Sein Abenteuer auf der fernen Insel ist beendet, doch die Sage geht weiter. Er muss sich nun der schwersten aller Prüfungen stellen, um zu beweisen, dass er die Feder genauso gut beherrscht wie die Klinge. Doch zwischenzeitlich rief ihn das Schicksal auf eine andere Insel, belagert von untoten Kreaturen und einer intriganten Handelsfamilie. Mehr darüber demnächst...

Dienstag, 15. Dezember 2009

Probleme zu Weihnachten

Ich darf im Buero ganz offiziell keine Weihnachtslieder spielen. Jedenfalls meinte Paul zu mir, noch ein Lied, und ich arbeite draussen im Hof weiter… Manche Leute haben einfach kein Gespuer fuer Weihnachten, und ich glaube, Paul gehoert dazu. Zum Glueck sind aber nicht alle so – eben hat Alex naemlich an alle Angestellten Weihnachtskarten ausgeteilt, von ihm persoenlich. Ich habe ja gar nicht damit gerechnet, dieses Jahr ueberhaupt eine zu kriegen. Jedenfalls nicht in England.

Aber dann erfuhr ich die schlechte Nachricht: British Airways will streiken! Ueber die Feiertage, ein Zwoelf-Tage-Streik! Bis jetzt haben sie beschlossen, den Streik erst am 22. Dezember anzufangen, also waere ich theoretisch aus dem Schneider. Jedenfalls hoffe ich das. Mir bleibt aber auch keine Wahl, als abzuwarten, was nun noch passiert. Vielleicht warden sie sich ja noch rechtzeitig einig – wenn British Airways gezwungen wird, die Kosten fuer die Flugtickets rueckzuerstatten, kann es sein, dass sie ganz schnell pleite gehen. Und das wissen sie.

Sonntag, 13. Dezember 2009

100. Post

Meine Güte, hier drüben schreibe ich wirklich mehr als in Deutschland. Wobei, wenn ich zu Weihnachten zu Hause bin, wer weiß, wie viel ich da in die Tasten hämmern kann. Na, jedenfalls zur Feier des Tages ein Pint Abbots Ale (sitze hier eh gerade so günstig) und einen Gruß an alle, die hier fleißig mitgelesen haben. Besonders an meine Familie zu Hause - dank des Blogs muss ich nicht mehr so viel erzählen, wenn ich nächsten Montag dort ankomme - noch acht Tage bis dahin...

Aber in der Zwischenzeit geht mein Leben hier weiter. Diesen kurzen Eintrag habe ich heute im Waschsalon vorbereitet:


Vielleicht habe ich noch nicht davon erzählt, aber: Da meine Vermieterin zwar eine Waschmaschine, aber keinen Trockner hat, und in Anbetracht des legendär miesen Wetters in England ziehe ich es vor, meine Wäsche in den nächsten Waschsalon zu verfrachten. Der ist leider in Farncombe und 15 Minuten Fußmarsch weg, also kommt dafür eh nur das Wochenende in Frage. Die Zeit, bis meine Wäsche fertig ist, reicht aber aus, um einen mittelgroßen Blog-Eintrag zu verfassen, und genau das tue ich jetzt auch.

Manche von euch erinnern sich möglicherweise an die Szene aus „Wayne’s World 2“, wo Garth seine Wäsche zum Waschsalon bringt. Beim ersten Mal hier dachte ich, so ungefähr geht es mir auch. Aber ich war wenigstens nicht so bescheuert, meine Wäsche zwei Stunden im Trockner zu lassen. „Ich mag sie gerne klein und schnuckelig…“ Ein paar Leute trifft man hier, doch die reden alle irgendwie nicht viel – die meisten von ihnen gucken immer so grimmig. Und niemand sieht aus wie Kim Basinger, nicht mal annähernd…

Na ja, gestern war Samstag, entsprechend war wieder Shoppingtour in Woking. Die Punktezettel vom LaserQuest gelten tatsächlich als Gutscheine für verbilligte Spiele, also konnte ich zweimal die Arena in Woking austesten. Vorher noch Morrisons und das Peacocks Einkaufszentrum nach Angeboten abgesucht und ein bisschen im Pfundladen gestöbert, außerdem noch zwei frischgebackene Donuts mit Ahornsirup verputzt, dann konnte es losgehen.

Die schlechte Nachricht: Ich habe wohl mehr oder weniger einen Kindergeburtstag gesprengt. Außer mir waren noch zwei oder drei erwachsene Mitspieler in der Arena, aber die restlichen 26 Spieler waren um die sechs Jahre alt. Und sie waren so verdammt laut! Wer auch immer diese Bande beaufsichtigt hat, er oder sie war eine totale Lusche. Aber es hatte einen Vorteil: Ich hatte vorher noch moralische Bedenken darüber, auf Kinder zu schießen, aber nach zehn Minuten mit denen im Vorraum waren diese Bedenken weg. Und die gute Nachricht: In dem ersten Spiel habe ich über hundert Abschüsse verbucht – 1010 Punkte war mein Endstand. Und das trotz Teamspiel, wo ich also nur die Hälfte der Spieler ummähen durfte. Komisch war nur, dass ich der Zweite im Team war – irgendwer hat diese Rasselbande noch mehr gehasst als ich. Aber ich war sogar für fünf Minuten unter den Top 5 des Tages.

Vor dem zweiten Spiel hatte ich eine halbe Stunde Pause – genug, um was zu trinken (war bitter nötig) und mich an dem Rambo-Spielautomaten zu versuchen. Das funktionierte so ähnlich wie Ghost Squad in Guildford, sogar die Waffen waren ähnlich, aber bei Rambo muss man wirklich auf alles schießen, was sich bewegt. Und ich muss leider sagen, alleine hat man bei dem Spiel kaum eine Chance. Es sei denn, man zahlt die zwei Pfund und nimmt ein Gewehr in jede Hand, aber dann kann man Zielen und die Spezialfunktionen vergessen.

Die zweite Runde LaserQuest war nicht so toll. Gut, einige der Kinder kamen mir bekannt vor, doch dazwischen gab es auch einige Idioten im Teenager-Endstadium, die ich auch mit scharfen Waffen abgeknallt hätte. Und der Höhepunkt: Meine Waffe funktionierte nicht richtig. Also dass ich mit Minuspunkten aus dem Spiel rausging, lag nicht an mir. Ich habe das dann auch gemeldet, habe dem Mitarbeiter am Tresen Bescheid gesagt, und der hat mir dann einen Gutschein für ein kostenloses Spiel gegeben, überall einlösbar. Immerhin etwas.

Also wenigstens habe ich ein bisschen mehr Übung im LaserQuest. Ich bin ja mehr oder weniger der Team Captain meiner Firma, und dafür muss ich auch ein bisschen was können. Meine Chefin hat mich schon darauf angesprochen, dass wir im neuen Jahr noch einmal hin sollten. Sie wollte auch ein bisschen Verstärkung mitbringen. Das ist wohl auch besser so, denn Anthony hat sich nach seiner letzten Leistung im LaserQuest dankend aus dem Team zurückgezogen – es war ihm einfach zu peinlich. Ich glaube auch kaum, dass ich ihn nochmal dazu überredet kriege.



Ja, das war mein Wochenende soweit. Abgesehen von meinem sonntäglichen Abendessen und einem Haufen Geschenke zum Einpacken habe ich auch nichts weiter an diesem Tag gemacht. Was bleibt noch? Kräfte sammeln für die letzte Arbeitswoche in diesem Jahr.

Freitag, 11. Dezember 2009

Noch zehn Tage…

Und ich frage mich immer noch, wie ich die naechsten zwei Wochenenden genau verbringen will – diese sind ja die letzten Wochenenden in diesem Jahr. Und womoeglich meine einzige Gelegenheit, Weihnachtseinkaeufe in England zu taetigen. Ja, solche Sorgen habe ich.

Ich denke, morgen wird Woking dran sein. Ich habe festgestellt, dass man die Punktezettel von LaserQuest als Gutscheine einsetzen kann; dann zahlt man fuer 2 Spiele nur 5 Pfund. Waere sogar billiger als die zwei Spiele, die wir vor kurzem hatten. Ausserdem ist ein Abstecher zu Morrison simmer erfolgreich gewesen, also wuerde ich auch dieses Mal nach Sonderangeboten schauen.

Verdient haette ich es mir allemal. Diese Woche war neben dem geringen Arbeitspensum von Zeit zu Zeit doch recht erfolgreich. Ganz offiziell ist meine Webseite fuer die Firma eroeffnet worden, jeder darf nun dort rauf und ein bisschen damit arbeiten. Und natuerlich Fehler suchen. Anthony, der gerne nach Fehlern sucht, hat sich entsprechend wie ein Geier darauf gestuerzt, aber mehr als zwei Kleinigkeiten sind ihm nicht aufgefallen.

Und: Endlich kriege ich meinen eigenen Computer hier. Der Computer, an dem ich die letzten Monate beschaeftigt war, war ja nur Leihgabe; ich hatte nicht einmal ein eigenes Konto darauf. Aber da ich mittlerweile zum System-Experten aufgestiegen bin – ich darf alle Neuinstallationen von Windows und den Arbeitsprogrammen vornehmen - habe ich heute meinen neuen Computer selber eingerichtet. Und das hat nur einen halben Tag gedauert (die Installation von FrameMaker inklusive Plugins und Zubehoer habe ich gestoppt - 19 Minuten!). Dazu habe ich noch einen zweiten aufgeruestet, deer jetzt auch viel schneller laeuft als vorher. Und zwischendurch gab es noch Kuchen. Das nenne ich doch einen erfolgreichen Tag!

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Weihnachtsfreude

Ja, ueberall bricht sie aus. Die Dekoration draussen auf der Strasse ist schon seit einem halben Monat angebracht, seit fast einem ganzen Monat renne ich bei Sainsburys einen Weihnachtsbaum um, wenn ich reinkomme, und mittlerweile hat sogar mein Buero geschmueckt. Jetzt fehlt wirklich nur noch Schnee. Aber hoffen wir mal, dass es nicht dazu kommt (wer jemals „Ein Ticket fuer Zwei“ gesehen hat, wird mich in diesem Punkt verstehen).

Eines habe ich gestern von meiner Vermieterin erfahren, was mich jedoch sehr ueberrascht hat: Mit der Weihnachtszeit kommt leider auch die Zeit im Jahr, in der in anderer Leute Haeuser eingebrochen wird, um die Geschenke zu klauen. Bei meiner Vermieterin ist das bislang nicht passiert *toi toi toi*, aber ich wurde gestern abend gebeten, die Haustuer immer abzuschliessen, wenn ich reinkomme. Ich meine, sowas ist doch schaebig – welcher Mensch klaut denn bitte anderen Leuten die Weihnachtsgeschenke? Ist sowas in Deutschland schon mal vorgekommen? Vermutlich, aber jedenfalls nicht bei uns.

Sonntag, 6. Dezember 2009

Viel ist passiert

Ich hatte ja schon an Montag so viel zu erzählen, aber keine Zeit, es aufzuschreiben. Und abgesehen von dem niedrigen Arbeitspensum diese Woche ist doch einiges passiert, wovon ich erzähllen möchte. Der LaserQuest-Abend war ja nur die Spitze des Eisbergs.

Fangen wir also am Samstag an, an dem ich wie fast jedes Wochenende in eine Stadt zu fahren pflege. Dieses Mal sollte es wieder Woking sein. Also ging ich am Samstag morgen zum Bahnhof in Farncombe – und stelle fest, dass der komplett dicht ist. Geschlossen. Den ganzen Tag. Und zwar ohne jedwede Nachricht, weshalb. Am Tor hing keine einzige Notiz, und die Anzeigetafeln auf dem Bahnsteig (für die ich meinen Hals verrenken musste, um die zu sehen) teilten mir nur mit, dass für den Verkehr zwischen Haslemere und Guildford Busse eingesetzt würden. Na toll! Musste ich also nach Woking mit dem Bus fahren.

Der Busfahrer war zum Glück einer von der freundlicheren Sorte. Ein direktes Ticket nach Woking könne ich zwar nicht kriegen, meinte er, verkaufte mir dann aber ein „Adult Explorer“ Ticket. Mit diesem konnte ich in einem großen Bereich von Surrey (vielleicht sogar ganz Surrey) sämtliche Busse benutzen, einschließlich aller Stadtbusse in Guildford, Woking etc. Kostete auch nur das Doppelte von dem, was mich die Zugfahrt gekostet hätte. Und galt den ganzen Tag.

Also erst einmal nach Guildford, dort im China-Supermarkt endlich mal Tütennudeln mit Ente gefunden (habe seit einer Ewigkeit nach was mit Ente gesucht), und nach ein oder zwei weiteren Besorgungen in den Bus nach Woking. Und endlich einmal bekam ich auch englische Landschaft zu sehen – mal ein paar Abschnitte, wo keine Häuser zu sehen waren. Das ist zwischen Godalming und Guildford ziemlich selten. Zu Woking selber muss ich ja nichts sagen, ich war da ja schon öfter und habe davon berichtet. Nur eines noch: Bei Morrison’s (einem großen Supermarkt, der meistens wirklich gute Angebote hat) habe ich erstmal komisch geguckt, als sich zwei kleine Kinder an der Kasse einfach meine Sachen gegrapscht hatten. Dass sie nur die Einkaufstüten packen und dafür Trinkgeld nehmen, habe ich dann eine Sekunde später begriffen.

Soweit mein Shopping-Tag. Sonntag war Ausruhen, also ging es Montag weiter. Das Projekt, woran ich letzte Woche gearbeitet hatte, war doch noch nicht vollständig, aber bevor nicht Nicola oder Philip ihr OK gaben, sollte ich mir keine Sorgen darum machen. Die beiden waren an dem Tag gerade außer Haus, also wurde ohnehin nicht viel getan. Dienstags kam ich dann dazu, das Projekt zu beenden, wobei ich dann merkte, dass alle Beteiligten daran froh waren, es endlich hinter sich gebracht zu haben. Am Mittwoch war dann LaserQuest – doch zuvor hatte ich ein Treffen mit dem Stab wegen der Intranet-Seite, und dass sie nun endlich zur Veröffentlichung bereit war. Danach führte ich noch mit Philip ein kurzes Gespräch über meine Arbeit an dem Projekt, und er fragte mich, ob er sich bei dem nächsten großen Projekt auf mich verlassen könnte, denn er bräuchte dort jeden Mann. Klar, kann er, also werde ich demnächst wieder viel zu tun bekommen.

An der Veröffentlichung wollten Philip und ich dann am Donnerstag arbeiten, aber es kam dann wieder anders. Philip wurde zu anderen Pflichten abberufen, und ich saß ziemlich gelangweilt am Schreibtisch, bis Paul mich fragte, ob ich nicht schnell mal eine komplette Neu-Installation von Windows XP auf einem der Rechner durchführen könnte. Das war dann meine Aufgabe von 14 Uhr am Donnerstag bis 12 Uhr mittags am Freitag.

Freitag war sowieso ein Hammertag! Nicht nur die erfolgreiche Installation von Windows und aller wichtigen Programme für die Firma, nein, auch die Seite hat endlich geklappt. Sie läuft! Goddamnit, sie läuft! Zwar mäkeln noch viele rum, weil die Adresse der Seite die IP-Adresse des Host-Rechners ist (und wer bitte schön soll sich diese Zahlenkolonnen merken können?), und es sind immer noch ein paar Fehler im gesamten System der Seite, aber sie läuft! Das nächste Treffen wird am Dienstag stattfinden, wo sich meine Chefin dann alles genau angucken will und ein bisschen ausprobieren wird. Mir war jedenfalls echt nach Feiern zumute.

Kuchen gab es an dem Freitag dann auch. Wobei es kein richtiger Kuchen war, sondern irgendein Gebäck mit einem italienisch klingenden Namen, den sich keine Sau merken kann. Aussehen tut er wie ein Gugelhupf, aber ein großer, und so wirklich süß ist er nicht, lässt sich aber mit Zuckerguss leicht verfeinern. Meine Chefin hat uns Angestellte quasi als Testpersonen missbraucht, weil sie noch etwas sucht, was sie den Gästen von Bentley anbieten kann, wenn sie demnächst bei uns eintreffen.

Antjes Eltern kamen am Freitag aus Deutschland zu Besuch. Am Mittwoch abend hatten wir schon darüber gesprochen, ob sie ihnen die Firma zeigen wollte, und ich schlug dann vor, mal auszuprobieren, ob sie die Deutschen in der Firma erkennen können. Antje fürchtete die ganze Zeit schon, dass sich ihre Mutter und Nicola möglicherweise zu gut verstehen könnten. Aber dafür blieben sie doch nicht lange genug – aber sie hatten genug Zeit, einen netten Eindruck zu machen. Nicola fragte mich dann, wann denn meine Eltern mal zu Besuch kommen würden. Tja…

Alles in allem sehr ereignisreich. Und da fragen sich meine Kollegen, warum ich am Wochenende so selten was unternehme. Und meine Vermieterin wundert sich immer noch, dass ich kaum abends ausgehe. Es hat halt nur 24 Stunden am Tag, und schlafen muss ich ja auch mal. Genug zu tun habe ich allemal, und obwohl ich es ungern zugebe, Spaß macht mir die ganze Sache auch. Sofern ich mal was zu tun bekomme. Philip sagte auch schon, er will mal schauen, dass sich in dieser Hinsicht was tut.

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Die Nacht geht weiter

Nach den ueberstandenen zwei Matches beschlossen wir, den naechsten Pub fuer ein kuehles Getraenk aufzusuchen. So ein Bierchen respektive ein Ciderchen ist nach der Hitze einer solchen Schlacht genau das Richtige. Und naiv, wie ich bin, dachte ich, so lassen wir den Abend ausklingen. Da lag ich irgendwie falsch – das war erst der Anfang...

Der Pub unserer Wahl war das „White House“, in dem ich mit Anthony schon einmal nach einem LaserQuest Spiel eingekehrt war. Sowas verkommt bei mir langsam zur Tradition. Wir fanden dann auch einen Tisch fuer alle acht Leute, obwohl der Laden sonst brechend voll war. Und da musste ich feststellen, dass LaserQuest und die Arbeit fuer Imprimatur eines gemeinsam haben: Wenn man es zu lange macht, wird man es nicht mehr los, selbst wenn man fertig ist. Nach 30 Minuten heftigem Feuergefecht wurden alle nervoes, wenn sie aus den Augenwinkeln was Rotes oder Gruenes blinken sahen. Jedes vorbeifahrende Auto machte uns leicht schiesswuetig.

Die erste Runde Drinks ging auf Philip, und wir hatten eine ausgiebige Unterhaltung ueber deutsche und englische Weihnachtstradition. Die Englaender registrierten naemlich entsetzt, dass wir Deutschen noch nie „parsnibs“ gegessen hatten (was in Deutschland wohl „Pastinaken“ sind). Fuer einen echten Englaender gehoeren Parsnibs zum Weihnachtstruthahn wie Chips zum Fisch, und so kam die Frage auf, was wir denn so an Weihnachten essen wuerden. Es ging reihum, auch wenn Philip bei jedem sagen musste: „Mich interessiert nicht der WeihnachtsABEND (24.), sondern der WeihnachtsTAG (25.)!“ Der 24. Wird in England nicht gefeiert. Ich habe das schon mal angemerkt, was Paul zu der Antwort verleiten liess: „Bloody foreigners!“

Philip und Nicola verliessen uns dann nach der ersten Runde. Kate blieb noch fuer die zweite Runde, liess sich aber bald von ihrem Freund abholen. Also blieb der harte Kern uebrig, der schon Hannes‘ Geburtstag bis spaet abends gefeiert hatte: Paul, Anthony und wir drei Deutschen. Wobei, bis auf Hannes hatten wir auch keine grosse Wahl, denn Paul war unser Fahrer. Wenn man es aber andersrum betrachtet, war es eher Paul, der keine Wahl hatte. Irgendwie beschlossen wir jedenfalls alle, etwas laenger zu machen. Also eine zweite Runde Drinks (ich hatte dieses Mal ein „Honey Dew“, was ziemlich interessant war), danach kam dann die Frage auf, wo wir denn was essen sollten. Nur ueber eines wurden wir uns da einig: Nicht im Pub.

Wir brachen auf. Das Wetter war nicht besonders (ach was! Doch nicht in England!, werden jetzt einige sicherlich denken). Hinzu kam, dass sowohl Paul als auch Antje die Zigaretten ausgegangen waren, und Hannes sowieso nie welche dabei hat. Drei von uns suchten also einen Laden, der zumindest Tabak verkauft, die anderen zwei (Anthony und ich) wollten eigentlich nur was essen. Zum Glueck gibt es einen Mini-Supermarkt direkt neben Subways, in der Naehe des Kinos in Guildford. Eine Menge Nebenstrassen und Gassen, die normalerweise als Verbrechensschauplaetze herhalten muessen, spaeter standen wir dann vor dem Laden. Und Ueberraschung: Er war geschlossen.

Ein Blick aufs Wetter, es wurde schlechter. Wir haetten zu Subways gehen koennen, aber Hannes wollte lieber Pizza und wusste auch den richtigen Ort dafuer. Auf halbem Weg lag ohnehin Sainsburys, eine weitere Hoffnung unserer Raucher auf Nachschub. Wieder in die engen Gassen (die mich irgendwie immer nervoes machen, seitdem ich „Deus Ex“ spiele), dann standen wir vor Sainsburys, der auch schon seit einer halben Stunde Feierabend hatte. „Sagtest du nicht, der hat bis 22 Uhr auf?“, kam Pauls vorwurfsvolle Frage. Ja, aber das galt fuer den Sainsburys Superstore in Godalming. Was weiss ich denn von Guildford?

Und erneut dunkle verwinkelte Gassen, aber immerhin wusste Hannes, wo wir waren. Kurz ging es an Guildford Castle vorbei, bei Nacht ein doch recht malerischer Anblick, dann standen wir in der Strasse, wo Hannes‘ Lieblingspizzaladen war. Ach ja, es ist uebrigens dieselbe Strasse, in der auch der Grieche haust – bei dem wir uns dann auch was zu essen geholt haben. Wer braucht denn auch Pizza, wenn er Gyros Pita haben kann?

Paul und Antje haben sich dann irgendwo um die Ecke Zigaretten geholt (Paul musste sich dafuer 10 Pfund von Anthony leihen, die Anthony nur sehr widerwillig herausgegeben hat), und nachdem fast jeder versorgt war, gingen wir ins „King’s Head“. Wir haetten eigentlich draussen sitzen koennen, denn es gab Schirme gegen den Regen und Heizsonnen gegen die Kaelte, aber trotzdem wollte das keiner. Drinnen schmiss Anthony eine kleine Runde, und nach ein bisschen mehr Unterhaltung war es dann Viertel vor Elf, und Paul chauffierte uns alle nach Hause.

Ich hatte zwar damit gerechnet, dass ich Geld loswerden wuerde an diesem Abend, aber dass es dann so lange gehen wuerde, war nun auch nicht so geplant. Doch beschweren will ich mich nicht, ich hatte einen Riesenspass.


Das ist unser LaserQuest-Team nach der siegreichen Schlacht. Von links: Antje, Anthony, Philip, Hannes, Nicola, Paul und Kate.

Was fuer eine Nacht!

Die Stunde des Schicksals hatte geschlagen: Endlich, endlich ging unser LaserQuest Team von Imprimatur auf die erste Mission. Und was fuer eine das war! Kann sein, dass der folgende Berichtg ein bisschen episch wird, ich warne also vor.

Der Arbeitstag als solcher war unspektakulaer, zumindest fuer mich, der mal wieder kurz an Aufgaben war (aber immerhin, die Webseite kann nun endlich auf einen geeigneten Server gepackt werden und laeuft dann, so Gott und die ASP-Scripts wollen). Aber am Ende, gegen 17.30 Uhr, erfolgte ein Bilderbuchaufbruch und eine weitaus kuerzere Autofahrt nach Guildford als zu unserem Kinobesuch vor zwei Wochen. Nun, zumindest fuer Paul und seine Passagiere (u. a. ich), der die Nebenstrecke ueber Farncombe nahm. Dementsprechend traf die erste Haelfte des Teams ungefaher zehn Minuten vor der zweiten Haelfte ein. Mit der Reservierung war alles in Ordnung, nur wurden wir vorgewarnt, dass wir nicht ganz alleine in der Arena sein wuerden.

Um uns die Zeit zu vertreiben, versuchten Paul und ich uns an einem Ballerspiel namens "Ghost Squad" - eines dieser Spiele, wo man mit Gewehren auf den Bildschirm feuert. Kurz: Ich putzte die ganzen Terroristen weg, und Paul alle Geiseln - fragt sich denn einer, warum wir verloren haben? War aber trotzdem lustig. Danach fuellte sich der LaserQuest-Bereich langsam, und wir konnten endlich anfangen.

Das erste der beiden Spiele war das Teamspiel - entgegen der urspruenglichen Planung, aber wir sind ja anpassungsfaehig. Es waren insgesamt 13 Spieler, es wurde zufaellig in Teams aufgeteilt. Wobei, ganz zufaellig war das wohl nicht - mein gruenes Team hatte nur bekannte Gesichter (Nicola, Antje, Kate und Anthony), waehrend das rote Team quasi alle Halbprofis im Team hatte, also Leute, die einen locker mit einem Schuss toeten koennen und quasi in der Arena wohnen. Plus wir hatten einen Mann weniger. Kurzum: Wir wurden ungespitzt in den Boden gerammt. Kate und ich hatten noch gerettet, was gerettet werden konnte (die Haelfte des Punktestands des roten Teams), aber im Grunde hatten wir keine Chance. Daran war ich auch nicht ganz unschuldig, denn ich habe mich in einer Minute ein Dutzend Mal von dem Sniper abschiessen lassen, der auf der erhoehten Plattform in der Mitte der Arena Stellung bezogen hatte. Ich haette es nicht alleine mit ihm aufnehmen sollen.

Das zweite Spiel war da schon interessanter, dies war das Free For All Spiel - Jeder gegen Jeden. Fing eigentlich auch ganz entspannt an, als sich genau die Spieler einfanden, die sich auch im Teamspiel bekaempft hatten. Die ersten zwei Minuten hatte ich richtig gut Punkte gesammelt, wurde zwar auch oefters abgeschossen, aber nicht so oft wie im Teamspiel. Doch auf einmal... Kinder! Hordenweise stuermten sie in die Arena, von ueberall blitzten die Laserstrahlen auf; ich kam mir vor wie im Klonkrieg. Man konnte nirgendwo mehr hin, ohne von mindestens drei Seiten beschossen zu werden. Das Spiel wurde zu einem regelrechten Massaker. Das Imprimatur-Team schlug sich jedoch wacker, und ich kann mit Stolz sagen, dass die ersten drei Plaetze in dem Spiel an Imprimatur-Leute gingen. Platz 1 meine Chefin Nicola, Platz 2 Hannes, dritter Platz meiner-einer. Ich habe an dem ganzen Abend eine doch sehr solide Punktzahl herausgeschossen.

Wie es dann weiterging, erzaehle ich im naechsten Post.