Sein Abenteuer auf der fernen Insel ist beendet, doch die Sage geht weiter. Er muss sich nun der schwersten aller Prüfungen stellen, um zu beweisen, dass er die Feder genauso gut beherrscht wie die Klinge. Doch zwischenzeitlich rief ihn das Schicksal auf eine andere Insel, belagert von untoten Kreaturen und einer intriganten Handelsfamilie. Mehr darüber demnächst...

Samstag, 31. Oktober 2009

Mein Halloween-Post

HAPPY HALLOWEEN!!!


In Deutschland wird das Fest ja immer größer - viele Leute schieben das ja auf die Tendenz, immer mehr wie Amerika werden zu wollen. Dies ist auch etwas, was den Engländern sehr missfällt, wie ich mittlerweile sagen kann - denn obwohl sie sich doch einige Mühe geben, diese Gelegenheit zu würdigen, sind die meisten Leute insgeheim doch negativ gegenüber Halloween eingestellt. Ich kann es ihnen nicht verdenken. Es ist quasi eine Horrorfassung des deutschen Karnevals, plus einer Unmenge an Kürbissen. JEdenfalls, wenn man es mit Trick or Treat feiert oder Kostümfeste gibt.

Hierzulande hat sich in den letzten Wochen eine große Menge an orangefarbenen Utensilien für solche Parties angesammelt, und auch ich habe ein paar Exemplare des speziellen Halloween-Sortiments einiger Firmen gezeigt. Doch jetzt, wo der Tag gekommen ist, hat sich hier kaum etwas verändert. Ich sitze gerade wieder in diesem Cafe in Woking, und abgesehen davon, dass mir manchmal skurrile Gestalten über den Weg laufen - also mehr als sonst - ist alles beim Alten. Ach ja, und die Schlangen im Supermarkt sind etwas länger, und die Einkaufswägen sind prall gefüllt für jede Menge Parties. Denn solche finden heute abend mit Sicherheit zuhauf statt.

Mir ist aber an diesem Tag nicht nach Party. Die letzte Woche war für mich anstrengend genug - mit Aufgaben, die Philip "Herausforderungen" nennt und die mich an den Rand des Wahnsinns getrieben haben, und mit der Gewissheit, dass unsere Studenten bereits die Hälfte ihrer Zeit hinter sich haben, obwohl sie EINEN MONAT SPÄTER GEKOMMEN SIND ALS ICH! Das Leben ist unfair.

Ok, ich habe ein Drittel meiner Zeit hinter mir - mit dem heutigen Tag - aber bevor nicht noch ein Monat vergangen ist, mache ich dafür nicht einmal eine Flasche "Courage" auf. Zuviel ist noch zu tun, und so wenig Zeit ich mal für mich selber übrig habe, ohne arbeiten zu müssen, so ungern möchte ich die wenige Zeit mit einem Kater zubringen. Ich gebe mir alle Mühe, die positiven Seiten dieses Aufenthalts zu Tage zu fördern, aber es ist wahrlich etwas Anderes, hier Urlaub für eine Woche zu machen als hier tatsächlich zu leben. Und mit dem begrenzten Budget, das ich habe, liegt das Meiste vom Positiven darin, Süßkram zu konsumieren (ja, soviel zu der Idee, sechs Monate in England würden mich schlanker machen).

Na ja, Guy Fawke's Day wird wahrscheinlich besser. Da jagen sie wenigstens was in die Luft. Nur leider habe ich an dem Tag nicht einmal Urlaub.

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Meine Arbeit und ich...

Es gibt durchaus Momente, in denen ich diesen Job richtig mag. Meistens finden diese Momente gegen Feierabend statt, aber egal...

Das Problem ist, dass ich scheinbar der einzige Praktikant bin, der hier wirklich die Praktikantenjobs macht. Ich meine, als Tuer-Oeffner, Kabel-Sortierer, Teekocher, Programm-Installierer und Kann-ich-was-fuer-euch-tun-Frager habe ich mich schon ganz gut gemacht. Aber ist das wirklich alles?

Es waere ja alles halb so wild, bezahlt werde ich ja trotzdem, und nebenbei mache ich ja auch diese interne Webseite (von der ich ja argwoehne, dass die nur Training fuer mein Hauptprojekt sein soll). Aber heute fand wieder die Mittwoch-Morgen-Trainingssitzung statt, bei der uns die Chefin drei Aufgaben gestellt hat: 1. Die Projektplaene lesen und verstehen, wer welche Aufgaben hat. 2. Sich mit einem Mitarbeiter zusammensetzen und genau gucken, was er macht, damit man seine Rolle in der Firma versteht. 3. Mindestens einmal bis naechsten Mittwoch einen Eintrag in einen Projektplan machen mit unseren Initialen und einer Bemerkung.

OK, um etwas weiter auszuholen: Diese Projektplaene sind wichtig. Sie sagen uns, wie weit ein Projekt ist, welche Schritte unternommen werden und was bereits getan wurde. In diesen Plan traegt jeder, der was macht, seine Initialen bei der Aufgabe ein, die er erfuellt hat (in meinem Fall, wenn ich was gemacht habe, war das das Aufspueren von Candidate Terms, wofuer ich dann auch im Projektplan stand). Jetzt kommt der Hammer: Seit einem Monat habe ich kein aktives Projekt mehr angeruehrt, weil sich keiner dazu herablaesst, mir eine entsprechende Aufgabe zu geben!

Also ganz ehrlich, waehrend hier jeder andere fuer Bentley, Triumph und Konsorten die Projekte erledigt, mache ich den Wassertraeger fuer die Firma hier, mit dieser internen Homepage, E-Mail-Sortiererei und diversem Kleinkram! Soll mir recht sein, bezahlt werde ich eh, aber wie zum Teufel kriege ich jetzt meinen Namen in einen Projektplan?


So, das musste einfach mal raus. Ach ja, als sogenannter "social secretary" scheine ich mich auch ganz gut zu machen. Ich bin nebenbei damit beschaeftigt, ein Team fuer LaserQuest auf die Beine zu stellen, und bis auf eine Person hat sich jeder in der Firma in die Liste eingetragen. Hoffentlich findet unser erstes Match auch wirklich statt, aber da ich die Firma mittlerweile etwas kenne, muss ich mit allem rechnen...

Dienstag, 27. Oktober 2009

Wii ("Weeeeeh!")

Gestern hatten wir endlich mal was gemeinsam unternommen, wir in der Firma: Allesamt, die ganze Mannschaft, traf sich im Haus unserer Chefin fuer Tacos, Chili und einige hundert Runden Nintende Wii.

Erst einmal der Eindruck, wie meine Chefin und ihr Stellvertreter Philip denn so leben (ich Toeffel habe natuerlich meine Kamera zu Hause gelassen, also muesst ihr mein Wort dafuer nehmen): Ein Haus mehr oder weniger auf dem Land, mit einer riiiesigen Kueche (in der wir auch Wii gespielt haben, auf einem ziemlich grossen Flachbildfernseher), sehr lauschigem Wohnzimmer (aber mein Vater haette mit der 1,80m hohen Decke sicher Schwierigkeiten gehabt) und einem Esszimmer mit einer ebenfalls sehr beeindruckenden Sammlung von P. G. Wodehouse Buechern (alles gebundene Ausgaben, viele davon sogar Erstausgaben - Philip sammelt diese Buecher). Ueber den Abend verteilt verrieten uns Nicola und Philip auch, dass sie allerlei Spielzeug auf dem Grundstueck angesammelt haben, unter anderem ein grosses Trampolin. Zum Ausprobieren war leider keine Zeit, ausserdem war es zu dunkel.

Erst einmal ging die Runde mit Cocktails los, die nicht von schlechten Eltern waren (ich frage mich immer noch, ob diese umfangreiche Ausstattung an Getraenken und Zubehoer nur fuer diesen Abend bestimmt war, denn wir haben uns nicht wirklich Muehe gegeben, der Hausbar groessere Verluste zuzufuegen. Ich haette ja, aber nicht am Montag Abend!). Die erste Runde Wii war dann Tennis, mit einer Team-Aufteilung Maenner gegen Frauen. Also bis es fuer die erste Mannschaft Essen gab (wir assen in Schichten), hatten wir Maenner mit den Frauen den Boden gewischt. Aber als ich aus dem Esszimmer zurueckkehrte, hatten die Frauen auf irgendeine Weise die Oberhand gewonnen (*hust* Cheater! *hust, hust*).

Apropos Essen: Es war das erste Mal, dass ich Tacos zu mir genommen habe, und dafuer waren sie auch echt gut. Auch bin ich kein Chili-Fan, aber es war zum Glueck nicht zu scharf. Abgesehen davon konnten Sour Cream und Guacamole ein wenig die Schaerfe mildern. Zum Nachtisch gab es Schokoladen-Trueffel-Torte (interessanterweise ohne nennenswerten Teig, also auf das Wesentliche beschraenkt). Leider hat niemand die Schokoladenkekse angeruehrt, die ich extra gebacken haben, aber das kann ich auch verstehen bei dieser Torte. Ich muesste mir mal das Rezept dafuer geben lassen.

So zwischendurch wurde immer weiter gespielt. Philip legte dann das James-Bond-Spiel ein, wo ich dann auch ziemlich verloren habe (die Steuerung ist fuer einen Ego-Shooter auch ziemlich kompliziert fuer jemanden, der an Maus und Tastatur gewoehnt ist). Dann eine kurze, unkoordinierte Runde Beach Sports, mit Beach Volleyball (reines Gluecksspiel) und Disc Golf (Golfspiel mit Frisbee, auch mehr oder weniger ein Gluecksspiel). Abschliessend fuhren wir abwechselnd in Vierergruppen Mariokart. Das letzte Mal, als ich das gespielt hatte, war ich verkatert nach einer Silvesterfeier - dieses Mal bin ich aber auch nicht viel besser gefahren. Immerhin belegte ich in einem Rennen Platz 3.

So gegen halb elf sind wir dann nach Hause gefahren. Insgesamt war das wirklich ein erstklassiger Abend, der beste Abend, den ich bisher in England hatte. Mal schauen, ob wir das irgendwann wiederholen koennen - Nicola ist jedenfalls sehr dafuer, sofern sie genug Zeit hat, mit der Wii ein bisschen zu ueben...

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Ruhiger Arbeitstag

Ja, ruhig. Sehr ruhig. Die ganze Chefetage meiner Firma ist heute naemlich abwesend, auf einem kurzen Geschaeftsbesuch bei dem Luxuswagenhersteller Bentley. Gut, vielleicht nicht unbedingt die ganze Chefetage. Aber abgesehen von unserem QA-Chef Anthony, der von seinem neuen Posten nicht unbedingt begeistert ist, und Nicky aus dem Nachbarbuero haben uns alle hohen Tiere fuer den Tag verlassen. Das Haus ist voll mit Praktikanten.

Eigentlich Gelegenheit fuer eine Party, aber man muss ja trotzdem noch den Schein wahren, dass man was tut. Getan haben wir auch etwas (ich auch, obwohl ich nicht gerade als Musterbeispiel fuer Fleiss gelte). Aber gerade gegen Ende liess die Arbeitsmoral doch stark nach; der Kaffeekonsum meines Kollegen Alex nahm in den letzten Stunden erheblich zu. Ich glaube, alle freuen sich nur noch auf den Pub-Besuch, den ich organisiert habe - alle ausser Kate und Alex, letzterer desertiert schon wieder!

Vor ganz schoen langer Zeit habe ich berichtet, dass es hier einige Computerprobleme gab. Als ich im oberen Stockwerk anfing zu arbeiten, gab man mir einen Computer mit einem provisorischen Account. Das war irgendwann im letzten Monat. Den Computer mit dem provisorischen Account habe ich immer noch. Und kein Telefon an meinem Arbeitsplatz (Hannes und ich sind die Einzigen ohne Telefon). Philip will das demnaechst mal aendern, aber er steckt mitten im Umzug nach unten ins QA-Buero. Er meinte vor Kurzem, mein Computer stuende auf seiner Prioritaetenliste auf Platz 10. Warum nur habe ich das Gefuehl, seine Prioritaetenliste akualisiert er immer von oben, wie eine Last-In-First-Out-Warteschleife?

Ein bisschen feiern kann ich heute ja, denn ich habe die Haelfte der Zeit bis Weihnachten hinter mir. Meine ersten acht Wochen sind fast rum, gestern waren es genau zwei Monate bis zu meiner Heimreise. So sehr ich mich an England auch gewoehnen mag, ich freue mich doch sehr auf Zuhause.

Wuerstchen

Habe ich damit eure Aufmerksamkeit? Gut!

Mir ist nur gestern so nebenbei aufgefallen, dass Wuerstchen seit geraumer Zeit einen Grossteil meiner Ernaehrung ausmachen. Ich esse fast jeden Abend irgendeine Form von "Sausage". Sie sind meistens ziemlich billig, sie brauchen nicht viel Zubereitungsszeit (gestern habe ich sie ausnahmsweise mal gebraten anstatt sie einfach in den Backofen zu tun), und es gibt so viele Sorten von Wuerstchen in diesem Land, dass ich mein ganzes Praktikum brauchen werde, um sie alle durchzuprobieren.

Laut Philip gibt es alleine 250 Sorten Sausage in einer Metzgerei in Farncombe. Ich wette mit euch, mindestens 240 davon stehen beim Deutschen Gesundheitsamt auf der Schwarzen Liste!

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Ich habe es kommen sehen...

Endlich, endlich fand das Treffen statt, bei dem unsere Chefetage die Webseite auseinander nimmt, an der ich letzte Woche gearbeitet habe. Das Fazit: Die Haelfte der einzelnen Seiten muss umbenannt werden, zwei Bereiche fallen ganz raus (unter anderem der, den ich muehselig nachtraeglich eingefuegt habe), und wenn es geht, soll doch bitte ein interaktiver Kalender rein. Na toll!

Und da wundert sich meine Vermieterin noch, warum ich nie abends aus dem Haus gehe. Zwei Gruende fallen mir dazu ein: Geld und Lust. Ich versuche zu sparen, wo ich nur kann, und alleine trinken ist eh doof - aber was soll man hier auch anderes machen ausser in den naechsten Pub zu gehen. Abgesehen davon bin ich nach Arbeitstagen wie diesem froh, nach Hause zu kommen, in Ruhe zu Abend zu essen (was meistens in der Mikrowelle zubereitet wird) und dann in aller Ruhe DVDs zu gucken und mich zu entspannen. Mehr erwarte ich in der Woche nicht vom Leben. Fuer alles andere habe ich Samstage und Sonntage.

Wobei, mittlerweile bin ich auch bereit, ein paar Aktivitaeten nebenbei aufzunehmen. Aus LaserQuest als Hobby ist nichts geworden, denn man kann nie sicher sein, dass auch wirklich genug Leute fuer ein Spiel da sind, wenn man dort ankommt (und wenn ich schon 3 Pfund fuer das Zugticket ausgebe, soll sich das auch lohnen). Dafuer habe ich jetzt Kontakt mit der GMES aufgenommen, der "Guildford Model Engineering Society". Es ist das, was einem Modellbahnerclub in dieser Gegend am Naechsten kommt. Nicht, dass ich dort beitreten moechte, aber als Mitglied des MEC Tarp (und sogar Schriftfuehrer) kann es nicht schaden, ein paar Kontakte zu knuepfen und ein wenig Gedankenaustausch zu betreiben. Jedenfalls habe ich die Gesellschaft mal angeschrieben und um einen Termin gebeten, damit ich mal vorbeischauen kann. Mal schauen, wie die Antwort ausfaellt.

Sonntag, 18. Oktober 2009

Shopping in Guildford

So, genug Fotos, jetzt erzähle ich wieder was. Deswegen bin ich ja schließlich hier!


Ich halte nicht viel von Guildford. Daraus habe ich bislang auch kein Geheimnis gemacht. Wenn man fünf Tage in einer sogenannten Jugendherberge übernachten muss und 40 Pfund pro Nacht für ein Zimmer bezahlt, dessen Fenster auf eine der meistbefahrenen Straßen der Stadt rausgeht… ja, dann kann man für diesen Ort gewisse negative Gefühle entwickeln. Deswegen versuche ich auch, Reisen nach Guildford zu vermeiden, wenn es möglich ist. Doch gestern musste ich nochmal dorthin.

„Shopping“ verstehen die Frauen in meinem Büro als Hobby, aber für mich ist es eine Notwendigkeit. Gut, die Gelegenheit, ein paar gute und günstige DVDs abzugreifen will ich nicht leugnen, aber da mein Gepäck für die Heimreise sowieso schon Beschränkungen unterliegt, habe ich mich diesmal gezügelt. Was ich dringend brauchte, war eine Wolldecke, schlicht, einfach. Nebenbei wollte ich schauen, ob ich nicht irgendwo noch ein schwarzes T-Shirt finden konnte, und mein eigener Teebecher fürs Büro stand auch auf meiner Liste.

Na, wie dem auch sei, von Farncombe nach Guildford ist mit dem Zug kein Problem, und die Hin- und Rückfahrt kostet nur 3 Pfund. Als ich dann in den Zug stieg und mir einen Platz suchte, sah jemand das Wacken 2004 Shirt, das ich anhatte, und hielt mir zur Begrüßung seine Wacken-Armbänder entgegen. Sein Name ist Chris, und er ist der erste waschechte Metaller, dem ich auf dieser Insel begegnet bin.

Als ich Chris erzählte, dass ich für meine Freunde in Berlin ein paar Nachforschungen anstellen wollte, wie es um die Metalszene in Surrey so stünde, gab er mir keine großen Hoffnungen: So gut wie nichts ist dort los. Aber er nannte mir zwei Pubs in der Guildforder Innenstadt, wo sich das „alternative“ Volk herumtreibe: „The King’s Head“ und „The Star Inn“. Letzterem konnte ich während meiner Shoppingtour auch einen Besuch abstatten. Nun, zumindest ein lauschiges Plätzchen, und 2.60 Pfund für ein Pint Carlsberg ist auch annehmbar für einen Pub. (Wobei, manchmal habe ich das Gefühl, die Preise der sogenannten Pubs in Deutschland sind dermaßen hoch, dass ich hierzulande einfach verwöhnt bin).

Zurück zu meinem eigentlichen Auftrag. Zuerst nahm ich mir das Bettengeschäft direkt neben einer der Kirchen in Guildfords Zentrum vor, um die Ecke vom Friary Shopping Centre. Die verwiesen mich auf entweder Marks & Spencer oder House of Frasiers. Marks & Spencer waren Fehlanzeige – Wolldecken verkaufen sie gar nicht mehr. House of Frasiers hingegen – ein Riesenteil von einem Geschäft, sechs Stockwerke, das meiste sind natürlich Klamotten – hatte sowas. Nur als ich dann den Preis von einer Decke erfahren habe, musste ich kräftig schlucken. „70 Pfund.“ Ich fragte noch: „Sieb-Zehn?“ Die Verkäuferin: „Sieb-Zig. Sieben Null.“ Holy crappin’ Christ! In diesem Land kann man erfrieren, bevor man eine Decke kriegt!

Die Verkäuferin war dann so freundlich, mich auf einen Laden gegenüber hinzuweisen, einen Katalog-Laden namens „Argos“. Dort hatte man riesige Kataloge, die man durchblättern konnte, und dann konnte man zur Kasse gehen und bestellen. Soweit bin ich gar nicht gegangen, denn die Decken, die sie dort hatten, entsprachen auch nicht meiner
Preisklasse. Also wieder raus.

Einen vernünftigen Becher habe ich auch nicht gefunden, und von dem T-Shirt will ich gar nicht erst anfangen. Was ich gefunden habe, war zumindest eine Packung Reis fürs Abendessen, einen chinesisch-polnischen Supermarkt (was für eine Kombination!), wo ich mir dann eine Knabberei und eine Portion Instant-Nudeln für einen gestressten Arbeitstag geholt habe; einen recht netten Modellbau-Laden, der sich "Antics" nennt, sowie den ersten griechischen Schnellimbiss, den ich in diesem Land auftreiben konnte. Gegessen habe ich dort nicht – mir war gerade nicht nach Gyros – aber es ist gut zu wissen, dass er existiert.

Also meine Shoppingtour war nicht gerade ein großer Erfolg. Zumindest habe ich dann noch eine Decke gefunden, bei Homebase in Godalming, wo ich dann 8 Pfund für etwas bezahlt habe, was sich nicht unbedingt toll anfühlt, aber hoffentlich warm hält. Brauchen werde ich sie sowieso nur bis November; dann will nämlich meine Vermieterin die Heizung anschalten. Ist halb so schlimm, wie es klingt, die meiste Zeit ist es warm genug in meinem Zimmer. Nur sonntags am Nachmittag wird es da manchmal ziemlich kalt.