Sein Abenteuer auf der fernen Insel ist beendet, doch die Sage geht weiter. Er muss sich nun der schwersten aller Prüfungen stellen, um zu beweisen, dass er die Feder genauso gut beherrscht wie die Klinge. Doch zwischenzeitlich rief ihn das Schicksal auf eine andere Insel, belagert von untoten Kreaturen und einer intriganten Handelsfamilie. Mehr darüber demnächst...

Freitag, 4. Februar 2011

Der Mann mit dem Goldenen Colt (1974)

Bond: Roger Moore
Schurke: Christopher Lee (Scaramanga)
Bond-Girls: Maud Adams (Andrea Anders), Britt Ekland (Mary Goodnight)
Wie oft gesehen: ca. 6 Mal


Wieder einmal kein typischer Bond: Der Schurke will nicht die Welt, sondern nur den Kopf von 007 mit einer seiner Kugeln verzieren. Er ist weder Konzernchef noch größenwahnsinniger Diktator, sondern einer der weltbesten Profikiller mit einem Preis von einer Million Tacken pro Auftrag. Sein Name: Francisco Scaramanga. Gespielt von: Christopher „Dracula“ Lee. Sein Spitzname: Der Mann mit dem Goldenen Colt.

Obwohl sich Filmemacher und Journalisten alle Mühe gegeben haben, in diese Handlung noch eine globale Bedrohung oder zumindest eine globale Affäre einzubauen – Bonds Motivation ist die Suche nach einem rätselhaften technischen Objekt namens Solex, welches die Erzeugung von Solarstrom ermöglicht – geht es in erster Linie um ein Duell. Scaramanga möchte seine Karriere als Auftragskiller mit einem echten Meisterwerk krönen, nämlich der Tötung von James Bond. Entsprechend bereitet er sich durch regelmäßiges Training – Killer kommen zu seiner Insel, angeheuert von seinem zwergenhaften Diener Schnickschnack – und kleinen fiesen Spielchen mit seinem Gegner auf die Konfrontation vor. Und eine von Lee selbst vorgetragene Dialogzeile fasst den Kern des Films treffend zusammen: „Sie gegen mich, Mann gegen Mann. Ihre Walther PPK gegen meinen Goldenen Colt“.

Ins Kreuzfeuer geraten dann auch gleich zwei Bond-Girls. Maud Adams, die ich später in meinem „Octopussy“-Kapitel nochmal erwähnen werde, spielt hier eine Verbündete Scramangas, die allerdings dem Charme des Bond ebensowenig zu widerstehen vermag wie all die anderen Gespielinnen des Bösen vor ihr. Das bekommt ihr gesundheitlich auch nicht so gut. Die andere Tischdame wird gespielt von Britt Ekland und trägt den wohlklingenden Namen Goodnight. Und zwei Dinge sollte man über sie wissen: Sie ist Anfängerin beim Geheimdienst und eine selten doofe Nuss. Wohl teils als komisches Element gedacht, verdanken wir es alleine ihrer Vollpfostigkeit, dass wir am Ende des Films noch eine Zerstörungsorgie genießen dürfen.

An komischen Elementen soll es ja bei Weitem nicht mangeln: Die zwei bedeutendsten Actionszenen in diesem Film haben beide das gleiche Muster. Zuerst fängt es harmlos an, dann bedrohlich, dann wird es unglaubwürdig. Gemeint sind eine große Schlägerei im Martial-Arts-Stil in einer Karateschule und eine Autoverfolgungsjagd gegen Ende des Films. Die erstgenannte Szene zeigt einige Schüler beim Training, welches für manche auch nicht gut ausgeht, dann wird James Bond selber herangebeten. Dass er dann schummelt und dem grüßenden Kontrahenten ins Gesicht tritt, wird ihm übelgenommen. Als schließlich die ganze Schule hinter ihm her ist, erhält er Unterstützung – durch zwei Schulmädchen, die anfangen, den schurkischen Karatekas kräftig in den Hintern zu treten. Die zweite Szene beginnt als Standardverfolgung, bis Bond schließlich mit seinem Auto über einen Fluss springt und dabei eine 360-Grad-Drehung in der Luft macht. Mir wurde gesagt, der Stunt sei echt, aber er sieht arg getrickst aus, und die Sounduntermalung tut ihr Übriges zu diesem Eindruck.

Nachdem dann Dracula und sein kleinwüchsiger Kumpan mit einem fliegenden Auto getürmt sind, nähern wir uns endlich dem Finale. Den amerikanischen Sheriff aus „Leben und sterben lassen“, den Bond irgendwo zwischendurch aufgegabelt hatte, lässt er endlich sausen und macht sich auf den Weg zum großen Showdown. Und der ähnelt weniger einem typischen Westernfinale als vielmehr einem Trip durch eine Geisterbahn, denn eine solche hat sich Scaramanga in seiner Wohnung einbauen lassen (ja, wenn man das Geld hat…). Spannend auf jeden Fall, wenn auch gegen Ende wieder etwas unplausibel.

Was man dem Film vorwerfen könnte, trotz aller Komik und Action ist seine fehlende Substanz. Da er sich nur auf das Duell Moore – Lee und den Weg dorthin konzentriert, ohne dass die beiden sich bis zum letzten Drittel überhaupt sehen, bleibt nicht viel anderes übrig. Die Action ist mager, wirkt teilweise aufgesetzt und passt im Grunde nicht zum Ton des Films. Und die komischen Elemente… na ja. Christopher Lee als Oberschurke, das ist schon ein Erlebnis. Aber wie schon einmal bei „Feuerball“ merkt man, dass es einfach nicht reicht, ein großes Element im Film zu haben und die vielen kleinen Sachen auf Sparflamme zu halten.

5/10 Punkte

Leben und sterben lassen (1973)

Bond: Roger Moore
Schurke: Yaphet Kotto (Kananga)
Bond-Girl: Jane Seymore (Solitaire)
Wie oft gesehen: ca. 3 Mal


Diverse Gespräche mit Freunden und Familie zum Thema James Bond und dessen bestem Hauptdarsteller förderten Bemerkenswertes zutage: Wenn es darum geht, den besten Darsteller von James Bond zu ernennen, gibt es grundsätzlich, bis auf wenige Ausnahmen, nur zwei Meinungen: Die einen sagen, Sean Connery und Roger Moore seien ungefähr gleichgut gewesen, nur jeder auf seine andere Art. Die anderen sagen (und dazu zähle ich mich auch), dass der einzige wahre Bond-Darsteller aller Zeiten Timothy Dalton war. Dass jedoch zwischen Connery und Moore durch die Gegenpartei kaum ein Unterschied gemacht wird – außer dem Alter der Filme und der jeweiligen Art der Darstellung – zeigt jedoch, welche Achtung Moore bei den Fans der Filmreihe genießt.

Sein Einstand jedoch hätte vielleicht etwas besser laufen können, wenn es nach mir geht. Aber möglicherweise liegt dies auch einfach an der Zeitperiode, in der dieser Film entstand. Nachdem „Diamantenfieber“ trotz seiner gewollt komischen Elemente ein ebenso großer Erfolg war wie die meisten anderen Filme der Reihe, wollte man sich in dieser Richtung weiterentwickeln. Dazu sollten einige irrsinnige Stunts mit einem leichten komödiantischen Touch durchgeführt werden, desweiteren musste der Plot auf etwas ausweichen, was über den üblichen Rette-die-Welt-Horizont hinausging. Das Szenario, dass sich die Macher aber dann aussuchten, war zumindest für mich sehr gewöhnungsbedürftig: In diesem Film geht es um Voodoo.

Außerdem, wo ich schon für manche Bond-Filme Titel vergeben habe, soll auch dieser nicht zu kurz kommen. Mein Titel für diesen Film lautet: „Der mit den Schwarzen“. Das soll jetzt nicht rassistisch rüberkommen, jedenfalls nicht von mir aus – aber ich habe das Gefühl, die Macher zeigen hier eine sehr beschränkte Sichtweise auf gewisse Gruppierungen. Will sagen: Fast jeder Charakter in diesem Film ist schwarz. Und zwar vornehmlich auf der Seite der Bösen! Der Oberschurke ist ein Farbiger, alle seine Handlanger haben afrikanische Wurzeln, und ein Großteil des Films spielt in Louisiana, dem Königreich der Sümpfe, des Voodoo und des Jazz. Im Grunde stehen zwischen Bösewicht Kananga und der Welt nur James Bond und eine kleine Gruppe weißer Helfer.

Zu diesen weißen Helfern zählt wieder Felix Leiter, gespielt von David Hedison, der später in der Dalton-Ära dieses Vergnügen wiederholen durfte. Und die Tischdame dieses Films, gespielt von Jane Seymore. Jawoll, ihr Fans von „Dr. Quinn – Ärztin aus Leidenschaft“! Sie war ein Bond-Girl! Und was für eins! (Ach ja, gleich der nächste Schock für euch: In „Kampfstern Galactica“ war sie auch dabei! Und zwar nicht in der 2004er-Fassung! ÄTSCH!!!) Hier aber spielt sie ein kartenlegendes Medium mit Namen Solitaire (und Karten spielt sie immer alleine, möchte ich wetten). Da sie sich in der Gegenwart großer böser Männer immer unwohler zu fühlen scheint, ist es Bond ein Leichtes, ihr Vertrauen zu gewinnen (und noch was Anderes, was nachher zu bösem Ärger führt…).

Der Plot ist dafür verhältnismäßig bodenständig, und ich bin mir nicht sicher, ob ich ihn noch zusammenkriege: Es geht auf jeden Fall um Drogen. Oberschurke Kananga will mit Hilfe des Drogenbosses Mr. Big das Drogengeschäft in Amerika und dem Rest der Welt unter seine Kontrolle bringen. Eigentlich kein Grund für den MI-6, ihren besten Mann von der Leine zu lassen. Aber blöderweise sind die Leichen dreier Außendienstagenten aufgefunden worden, die in der Prä-Vorspann-Sequenz überaus unschön von uns gingen. Die Spur führt erst nach New York (insbesondere Harlem), dann nach Louisiana. Dort geschehen unter der Aufsicht des berüchtigten Baron Samedis seltsame Dinge. Aber irgendwann kracht es auch dort.

Diesen Bond-Film zeichnet eine gruselige Grundstimmung aus, die mit nur recht wenigen Actionszenen unterbrochen wird. Höhepunkt in diesem Fall ist ein Bootsrennen quer durch die Sümpfe und die Flusslandschaft Louisianas, mit einigen Stunts, die im Guinnessbuch der Rekorde landeten. Desweiteren Kampfszenen wie das Machetenduell Bond gegen Baron Samedi oder ein „Liebesgrüße aus Moskau“ Remake im Zug. In Sachen Lächerlichkeit kommt allerdings die Flucht von einer von Krokodilen umschwärmten Sandbank zum Tragen, und auch das Ende von Kananga würde ich nicht unter den typischen Agentenfilm-Showdowns einordnen. Noch ein Element der Lächerlichkeit ist der amerikanische Sheriff, ein Idiot vor dem Herrn, der dann auch noch seine überbezahlte Visage im nächsten Film zeigen durfte.

Also insgesamt muss ich sagen: Ich mag den Film nicht besonders. Er ist kein schlechter Bond-Film, da habe ich schon weit Schlimmeres gesehen. Aber das Szenario, die Orte, das ganze Drumherum wurden auf das „Shaft“ liebende Publikum getrimmt, und diese amerikanische Siebziger-„Coolness“ ist nun mal etwas, womit ich noch nie etwas anfangen konnte. (Ausgenommen der Titelsong von Paul McCartney & Wings!) Als gruseliger Bond mit Voodoo-Elementen und mal einem ganz anderen Gegenspieler als die Schurken aus den vorherigen Filmen ist er durchaus eine Abwechslung, und ansehen kann man ihn sich. Aber es ist nicht mein Fall.

6/10 Punkte

Diamantenfieber (1971)

Bond: Sean Connery
Schurke: Charles Gray (Blofeld)
Bond-Girl: Jill St. John (Tiffany Case)
Wie oft gesehen: ca. 5 Mal


Und damit willkommen in den Siebzigern! Und ich muss euch vorwarnen, denn im Vergleich zu den bisherigen Bond-Filmen ist dieser ziemlich… sagen wir… weit hergeholt. Aber erst einmal die frohe Botschaft: Für eine gewaltige Summe Geldes ließ sich Connery ein weiteres Mal dazu herab, die Rolle des James Bond zu spielen. Ein letztes Mal. Wenn es sonst keiner machen will…

Was die übrige Besetzung angeht: Jill St. John als die Tischdame dieses Films ist eine 1a-Schabracke ohne Moral oder jeglichen Sexappeal. Im Niveau irgendwo zwischen Pussy Galore in „Goldfinger“, die ursprünglich als lesbischer Charakter geplant war, was man ihr jede Minute ansieht, und Lotte Lenya in „Liebesgrüße aus Moskau“ – ja, die Giftschlange. Sie mag ja den damaligen Geschmack der amerikanischen Männerwelt getroffen haben, aber diesen Geschmack teile ich nicht und bin froh darüber. Zweite Fehlbesetzung: Blofeld. Charles Gray hatte in „Man lebt nur zweimal“ bereits einen Auftritt als kurzlebige Kontaktperson. Wie auch immer er an diese Rolle gekommen ist, weiß die Familie Broccoli alleine, denn: Er ist ein völlig unbekannter Schauspieler, hat die Ausstrahlung eines übellaunigen Warzenschweins und hat vor allem HAARE! Jeder weiß, dass Blofeld kein einziges Haar auf dem Kopf hat. Jeder, außer den Produzenten, die auch schon bei DEN LETZTEN BEIDEN FILMEN ANWESEND WAREN!

Oh Gott, ich fange schon wieder an, mich aufzuregen. Dabei bin ich noch gar nicht zu der lächerlichen Geschichte gekommen: Blofeld lebt. Und zwar mit Hilfe einer halben Armee von trainierten und chirurgisch veränderten Doppelgängern, sodass man die Visage von ihm nicht bloß einmal, sondern mehrmals sehen muss. Zwei davon werden schon vor dem Vorspann erledigt, aber wie viele hinterher noch übrig sind, weiß keiner. Und Blofelds Plan für diese Woche: Eine Laserkanone aus einem Haufen Diamanten konstruieren (besser: mit einem Haufen Diamanten), sie ins Weltall schicken und diverse Ziele aus der Umlaufbahn heraus rösten. Wieder einmal muss Bond ran, um die Welt zu retten – und dieses Mal ist es auch ein Stück weit private Abneigung. Wer das Ende des letzten Films gesehen hat, weiß, warum.

Auf dem Weg zu Blofelds neuem Stützpunkt, einer Ölbohrplattform irgendwo weit draußen, gibt es wieder Hindernisse zu bewältigen und Actionszenen durchzustehen. Hier fangen sie auch an, sich nicht ganz ernst zu nehmen: Eine Verfolgungsjagd durch die Wüste von Nevada in einem Mondfahrzeug – und die verfolgenden Polizeiautos können diese Schüssel nicht erwischen. Eine weitere Autoverfolgung durch das nächtliche Las Vegas, mit einigen sehr unplausiblen Unfällen garniert. Ein Kampf zwischen James Bond auf der einen und zwei Supermodels mit Namen „Bambi“ und „Klopfer“ auf der anderen Seite. Der Kampf im Fahrstuhl relativ früh im Film ist da schon ernster und bedrohlicher, genau wie die abschließende Bombadierung von Blofelds Bohrinsel mit Hilfe mehrerer Kampfhubschrauber. Und die Szene, in der Bond beinahe im Krematorium zu Tode kommt, ist schon beinahe richtig gruselig. Ach ja, ich vergaß, die Killer-Tunten zu erwähnen – ruchlos, gnadenlos und so schwul, dass es einem zu den Ohren rauskommt. In der Reihe der Bond-Handlanger bilden sie das untere Ende der Nahrungskette, direkt nach Schnickschnack aus „Der Mann mit dem Goldenen Colt“.

Ja, die Siebziger waren schon eine seltsame Zeit. Denn trotz allem, der lächerlichen Besetzung, der lachhaften Actionszenen und dem absolut unernsten Plot des Films ist er unterhaltend. Fast so, als hätten sie sich darauf konzentriert, die komische Seite der Filmreihe etwas auszulooten. Dass das auch funktionieren kann, haben sie aus diesem Film gelernt – und mit ihrem nächsten Bond-Darsteller perfektioniert. Was diesen Film jetzt allgemein angeht: Gehobene Mittelklasse dank der Spezialeffekte, der Hauptrolle und dem Rest Bodenständigkeit in so banalen Sachen wie Stammcharaktere, klassische Bond-Film-Elemente und Musik. Kein Meilenstein, aber auch keine Zeitverschwendung.

7/10 Punkte

Im Geheimdienst Ihrer Majestät (1969)

Bond: George Lazenby
Schurke: Telly Savalas (Blofeld)
Bond-Girl: Diana Rigg (Tracy)
Wie oft gesehen: ca. 5 Mal


Wer wäre denn die ideale Besetzung für DEN Superagenten des Geheimdienstes Ihrer Majestät? Sean Connery! Aber der hat keine Lust mehr. Hmm… wie wäre es mit diesem australischen Gebrauchtwagenhändler, von dem ich irgendwo mal einen Film gesehen habe… Wie hieß er noch gleich? Ach ja, George Lazenby.

Nachdem nun fünf Jahre und Filme lang Sean Connery die Welt vor SPECTRE und ihrem katzenliebhabenden Anführer Blofeld beschützt hatte, trat nun George Lazenby ein schweres Erbe an. Denn verständlicherweise wurde er von Minute 1 an gehasst. Nun, ich hasse ihn als Schauspieler nicht so, aber er war eine Fehlbesetzung für die Titelrolle. Erstens ist er kein Sean Connery. Zweitens ist er Australier. Wäre nicht so schlimm, denn Hugh Jackman hätte ich mir sogar sehr gut als James Bond vorstellen können, wenn er nicht gerade sein Wolverine- oder Van Helsing-Kostüm trägt (er war nach Pierce Brosnans Ausstieg einer der Favoriten für die Rolle des James Bond, bevor Daniel Craig sie bekam – andererseits, auch Robbie Williams wurde als James Bond gehandelt…). Aber der dritte und schlimmste Grund: Die Lässigkeit und Würde seines Vorgängers Connery ersetzte Lazenby durch eine Schleimigkeit und unsympathische Ausstrahlung, die ihn zum Top-Moderator einer Schlager- oder Volksmusik-Sendung hätte machen können.

Blöderweise ist der Film ziemlich gut. Und jetzt stellt euch mal vor, wenn Sean Connery hier die Hauptrolle gespielt hätte – er wäre in meiner Rangordnung kurz hinter „Man lebt nur zweimal“. Aber Besetzungsprobleme gibt es leider an allen Ecken und Enden. So auch beim Oberschurken Blofeld, dieses Mal gespielt von Telly „Kojak“ Savalas – auch nicht unbedingt jemand, dessen Ausstrahlung groß zur Atmosphäre des Films beiträgt. Genau wir Irma Bunt, deutsche Schurken-Handlangerin, gespielt von Ilse Steppat (über die ich nichts Schlechtes sagen mag, weil sie eine Woche nach Ende der Dreharbeiten zu diesem Film einem Herzanfall erlag). Ironischerweise ist sie die einzige Böse in der gesamten Filmreihe, die mit dem Leben davonkommt (für etwaige Einsprüche: Beißer zählt nicht!). Trotzdem wirkt diese Rolle wie ein Aufguss von Rosa Klebb aus „Liebesgrüße aus Moskau“. Einzige gute Besetzung in dem Film ist Diana Rigg – auch wenn sie am Anfang rüberkommt wie Joan Baez oder sonst eine Hippiebraut.

Dass es im Film wieder um die Weltherrschaft geht („Of course!“), brauche ich wohl nicht extra zu erwähnen. Ähnlich wie die Maus Brain hat Blofeld wenige Hobbies und noch weniger Ambitionen, die in andere Richtungen gehen. Dieses Mal will er etwas subtiler vorgehen: Eine Horde hübscher junger Frauen lässt ihre Allergien in seiner Alpenklinik kurieren (die für eine Klinik extrem ungünstig liegt, aber gut zu verteidigen ist und von einer ziemlich großen Horde schwerbewaffneter Männer beschützt wird), doch in Wirklichkeit funktioniert er sie ohne ihr Wissen zu Trägern eines Killervirus um, um die Welt wieder mal zu erpressen. Bond, der sich als Ahnenforscher in diese Festung einschleicht, bekommt davon Wind und soll ihn aufhalten.

Der Film setzt wie „Feuerball“ das meiste Potential in ein Element, das der Filmreihe später noch treu erhalten bleiben wird. Nur dieses Mal geht es um Ski-Szenen. Da der Film größtenteils in den oberen Regionen der Schweizer Alpen spielt – und zwar um Weihnachten herum, wie eine Szene zeigt – sind Bond, seine Verfolger und auch Tracy, seine Tischdame, viel im Schnee unterwegs. Eine große Verfolgungsjagd auf Skiern leitet die zweite Hälfte des Films ein, gefolgt von einer Art Stock-Car-Rennen in der Schweizer Provinz auf einer verschneiten Rennbahn. Die recht spärlichen Kampfszenen sind sehr gut gefilmt, besonders die Prä-Vorspann-Szene am Strand. Aber auch hier ist der Höhepunkt die Massenschlacht, dieses Mal etwas konventioneller mit einem Hubschrauberangriff und beeindruckender Feuerkraft auf beiden Seiten (Flammenwerfer und hassu nich gesehn…). Dieses Mal gibt es auch eine direkte Konfrontation zwischen Held und Schurke – auf einer Art Bobbahn in einer Verfolgungsjagd.

Das eigentliche Ende des Films mag viele überraschen, daher will ich aus Rücksicht auf jene, die den Film noch nicht gesehen haben, keine Worte darüber verlieren. Aber vielleicht darüber, wie es den Produzenten trotz eines sehr soliden Films – der im Übrigen für die „Austin Powers“ Filme das große Vorbild war – gelungen war, Lazenby loszuwerden. Laut IMDB war dies seine eigene Schuld; er hatte den Vertrag kurz angeguckt (14 Seiten Kleingedrucktes) und sich gesagt, dass er locker auch andere Rollen bekommen könnte. Seine übrige Filmographie hat dementsprechend auch keine großen Höhepunkte – hervorstechend ist allerhöchstens seine Beteiligung an der „Emanuelle“-Reihe…

Also am Film lag es nicht, dass dieser Schauspieler nur ein einziges Mal in die Rolle von 007 schlüpfen durfte. Plot, Ausstattung, Actionszenen, Spannungskurve – das stimmt alles. Die Besetzung reißt es runter, aber nicht so sehr, dass man den Film nicht gucken mag. Außerdem nehmen viele spätere Bond-Filme auch Bezug auf „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“, weshalb man sich diesen schon gerne angesehen haben sollte. Was die Qualität der Bond-Filme angeht, spielt dieser hier jedenfalls in der oberen Liga.

8/10 Punkte

Man lebt nur zweimal (1967)

Bond: Sean Connery
Schurke: Donald Pleasence (Blofeld)
Bond-Girls: ein paar unbekannte Japanerinnen
Wie oft gesehen: mindestens 20 Mal


Endlich kommen wir zum Kern des Themas: Dieser Bond war die Krönung und ist heute noch der Film, mit dem man viele Elemente der Filmreihe in Verbindung setzt – Trainingsszenen, großangelegte Massenkämpfe, kreative Ausrüstung bis zur Lächerlichkeit, eine Oberschurken-Basis der Extraklasse. Selbst die Werbung damals nannte die Höhepunkte im Voraus: James Bond wird heiraten, sterben und seine Erz-Nemesis Blofeld treffen – nicht unbedingt in dieser Reihenfolge. Obwohl damals schon gesagt wurde, dass es möglicherweise der letzte James-Bond-Film werden sollte (da Connery keine Lust mehr hatte und sich auch als „zu alt für diesen Sch**ß“ fühlte), war nach „Goldfinger“ dieser Film der zweite Meilenstein dieser Reihe und Inspiration zu einer Art von Bond-Filmen, die zwar mit der Realität recht wenig zu tun haben, aber beste Abendunterhaltung versprechen.

Und wieder einmal geht es um die Weltherrschaft („Of course!“): Von Japan aus will SPECTRE den dritten Weltkrieg provozieren, indem russische und amerikanische Raumkapseln von einem speziellen Raumschiff eingesammelt und in eine geheime Basis gesbracht werden – sodass die Supermächte sich gegenseitig beschuldigen. Die Russen und die Amis gehen sich schon fast an die Gurgel, bis ein britischer Botschafter vorschlägt, der Geheimdienst Ihrer Majestät könnte doch mal diese Spur nach Japan verfolgen, die sie entdeckt haben.

Auftakt zu einer Reihe bis heute noch spektakulärer Actionszenen: Die schwächste ist die Verfolgungsjagd / Massenschlägerei am Hafen, und das ist nicht viel gesagt – selbst diese Szene übertraf den Actiongehalt seines Vorgängers um ein Vielfaches. Der japanische Geheimdienst zeigt, dass man Verfolgungsjagden mit Autos auch kreativer beenden kann, indem man die Autos einfach mit schweren Hubschraubern abholt und ins Meer schmeißt. Und einer der großen Höhepunkte vor dem gewaltigen Finale ist der Luftkampf in einem bis an die Rotorblätter bewaffneten Minihubschrauber (so ein Teil will ich auch!).

Nebenbei, auch die etwas ruhigeren Szenen waren wegweisend, wie zum Beispiel die bis heute gerne kopierte Mordszene mit einem Faden und einem Tropfen Gift von der Zimmerdecke (zuletzt gesehen in „Grosse Point Blank“ mit John Cusack). Zu ruhig geht es aber auch nicht zu, denn Bond lässt sich diesmal etwas weniger Zeit mit der Frauenwelt und etwas mehr Zeit, ein paar Schurken zu zerlegen. Auch wenn Karin Dor als böse rothaarige Agentin ihm zuweilen etwas näher kommen darf – dass sie ihn in einem abstürzenden Flugzeug zurücklässt, nimmt er doch ziemlich persönlich.

Aber der absolute Kracher und Höhepunkt ist der finale Endkampf: Eine Hundertschaft von Ninjas (yeah!) stürmt die geheime Basis von SPECTRE, die in einem Vulkankrater liegt, und startet so eine Massenschlacht, die bis heute in einem Bondfilm unerreicht bleibt. Der Regisseur Lewis Gilbert versuchte sich an diesen Schlachten in seinen späteren Bond-Filmen „Der Spion, der mich liebte“ und „Moonraker“ erneut, aber dieser Endkampf hatte die Ausmaße eines Kriegsfilms. Eine direkte Konfrontation mit Blofeld, dem Kopf des Ganzen, bleibt leider aus. Vor allem bedauerlich, weil Donald Pleasence in dieser Rolle einfach eine grandiose Leistung abliefert und man gerne noch etwas mehr von ihm gesehen hätte.

Unterm Strich: Der Film ist ein echter Klassiker. Früher gerne gesehen, heute gerne gesehen. Das Maß an Action stimmt, die Schurken sind klasse besetzt, und die zahlreichen Elemente, die in jeden Bond-Film gehören, sind alle vorhanden. Trotz seines Alters immer noch einer meiner absoluten Lieblingsfilme, nicht nur als Bond-Film!

10/10 Punkte

Feuerball (1965)

Bond: Sean Connery
Schurke: Adolfo Celi (Largo)
Bond-Girl: Claudine Auger (Domino)
Wie oft gesehen: 1-2 Mal


Auch für „Feuerball“ könnte es sehr viele Titel geben: „Der Oscar-Preisträger“ (Spezialeffekte, teils aufgrund der Unterwasserszenen, teil Pyrotechnik), der erste Bond mit Unterwasseraufnahmen, das erste Mal ein Szenario, für das die Verbrecherorganisation SPECTRE (der Vorsitzende hat eine Katze) alleine verantwortlich zeichnet. Und der erste und bislang einzige Bond-Film, in dem man in einer Szene sämtliche Agenten der 00-Abteilung auf einen Haufen sieht. (Leider alle nur von hinten…)

Es ist außerdem der Film, den ich so selten gesehen, habe, dass ich ihn nochmal abspielen musste, um etwas darüber schreiben zu können. Und nachdem ich mir den Großteil des Films erneut angesehen hatte, wusste ich auch, warum ich ihn so selten sehe: Aus der Connery-Ära ist er definitiv der Schwächste. Ein Drittel des Films spielt unter Wasser, was zwar sehr aufwändig und bestimmt in den Sechzigern sehr beeindruckend war. Aber leider ist es auch verdammt langweilig! Unterwasseraufnahmen sind von Natur aus langsamer als andere Filmszenen, da sich alle nicht so schnell bewegen können, und mit der Darstellung des Plots, Bonds zahlreichen Aufklärungsversuchen und anderen kleinen Mätzchen zieht sich dieser Film eine ganze Weile hin. Und darunter müssen auch die sonst üblichen Actionszenen leiden, zum Beispiel die Autoverfolgung von sage und schreibe 40 Sekunden – für mehr blieb kein Geld.

Was den Plot selbst angeht, der ist gar nicht so übel: SPECTRE, ihres Zeichens Terroristen, Erpresser und allgemein unangenehme Gesellschaft, klaut zwei Atombomben und will von den führenden NATO-Regierungen 100 Millionen Pfund dafür haben. Was, kommt euch bekannt vor? Ja, genau, denn einen Titel habe ich für „Feuerball“ noch vergessen: „Der mit dem Remake“. In den Achtzigern drehte Irvin Kershner, der Regisseur von „Das Imperium schlägt zurück“, eine Neuauflage mit Sean Connery als Bond, aber ohne die echte James-Bond-Lizenz und daher auch ohne die üblichen Zutaten wie die Gunbarrel-Sequenz am Anfang oder den aus tanzenden nackten Frauen bestehenden Titelvorspann.

Aber allgemein mangelt es an der Ausführung dieses Plots: Bond stolpert rein zufällig über die Hinweise, die ihn auf die Spur von Einauge Largo bringen, des Katzenliebhabers rechte Hand. Dass die Schwester einer für den Plot relevanten Person – die wiederum frühzeitig aus dem Leben scheidet – mit Largo in Verbindung steht, ist ein sehr angenehmer Zufall, den 007 natürlich kräftig nutzt, um sie anzubaggern. Wenn es dann mal Action gibt, so zwischendurch für ein paar Sekunden, dann sind es lahme Verfolgungsjagden zu Fuß, ein Tauchgang und ein bis zwei kleinere Prügeleien.

Nur gegen Ende dreht der Film auf, und zwar mit einer einfallsreichen und spektakulären Massenschlacht, in der zwei Armeen von Tauchern unter Wasser aufeinander losgehen. Gefolgt von einer Seeschlacht / Verfolgungsjagd, bei der Largos Schiff zu Bruch geht (und ich kann nur annehmen, dass es sich um die Explosion handelt, für die es den Oscar gab, obwohl sie heutzutage wahrlich nichts Besonderes mehr ist). Aber bis zu diesen adrenalinhaltigen 20 Minuten muss man schon anderthalb Stunden leichtes thrillermäßiges Geplätscher hinnehmen. Oder man hat die DVD und guckt sich nur die Endschlacht an.

Es mag einige überraschen, aber ich finde das Remake „Sag niemals nie“ besser als dieses Original. Die Action ist besser, die Effekte sind besser, und Klaus Maria Brandauer als Schurke hat auch mehr Ausstrahlung als dieser komische Italiener mit der Augenklappe. Sicher, die Endschlacht reißt es raus, und es ist nicht der allerschlechteste Bond-Film. Aber viel Potential wurde verschenkt und stattdessen in diese Unmengen von Unterwasseraufnahmen gepumpt. Es ist ein Film für Hobbytaucher und hartnäckige Sean-Connery-Fans. Wie gesagt, der schwächste aus der Connery-Ära.

4/10 Punkte

Goldfinger (1964)

Bond: Sean Connery
Schurke: Gert Fröbe (Goldfinger), Harold Sakata (Oddjob)
Bond-Girl: Honor Blackman (Pussy Galore)
Wie oft gesehen: 3-4 Mal


Der Legendäre. Der Unantastbare. Der Klassiker. Vergesst die zwei Filme davor – „Goldfinger“ hat die Reihe, so wie wir sie kennen, erst begonnen. Denn erst hier kamen sie auf den Trichter eines wirklich größenwahnsinnigen Oberschurken mit einem vollkommen abgedrehten Plan und einem Fetisch für ein gewisses Edelmetall. Und er hatte den ersten echten Handlanger der Bond-Filme, einen stummen Diener mit einem Hut, der einem den Schädel abrasieren konnte. Sein Name war Oddjob – und wie viele Elemente, die hier ihren Anfang nahmen, wurde auch er nie ganz von seinen Nachfolgern übertroffen (außer vielleicht vom Beißer, der es als einziger Handlanger in zwei Bond-Filme geschafft hatte).

Hier waren auch die Mordmethoden äußerst kreativ – die ganz in Gold gehüllte Gespielin ist es alleine wert (quasi ihr Gewicht in Gold… hö hö hö…). Endlich fliegt vor dem Vorspann mal was in die Luft und es gibt Action – endlich hat der Vorspann einen Titelsong, gesungen von Shirley Bassey (so wie zwei weitere Titelsongs für James Bond über die Jahre). Endlich nennt man Q beim Namen, und das Auto – ein Aston Martin – bekommt die lange ersehnten Maschinenkanonen hinter den Scheinwerfern. Endlich muss Bond die Schlacht am Ende nicht alleine austragen, sondern hat seine eigene Armee an der Seite (die erste von vielen, aber leider noch zu wenigen Massenschlachten als Höhepunkt der Filme). Und endlich, nach langem Warten, gibt es im James-Bond-Film einen Laser! Darauf haben wir alle gewartet!

Der Plot ist mittlerweile auch ein Klassiker: „Wir gehen Fort Knox an die Goldreserven“, so der Plan von Auric Goldfinger (mögt ihr diese Wortspiele nicht auch?). Aber nicht einfach klauen, sondern mit einer Atombombe zusammenschmelzen und verstrahlen, sodass nur Goldfingers eigene Reserven noch etwas wert sind. Sein stummer Diener Oddjob („Hut ab!“) sorgt dafür, dass ihm keiner in die Quere kommt und entsorgt auch gerne mal ehemalige Geschäftspartner, und seine Top-Pilotin Pussy Galore (hättest du wohl gerne…) soll die Vorbereitungen für ihn treffen. Alles in allem hat Bond also eine Menge zu tun.

Allerdings ist dieser Klassiker wie die meisten Klassiker nicht vollkommen frei von Mängeln. Denn von den relativ aufregenden Szenen am Anfang und in der Mitte bis zur fulminanten Armeenschießerei gegen Ende gibt es zahlreiche Längen. Und damit meine ich Längen. Am Besten zu erkennen ab der Szene, wo Goldfinger sich dazu durchringt, Bond NICHT mit dem Laser zu töten, sondern ihn als Gefangenen zu behalten. (Alleine das muss man sich mal vorstellen: Niemand anderes in der gesamten Reihe war so nahe daran, James Bond zu töten. Aber Bond überlebte nur, weil der Oberschurke entschied, ihn am Leben zu lassen – er hätte keine Chance gehabt! Tja, dein Schicksal hast du dir dann ja wohl selber zuzuschreiben.) Ab dann spielt Bond mit der Tischdame herum, die nicht einmal wirklich gut aussieht, sitzt auf der Terrasse und trinkt Cocktails, und zwischendurch belauscht er mal die Pläne seines Gegenspielers. Der Szene, wo der Geschäftspartner, der nicht mehr mitmachen wollte, entsorgt wird, widmen sie auch fünf bis zehn Minuten der Zeit, in der sie sonst locker zwei Explosionen, eine Schießerei und einen Faustkampf hätten bringen können. Was, vom Alter des Films mal abgesehen, entsprechend zur Folge hat, dass ich ihn seltener gesehen habe, als ihm eigentlich zusteht.

Ohne diesen Film wäre James Bond nicht der, der er heute ist. (Vergesst an dieser Stelle bitte den letzten Film mit Daniel Craig!) Das Zeitalter der lustigen Ausrüstung, schweren Jungs und leichten Mädchen ist nun endlich in dieser Reihe angebrochen. Ab hier kann es nur noch bergauf gehen. Oder? Jedenfalls, was diesen Film angeht, liebt man ihn schon aufgrund seiner einzelnen Zutaten und der Szenen, die daraus gemacht wurden. Als ganzer Film vielleicht etwas zu lang und auch nicht so spannend wie sein Vorgänger. Aber einem Klassiker wie diesem kann man sowas mal verzeihen, denke ich.

8/10 Punkte