Sein Abenteuer auf der fernen Insel ist beendet, doch die Sage geht weiter. Er muss sich nun der schwersten aller Prüfungen stellen, um zu beweisen, dass er die Feder genauso gut beherrscht wie die Klinge. Doch zwischenzeitlich rief ihn das Schicksal auf eine andere Insel, belagert von untoten Kreaturen und einer intriganten Handelsfamilie. Mehr darüber demnächst...

Montag, 1. November 2010

Double Review: "Scott Pilgrim vs the World" und "R. E. D." (beide 2010)

Moin!

Der Monat ist wieder um, es wird Zeit für ein paar mehr oder minder geistreiche Filmkritiken von mir. Das Sommerloch ist auch um, dementsprechend können wir wieder die Zeit der verregneten Kinotage erwarten. Womit auch die Macher von Kinofilmen rechnen und sich normalerweise ihre besten Werke für diesen Zeitraum aufsparen. Na ja, zumindest war es vor einigen Jahren noch so - heutzutage kann man nie wissen, wann wirklich mal was Gutes im Kino kommt.

Dieses Mal hatten wir Glück: Gleich zwei echte Kracher haben hier den Weg ins Kino gefunden - und ich rede nicht von "Machete", der nebenbei bemerkt auch ein echter Partyfilm ist. Nein, heute bleiben wir mal lieber im FSK 12-14 Bereich mit den beiden in der Überschrift erwähnten Filmen. Einer handelt von den Tücken jugendlicher Liebe und Eifersucht, der andere ist eine Auseinandersetzung mit dem Älterwerden gemischt mit politischen Hintergründen und leichter Kritik am Überwachungsstaat Amerika.


Zuerst einmal widmen wir uns "Scott Pilgrim vs the World" von Edgar Wright, dem Schöpfer der beiden Klassiker "Shaun of the Dead" und "Hot Fuzz".

Wright gehört definitiv zu der Sorte Filmemacher, denen es schwer fällt, ein Thema wirklich ernst zu nehmen. Das ist eine Eigenschaft, für den man ihn aber einfach lieben muss. Mit "Shaun of the Dead" hat er einen Zombiefilm gedreht, der neben dem genretypischen Splatter auch hinreißende Ideen und Humor mitbringt, und "Hot Fuzz" ist trotz meiner Affinität zu 80er-Jahre-Buddy-Movies, die dort nach Strich und Faden vergackeiert werden, einer meiner absoluten Lieblingsfilme - oder auch gerade genau deswegen. Im Übrigen sieht seine IMDB-Liste eher mager aus, somit ist "Scott Pilgrim" sein erster großer Film seit "Hot Fuzz". Und dieses Mal spielt er nicht einmal in England, und der Hauptdarsteller ist nicht Simon Pegg (ja, ihr mögt ihn als Scotty aus dem neuen Star Trek kennen - für mich der einzige Lichtblick in dem Drecksfilm!).

Ja, aber: Wer spielt mit? Und worum gehts da? Beides ist schnell erzählt: Hauptdarsteller ist Michael Cera, ein junger, recht sympathischer Schauspieler, dessen Rollenauswahl ihn allerdings in die "schüchterner Verlierer" Schublade einordnen würde. Bekannt dürfte er seit "Juno" oder "Year One" sein, aber ich kenne ihn noch aus der Zeit bei der Serie "Arrested Development". Ihm zur Seite steht Mary Elizabeth Winstead - für Fans des Mainstream-Kinos: "Final Destination 3" und "Stirb Langsam 4.0" (Filmtochter von Bruce Willis). Im Grunde geht es darum, was ich schon angedeutet habe: Cera will bei Winstead landen - es ist ein Liebesfilm. Beide sind Anfang bis Mitte Zwanzig, also quasi jugendlich. Und im Weg ihrer Liebe stehen eifersüchtige Ex-Freunde (nein, Ex-Lover - ganz wichtig!) von Winstead. Der Eifersuchts-Teil ist auch erfüllt.

Hier endet die Reihe der "normalen" Elemente des Films. Denn anstatt dass es zu friedlichen Aussprachen mit den insgesamt sieben Ex-Lovern kommt oder zu einer zünftigen Prügelei im Hinterhof - moment, lasst es mich anders formulieren. Erinnert ihr euch an Mortal Combat? Oder Streetfighter? Der Film ist genauso. Und zwar nicht wie die Filme - wie die SPIELE!!! Um bei seiner Traumfrau zu landen, muss sich Cera nämlich durch die Reihen der Ex-Lover kämpfen, die sich allesamt zu irrsinnigen, visuell völlig durchgedrehten Duellen auf Leben und Tod stellen. Und während Cera sich abseits dieser Duelle eher schüchtern und zurückhaltend gibt, in den Kampfszenen dreht er richtig auf! Muss er auch - zu seinen Gegnern zählen "Superman" Brandon Routh und "Fantastic Four" Chris Evans (ich erwähnte den mal in meiner "Push"-Review...)

Ganz ehrlich, es ist eigentlich unbeschreiblich, was in diesem Film abgeht: Aufgesetzt wie ein typisches Videospiel aus dem Arcade-Zeitalter (vor allem die Prügelspiele) schlägt sich Cera durch Einzelkämpfe a la "Mortal Combat", kriegt dabei Punkte gutgeschrieben, steigt Level auf - das alles in teils Comicstil, teils Videospiel-Elementen eingeblendet. Nebenbei sorgen seine privaten Probleme (wenn man die so nennen kann) für abgedrehte Wendungen und biestige Kommentare seitens der übrigen weiblichen Besetzung. Aber das ist vollkommen egal - wenn er seine Konkurrenz zerlegt, wird nur noch gefeiert. Eine ganze Latte verschiedenster Anspielungen auf Video- und Comickultur runden das Szenario noch ab, und selbst wenn der Film schon am Ende zu sein scheint - ein Hammer folgt immer noch.

Damals bei "Hot Fuzz" lag ich lachend unterm Sofa, als ich sah, wie sie in der letzten halben Stunde vollkommen ausrasteten und ein halbes englisches Dorf zerballerten. Diese halbe Stunde aus "Hot Fuzz" haben sie mental auf den ganzen Film ausgeweitet. Wer auf Realismus steht, wird diesen Film hassen. Wer ruhige Liebesdramen erwartet, wird entsetzt aus dem Kino rennen. Wer aber was Verrücktes und zum Schreien Komisches sehen will, mit Action nahe dem "Final Fantasy VII" Film und dem Gefühl der guten alten Beat 'em Ups von den Spieleautomaten - der kommt an diesem Streifen nicht vorbei.

"Scott Pilgrim vs. the World" - für mich der ultimative Liebesfilm! Denn hier geht die Post ab!

10/10 Punkte



Der Film stellte mich allerdings auch vor ein Dilemma: Für jeden anderen Film wüsste ich mindestens einen Film, der dazu passt und den man sich im Anschluss prima angucken könnte. Nicht für diesen! Es gibt nichts Vergleichbares, weder damals noch heute, was auch nur ansatzweise in ein Double Feature passen würde. Oder anders ausgedrückt: Ich empfinde "Shoot 'em Up" als stilles Drama, verglichen mit diesem Streifen.

Aber da wir sonst nix Besseres zu tun hatten, schauten mein Vater und ich einen Altherrenfilm an: "R.E.D."

Zur Erklärung: "R.E.D." steht für "Retired - Extremely Dangerous". Dieser Begriff wird zumindest im gleichnamigen Film für Ex-CIA-Agenten im Ruhestand verwendet, die eigentlich zu alt sind, um noch reihenweise Leute umzulegen. Damit sind Leute wie Morgan Freeman (jetzt fragt mich nicht, wer das ist - jeder Kinogänger kennt ihn!), John Malkovich ("Con Air" - ja, ich weiß, er hat bessere Filme gemacht) und Helen Mirren ("Teaching Mrs. Tingle" - und weil ihr es seid: "Die Queen"). Ach, und natürlich den Kerl aller Kerle: Bruce Willis. Und er wird langsam echt zu alt für den Sch***!

Es beginnt in der Vorweihnachtszeit, wo Willis aus dem Haus tritt, die Dekoration seiner Nachbarn sieht und sich denkt, von Flughäfen und Hochhäusern sollte er sich doch lieber fernhalten. Sein Leben als alter Mann ist recht ereignislos - er zieht eine Avocado hoch, telefoniert mit seiner Sozialarbeiterin, in die er ein bisschen verschossen ist, bringt ein Dutzend Killer mit automatischen Waffen um - das Übliche halt. Nur das mit den Killern passiert nicht mehr so oft.

Also gabelt er seine Sozialarbeiterin auf, denn es liegt ihm etwas an ihr und er will nicht, dass ihr etwas passiert. Da er aber vermutet, dass hinter der Umgestaltung seiner Hauses und dem Killerkommando wohl sein alter Arbeitgeber, die CIA, steckt, muss sie eben auch aus der Schusslinie. (Sie sieht das nicht so, aber dafür gibt es ja Klebeband.) Ein Möchtegern-CIA-Yuppie mit geringen moralischen Ambitionen kriegt den Auftrag, seinen Ruhestand etwas zu vertiefen, und heftet sich an seine Fersen. Worauf Willis nichts weiter bleibt, als seine alte Truppe von damals zu reaktivieren: Morgan Freeman, John Malkovich und Helen Mirren.

Also dieser Film ist kein Thriller. Es geht nicht darum, wer jetzt was macht und um was es überhaupt geht. Das ist nur der Aufhänger für Witz und Geballer. Und ich meine Geballer. Die Altleute-Riege hält nicht viel von Heimlichkeit wie "Mission Impossible" oder die Bourne-Filme - hier wird mit Blei um sich geschmissen, als würde das Zeug nix kosten. Und alle haben einen Heidenspaß dabei - alleine die Dame Helen Mirren, nach ihrem Portrait als Queen Elizabeth, gibt einem das Gefühl, sie hätte wirklich mal für den MI6 Leute umgenietet. Aber das absolute Highlight des Films ist John Malkovich - der ist jenseits aller Zurechnungsfähigkeit, eine Art altgewordener "A-Team"-Murdoc. Und: Das Schwein! Achtet auf das Schwein!

Der Witz an dem ganzen Film ist natürlich, dass die Hauptdarsteller wirklich viel zu alt für den Kram sind. Willis macht das, was ihn vor 25 Jahren berühmt gemacht hat; die übrigen Darsteller helfen ihm nach Kräften. Es ist altmodische Action mit heftigem Augenzwinkern, einer James-Bond-Version von "The Expendables" nicht unähnlich. Nur hier ist immer noch der Kontrast zu den jungen Leuten - zynischen, karrieregeilen Leuten wie Haupt-Gegenspieler Karl Urban ("Herr der Ringe", "Doom", "Bourne-Verschwörung"). Die würden sich wohl auch eher einen bis ins kleinste Detail ausgearbeiteten Plan für den großen Schachzug der Heldengruppe vorstellen - dementsprechend gucken sie auch verdutzt aus der Wäsche, als Queen Mirren mit einer überaus großkalibrigen stationären Maschinenkanone in einem Parkhaus Autos zersiebt.

Einen Wermutstropfen hat dieser Film allerdings: Wer Morgan Freeman kennt und mag, sollte von seiner Rolle nicht allzu viel erwarten. Und das Finale erinnert in seiner Machart und seiner Idee an den Showdown aus "Stirb Langsam 4.0", welcher nach der anderthalbstündigen Actionorgie auch ziemlich unspektakulär endet. Wahrscheinlich alles Absicht, aber ich bin kein großer Fan von minimalistischen Showdowns.

"R.E.D." ist eine moderne Actionkomödie mit einer Liste von Hauptdarstellern, die wie in Actionfilmen der alten Schule agieren und ihr eigenes Alter auf die Schippe nehmen. Der Witz stimmt punktgenau, die Action ist klasse, die Charaktere (zumindest auf guter Seite) sind liebenswert. Ein Film für Jung und Alt. Quasi für die Mittelalten.


9/10 Punkte

Freitag, 8. Oktober 2010

Bekenntnnisse eines Geburtstagskindes

Ich habe mittlerweile so einen im Kahn; die Menge an Alkohol, die ich zu mir genommen habe, würde der Roten Armee als Moralschub für zehn Jahre reichen. Also mache ich es kurz.


Ich habe mir an diesem Tag viele Gedanken gemacht, was ich in diesen Eintrag schreibe. Und ob überhaupt - ein Schriftsteller wie ich arbeitet schließlich nicht an dem Tag, an dem er gezeugt wurde. Aber da ich keinen Juiläumseintrag zu meinem Blog schreibe -und meine Finger eh immer die richtigen Tasten verfehlen - muss wenigenstens an meinem Schlüpftag etwas Besonderes passieren. Und ich merke gerade, meine Tippfehler lassen signifikant nach, wenn ich nicht auf die Tastatur gucke...

Und so sei es also. 26 Lenze bin ich geworden, und das ganz ohne Mr. Kipling. (Ganz ohne nun auch nicht.) Ich habe den Tag im Kreis meiner Geliebten verbracht, viele Geschenke erhalten, für deren Sichtung ich Monate brauchen werde, und soviel Alkohol konsumiert, dass mir die Erdrotation kurz davor ist, auf den Magen zu schlagen. Plus meine Tippfähigkeit zu ruinieren, weshalb sämtliche Tippfehler den Firmen Öttinger, dem Pfälzer Weingut sowie den Herstellern von Met und Ouzo zur Last fallen dürfen. Eines will ich aber vorher loswerden, bevor ich das Bewusstsein verliere:


Ich will mich bei allen Leuten bedanken, die an diesem Tag an mich gedacht haben. Sei es per SMS (danke, PETER!) oder Nachricht im StudiVZ (Ruth, Marcus, Wienke, Kathrin, Stefan, Timo, Teichi, Siok, Sönke, Carsten, Michael, Stephan und mein
Bruder PETER!). Teilweise auch per Email, wobei die automatischen Mails von WOA und dem Star Wars Forum schon fast Armutszeugnis sind. Wie auch immer: Wenn ihr diese Nachricht lest und mir gratuliert habt: Danke schön!!! Wenn ihr mir nicht gratuliert habt: Tja, schade, ne?

Wie gesagt, ich habe mehr getankt als der Golf von Mexiko. Und vor Gericht gelte ich im Moment als jenseits aller Zurechnungsfähigkeit. Fliegen (bei "Heroes in the Sky") tu ich heute auch nicht mehr. Ich gehe lieber ins Bett. Meine Tastatur rebelliert auch schon gegen mich...

Sonntag, 3. Oktober 2010

Drei ??? vs TKKG (Teil 4)

Sowas, sowas... da glaubte ich, dieses Thema zu Genüge behandelt zu haben, und doch stoße ich immer wieder auf Neues. Und ich glaubte auch in drei Blog-Einträgen das abgearbeitet zu haben, was im visuellen Medienbereich über beide Reihen die Abarbeitung lohnt. Das war jedenfalls vor meiner letzten Entdeckung.


Mit TKKG bin ich durch, wie schon vorher gesagt. Sollte jemals wieder ein neuer Film herauskommen, werde ich mit meiner Zeit etwas Sinnvolleres anfangen. Es sei denn, der Regisseur ist entweder Florian Baxmeyer, der einzige deutsche Regisseur, der was taugt, oder John Woo. Mit Letzterem rechne ich eher nicht. Gleichzeitig hoffe ich, dass die drei ??? noch eine weitere Chance im Kino erhalten werden. Bislang ist nichts angekündigt worden, und obwohl ich den zweiten Film sogar besser fand als den ersten, ist dieser eher still und leise in der DVD-Abteilung verschwunden und wird wohl noch irgendwann im Nachmittagsprogramm von Super RTL gezeigt, aber nicht zur Prime Time auf einem bedeutenden Sender.

Was bleibt also noch? Die große Überraschung, von der eigentlich nur die wirklich beinharten Fans wissen: Es gab / gibt Live-Aufführungen mehrerer Fälle der drei Detektive aus Rocky Beach. Genauer gesagt ist es die Aufführung eines Hörspiels auf einer Bühne vor Publikum. Mit den drei Sprechern Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Andreas Fröhlich in den Rollen, in denen sie seit nun über dreißig Jahren erfolgreich geworden sind. Plus einiger mehr oder weniger prominenter Gastsprecher und einem Erzähler.

Es gibt von dieser Aufführung bislang zwei, die es auf eine DVD geschafft haben. Zum Einen die schon seit Jahren kursierende Aufführung des Falles "Master of Chess", einer vermutlich extra für die Bühne geschriebenen Geschichte; zum Anderen die Aufführung des allerersten Hörspiels der Reihe "Der Superpapagei". Und ich besitze mittlerweile beide.

Meine Erwartungen bei "Master of Chess", welches ich zuerst gesehen hatte, waren damals relativ gering. Die große Faszination war es ja, die Sprecher, mit denen ich ja praktisch aufgewachsen bin, mal wirklich in ihren Rollen agieren zu sehen. Sie stellen sich auf die Bühne vor ihre Mikrofone und verlesen ihren Text. Das alleine würde den harten Fans schon reichen. Aber die Art, wie sie es machen...

Ganz ehrlich, der wahre Star der Aufführung (sogar in beiden Fällen) ist der Tontechniker. Peter Klinkenberg, ein Meister vor dem Herrn. Ein Mann, der in zwei verschiedenen Schuhen auf der Bühne sitzt, vor sich eine Auswahl von verschiedenen Oberflächen, mit diversen Requisiten an seiner Seite. Und wenn er mit denen die Soundeffekte erzeugt und dabei breit grinst, ist man einfach fasziniert. Mir würde jedenfalls nur eine Person einfallen, die das auch so hinkriegen würde, und das ist MacGyver.

Bei "Master of Chess" wirken neben den drei Detektiven allerdings nur zwei Gastsprecher mit, die man nicht einmal aus einschlägigen Fernsehzeitungen kennt. Doch beide - ein Männlein, ein Weiblein - übernehmen in dem Stück mehrere Rollen, und das mit Bravour. Er als alternder Graf, betrunkener Spaziergänger (und vom Humor her höchstwahrscheinlich ein Norddeutscher) und Quasimodo-Imitator; sie mit einem Hang zu schrillen Stimmen als mexikanisches Küchenmädchen, verrückte Gräfin und eine "normale" Rolle, die ich aber nicht verraten will, weil sie vom Plot zuviel verrät. Und dann bleibt nur noch der Erzähler, dessen Stimme - da bin ich ziemlich überzeugt - in dem Disney-Film "Tron" das "Master Control Program" auf deutsch vertonte.

All das gut und schön, und für Fans sicher ein Fest, aber ich empfehle es jedem, der mit den drei ??? etwas anfangen kann. Denn sie nehmen sich in diese Stück beruflich und privat gehörig auf die Schippe. Es gibt genug Gelegenheiten, bei denen sie die normalerweise hochspannende Atmosphäre außer Acht lassen und auf der Bühne einfach mal blanken Unsinn walten lassen. Der Tontechniker ist da ja natürlich der Schlimmste. Aber auch Andreas Fröhlich mit seinem John-Cusack-Humor und seine zwei Kollegen lassen stellenweise echt die Sau raus. Und für die Stellen, an desen sie mal nicht als drei Detektive zu diskutieren anfangen, lohnt sich das Ansehen der Aufführung alleine. Und Gelegenheiten dazu gibt es genug.

"Der Superpapagei" ist da schon etwas ernster. Das Stück ist bis auf einige Änderungen eine Adaption des originalen Hörspiels, was allerdings auch zu einigen Running Gags führt. Einige der Fehler, die die Autoren des Dialogbuches damals gemacht hatten, wurden entweder mit einem Augenzwinkern korrigiert oder mit einem noch heftigeren Augenzwinkern immer wieder parodiert. Hilfreich ist hier auch die prominente Gastbesetzung. Wie ich im Eintrag über den zweiten Film der drei ??? schon schrieb, wurde Mortons erster Kinoauftritt vom echten Sprecher der Hörspielreihe synchronisiert. Dieser Mann fand auch seinen Weg auf die Bühne, um nicht nur Morton, sondern auch Skinny Norris, den Erzfeind des Trios, zu sprechen. Hinzu kommen Detlef Bierstedt (die deutsche Stimme von George Clooney und Commander Riker aus "Star Trek") und Thomas Fritsch als Erzähler (der einem wirklich wie in der Pro7-Märchenstunde vorkommt).

Mit Skinny Norris geht auch eine der großen Änderungen, die vom Hörspiel zur Bühne stattfanden, einher. Der Schurke kommt im originalen Hörspiel gar nicht vor, was sogar auf der Rückseite der DVD-Hülle betont wird. Hier wurde ihm allerdings ein Auftritt zuteil, der nicht nur der Romanvorlage näher kommt als das Hörspiel, sondern auch einen weiteren Fauxpas des Hörspiels behebt, der stark am Hintergrund von Justus Jonas kratzte. Also nicht so schlimm wie "Greedo shoots first" in Star Wars, aber ein Detail, über das sich die Macher wohl erst später einig waren.

Bei so viel prominenter Besetzung und einer Geschichte, die die meisten Fans von Kindesbeinen auf kennen, gibt es nicht mehr viel Raum für Blödeleien. Aber das bisschen Raum, was noch bleibt, wird ausgenutzt. Alleine die Auftritte der seriösen Schauspieler als Papageien sind zum Schreien komisch. Und wenn Oliver Rohrbeck an der eigentlich spannendsten Stelle des Stücks einen Lachanfall kriegt, ist eh alles vorbei.


Es gibt so viele Gründe, diesen beiden "Theater"-Aufführungen eine Chance zu geben. Manche finden vielleicht Gefallen an der Idee eines auf der Bühne vorgeführten Hörspiels. Andere interessieren sich für Einblicke in die Kunst der Tontechnik. Aber vor allem die Fans der Hörspiele werden es lieben, denn dies ist eine Möglichkeit, die alten Hasen zu sehen, die von Kindesbeinen an die drei Detektive verkörpert haben und es heute noch tun, auch wenn sie überhaupt nicht danach aussehen. Und ich sage euch: Sollten sie noch einmal in Flensburg auftreten, wie sie es schon vor Jahren einmal getan haben, dann will ich auf jeden Fall dabei sein. Es lohnt sich!


Drei ??? - Master of Chess: 9/10 Punkte
Drei ??? - Der Superpapagei: 8/10 Punkte

Freitag, 1. Oktober 2010

Earthstorm

Ich habe ja mit "Predators" und "The Expendables" zwei Kritiken zu absoluten Top-Filmen geliefert; da wird es mal wieder Zeit für etwas weniger Erbauliches. Und mal wieder ist es meiner Naivität zuzuschreiben, dass ich diesem Film alleine vom Titel her eine Chance geben wollte, wobei mich sogar das DVD-Cover hätte vorwarnen müssen: Hauptdarsteller (beziehungsweise "einzige Darsteller, die man schon mal irgendwo gesehen hat") in dieser Gurke sind Stephen Baldwin (ja, einer von den dreihundert Brüdern) und Dirk "Starbuck und Faceman" Benedict. Obwohl ich Letzteren noch sehr mag, dank der beiden genannten Rollen, muss ich sagen, ein Film mit ihm in einer tragenden Rolle, der nichts mit A-Team oder Kampfstern Galactica zu tun hat, erweckt nicht gerade mein Interesse - oder jedwedes Vertrauen.


"Earthstorm" hat aber noch mehr zu bieten als nur das.

Schreibt ruhig einen Kommentar, wenn euch die folgende Geschichte an einen bekannten Film aus den späten 90ern erinnern sollte: Durch etwas, was S.E.T.I., der NASA und sämtlichen Astronomen der Erde irgendwie entgangen war, steht jetzt die Erde vor dem Untergang durch einen riesigen Himmelskörper (in diesem Fall: der Mond). Das sogenannte American Space Institute, kurz ASI, also die Vollprofis in Amiland, entdecken, dass nur eine gewagte Sprengmission den Planeten retten kann (oder in diesem Fall ein hanebüchener Physik-Plot der uns weismachen will, dass man mit einem Magneten eine Spalte im Mond schließen kann, bevor er auseinander bricht). Zu diesem Zweck soll ein absoluter irdischer Laie, der aber auf seinem Fachgebiet der absolute Obermotz ist, zu den Vollprofis beim ASI reisen, seinen Senf dazu geben, dann kann er wieder nach Hause. Natürlich wird alles viel komplizierter, und schon bei dem Satz "Nein, wir schicken Sie nicht ins All, sondern Sie sollen uns nur beraten" weiß man schon, dass genau dieser Laie ins All geht, irgendwas ungemein Heroisches anstellt und dann allen den Tag rettet. Wem das nicht reicht, um auf den Film aus den 90ern zu kommen, dem stellen wir noch eine junge schwarzhaarige Frau als "Tochter" (beziehungsweise Tochterfigur, denn der Held ist ihre "Vaterfigur" - Zitat aus dem Film) und einen Schlipsträger, der zwar keine Ahnung hat, aber im Umfeld des Präsidenten arbeitet und deswegen immer das letzte Wort hat - ach ja, und was die Spezialisten reden, ist eh Müll. Er weiß es besser - nicht, weil er es mit Fakten untermauern könnte, sondern... ist einfach so. Ach ja, und zum Thema Sprengung: Ein experimentelles Shuttle mit nuklearem Impulsantrieb (... ähm... was habt ihr denn geraucht) und vier Atombomben an Bord soll das Problem lösen. Zuvor jedoch gehen Mexico City und andere Städte im Asteroidenhagel unter und werden natürlich nicht vorgewarnt, dass das Ende der Welt bevorsteht. Als die Menschen dann doch davon Wind kriegen, kommt dann die Radiomeldung: "Wir sind jetzt alle gleich. Und unsere Gebete sind mit den Menschen im Space Shuttle auf ihrer Mission."

Na? Klingelts?

Muss ich eigentlich noch sagen, was an dem Film schlecht ist? Was ist an dem Film gut? Fragen wir lieber mal so, denn das lässt sich leichter beantworten. Was an dem Film gut ist: Es geht was kaputt, und es kommt ein Raumschiff drin vor. Punkt! Das sind die Vorteile. Der gesamte Plot ist aus *zu erratendem Film* geklaut, inklusive Zeitlupenaufnahme heroischer Astronauten, gefährlichem Anflug durch tückische Asteroidenschwärme, einer Bodencrew mit Tendenz zur weitreichenden Panik, weil sie nicht alles selber machen können, sowie mitfiebernden Menschen aus aller Welt, die vor dem Fernseher sitzen und abwaren, ob die Welt nun untergeht oder nicht. Der einzige Unterschied zu *zu erratender Film* ist: *SPOILER* Der Held überlebt. Obwohl er es nicht verdient. *SPOILER-ENDE*

Die Effekte sind absolut lächerlich. Die Zerstörung von Mexico City entstand anscheinend mit Hilfe von Photoshop (erinnert mich jedenfalls stark an die Effekte vom Nostalgia Critic), die Weltraumaufnahmen habe ich bei Wing Commander schon überzeugender gefunden, und die Sprengungsszenen am Anfang des Films wären sogar den Machern von "Power Rangers" peinlich gewesen. Aber noch lächerlicher als die Spezialeffekte sind die üblen Dialoge aus dem Katastrophenfilm-Setzkasten: Wenn Stephen Baldwin mit seiner "Tochter" darüber spricht, dass seine Frau vor drei Jahren gestorben war, denke ich auch nur: "Exposition! Exposition! Rush it through ASAP!" Dirk Benedict braucht fünf Dialogzeilen, um zu zeigen: "Hallo, ich bin in diesem Film der Bösewicht. Aber nicht aus Bösartigkeit, sondern aus reiner Dummheit und Eitelkeit." Und ich bin der Meinung, für den Satz "Ich komme gerade von meinem Freund, dem Präsidenten" gehört jeder Charakter in jedem Film, der mit dem Schicksal der Welt zu tun hat, gesteinigt, gevierteilt und an die Viecher aus "Der Nebel" verfüttert. Ach ja, der absolute Knüller an Dialogzeile kommt von der Shuttlepilotin mit der unvergesslichen Textzeile: "Houston, hier blinkt etwas Rotes!" Erinnert an Sigourney Weaver, die beim Alarnton in "Galaxy Quest" sagte: "Ich kenne dieses Geräusch. Das ist ein schlimmer Geräusch!"

Schauspielerische Leistung sucht man in dem Streifen eh vergebens. Stephen ist einer der Baldwins, die man engagiert, wenn Alec den Castingfuzzi mit einem Arschtritt vor die Tür setzt, William nur kaltlächelnd seine Schrotflinte durchlädt, Adam einem mit dem Finger auf "Firefly", "Independence Day" und "Predator 2" mitteilt, man habe den Schwachsinn nicht nötig, und Daniel beim Anblick des Drehbuchs fluchtartig das Land verlässt. Es gibt bestimmt noch einen Baldwin in der Familie, der noch tiefer sinken kann als das, und wahrscheinlich würde dieser in der Fortsetzung landen, sollte jemand tatsächlich so auf Dope sein, dass er das für eine gute Idee hält. Und außer Benedict, der ja nun sein Gesicht auch in jede Kamera halten muss, die er finden kann (verdammt, ich habe ihn immer noch nicht in der "A-Team" Verfilmung entdeckt!), gibt es niemanden, den man jemals in irgendeiner Form, an die man sich erinnern könnte, in Film und Fernsehen entdeckt hätte.

Das dürfte das, was mir "Earthstorm" vermittelt hat, gut zusammenfassen. Story geklaut, Effekte vom Heimcomputer, Schauspieler, die man hierzulande nicht mal ins Dschungelcamp lassen würde, sowie die schlechtesten Dialoge seit Star Wars Episode 3. Einzige Pluspunkte, und selbst die sind von der Umsetzung her mehr als erbärmlich, dank der Spezialeffekte: Es geht was kaputt, und es kommt ein Raumschiff drin vor. Und wenn ihr den Film mittlerweile erraten habt, auf den ich hier die ganze Zeit anspiele, dann schreibt einen Kommentar zu diesem Beitrag! Ernsthaft!


2/10 Punkte

Sonntag, 26. September 2010

Predators (2010)

Und wieder eine Filmkritik, dieses Mal von meinem Elternahus aus, wo ich vorübergehend wieder gelandet bin. Meine eigene Internetverbindung funktioniert noch nicht wirklich, also muss ich mich wieder mit dieser komischen Tastatur prügeln, die mein Vater benutzt. Aber lasst uns zum Geschäftlichen kommen (nebenbei, mein Vater sagt wahrscheinlich das Gleiche über meine Tastatur, auf der mittlerweile zwei Drittel der Buchstaben nicht mehr zu erkennen sind...)


Nicht allzu viele Leute dürften wissen, dass der "Predator", das außerirdische Wesen aus dem gleichnamigen Film mit Arnold Schwarzenegger von 1987, einer meiner absoluten Lieblings-Antagonisten ist. Nicht nur, weil seine Ausrüstung spitze ist (von der Armklinge über die Tarnvorrichtung bis hin zur Schulterkanone), sondern auch, weil er im Grunde kein Böser ist. Er ist ein Jäger, dessen Lieblingsbeute in den "Predator" Filmen zufällig Menschen sind. Und dennoch hält er sich an einen strengen Ehrenkodex, denn niemand, der keine Chance gegen ihn hat, muss ihn fürchten. Nur jemand, der bewaffnet und / oder gefährlich ist, wird zu seiner Beute. Im Grunde also könnte man sich als Zuschauer ebenso auf die Seite des Predator stellen als auf die von Schwarzenegger oder Danny Glover in Teil 2.

Jedenfalls ist die Popularität des Predator seit 1987 erheblich gestiegen, und das dank eines eingeleiteten "Crossovers" mit der Alien-Reihe. Fans kennen die Szene aus "Predator 2" bestimmt, in der Danny Glover den Trophäenschrank des Predator findet und jede Menge absonderlicher außerirdischer Schädel entdeckt - unter anderem den des "Alien". Die Folge: Eine Comicreihe, mittlerweile drei Computerspiele und zwei Kinofilme, in denen Alien und Predator versuchen, herauszufinden, wer von ihnen mehr drauf hat. Die Comics kenne ich nicht, von den Spielen habe ich das zweite sehr gerne gespielt (es war in der Zukunftswelt von "Aliens - Die Rückkehr" angesiedelt), und die zwei Filme waren minderwertig, auch wenn sie zu einem gewissen Grad unterhaltsam waren. Beim ersten Film nicht verwunderlich - Paul Anderson hatte schon die Verfilmungen von "Mortal Combat" und "Resident Evil" in Grütze verwandelt.

Aber, nach nun über zwanzig Jahren Erfolgsgeschichte schnappte sich Robert Rodriguez (über den ich seit "From Dusk Till Dawn" keine Worte mehr verlieren müsste) ein paar fähige Leute, einen mir noch unbekannten Regisseur und ein Drehbuch, das zu den Wurzeln der Reihe zurückführen sollte. Ein neuer Predator-Film soll gedreht werden; ohne das Alien, nur mit der altbekannten Kombination Jäger - Gejagter: Predator gegen Mensch. Und diesen Film, der in diesem Jahr ins Kino kam, habe auch ich nun endlich gesehen.

Und hier ist das Ergebnis:


Ab den beiden Labeln von 20th Century Fox und Troublemaker ist es mit der Ruhe vorbei. Adrien Bordy, der Oscar-Preisträger für seine Hauptrolle in "Der Pianist", macht im freien Fall die Augen auf und muss feststellen, dass sein Fallschirm sich nicht öffnen will. Irgendwann tut der es doch und lässt ihn unsanft auf den Boden krachen. Bumm! "Predators"! Soviel zu einem ruhigen Einstieg. Kurz darauf hält ihm Danny "Machete" Trejo zwei automatische Waffen ins Gesicht, ein paar Sekunden später gehen beide vor dem Dauerfeuer einer Minikanone (man erinnere sich an das prächtige Ding aus dem ersten "PRedator") in Deckung.

Nach ein paar Minuten beruhigt sich der Film wieder. Und er offenbart, worum es hier gehen soll: Es stellt sich heraus, dass eine ganze Gruppe von Menschen einfach vom Himmel gefallen ist (und leider hatte nicht jeder das Glück, dass der Fallschirm funktionierte). Fast jeder von ihnen hat Kampferfahrung und ist schwer bewaffnet. Im Grunde sieht die Zusammenstellung aus wie eine Gruppe im Pen&Paper-Rollenspiel "Shadowrun", wenn man ethnische und berufliche Zusammenstellung ansieht: Spezialist für schwere Waffen (Brody), Scharfschützin der israelischen Armee, südamerikanischer Kartellsöldner, russischer Haudrauf (der mit der Minikanone), ein Sträfling, ein Yakuza-Killer, ein afrikanischer Warlord-Anhänger und ein Arzt. Niemand kann sich genau erinnern, was ihnen passiert ist, außer diesem grellen Licht, das sie sahen, als sie gerade mitten im Kampf steckten (oder auf dem Weg zur Arbeit oder Todeszelle, je nach Berufung).

Es dauert eine Weile, bis sie begreifen, dass sie nicht ganz alleine sind. Und bis sie merken, dass sie... nicht mehr auf der Erde sind. Ab dann denken sie gemeinsam mit dem Zuschauer: "Wir sind sowas von tot!" Und die Jagd beginnt.


Die vielen Wendungen in der Geschichte will ich euch nicht vorweg nehmen, es gibt ja auch so genug über diesen Film zu schreiben. Denn auch wenn viele Kritiker ihm einiges vorwerfen können, muss ich persönlich sagen, dass daraus kein besserer Film hätte werden können. Und zwar aus dem einzigen Grund, weil Rodriguez und sein Regisseur Nimrod Antal sich den ersten "Predator" deutlich zu Herzen genommen haben. Die besten Momente aus dem Original wurden für die neue Geschichte "adaptiert". Was in anderen Filmen eigentlich eine blanke Kopie ist, ist in diesem Fall eine geschickte Hommage mit den Abwandlungen, um in die neue Handlung zu passen. Dazu gehören die große Dschungelschießerei (im Original: "KOOOOONTAAAAAAAAAAAAAAAAKT!"), die primitiven Fallen, der tiefe Sprung in die Lagune und das das Auffinden der furchtbar zugerichteten Leichen. Auch die Szene, in der der mit der Natur verbundene Kämpfer sich auf ein Nahkampfduell mit dem Jäger einlässt, erfährt eine Neuauflage. Und diese Szene hat mich besonders gefreut: Es gab sie in "Predator 1" und "Predator 2", doch in "Predators" wird der Kampf endlich gezeigt! Und sogar die gleiche Musik wie in Teil 1 untermalt diese Szene, wobei die von Alan Silvestri geschriebene Originalmusik in dem Film sowieso übermäßig verwendet wird.

Insgesamt bleibt der Film bei seinem eigenen Plot - die Menschen im Jagdrevier der Predators - und übernimmt nur Szenen aus dem Originalfilm. Und in einem Gespräch wird auf den Original "Predator" Bezug genommen, denn die israelische Scharfschützin weiß von der Spezialeinheit, die damals im Dschungel von einem Predator vernichtet wurde. Andere Regisseure (oder Produzenten oder Drehbuchautoren, wer auch immer mehr zu sagen hat), hätten aus dem ganzen Film nur einen hirnlosen Abklatsch der Originale gemacht. Aber Rodriguez und Antal machen alles richtig, verweben Altes mit Neuem und schaffen so einen Film, der sowohl Fans als auch Neulingen im "Predator" Franchise zusagen sollte.

Nur die eine Szene, die man im Trailer sah, habe ich vermisst: Im Trailer wird Adrien Brody erst von einem Predator erfasst, dann von ganz vielen. Das passiert im Film nicht, denn es gibt im ganzen Film nicht mehr als vier Predatoren. Also ein billiger Trick, um mehr Fans in Kino zu locken, und der mich doch ein bisschen wurmt. Nicht, dass sie es zu viert nicht schaffen, in dem Film die Sau rauszulassen. Aber wenn ich mir vorstelle, eine ganze Armee von Predatoren, mit denen die Menschen fertig werden müssten... ach, wenn die Menschen dann gewinnen, dann nur, weil der Film unlogisch wird.


Also: Ich als Fan der "Predator"-Filme bin voll auf meine Kosten gekommen. "Predators" will die Geschichte nicht neu erzählen, sondern an die alte Geschichte erinnern. Andere Hauptdarsteller, anderer Plot, aber die guten Momente aus dem Original in neuem Gewand, und der restliche Film bietet genug Überraschungen und trickreiche Wendungen für alle, die "Predator" zu Genüge kennen. Ich hätte womöglich auch einen schlechteren Film mit meinem Lieblings-Filmmonster akzeptieren können, aber glücklicherweise musste ich es nicht. Ich habe genau das bekommen, was ich wollte.


9/10 Punkte

Freitag, 24. September 2010

The Expendables

Ich bekam vor Kurzem eine E-Mail - ich verrate nicht von wem - in der ich daran erinnert wurde, dass meine letzte Filmkritik in diesem Blog vom 1. August stammt und ich doch bitte eine neue schreiben möge. Tja, die Zeiten waren hart bislang, zwischen - wie Roger Wilco in "Space Quest 5" es ausdrückte - "rumgammeln, im Unterricht eindösen und dem Erwägen von Für und Wider des Öffnens von Schulbüchern". Ich habe eigentlich an meiner Bachelor-These gearbeitet, allerdings mit geringem Erfolg. Und mittlerweile geht meine Zeit als Flensburger Bürger zu Ende, und ich kehre in mein Heimatdorf zurück.

Betrachtet dies hier also als mein Abschiedsgeschenk. Zumindest als Flensburger; die Arbeit an dem Blog stelle ich ja deswegen nicht ein...



Wie lange habe ich auf diesen Film gewartet? Das Erste, was ich davon hörte, vor weit über einem Jahr: "Arnold Schwarzenegger und Sylvester Stallone in einem Film!" Endlich vereinen die Titanen des Actionkinos (obwohl sie langsam an Altersvorsorge denken sollten) ihre Kräfte und schaffen einen Film - von Männern für Männer. Und DAS meine ich so! Nach und nach erfuhr ich auch weitere Details, von der Besetzung von Jet Li (der chinesische Kun-Fu-Zwerg, auch bekannt als Böser in "Lethal Weapon 4" oder Held in "Kiss of the Dragon") und Jason "Transporter" Statham über den eigentlichen Plot (südamerikanischer Diktator und Söldnertruppe, die ihn stürzen soll) bis hin zum vielsagenden, weil eigentlich nichtssagenden Titel "The Expendables".

Und jippie-ki yeah, diesen Sommer kam er in die Kinos. Regie: Sylvester Stallone. Drehbuch: Sylvester Stallone. Hauptrolle: Sylvester Stallone. Alle Frauen, die sich in meinen Blog verirrt haben, seien hiermit offiziell eingeladen, diesen Beitrag zu überspringen, denn ab jetzt heißt es:

TESTOSTERONE FRENZY!!!

Ich habe bereits drei der wichtigen Darsteller genannt. Fehlen auf der Liste der Hauptdarsteller (!!!) in den Film also noch: Mickey Rourke, Dolph Lundgren, Eric Roberts (Bruder von Julia Roberts übrigens), Randy Couture (den ich jetzt hauptsächlich als Co-Commander aus "Alarmstufe Rot 3" kenne), Steve Austin (scheint ähnlich wie Couture aus dem Wrestler-Lager zu kommen) und Bruce Willis als Auftraggeber. Ich meine, als Mann sieht man sich die Besetzungsliste an und denkt: Nicht einmal Uwe Boll könnte bei der Besetzung einen schlechten Film drehen. Wenn er es doch täte, bekäme er von der geschlossenen Truppe kollektiv aufs Maul - und da hilft ihm auch sein Boxtraining nichts mehr...

Aber es ist nicht Boll, sondern Stallone der Regisseur dieses Films. Und er macht keine halben Sachen, wenn es um Actionkino geht. In mehr als einer Hinsicht: Eine Sekunde, nachdem Dolph Lundgren in der Anfangsszene "Warnschuss" schreit, sieht man genau, warum der Film keine Jugendfreigabe erhalten hat. "Hm... zu tief." Insgesamt liegt der Bodycount in diesem Film irgendwo zwischen "Starship Troopers" und sämtlichen John-Woo-Filmen aus der Hongkong-Ära. Stellt euch mal vor, zu diesem Film müsste man bei jedem Toten eine Kerze ausblasen, dann könnte man ihn nur noch in Kathedralen gucken - mit einem Feuerwehrschlauch...

Also es gibt viele Tote, aber ist der Film denn gut?

Ich will ganz ehrlich zu euch sein: Ich habe in meinem Leben schon so manchen Actionfilm gesehen - einige der besten Exemplare wie "Stirb Langsam 1-4" oder die "Letahl Weapon" Reihe haben Ehrenplätze in meinem DVD-Regal. Und keiner von ihnen reicht an das heran, was ich bei den "Expendables" gesehen habe. Als ich irgendwann mal auf die Uhr guckte, zwischendurch (in einem der absolut seltenen Momente, wo der Film mal zur Ruhe kommt) und feststellte, dass er schon eine Stunde läuft, war ich ziemlich verblüfft - es fühlte sich für mich an wie nur zwanzig Minuten. Das sollte schon alles sagen, was man über diesen Film wissen muss. Es ist eine Achterbahnfahrt, mit allen Zutaten, die man sich als männlicher Actionfan wünscht.

Als da wären: Markige Sprüche (und zwar von JEDEM der Beteiligten - ungefähr 60 Prozent der Dialoge). Gut gefilmte Actionsequenzen (angefangen bei der Verfolgungsjagd über den Highway mit begleitender Schießerei und anschließender Klopperei in einer verlassenen Fabrik bis hin zum Höhepunkt des Films: die zwanzigminütige Flurbereinigung des gesamten Geländes!). Stunts und Effekte der alten Schule ohne digitalen Budenzauber (wenn sie was in die Luft jagen, dann tun sie es RICHTIG!). Elemente, die in keinem guten Actionfilm fehlen dürfen (Geballer mit zwei Waffen, Messerkämpfe, Faustkämpfe, automatische Waffen, schwere Waffen, Waffen mit Bumms und natürlich jede Menge Sprengstoffe!). Und eine Minimalstory, die all das zusammenhält, ohne auf komplizierte Plotwendungen zurückgreifen zu müssen, um den Zuschauern was zum Nachdenken zu geben.

Das ist das, was viele Kritiker dem Film zur Last legen. Hirnloses Actiongeballer, nur auf Brutalität und Zerstörung ausgelegt. Ich sage da, und zwar mit Nachdruck: Wer das schreibt, ist eine Frau oder eine Pussie! Leute, die die Bourne-Filme so toll fanden, dass deswegen unbedingt der letzte James-Bond-Film auf Wackelkamera gedreht werden musste, haben daran natürlich überhaupt keine Freude. Es ist ein Actionfilm, bei dem man sehen kann, was passiert!!! Ein Film, der bewusst an die gute alte Zeit der Videokasetten erinnern soll, als Arnold Schwarzenegger im Alleingang eine Insel im Pazifik verwüstete, Chuck Norris den Vietnamkrieg in seine eigenen Pranken nahm und Clint Eastwood als Dirty Harry mit allem urbanen Gesocks aufräumte, das blöd genug war, seinen Weg zu kreuzen. "The Expendables" ist unkompliziert, effektvoll, lustig, ein Fest fürs Auge und mit genau dem Grad an Gewalt und Brutalität, den erwachsene Männer von einem solchen Film erwarten. Und genau das will er auch sein! Wenn euch das nicht passt, ihr Kritiker dort draußen, dann guckt gefälligst "Brokeback Mountain", denn genau da gehört ihr hin!!!


Ich habe den Actionfilm des Jahres erwartet, als er ins Kino kam, und genau das, und nichts anderes, ist "The Expendables" geworden! Explosionen, dicke Wummen, spektakuläre Kämpfe, und all das mit mittelschwerem Augenzwinkern. Ich glaube, es gibt nicht mehr dazu zu sagen. Außer vielleicht einer kleinen Warnung: Wer jetzt Arnold Schwarzenegger bis an die Zähne bewaffnet im Dschungel erwartet, den muss ich enttäuschen. Er und Willis haben mit Stallone nur eine Gesprächsszene - aber die alleine ist das Eintrittsgeld fürs Kino wert! Glaubt mir!


10/10 Punkte

Sonntag, 1. August 2010


"[...] Aber ich dachte mir, ich schreibe besser über diese zwei Streifen als über den, zu dem mein Vater mich eigentlich nötigen wollte: die Michael-Bay-Version von "Der Nebel"..."

aus "Double Review: "From Paris With Love" und "The Wolfman"", 6. Juni 2010



Das hat sich hiermit soeben erledigt. Ich habe den besagten Film gesehen, mich endlich dazu durchringen können, und nun will ich euch meine Erkenntnisse nicht vorenthalten. Warum dieser Sinneswandel? Aus zwei Gründen. Erstens hat mein Vater mir lange nahegelegt, endlich diesen Film zu sehen und ihn im Blog in der Luft zu zerreißen. Zweitens fühlte ich mich nach der MST3K-Version von "Manos - The Hands of Fate", dem wohl übelsten Film ALLER Zeiten UND Dimensionen, in der Lage, so ziemlich jeden Film durchzustehen. Hinzu kam das Dilemma, dass meine Eltern den Film nicht durchgehalten hatten, obwohl Genre und Plot einigermaßen gute Abendunterhaltung versprechen, jedoch meine Fernsehzeitung die Erstausstrahlung zum "Tipp des Tages" kürte.

Eine Herausforderung also. Und eine, die ich unter anderen Voraussetzungen als sonst angehe. Noch nie hatte ich zwei Quellen, denen ich im Normalfall vertraue, und die vollkommen gegensätzliche Kritiken abgeben. Und dann auch noch in einem Genre, in dem ich schon sowohl geniale als auch unerträgliche Filme gesehen habe: dem Horrorgenre.


Aber genug der Vorrede, let's take a look at The Mist (Frank Darabont, 2007)


Im Vorfeld wusste ich schon Einiges über den Film. Frank Darabont ist im Horrorfilmgeschäft kein unbeschriebenes Blatt. Die Drehbücher für den dritten Nightmare on Elm Street (für viele der Beste der Reihe) und das Blob Remake stammten von ihm, und seine Verfilmung des Stephen King Romans "Die Verurteilten" ist heute immer noch der Film Nummer 1 bei IMDB. Andere mögen ihn auch als Regisseur von "The Green Mile" kennen (auch ein Stephen King). Mit "The Mist", der übrigens entgegen meiner vorangegangenen Kommentare nichts mit dem John Carpenter Klassiker oder dessen Remake von Michael Bay zu tun hat, legt er seine dritte Regiearbeit für seinen Freund, den King, nach. Eigentlich kann da ja nichts schiefgehen, oder?

Na ja, werfen wir einen Blick auf die Darsteller. Thomas Jane, der Christopher Lambert für Arme, spielt die Hauptrolle als Familienvater und Künstler (er wird zwar so bezeichnet, aber produziert hauptsächlich Filmplakate). Manche anderen Gesichter kennt man aus verschiedenen Filmen - William Sadler, der schon den Tod in "Bill & Teds Bogus Adventure" oder den Oberschurken in "Stirb Langsam 2" spielte, oder Andre Braugher, der Ermittler aus dem Richard Gere Vehikel "Zwielicht"). Um es kurz zu machen, mit der Besetzung sehe ich keine so großen Probleme. Eher mit den Rollen.

Denn wenn Horrorfilme eins sind, sind sie voller Klischees. Und das kommt dabei heraus, wenn man wie in "The Mist" einen Haufen bunter Leute in einem Supermarkt zusammensperrt (eine Situation, die manchen Kenner des Horrors an "Dawn of the Dead" erinnern dürfte). Der Grund: Ein Nebel zieht auf, in dem Nebel "ist irgendwas", was einen töten will. Es dauert nicht lange, dann entpuppt sich das als ein Viech, dann einen Haufen Viecher. Und glaubt mir, beim Anblick des ersten Viechs dachte ich auch nur "Na toll, soviel zu einem ernsthaften Horrofilm." Leider meinten sie es ernst mit den sowas von computergenerierten Kraken, federlosen Geiern, Moskitos von der Größe eines Baseballhandschuhs und dem weltgrößten Käfer, vor dem sich jeder Tripod aus "War of the Worlds" eingepullert hätte. Da ist kein einziger Funken Humor bei. "Arac Attack" machten es ähnlich, aber der Film hat wenigstens mit Absicht parodistische Züge.

Aber wie gesagt, die Charaktere sind das eigentliche Problem. In dem Supermarkt, einem Shop für alles am Rande der Zivilisation, also in einer amerikanischen Kleinstadt, sammeln sich die Einwohner. Da haben wir die Grundschulrektorin (die an sich richtig cool ist), die Landeier vom Dienst (angefangen bei William Sadler), den Familienvater mit Sohn (und das Kind nervt, sobald es den Mund aufmacht), und... oh mann... vor der wurde ich mehrfach gewarnt... die religiöse Irre!

Meine Gedankengänge bezüglich dieser Person waren ungefähr wie folgt:

ca. 15. Minute: "Sie macht den Mund auf, und heraus kommt Schwachsinn."
ca. 17. Minute: "Ah, ein Miststück ist sie auch noch!"
nach 30 Minuten: "Gut, dass sie so selten in dem Film auftaucht."
nach 45 Minuten: "Hat da gerade jemand "Mund zukleben" vorgeschlagen? Bin dafür!"
nach 1 Stunde: "Erschießt die Frau!"
1.10: "Erschieße mal jemand diese Irre?"
1.15: "ERSCHIESST DIE SCHLAMPE ENDLICH!!!"
1.30: "Erschießt sie, vierteilt sie, verbrennt ihre Einzelteile und verfüttert den Rest an die Viecher!"
1.35: "JA! JA, VERDAMMT! DIE SCHLAMPE IST TOT! Aber wieso ERST JETZT???"

Nun gut, das ein oder andere Buch von Stephen King habe ich auch mal in der Hand gehabt, und religiöse Motive sind bei ihm nicht unbedingt selten. Deswegen kann ich mir auch vorstellen, woher der Impuls kam, diese absolut hirnrissige und nichts als Schwierigkeiten und Kopfschmerzen verursachende Psychotante reinzubringen. Das Schlimme ist, dass bis zu einer mehr als hanebüchenen Erklärung des Problems der Eindruck entsteht, dass sie mit ihrer Jüngstes-Gericht-Masche tatsächlich recht haben könnte. Um ehrlich zu sein, als das erste Mal ein CGI-Viech auftauchte, wusste ich gleich, die Erklärung wird lachhaft. Aber dass der Film sich tatsächlich auf ein solch niedriges Niveau herablässt...

Es gibt aber auch einige Lichtblicke in dem Film. Er ist in den Szenen, in denen nicht Katastrophenfilm-Klischees aufgehäuft werden, ziemlich spannend. Die blutigen Szenen sind an Horrorstandards gemessen ganz in Ordnung - alleine der halbe Mensch, der eine Weile in der Gegend rumliegt. Und einige Charaktere, darunter leider viele, die schnell das Zeitliche segnen, sind im Grunde sympathische Leute. Thomas Jane zähle ich nicht dazu. Ach ja, und das Ende des Films: Es ist böse. Richtig böse! So richtig abgrundtief böse! Pluspunkte dafür, dass sie sich mal sowas getraut haben.


Also: Es war kein wirklich guter Film. Charaktere waren reine Klischees, die religiöse Irre hat so ziemlich alles runtergezogen, aber der Rest war zum größtenteil dumm wie Torfsäcke. Dann noch die lächerlichen CGI-Monser und eine der blödesten Horrorerklärungen seit "The Cube". Genau genommen fand ich den Film rein subjektiv nicht so toll. Aber technisch gab es daran nichts auszusetzen, die spannenden Momente und das wirklich heftige Finale entschädigen etwas für die genannten Nachteile. Nicht viel, aber etwas.


5/10 Punkte