aber er versteht zu leben. Er soll Ryan Philippe verteidigen, einen reichen Schnösel mit starkem Mutterkomplex, der unter Verdacht steht, eine Frau vergewaltigt zu haben. Für ihn normalerweise kein Problem, zumal das Ganze arg nach Verschwörung klingt. Aber dann kommen da noch ein paar Sachen dazwischen...
Nehmen wir es vorweg: Spannend ist der Film. Auch wenn der überraschende Schlusspunkt für mich nicht sonderlich überraschend war (nein, ich verrate es nicht) und auch sonst die Atmosphäre einfach daran krankte, dass der Regisseur wirklich alles mit Handkameras filmen musste, ist es doch bis zum Schluss spannend, wie sich das Ganze entwickelt. McConaughey, auch bekannt aus "Sahara", "U-571" oder auch "Contact", spielt eine coole Sau. Man bemühte sich zwar, ihn als karrieresüchtigen und skrupellosen Anwalt darzustellen, aber dafür ist er einfach zu sympathisch. An seiner Seite in einer kleineren Nebenrolle spielt William H. Macy (auch aus "Sahara") den Ermittler - allerdings recht kurz, wenn ihr versteht, was ich meine... Die weiblichen Rollen kann man eigentlich vergessen, für den Frauenanteil unter den Zuschauern bringen wir also noch eine Ex-Frau mit gemeinsamer Tochter im Film unter, und da die meisten Darstellerinnen sich ziemlich ähnlich sehen, abgesehen von der Haarfarbe, weiß man eigentlich nie so genau, mit wem sich der Anwalt gerade unterhält. Könnte aber auch an der Kamera liegen.
Allerdings muss ich sagen: Auch wenn es sich um einen Gerichtsfilm handelt, im Gerichtssaal spielt sich ziemlich wenig ab. Ich bin von den Regisseuren Gregory Hoblit ("Das perfekte Verbrechen", "Zwielicht") oder Rob Reiner ("Eine Frage der Ehre") anderes gewöhnt, aber wenn nicht einmal der Richter eine bedeutende Figur im Film ist, frage ich mich, wozu das alles. Es geht zwar um einen Anwalt, und auch darum, was er herausfindet und wie er verteidigt. Aber selbst die Gerichtsszenen in "Die Unbestechlichen" hatten mehr Gewicht.
Na gut, neben dem Rummeckern, weil der Film in dieser Hinsicht nun nicht perfekt ist, hier konkrete Kritikpunkte: Der Soundtrack ist nervig. Die Atmosphäre stimmt einfach nicht (was wollten die eigentlich assoziieren? Ein Straßen-Anwalt, der für das kleine Volk da ist und jeden Abschaum aus dem Knast holen kann?). Das Ende ist vorhersehbar (wie gesagt: überraschender Schlusspunkt).
Alles in allem: Ja, spannend ist der Film. Bis zu einem gewissen Grad. Angucken kann man ihn sich auf jeden Fall, und die Darsteller sind ja auch nicht die schlechtesten. Auch gerne noch ein zweites Mal sehen. Aber er spielt nicht in der obersten Liga mit.
7/10 Punkte
Matthew McConaughey (Gott, ich muss zweimal nachgucken, um zu sehen, wie man den schreibt!) spielt die Hauptrolle, einen Rechtsnawalt namens Michael Haller. Einen der besseren, weil zielgerichteten Strafverteidiger, in Richtung Richard Gere aus "Zwielicht", die unter unmöglichsten Umständen einen Freispruch erwirken können. Das macht ihn bei den "Guten", also den Staatsanwälten und Polizisten nicht unbedingt beliebter, aber er versteht zu leben. Er soll Ryan Philippe verteidigen, einen reichen Schnösel mit starkem Mutterkomplex, der unter Verdacht steht, eine Frau vergewaltigt zu haben. Für ihn normalerweise kein Problem, zumal das Ganze arg nach Verschwörung klingt. Aber dann kommen da noch ein paar Sachen dazwischen...
Nehmen wir es vorweg: Spannend ist der Film. Auch wenn der überraschende Schlusspunkt für mich nicht sonderlich überraschend war (nein, ich verrate es nicht) und auch sonst die Atmosphäre einfach daran krankte, dass der Regisseur wirklich alles mit Handkameras filmen musste, ist es doch bis zum Schluss spannend, wie sich das Ganze entwickelt. McConaughey, auch bekannt aus "Sahara", "U-571" oder auch "Contact", spielt eine coole Sau. Man bemühte sich zwar, ihn als karrieresüchtigen und skrupellosen Anwalt darzustellen, aber dafür ist er einfach zu sympathisch. An seiner Seite in einer kleineren Nebenrolle spielt William H. Macy (auch aus "Sahara") den Ermittler - allerdings recht kurz, wenn ihr versteht, was ich meine... Die weiblichen Rollen kann man eigentlich vergessen, für den Frauenanteil unter den Zuschauern bringen wir also noch eine Ex-Frau mit gemeinsamer Tochter im Film unter, und da die meisten Darstellerinnen sich ziemlich ähnlich sehen, abgesehen von der Haarfarbe, weiß man eigentlich nie so genau, mit wem sich der Anwalt gerade unterhält. Könnte aber auch an der Kamera liegen.
Allerdings muss ich sagen: Auch wenn es sich um einen Gerichtsfilm handelt, im Gerichtssaal spielt sich ziemlich wenig ab. Ich bin von den Regisseuren Gregory Hoblit ("Das perfekte Verbrechen", "Zwielicht") oder Rob Reiner ("Eine Frage der Ehre") anderes gewöhnt, aber wenn nicht einmal der Richter eine bedeutende Figur im Film ist, frage ich mich, wozu das alles. Es geht zwar um einen Anwalt, und auch darum, was er herausfindet und wie er verteidigt. Aber selbst die Gerichtsszenen in "Die Unbestechlichen" hatten mehr Gewicht.
Na gut, neben dem Rummeckern, weil der Film in dieser Hinsicht nun nicht perfekt ist, hier konkrete Kritikpunkte: Der Soundtrack ist nervig. Die Atmosphäre stimmt einfach nicht (was wollten die eigentlich assoziieren? Ein Straßen-Anwalt, der für das kleine Volk da ist und jeden Abschaum aus dem Knast holen kann?). Das Ende ist vorhersehbar (wie gesagt: überraschender Schlusspunkt).
Alles in allem: Ja, spannend ist der Film. Bis zu einem gewissen Grad. Angucken kann man ihn sich auf jeden Fall, und die Darsteller sind ja auch nicht die schlechtesten. Auch gerne noch ein zweites Mal sehen. Aber er spielt nicht in der obersten Liga mit.
7/10 Punkte
2 Jahre (S)Wordmaster Tales
Hallihallo!
Vor zwei Jahren habe ich den Blog angefangen, und abgesehen von ein paar kleinen Durchhängern läuft er immer noch. Nun gut, eigentlich war das Jubiläum gestern, aber da ich noch arbeiten und dann essen musste und nicht soviel Ideen hatte, was ich schreiben soll, habe ich das auf einen der seltenen freien Tage geschoben, die ich noch habe (Müßiggang ist mir ja nicht länger gegeben...)
Tja, was bisher geschah: England habe ich überlebt, aber ich vermisse Mr. Kipling und LaserQuest. Nach einem kurzen Zwischenspiel bei meinen Eltern im März letzten Jahres folgte am 20. März mein Umzug in die WG in Flensburg (bedauerlicherweise existiert von meiner damaligen Behausung nicht ein einziges Foto). Die WG mit Henning und Yvonne (beides geschätzte Studienfreunde von mir) war von vornherein nur auf sechs Monate ausgelegt, sodass wir alle pünktlich zum 1. 9. 2010 die Wohnung räumten. Henning zog es zu einem Praktikum in die Nähe von Uelzen; Yvonne verlegte ihren Wohnsitz in den Nordosten von Flensburg, und ich quartierte mich etwas länger bei meinen Eltern ein, wo ich neben meiner Jobsuche auch noch diverse Filmkritiken verfasste (unvergessen der Sommer mit Expendables, Predators und dem Klassiker für alle Fantasy-Fans: "Manos - The Hands of Fate").
Ab März dann Sendepause für zwei Monate, denn zu diesem Zeitpunkt fing ich in meinem neuen Job an, der es mir ermöglichte, wieder zurück nach Flensburg zu gehen. Nach zwei Monaten Einarbeitung und Wohnungssuche fand ich dann meine aktuelle Behausung im Stadtteil "Rude" in Flensburg, und der Umzug an Christi Himmelfahrt verlief dann ohne große Schwierigkeiten. Mittlerweile habe ich mich sowohl im Job als auch in der Wohnung gut eingelebt - endlich hängen hier auch Vorhänge, und ich habe einen Staubsauger. Da jetzt auch wieder Internet verfügbar ist, kann ich zurück zu meiner Blog-Tätigkeit und euch über sehenswerte und nicht so sehenswerte Filme auf dem Laufenden halten. Und über diversen anderen Kleinkram.
Dann also auf die nächsten zwei(hundert) Jahre der "Tales of the (S)Wordmaster"! Ich stoße heute abend mit einer Flasche Kirschwein drauf an.
P. S. Fotos von der Wohnung folgen nach. Sie sollten zwar schon letztes Wochenende gemacht werden, aber die Kamera meiner Familie entschied sich spontan zu vorzeitigem Ruhestand.
Vor zwei Jahren habe ich den Blog angefangen, und abgesehen von ein paar kleinen Durchhängern läuft er immer noch. Nun gut, eigentlich war das Jubiläum gestern, aber da ich noch arbeiten und dann essen musste und nicht soviel Ideen hatte, was ich schreiben soll, habe ich das auf einen der seltenen freien Tage geschoben, die ich noch habe (Müßiggang ist mir ja nicht länger gegeben...)
Tja, was bisher geschah: England habe ich überlebt, aber ich vermisse Mr. Kipling und LaserQuest. Nach einem kurzen Zwischenspiel bei meinen Eltern im März letzten Jahres folgte am 20. März mein Umzug in die WG in Flensburg (bedauerlicherweise existiert von meiner damaligen Behausung nicht ein einziges Foto). Die WG mit Henning und Yvonne (beides geschätzte Studienfreunde von mir) war von vornherein nur auf sechs Monate ausgelegt, sodass wir alle pünktlich zum 1. 9. 2010 die Wohnung räumten. Henning zog es zu einem Praktikum in die Nähe von Uelzen; Yvonne verlegte ihren Wohnsitz in den Nordosten von Flensburg, und ich quartierte mich etwas länger bei meinen Eltern ein, wo ich neben meiner Jobsuche auch noch diverse Filmkritiken verfasste (unvergessen der Sommer mit Expendables, Predators und dem Klassiker für alle Fantasy-Fans: "Manos - The Hands of Fate").
Ab März dann Sendepause für zwei Monate, denn zu diesem Zeitpunkt fing ich in meinem neuen Job an, der es mir ermöglichte, wieder zurück nach Flensburg zu gehen. Nach zwei Monaten Einarbeitung und Wohnungssuche fand ich dann meine aktuelle Behausung im Stadtteil "Rude" in Flensburg, und der Umzug an Christi Himmelfahrt verlief dann ohne große Schwierigkeiten. Mittlerweile habe ich mich sowohl im Job als auch in der Wohnung gut eingelebt - endlich hängen hier auch Vorhänge, und ich habe einen Staubsauger. Da jetzt auch wieder Internet verfügbar ist, kann ich zurück zu meiner Blog-Tätigkeit und euch über sehenswerte und nicht so sehenswerte Filme auf dem Laufenden halten. Und über diversen anderen Kleinkram.
Dann also auf die nächsten zwei(hundert) Jahre der "Tales of the (S)Wordmaster"! Ich stoße heute abend mit einer Flasche Kirschwein drauf an.
P. S. Fotos von der Wohnung folgen nach. Sie sollten zwar schon letztes Wochenende gemacht werden, aber die Kamera meiner Familie entschied sich spontan zu vorzeitigem Ruhestand.
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