Soviel zu meinem guten Vorsatz...
Nachdem ich zwei Wochen lang versucht habe, für jeden drögen Tag im Januar den passenden Film rauszusuchen, habe ich es letzten Endes doch aufgegeben. Zu groß war der Stress auf der Arbeit, mit der Eingewöhnung in eine neue Abteilung mit völlig anderer Arbeitsweise, mit ganz neuen Kollegen (mit denen ich am vergangenen Wochenende mehrere Partien Laser-Tag spielen konnte, was schon fast wieder ein Flashback zu meinen Praktikums-Monaten in England ist, für die ich den Blog überhaupt angefangen hatte...). Hinzu kam noch die Frage, ob von meiner Seite aus ein neues Filmprojekt in Angriff genommen werden soll. Und ja, auch wenn ich es ungern zugebe, die Faktoren "X-Com 2" und "Master of Orion" spielten auch ein bisschen hinein. Und so ist dieses Experiment denn doch noch gescheitert.
Sollte ich eines Tages die Muße aufbringen, mich wieder damit zu beschäftigen, werde ich aber einen ganzen Kalender aufstellen und mir die Filme in aller Ruhe überlegen, die dann ja nicht nur für das aktuelle Jahr, sondern für alle zukünftigen Jahre gelten sollen. Doch genug davon...
Laut der Anzeige rechts von diesen Zeilen existiert der Blog jetzt seit über sechs Jahren. Und die meisten regelmäßigen Leser kennen mich und wissen, dass ich ein absolut gewaltiger Fan der Star-Wars-Filme bin. Ich liebe sie, jeden einzelnen von ihnen. Ja, ich meine alle... alle drei!
Mal abgesehen von der herb misslungenen Prequel-Trilogie, die den Beweis erbracht hat, dass George Lucas nicht alle Tassen im Schrank hat, und der von mir konsequent ignorierten Clone-Wars-Sache habe ich mich ausgiebig mit dem SW-Universum und besonders dem sogenannten "Expanded Universe" beschäftigt. Die ohnehin schon umfangreiche Sammlung an Romanen auf meinem Regal wächst immer weiter, und auch im Bereich Computerspiele habe ich nur weniges links liegen lassen, was Bezug auf die originale Trilogie genommen hatte. Doch als bekannt wurde, dass Episode 7 nun unter einem anderen Stab von Filmemachern entwickelt würde, war ich ähnlich skeptisch wie bei James Bond. Zwei Dinge, die mir gleich sauer aufstießen, waren vor allem zwei Namen: J. J. Abrams und Disney.
Und trotz aller Beteuerungen von Freunden, Feinden und entfernten Bekannten gleichermaßen, wie toll der Film doch sei, habe ich den Kinobesuch gescheut, weil ich befürchtet hatte, dass dies ein ähnlicher Reinfall wird wie Episode 2, Episode 3 oder Quantum of Solace. Vor allem, wenn man bedenkt, wie Abrams bereits mit Leichtigkeit das Star-Trek-Universum durch seine eigene respektlose Hyperaktivitäts-Show und dauerndes Lensflare-Geballer ruiniert hat (und Mission Impossible 3 war auch nicht gut...). Dass Lawrence Kasdan am Drehbuch mitarbeitete, und dass ein Großteil der alten Riege wieder mit am Start sein sollte, tröstete nur wenig. Ich habe meine Erwartungen an diesen Film so niedrig gehalten wie irgend möglich, sodass ich in dem Moment, in dem ich den Film zuhause auf einem großen Fernseher sehen konnte, auch seelisch bereit dafür war.
Dieser Moment war gestern. Pünktlich zu Ostern (was früher die einzige Zeit war, in der die Filme liefen, bevor es die Herr der Ringe Reihe gab), zusammen mit meinem Vater, der den Film auch noch nicht kannte. Ein historischer Moment. Und hier mein Eindruck:
Die Story
Es wurden Kritiken laut, es wurden tonnenweise Witze darüber gerissen... hier der Plot ohne weitere Kommentare: Luke Skywalker ist seit "Rückkehr der Jedi-Ritter" verschwunden. Nur ein Stück einer Karte führt zu ihm. Dieses landet erst in den Händen eines Rebellenpiloten, dann bei seinem treuen Droiden BB-8. Gemeinsam mit einer jungen Schrottsammlerin namens Rey und einem desertierten Sturmtruppler sucht er den Weg zum Widerstand, ständig gejagt von der Ersten Ordnung, die sich wohl aus den Überresten des Imperiums kristallisiert hat. Sie treffen auf alte Bekannte aus dem Star-Wars-Universum, erleben einige gute und böse Überraschungen und müssen am Ende den Widerstand vor dem totalen Untergang retten.
Die Darsteller
Abgesehen von allen, die ihren Weg aus der alten Trilogie in diesen Film gefunden haben, sind hauptsächlich unbekannte Schauspieler am Werk. Und das tut dem Film gut. Daisy Ridley in der Rolle der Rey ist jung, hübsch, vielleicht ein bisschen klischeehaft, aber eine hervorragende Ergänzung zum Star-Wars-Universum und die erste Frau nach Prinzessin Leia und Mon Mothma, die nicht vollkommen nutzlos ist (Entschuldigung, Natalie Portman, aber Padme war wirklich zu nichts gut!). Ihr zur Seite steht mit John Boyega als Ex-Sturmtruppler Finn ein Charakter mit großen Stärken, dem Wortwitz eines Han Solo, der Ungestümheit eines jungen Obi-Wan und vielen eigenen Aspekten, die den Charakter erst richtig rund und menschlich machen (für einen Sturmtruppler eine grandiose Leistung). Oscar Isaac spielt als X-Wing-Pilot Poe Dameron eine eher untergeordnete Rolle, erinnert aber von seinem Auftritt an eine Mischung aus Wedge Antilles und "Maverick" aus "Top Gun".
Jetzt zur dunklen, oder in diesem Fall tatsächlich zur schwächeren Seite: Die Bösen sind durchweg schwach besetzt. Adam Driver ist als maskierter Kylo Ren zwar noch ein halbwegs guter Darth-Vader-Ersatz, der seine Wut auch eher an unschuldigen Konsolen als an unfähigen Untergebenen auslässt (man gewinnt auch den Eindruck, die gehören ihm gar nicht). Aber er lässt im Lauf des Films auch mal seine Maske fallen, und dann verliert der Charakter sehr stark an Ausstrahlung... Domhnall Gleeson als General Hux bringt da schon etwas mehr, in einer Rolle, die etwas an Peter Cushings Grand Moff Tarkin erinnert. Wahrscheinlich ist es auch Absicht, dass einem sein arrogantes Getue gerade zur Mitte des Films hin unheimlich nervt und man sich wünscht, dass ihm ein Todesstern um die Ohren fliegen möge. Absolut verschwendet hingegen ist Andy Serkis als Snoke, der oberste Anführer der ersten Ordnung. Dies mag aber auch damit zusammenhängen, dass noch zwei weitere Filme geplant sind. Bedenkt, dass Palpatine in Episode IV noch nicht einmal einen Kurzauftritt hatte!
Apropos verschwendet: Wer Max von Sydov mag, sollte sich lieber vorsehen - sein Auftritt dauert nicht einmal fünf Minuten. Brutto! Und wieso zum Teufel sagt mir keiner, dass Simon Pegg in dem Film mitspielt??? Man kann ihn gerade in der deutschen Fassung auch nicht erkennen, denn er spielt den nichtmenschlichen Schrottsammler-Chef von Rey.
Die Stärken
Ich nehme es hier mal vorweg: Ich bin positiv überrascht. Das allein ist schon eine Stärke, die man hier aufzählen kann.
Die Actionszenen sind handwerklich gut gemacht - Kameraführung, Effekte und Stunts stimmen nahezu alle. Mal wird die Kamerafahrt etwas hektisch, aber die Szenen bleiben übersichtlich, und ich muss mich nie wirklich fragen, was eigentlich gerade passiert ist. Erfreulich ist auch, dass Abrams seinen Lensflare-Fetisch um ein Vielfaches zurückgeschraubt hat - jedenfalls ist mir nichts Negatives aufgefallen. Apropos Kamerafahrten: Obwohl sich Abrams an alte Motive aus den ursprünglichen Filmen hält, bringt er viele neue Aspekte ein und ermöglicht so ganz neue Blickwinkel, die früher in dieser Form nicht möglich gewesen wären. Die erste Raumschiffszene nach dem Titel ist eine von vielen Szenen, bei der ich gedacht habe: Ja, das ist mal wirklich was Neues!
Und dann ist da der Humor: Abgesehen von diversen Anspielungen auf die alten Filme, die gerne mal in ein bis zwei Sätzen munter abgehandelt werden, enthält dieser Film mehr pointierten Wortwitz als die gesamte Prequel-Trilogie. Wer dabei die meisten coolen Sprüche klopft, ist tatsächlich Harrison Ford als Han Solo. Er bildet in dem Film zusammen mit Chewbacca ein perfektes 80er Jahre Buddy-Double, welches Mel Gibson und Danny Glover nicht besser hinbekommen hätten.
Was mich zum nächsten großen Pluspunkt führt, nämlich dem, was fehlt: Nervige Charaktere. Es gibt keinen Jar Jar Binks, es gibt keinen weinerlichen Anakin Skywaler (obwohl Kylo Ren in manchen Szenen in diese Richtung tendiert), und sie haben sogar C-3PO als humoristische Nebenfigur deutlich zurückgeschraubt. Einzige Sorge hatte ich über den neuen Droiden BB-8, der in großen Teilen des Films eine Kernrolle einnimmt. Aber ehrlich, der kleine Kerl ist so knuffig, dem kann man nicht böse sein!
Die Schwächen
Würde ich jetzt alle Ungereimtheiten aufzählen, die mir gestern beim ersten Ansehen des Films aufgefallen sind, würde ich jetzt noch drei Monate an diesem Laptop sitzen... Lassen wir es dabei bewenden. Wobei, eine Sache muss ich noch erwähnen: Wenn jemand ein Lichtschwert ins Gesicht kriegt, sieht er hinterher nicht so aus, als hätte er sich nur heftig beim Rasieren geschnitten! Dann müsste er eigentlich so aussehen wie Bill Nighy am Ende von Underworld 1!
Und obwohl die Musik von John Williams stimmungsvoll und ikonisch wie sonst auch war: Abgesehen von den seit Jahrzehnten bekannten Passagen aus dem Star-Wars-Soundtrack sind mir wenige bis gar keine Stücke wirklich aufgefallen oder im Gedächtnis geblieben. Da frage ich mich doch, woher in drei Teufels Namen diese Oscar-Nominierung herkam! Man sieht mal wieder, dass die Academy von Talent nicht allzu viel hält...
Über die größte, wirklich allergrößte Schwäche des Films kann ich nichts schreiben, ohne zu spoilern. Soviel sei gesagt: Ich wusste davon schon, bevor ich den Film gesehen hatte (ich habe ihn mir freiwillig spoilern lassen und wusste, was auf mich zukam). Trotzdem, nicht nur die Tatsache, dass es überhaupt passiert, stört mich gewaltig. Auch, wie danach die Hauptcharaktere damit leichtfertig umgehen... Jeder, der den Film und diese Szene gesehen hat, weiß, wovon ich rede - nämlich von dem wohl größten Aufschrei, der durch die Fangemeinde geht!
Kritikpunkte
Wie auch bei "Spectre" möchte ich an dieser Stelle auf einige Punkte eingehen, die im Internet und anderswo diskutiert wurden:
Der Film ist im Grunde das Gleiche wie Episode IV.
Ja, dem muss ich leider zustimmen. Plot und Elemente werden einem sehr bekannt vorkommen. Aber ich muss da auch Leuten Recht geben, die an dieser Stelle sagen: "Als sie das letzte Mal was Neues ausprobiert haben, waren es Gungans und Midi-Chloriane." Also lieber etwas Altes neu aufwärmen und damit entsprechend arbeiten. Man kann es einfach nicht allen Leuten recht machen. "Genau das hat Jesus auch gesagt."
Die Charaktere sind inkonsistent und unlogisch.
Ja, wenn ein Mädchen, das noch nie am Steuer eines Raumschiffes gesessen hat, einen Frachter durch das gestrandete Wrack eines Sternzerstörers fliegt oder dem Bösen ohne jegliche Art von Training Paroli bietet, hinterfrage ich das auch gerne. Oder wenn der Böse in seinen Dialogen Sätze einfließen lässt wie "Ich bin innerlich zerrissen". Wer redet denn so einen Stuss???
Man kann den Bösewicht nicht ernst nehmen.
Jedenfalls nicht, sobald er zum ersten Mal seine Maske abnimmt. Insofern stimme ich zu. Trotzdem, dass es am Ende einen Kampf gibt, in dem er keine besonders gute Figur macht, stimmt mich am Ende doch positiver.
Fazit
Nach langer reiflicher Überlegung bin ich doch ganz froh, mir das Kinogeld für diesen Film gespart zu haben. Dazu muss ich aber auch sagen: Solche Filme weiß ich auf DVD einfach besser zu würdigen. Und trotz aller Bemühungen, J. J. Abrams dafür zu hassen, was er dem nun dritten Franchise, das ich schätze, angetan hat, muss ich zugeben: Der Film hat mir gefallen. Er war nicht großartig, er ist reichlich weit von den Originalfilmen entfernt, was Qualität angeht. Aber er war unterhaltsam, was genau das ist, was ich mir von dem Film versprochen hatte.
Bewertung:
8/10 Punkte
Sein Abenteuer auf der fernen Insel ist beendet, doch die Sage geht weiter. Er muss sich nun der schwersten aller Prüfungen stellen, um zu beweisen, dass er die Feder genauso gut beherrscht wie die Klinge. Doch zwischenzeitlich rief ihn das Schicksal auf eine andere Insel, belagert von untoten Kreaturen und einer intriganten Handelsfamilie. Mehr darüber demnächst...
Freitag, 25. März 2016
Freitag, 15. Januar 2016
Heute war mein erster richtiger Arbeitstag in der neuen Abteilung. Erinnert mich an einen Film, den ich mal gesehen habe...
Ach ja, Gefährliche Brandung (1991). Wohlgemerkt, das Original, nicht das bescheuerte Remake!
Ach ja, Gefährliche Brandung (1991). Wohlgemerkt, das Original, nicht das bescheuerte Remake!
Donnerstag, 14. Januar 2016
Filme für die letzten drei Tage
Jetzt habe ich doch glatt die letzten Tage vergessen, den Blog-Eintrag zu schreiben. Ja, das macht die Frühschicht mit einem... ich bin zu Zeiten aufgestanden, die ich nur noch aus der Schulzeit kenne. Wünscht man sich doch glatt, dass man die Zeit zurückdrehen könnte...
Und dann ist heute auch noch Alan Rickman gestorben. Das kann doch wohl echt nicht wahr sein!
OK, anstelle der Zeitreise-Filme machen wir jetzt einen Alan-Rickman-Marathon:
Für den 12.1.: Dogma (1999)
13.1.: Galaxy Quest (1999)
14.1. Robin Hood - König der Diebe (1991)
Und dann ist heute auch noch Alan Rickman gestorben. Das kann doch wohl echt nicht wahr sein!
OK, anstelle der Zeitreise-Filme machen wir jetzt einen Alan-Rickman-Marathon:
Für den 12.1.: Dogma (1999)
13.1.: Galaxy Quest (1999)
14.1. Robin Hood - König der Diebe (1991)
Montag, 11. Januar 2016
David Bowie ist tot
Auf der Arbeite heute hörte ich vom tragischen Tod David Bowies. Er starb im Alter von 61 Jahren an Krebs. Da fällt mein erster Schulungstag im neuen Projekt mit einem völlig neuen Aufgabengebiet ja kaum noch ins Gewicht...
Von daher, obwohl meine ursprüngliche Empfehlung auf einen Krimi hinaus laufen sollte, ist heute Bowies wohl bedeutendster Kinofilm angesagt: Die Reise ins Labyrinth (1986)
Und ich glaube, ich habe es letztes Jahr schon mal geschrieben, aber: Können die Leute verdammt nochmal endlich aufhören zu sterben???
Von daher, obwohl meine ursprüngliche Empfehlung auf einen Krimi hinaus laufen sollte, ist heute Bowies wohl bedeutendster Kinofilm angesagt: Die Reise ins Labyrinth (1986)
Und ich glaube, ich habe es letztes Jahr schon mal geschrieben, aber: Können die Leute verdammt nochmal endlich aufhören zu sterben???
Sonntag, 10. Januar 2016
Es ist viel zu kalt draußen. Ich empfehle etwas Heißes zum Gucken. Wie wäre es damit:
Backdraft (1991)
Backdraft (1991)
Samstag, 9. Januar 2016
In Gedenken an die gute alte Zeit, als man noch vernünftiges Fernsehprogramm bekam und sogar am späten Samstag Abend in der ARD einen guten Film sehen konnte:
James Bond 007 jagt Dr. No (1962)
Auftakt zur James-Bond-Reihe, von jetzt an jeden Samstag. Aber keine Angst, die richtig üblen überspringen wir hier...
James Bond 007 jagt Dr. No (1962)
Auftakt zur James-Bond-Reihe, von jetzt an jeden Samstag. Aber keine Angst, die richtig üblen überspringen wir hier...
Freitag, 8. Januar 2016
Bevor der Tag vorbei ist, noch meine Film-Empfehlung für heute - auch wenn es zu spät ist, ihn zu gucken:
Sherlock Holmes (2009)
Sherlock Holmes (2009)
Donnerstag, 7. Januar 2016
Heute wird Jeremy Renner 45 Jahre alt.
Bekannt wurde er als "Hawkeye" in den Marvel-Filmen, als William Brandt in den letzten beiden "Mission Impossible" Teilen, und als Matt Damons Quasi-Nachfolger in "Das Bourne-Vermächtnis". Fans kennen ihn außerdem aus "Hänsel & Gretel - Hexenjäger".
Aber der erste Film, in dem ich ihn jemals gesehen habe, war S.W.A.T. - Die Spezialeinheit (2003) - meine heutige Empfehlung.
Bekannt wurde er als "Hawkeye" in den Marvel-Filmen, als William Brandt in den letzten beiden "Mission Impossible" Teilen, und als Matt Damons Quasi-Nachfolger in "Das Bourne-Vermächtnis". Fans kennen ihn außerdem aus "Hänsel & Gretel - Hexenjäger".
Aber der erste Film, in dem ich ihn jemals gesehen habe, war S.W.A.T. - Die Spezialeinheit (2003) - meine heutige Empfehlung.
Mittwoch, 6. Januar 2016
Heilige Drei Könige! "Ich habe einen Vorschlag: Wir schenken nur Gold, Weihrauch und Myrrhe und hauen das Dosenbier selber weg..."
Empfehlung für heute: Das Leben des Brian (1979) - gerade für die Anfangsszene...
Empfehlung für heute: Das Leben des Brian (1979) - gerade für die Anfangsszene...
Dienstag, 5. Januar 2016
Meine Kollegin Ann-Kristin hat heute zwei neue Haustiere bekommen: Kornnattern.
Daher die heutige Empfehlung: Snakes on a Plane (2006)
Daher die heutige Empfehlung: Snakes on a Plane (2006)
Montag, 4. Januar 2016
Der erste Werktag in diesem Jahr. Alle mussten wieder an die Arbeit, alle Geschäfte öffneten wieder, alle wichtigen Termine gingen ab heute wieder los.
Daher, für den ersten von vielen harten Arbeitstagen ein Film für schwere und weniger schwere Arbeiter: Iron Man (2008)
Denn: Hey, irgendwann müssen wir auch mal damit anfangen...
Daher, für den ersten von vielen harten Arbeitstagen ein Film für schwere und weniger schwere Arbeiter: Iron Man (2008)
Denn: Hey, irgendwann müssen wir auch mal damit anfangen...
Sonntag, 3. Januar 2016
Filmisch gesehen ist der 3. Januar ein ziemlich langweiliger Tag. Allerdings - so kenne ich es noch aus der Zeit, als ich Fernsehen geguckt habe - nutzen einige Privatsender die erste Januar-Woche noch für ein paar gute und weniger gute Filme, bevor sie mit ihrem normalen Wochenprogramm fortfahren. Von daher: einfach mal schauen, was noch so im Schrank ist. Was mich angeht, ist das eine gute Gelegenheit, mal wieder WarGames (1983) anzusehen.
Samstag, 2. Januar 2016
Meine Empfehlung für heute: Herr der Ringe: Die Gefährten (2001)
Ich habe ihn zwar an Neujahr 2002 gesehen (an exakt dem Tag, ab dem die D-Mark als Zahlungsmittel nicht mehr akzeptiert wurde), aber da es bereits abends war, will man nicht so kleinlich sein.
Zum Film selber: Ich empfehle wärmstens die Extended Edition, denn die zusätzlichen Szenen verändern tatsächlich die gesamte Stimmung des Films (nicht so wie die 8 Sekunden zusätzliches Material im "Blade Runner" Ultimate Final Director's Cut...)
Freitag, 1. Januar 2016
Frohes neues Jahr!
Damit wäre schon fast alles gesagt. Ich hoffe, alle, die meinen Blog lesen, sind gut in das neue Jahr reingekommen und haben sich nicht selber in die Luft gesprengt oder ins Koma gesoffen...
Wenn ich es mir recht überlege, ist "in das Jahr reingekommen" irgendwie ein blöder Ausdruck. Was ist denn schon groß passiert, abgesehen davon, dass wir nun alle neue Kalender an der Wand hängen haben und die Feuerwerks-Kadaver aus dem Vorgarten harken müssen. Ich für meinen Teil bin aufgewacht und fühlte mich genau wie gestern. Aber zugegeben, im Vergleich zu gestern ist es nun deutlich ruhiger draußen.
Aber ein neues Jahr bedeutet auch neue gute Vorsätze für dieses, und da kommen wir zum Thema. Zu meinen guten Vorsätzen gehört, dass ich dieses Jahr den Blog wieder etwas aktiver betreibe, also keine sechs Monate Pause zwischen zwei Kritiken. Wahrscheinlich aber doch drei Monate, ich kenne ja meine Zeitplanung. Aber was ich mir schon länger überlegt habe, ist ein Kalender mit einer Film-Empfehlung für jeden Tag. Ein Film-Enthusiast wie ich wird für jeden Kalendertag bestimmt den passenden Film finden. Und wer sich bei der Frage, was er denn heute abend ansehen soll, den Kopf zerbricht, kann sich ja von meinem Vorschlag zumindest inspirieren lassen.
Die Regeln: Die meisten vorgeschlagenen Filme werden in irgendeiner Form mit dem ensprechenden Datum zu tun haben. Teilweise gibt es inhaltliche Verbindungen (an Weihnachten werden es selbstverständlich die Weihnachtsfilme werden), teilweise geht dies auch auf die Entstehungsgeschichte des Films zurück, teilweise auch nur auf die Thematik. Und wo alles andere nicht greift, wird es meine persönliche Erfahrung sein. Manchmal jedoch werde ich einen Film einwerfen, der zu keiner der Kriterien passt, den man aber zumindest einmal im Jahr sehen sollte - ja, auch solche gibt es.
Eine weitere Regel: Dieser Kalender ist, genau wie meine Kritiken, rein subjektiv. Wer ein Problem damit hat... ihr wisst ja, wo der "Schließen"-Button für das Fenster ist...
Damit kommen wir schon zu meiner ersten Empfehlung dieses Jahr: Für Neujahr habe ich sogar zwei Filme zur Auswahl:
Wer heute wie erwartet mit einem dicken Schädel aufwacht, weil er den Sekt zu dem Bier, dem Wein, den Schnäpsen und den Berlinern nicht vertragen hat, hat im Grunde nur eine echte Wahl: Hangover (2009). Die Gründe sind naheliegend. Mein Bruder und ich haben diesen Film an Neujahr 2010 gesehen, auf meinem Kurzurlaub von England. Die Nacht zuvor ist die Sache etwas außer Kontrolle geraten...
Wem es heute etwas besser geht, dem empfehle ich einen geistig leichteren Einstieg in das neue Jahr: Masters of the Universe (1987).
Wenn ich es mir recht überlege, ist "in das Jahr reingekommen" irgendwie ein blöder Ausdruck. Was ist denn schon groß passiert, abgesehen davon, dass wir nun alle neue Kalender an der Wand hängen haben und die Feuerwerks-Kadaver aus dem Vorgarten harken müssen. Ich für meinen Teil bin aufgewacht und fühlte mich genau wie gestern. Aber zugegeben, im Vergleich zu gestern ist es nun deutlich ruhiger draußen.
Aber ein neues Jahr bedeutet auch neue gute Vorsätze für dieses, und da kommen wir zum Thema. Zu meinen guten Vorsätzen gehört, dass ich dieses Jahr den Blog wieder etwas aktiver betreibe, also keine sechs Monate Pause zwischen zwei Kritiken. Wahrscheinlich aber doch drei Monate, ich kenne ja meine Zeitplanung. Aber was ich mir schon länger überlegt habe, ist ein Kalender mit einer Film-Empfehlung für jeden Tag. Ein Film-Enthusiast wie ich wird für jeden Kalendertag bestimmt den passenden Film finden. Und wer sich bei der Frage, was er denn heute abend ansehen soll, den Kopf zerbricht, kann sich ja von meinem Vorschlag zumindest inspirieren lassen.
Die Regeln: Die meisten vorgeschlagenen Filme werden in irgendeiner Form mit dem ensprechenden Datum zu tun haben. Teilweise gibt es inhaltliche Verbindungen (an Weihnachten werden es selbstverständlich die Weihnachtsfilme werden), teilweise geht dies auch auf die Entstehungsgeschichte des Films zurück, teilweise auch nur auf die Thematik. Und wo alles andere nicht greift, wird es meine persönliche Erfahrung sein. Manchmal jedoch werde ich einen Film einwerfen, der zu keiner der Kriterien passt, den man aber zumindest einmal im Jahr sehen sollte - ja, auch solche gibt es.
Eine weitere Regel: Dieser Kalender ist, genau wie meine Kritiken, rein subjektiv. Wer ein Problem damit hat... ihr wisst ja, wo der "Schließen"-Button für das Fenster ist...
Damit kommen wir schon zu meiner ersten Empfehlung dieses Jahr: Für Neujahr habe ich sogar zwei Filme zur Auswahl:
Wer heute wie erwartet mit einem dicken Schädel aufwacht, weil er den Sekt zu dem Bier, dem Wein, den Schnäpsen und den Berlinern nicht vertragen hat, hat im Grunde nur eine echte Wahl: Hangover (2009). Die Gründe sind naheliegend. Mein Bruder und ich haben diesen Film an Neujahr 2010 gesehen, auf meinem Kurzurlaub von England. Die Nacht zuvor ist die Sache etwas außer Kontrolle geraten...
Wem es heute etwas besser geht, dem empfehle ich einen geistig leichteren Einstieg in das neue Jahr: Masters of the Universe (1987).
Samstag, 21. November 2015
Review: "Spectre" (2015)
Es gehört schon einiges dazu, meinen Blog aus dem vorzeitigen
Ruhestand zu holen. Da ich aber bereits 23 James-Bond-Filme hier
besprochen habe und der 24. Film heutzutage in aller Munde ist -
besonders in Hinblick auf die weit gefächterten Kritiken - ist es
nur fair, wenn ich zu Ende bringe, was ich mal angefangen habe. Vor
allem, da meine Meinung manche meiner Leser überraschen dürfte. Ich
bin selbst fast überrascht...
Der Plot
Nach einer - mehr oder weniger - geglückten Mission in Mexiko City, bei der einiges an Flurschaden entstand, kommt James Bond (Daniel Craig) auf die Spur einer mysteriösen Organisation namens "Spectre" (Special Executive for Counter-Espionage, Terrorism, Revenge and Extortion). Als er dieser Organisation auf die Spur kommt, trifft er jemanden aus seiner Vergangenheit. Gleichzeitig versucht M (Ralph Fiennes), die Auflösung der 00-Abteilung zu verhindern, nachdem ein ehrgeiziger Bürokrat (Andrew Scott) versucht, den Geheimdienstapparat durch ein Überwachungssystem aus Drohnen und anderem Hightech zu ersetzen.
Die Darsteller
Die Leute mögen von Daniel Craig halten, was sie wollen - ich hatte nie Probleme mit ihm als James Bond. Und dieser Film zeigt auch exakt, warum. Hier darf er endlich den lässigen, abgebrühten Geheimagenten spielen, der er immer sein sollte - binnen einer Sekunde vom charmanten Frauenheld zu einem eiskalten Killer zu werden, und dabei noch einen kernigen Spruch abzulassen, so habe ich mir das vorgestellt. Dieser Bond-Film soll allerdings auch sehr viele persönliche Seiten von Bond aufzeigen, also seinem Charakter mehr Tiefe verleihen. Und im Vergleich zu "Skyfall", wo Bond nur noch ein totales Wrack ist, schafft dieser Film es, ohne ihn gleich zum Weichei werden zu lassen. Umso überraschender ist dann die eine, die einzige Szene, in der Bond tatsächlich mal die Fassung verliert.
Der zweite Name, über den Leute überall reden, ist Christoph Waltz. Ja, er spielt den Oberbösewicht, und auch wenn es schon im Internet mehrfach gesagt wurde, ich nehme keine Stellung dazu, ob er tatsächlich den Typen mit der Katze spielt. Viele Leute haben sich allerdings darüber beschwert, dass er gegen Anfang des Films einmal kurz auftaucht und dann für ca. 1 Stunde nicht mehr zu sehen ist. Ja, er spielt wieder hervorragend, und sein Auftritt erinnert mich frappierend an die letzte Rolle, in der er seinen Oscar bekommen hat ("Django Unchained"). Aber wenn man sich die Historie der Bond-Filme ansieht, gerade die frühen Connery-Filme, dann dürfte auffallen, dass dies schon in vielen Bond-Filmen der Fall war. Dr. No im allerersten Bond trat sogar erst ganz zum Schluss in Erscheinung. Und Blofeld in einem meiner Lieblingsfilme "Man lebt nur zweimal" wurde auch erst zum Schluss enthüllt. Ein guter Bond-Oberschurke, der im Hintergrund die Fäden zieht, muss nicht ständig im Rampenlicht stehen!
Die unterstützenden Darsteller sind auch durch die Bank gut, wobei ich bei Monica Bellucci doch sehr froh war, dass ihr Auftritt entsprechend kurz ist. Die hauptsächliche Tischdame wird gespielt von Lea Seydoux (wem?), und trotz der starken Persönlichkeit und ihrem Hintergrund muss sie am Ende doch von Bond gerettet werden. Ben Whishaw spielt Q in einer deutlich ausgeweiteten Rolle, im Vergleich zum letzten Film, und trägt mit seinem Humor auch sehr zur positiven Stimmung des Films bei. Naomie Harris hat ihre Rolle als Moneypenny wieder, und im Vergleich zu anderen Filmen schmachtet sie Bond nicht ständig an - tatsächlich liegt schon ein Kerl bei ihr zu Hause im Bett. Andrew Scott als hinterlistiger Geheimdienst-Bürokrat ist eine Idealbesetzung, wobei mich seit seiner Rolle als Moriarty in der "Sherlock"-Serie das nicht mehr überraschen sollte. Und Ralph Fiennes, der nun offiziell als "M" unterwegs ist, darf auch außerhalb seines Büros zeigen, dass man sich mit ihm lieber nicht anlegen sollte.
Was mich unheimlich gefreut hat, schon vor der Veröffentlichung des Films, ist, dass sie wieder einen erstklassigen Handlanger eingesetzt haben: Dave Bautista, auch bekannt als Drax the Destroyer aus "Guardians of the Galaxy", spielt den großen, breiten, unangenehmen Mr. Hinx (allerdings wird sein Name im Film nie erwähnt). Er ist stark, nahezu unaufhaltsam, hat eine ziemlich widerwärtige Tötungsmethode und macht nicht viel Konversation. Wenn er auftauchte, wusste ich, dass hier keine Langeweile entsteht.
Die Stärken
Es ist so schön zu sehen, dass alle Beteiligten seit dem letzten Film dazugelernt haben. Das fängt schon mal bei der berühmten Gunbarrel-Sequenz an, die nun wieder am Anfang des Films auftaucht. Die erste Szene ist dann ein langer, in einem Rutsch gedrehter Weg von James Bond über ein Hotelzimmer mit einer mexikanischen Schönheit, die er aber über den Balkon wieder verlässt, um mit einem Gewehr seine Mission zwei Häuser weiter zu erfüllen. Die ganze Szene enthält nicht viele Dialoge, aber erstklassige Stunts, eine aufregende Verfolgungsjagd, ein komplett demoliertes Gebäude und ein Kampf in und auf einem fliegenden Hubschrauber - nicht zwangsläufig in dieser Reihenfolge. Und selbst Thomas Newman, der Komponist, hat sich gebessert und reagiert mit der Musik nun auch auf packende Actionszenen - in mehreren Szenen im Film fiel mir die Filmmusik sehr positiv auf, was im letzten Film überhaupt nicht der Fall war.
Apropos Musik: Zum ersten Mal seit Ewigkeiten mag ich den Titelsong. Ich kann verstehen, wenn manche Leute mit der weinerlichen Gesangsart von Sam Smith Probleme haben, aber sein Song "Writing's on the Wall" ist düster, langsam, passt hervorragend zur Stimmung des Films und hat eine typische Bond-Film-Melodieführung. Einziger Nachteil: Es ist einfurchtbarer Ohrwurm... Sehr schön auch zu sehen, wie Daniel Kleinman wieder einen erstklassigen Vorspann entworfen hat - ein wirklich würdiger Nachfolger von Maurice Binder.
Nun aber genug von dem Geschwafel, kommen wir zum Wesentlichen: Hier kracht es. Gewaltig. Es gibt einige gewaltige Actionszenen, darunter mehrere Verfolgungsjagden, eine Schießerei im Hauptquartier der Bösen und eine Kampfszene im Zug, die manchen Leuten doch sehr bekannt vorkommen dürfte. Nur, dass sie sich hier nicht auf ein einziges lausiges Abteil beschränken, sondern im Verlauf den gesamten Restaurant-Waggon auseinander nehmen. Lustigerweise kommen diese Actionszenen fast immer, wenn man denkt, dass der Film jetzt langsam langweilig wird. Gerade die Kampfszene im Zug unterbricht genau zum richtigen Zeitpunkt ein romantisches Gespräch zwischen Bond und seiner Begleiterin, bei der ich kurz davor war, aufs Klo zu gehen... Danke, Dave Bautista!
Der Plot
Nach einer - mehr oder weniger - geglückten Mission in Mexiko City, bei der einiges an Flurschaden entstand, kommt James Bond (Daniel Craig) auf die Spur einer mysteriösen Organisation namens "Spectre" (Special Executive for Counter-Espionage, Terrorism, Revenge and Extortion). Als er dieser Organisation auf die Spur kommt, trifft er jemanden aus seiner Vergangenheit. Gleichzeitig versucht M (Ralph Fiennes), die Auflösung der 00-Abteilung zu verhindern, nachdem ein ehrgeiziger Bürokrat (Andrew Scott) versucht, den Geheimdienstapparat durch ein Überwachungssystem aus Drohnen und anderem Hightech zu ersetzen.
Die Darsteller
Die Leute mögen von Daniel Craig halten, was sie wollen - ich hatte nie Probleme mit ihm als James Bond. Und dieser Film zeigt auch exakt, warum. Hier darf er endlich den lässigen, abgebrühten Geheimagenten spielen, der er immer sein sollte - binnen einer Sekunde vom charmanten Frauenheld zu einem eiskalten Killer zu werden, und dabei noch einen kernigen Spruch abzulassen, so habe ich mir das vorgestellt. Dieser Bond-Film soll allerdings auch sehr viele persönliche Seiten von Bond aufzeigen, also seinem Charakter mehr Tiefe verleihen. Und im Vergleich zu "Skyfall", wo Bond nur noch ein totales Wrack ist, schafft dieser Film es, ohne ihn gleich zum Weichei werden zu lassen. Umso überraschender ist dann die eine, die einzige Szene, in der Bond tatsächlich mal die Fassung verliert.
Der zweite Name, über den Leute überall reden, ist Christoph Waltz. Ja, er spielt den Oberbösewicht, und auch wenn es schon im Internet mehrfach gesagt wurde, ich nehme keine Stellung dazu, ob er tatsächlich den Typen mit der Katze spielt. Viele Leute haben sich allerdings darüber beschwert, dass er gegen Anfang des Films einmal kurz auftaucht und dann für ca. 1 Stunde nicht mehr zu sehen ist. Ja, er spielt wieder hervorragend, und sein Auftritt erinnert mich frappierend an die letzte Rolle, in der er seinen Oscar bekommen hat ("Django Unchained"). Aber wenn man sich die Historie der Bond-Filme ansieht, gerade die frühen Connery-Filme, dann dürfte auffallen, dass dies schon in vielen Bond-Filmen der Fall war. Dr. No im allerersten Bond trat sogar erst ganz zum Schluss in Erscheinung. Und Blofeld in einem meiner Lieblingsfilme "Man lebt nur zweimal" wurde auch erst zum Schluss enthüllt. Ein guter Bond-Oberschurke, der im Hintergrund die Fäden zieht, muss nicht ständig im Rampenlicht stehen!
Die unterstützenden Darsteller sind auch durch die Bank gut, wobei ich bei Monica Bellucci doch sehr froh war, dass ihr Auftritt entsprechend kurz ist. Die hauptsächliche Tischdame wird gespielt von Lea Seydoux (wem?), und trotz der starken Persönlichkeit und ihrem Hintergrund muss sie am Ende doch von Bond gerettet werden. Ben Whishaw spielt Q in einer deutlich ausgeweiteten Rolle, im Vergleich zum letzten Film, und trägt mit seinem Humor auch sehr zur positiven Stimmung des Films bei. Naomie Harris hat ihre Rolle als Moneypenny wieder, und im Vergleich zu anderen Filmen schmachtet sie Bond nicht ständig an - tatsächlich liegt schon ein Kerl bei ihr zu Hause im Bett. Andrew Scott als hinterlistiger Geheimdienst-Bürokrat ist eine Idealbesetzung, wobei mich seit seiner Rolle als Moriarty in der "Sherlock"-Serie das nicht mehr überraschen sollte. Und Ralph Fiennes, der nun offiziell als "M" unterwegs ist, darf auch außerhalb seines Büros zeigen, dass man sich mit ihm lieber nicht anlegen sollte.
Was mich unheimlich gefreut hat, schon vor der Veröffentlichung des Films, ist, dass sie wieder einen erstklassigen Handlanger eingesetzt haben: Dave Bautista, auch bekannt als Drax the Destroyer aus "Guardians of the Galaxy", spielt den großen, breiten, unangenehmen Mr. Hinx (allerdings wird sein Name im Film nie erwähnt). Er ist stark, nahezu unaufhaltsam, hat eine ziemlich widerwärtige Tötungsmethode und macht nicht viel Konversation. Wenn er auftauchte, wusste ich, dass hier keine Langeweile entsteht.
Die Stärken
Es ist so schön zu sehen, dass alle Beteiligten seit dem letzten Film dazugelernt haben. Das fängt schon mal bei der berühmten Gunbarrel-Sequenz an, die nun wieder am Anfang des Films auftaucht. Die erste Szene ist dann ein langer, in einem Rutsch gedrehter Weg von James Bond über ein Hotelzimmer mit einer mexikanischen Schönheit, die er aber über den Balkon wieder verlässt, um mit einem Gewehr seine Mission zwei Häuser weiter zu erfüllen. Die ganze Szene enthält nicht viele Dialoge, aber erstklassige Stunts, eine aufregende Verfolgungsjagd, ein komplett demoliertes Gebäude und ein Kampf in und auf einem fliegenden Hubschrauber - nicht zwangsläufig in dieser Reihenfolge. Und selbst Thomas Newman, der Komponist, hat sich gebessert und reagiert mit der Musik nun auch auf packende Actionszenen - in mehreren Szenen im Film fiel mir die Filmmusik sehr positiv auf, was im letzten Film überhaupt nicht der Fall war.
Apropos Musik: Zum ersten Mal seit Ewigkeiten mag ich den Titelsong. Ich kann verstehen, wenn manche Leute mit der weinerlichen Gesangsart von Sam Smith Probleme haben, aber sein Song "Writing's on the Wall" ist düster, langsam, passt hervorragend zur Stimmung des Films und hat eine typische Bond-Film-Melodieführung. Einziger Nachteil: Es ist einfurchtbarer Ohrwurm... Sehr schön auch zu sehen, wie Daniel Kleinman wieder einen erstklassigen Vorspann entworfen hat - ein wirklich würdiger Nachfolger von Maurice Binder.
Nun aber genug von dem Geschwafel, kommen wir zum Wesentlichen: Hier kracht es. Gewaltig. Es gibt einige gewaltige Actionszenen, darunter mehrere Verfolgungsjagden, eine Schießerei im Hauptquartier der Bösen und eine Kampfszene im Zug, die manchen Leuten doch sehr bekannt vorkommen dürfte. Nur, dass sie sich hier nicht auf ein einziges lausiges Abteil beschränken, sondern im Verlauf den gesamten Restaurant-Waggon auseinander nehmen. Lustigerweise kommen diese Actionszenen fast immer, wenn man denkt, dass der Film jetzt langsam langweilig wird. Gerade die Kampfszene im Zug unterbricht genau zum richtigen Zeitpunkt ein romantisches Gespräch zwischen Bond und seiner Begleiterin, bei der ich kurz davor war, aufs Klo zu gehen... Danke, Dave Bautista!
Und zweiter wichtiger Teil: der Humor.
Der kam in den letzten Filmen irgendwie immer zu kurz. Aber hier jagt
ein launiger Spruch den anderen, und die meisten kommen diesmal von
Bond selber. Aber auch Q bringt einige witzige Sprüche, besonders in
seiner ersten Szene, in der Bond wie in alten Zeiten ausgerüstet
wird. Und dass man bei Christoph Waltz glaubt, er nimmt keine seiner
Rollen wirklich ernst, ist schon seit „Green Hornet“ gang und
gebe.
Die Schwächen
Dieses Mal ist die Rubrik rein objektiv gesehen, denn ich persönlich habe nur winzige Probleme mit dem eigentlichen Film. Im Grunde sind es Banalitäten: Obwohl die Gunbarrel-Sequenz endlich wieder am Anfang steht, vermasseln sie es doch wieder, indem sie den völlig unnötigen Titel "Die Toten leben" bringen, bevor die Szene zum eigentlichen Schauplatz aufblendet. Dann erlaubte sich Thomas Newman gerade in der Helikopter-Szene einen muiskalischen Missgriff mit einem Soundeffekt, den ich eigentlich aus "Die Besucher" zu kennen glaube, der aber hier absolut nichts verloren hat. Dass viele der Szenen viel zu dunkel waren, lag wahrscheinlich eher an der Qualität meiner Version...
Ich glaube aber, ich kann für mehrere Leute sprechen, wenn ich folgende Kritikpunkte angehe: Der Film hat Längen. Und zwar keine wirklichen Durststrecken, in denen man einfach nur noch hofft, dass irgendwas Aufregendes passiert (jedenfalls bis auf die Zugszene), aber viele der Szenen sind einfach deutlich zu lang, und manche Schnitte sind wohl einfach der Kunst willen im fertigen Film gelandet. An manchen Punkten dachte ich: Ja, so kann man auch einen Film auf 2 1/2 Stunden bringen. Jetzt weiß ich auch, warum Nicholas Winding Refn, der Regisseur von "Drive", als Regisseur hierfür im Gespräch war.
Und obwohl mich eigentlich herzlich wenig interessiert, wie die Tischdame in den Film eingebunden und mit Bond zusammengebracht wird, die Rolle von Lea Seydoux scheint mir nicht richtig durchdacht. Zuerst hasst sie ihn, will nichts mit ihm zu tun haben, aber zwei Actionszenen später schlafen sie miteinander, und jetzt bedeutet sie ihm mehr als früher Vesper Lynd aus "Casino Royale"? Bisschen gehetzt das Ganze, oder? Aber immerhin, die Frau kann auf sich aufpassen, jedenfalls besser als das Mädel aus "Hauch des Todes", von dem dieser Film übrigens ziemlich viel übernimmt.
Eine Kleinigkeit noch: Ich mag es ja, wenn die Basis des Bösen effektvoll in die Luft fliegt. Aber so ganz ohne triftigen Grund?
Die Streitpunkte
Normalerweise würde ich hier den größten Spaßfaktor oder das größte Problem mit dem Film schildern, aber das haben im Grunde schon andere getan. Mich hat man auch mehrfach vor diesem Film gewarnt, und ich habe mehrere Kritiken gelesen und im Internet gesehen. Doch was ist meiner Meinung nach tatsächlich dran?
Der Film kommt in der Mitte aprupt zum Halt.
Nein, tut er nicht. Klar, die Sache mit Mr. Hinx wird überraschend früh abgehandelt, und der Film verliert in Sachen Action ein wenig an Tempo. Aber das liegt an der Dynamik zwischen Craig und Waltz, da sich das Ganze bei ihnen auf psycholigscher Ebene abspielt. Außerdem haben die Actionszenen ein perfektes Timing, sodass der Film trotz seiner Längen nie wirklich langweilig wird. Jeder James-Bond-Film hat mal zwischendurch ruhigere Passagen. Besonders Goldfinger, und der wird ja bei allen Fans hoch geschätzt. (Na ja, außer von mir)
Sam Mendes inszeniert die Actionszenen lustlos.
Wisst ihr, was eine lustlos inszenierte Actionszene ist? Die Verfolgungsjagden in "Feuerball", zum Beispiel. Die letzte Kampfszene in "Stirb an einem anderen Tag". Das Ende von "Casino Royale". Hier stimmt alles und fühlt sich nicht nur so an, als würde es zum Film, sondern auch zur gesamten Reihe passen. Und abgesehen von der Verfolgungsjagd im Aston Martin muss Bond wie in "Quantum of Solace" immer mit dem kämpfen, was ihm gerade zur Verfügung steht. Das macht gerade die Jagd im verschneiten Österreich so interessant. Einzig vom Ende des Films hätte man vielleicht mehr erwarten können, aber es passt zu der Art, wie sich die Konfrontation zwischen Bond und dem Oberschurken generell abspielt.
Bond ist schon wieder so abgekämpft und kaputt mit tiefen psychologischen Schäden, so wie in Skyfall.
Bond hat hier eine ganze Menge persönlicher Dinge aufzuarbeiten. Aber das macht er nicht auf die kaputte, labile Art wie im letzten Film, sondern dieses Mal scheint er wirklich unberührbar. Wie oben erwähnt gibt es nur einen einzigen kurzen Moment, wo er die Kontrolle über sich verliert und in Panik gerät - für vielleicht zwei Sekunden. Von 150 Minuten Film ist das nicht viel. Den Rest der Zeit sieht man ihm an, dass er sich völlig kontrolliert und nichts an sich heran lässt. Man hat das Gefühl, dass er über alles Bescheid weiß und für jede Situation einen Ausweg hat. Und nie hat man Zweifel an ihm, so wie es im letzten Film war. Also auch für diese Behauptung ein klares Nein.
Der Subplot mit Andrew Scott und dem Drohnen-System wirkt aufgesetzt.
Das kann ich tatsächlich verstehen, dass manche so denken. Bislang war Bond immer alleine oder in Begleitung unterwegs und hat seine Mission erfüllt. Dass nun aber ständig eine Nebengeschichte erzählt wird, kann tatsächlich irritieren. Aber dazu muss ich persönlich sagen: Gerade diese Änderung am üblichen Ablauf gefällt mir. Denn sie zeigt, dass Bond kein Einzelgänger ist, sondern für einen Geheimdienst arbeitet, der nicht nur um seine Mitarbeiter kämpft und sich um sie kümmert, sondern sie auch an mehreren Fronten gegen Kritiker verteidigen muss. Und die direkte Zusammenarbeit zwischen M, Q und Moneypenny gegen Ende des Films ist für mich sogar eines der Highlights. Abgesehen davon, wer würde nicht gerne ein Psychoduell zwischen James Moriarty und Voldemort mit ansehen?
Der Film ist nicht mehr so innovativ wie sein Vorgänger und verlässt sich zu sehr auf die alten Formeln.
Dem muss ich zustimmen. Gegenfrage: Wo ist das Problem?
Fazit
Endlich! Endlich wieder ein wirklich guter James-Bond-Film! Einer, den man zur Unterhaltung gucken kann, der sich selber nicht zu ernst nimmt, der seine Vorgänger respektiert und es schafft, die Serie zeitgemäß fortzusetzen, ohne daraus gleich ein künstlerisches Eigenwerk darauf machen zu wollen. Ehrlich gesagt, ich kann immer noch nicht glauben, dass "Skyfall" und "Spectre" von den selben Leuten gemacht wurden. Ich würde sogar so weit gehen, dass ich erwogen habe, mir Thomas Newmans Filmmusik bei Amazon zu kaufen, und ihr wisst, was ich von der Familie halte... Als langjähriger Fan der Reihe hat dieser Film es wieder geschafft, mich glücklich zu machen. Mehr ist dazu nicht zu sagen.
Bewertung:
9/10 Punkte
Ich bin jetzt auch so gespannt, wie es weiter geht. Gerüchten zufolge soll Christopher Nolan als Regisseur für den nächsten Bond im Gespräch sein. Also wenn Hans Zimmer dann auch noch die Musik schreibt, führe ich einen Freundentanz auf!
Mittwoch, 1. April 2015
Review: „Unwucht“ (2015)
Ich bin wieder da.
Nach fast einem Jahr Abstinenz vom Blog habe ich endlich mal wieder
die Zeit gefunden, um eine Filmkritik zu schreiben. Natürlich habe
ich auch im letzten Jahr sehr viele Filme gesehen (zu den Highlights
zähle ich neben dem LEGO-Film auch „Guardians of the Galaxy“ und
„Expendables 3“, letzteren allerdings unter dem Vorbehalt, dass
die ersten beiden Filme besser waren). Aber abgesehen davon hatte ich
dazu nicht viel zu sagen, außer: Ich hatte meinen Spaß.
Mit dem Film, den
ich heute bespreche, ändert sich das nur ein bisschen. Ich hatte die
Gelegenheit, diesen Film in einer Vorab-Version zu sehen, die aber
dem finalen Produkt recht nahe kommen sollte. Mal schauen, was später
daraus wird, aber wenn ich mir den ersten Eindruck so ansehe... na
ja, da kommen wir später zu. Wie ich überhaupt zu diesem Film
komme? Gute Frage! Es ist ein deutscher Film, mit Laiendarstellern,
und dazu noch eine Komödie, was die Deutschen nun mal einfach nicht
können. Ich hatte ja mal vor Ewigkeiten angekündigt, einen
deutschen Film durchzunehmen... ähm... ob dieser so eine gute Wahl
ist?
Der Plot
Ich bin mir sicher, dass das einigen unter uns bestimmt bekannt
vorkommen sollte: Nach einer durchzechten Nacht wacht der
Hauptcharakter an einem fremden Ort auf, ohne Erinnerung, was
eigentlich passiert ist. Er findet heraus, dass er zusammen mit
einigen anderen Leuten zu einer Hochzeit soll. Aber die muss er
erstmal finden – und herausfinden, was diese Leute gestern
angestellt haben. Denn auf seinem Weg trifft er auf einen
miesgelaunten Drogendealer, der von ihm eine Menge Geld verlangt.
Die Darsteller
Dazu brauche ich nicht viel sagen – ich kenne nicht einen Einzigen
von denen! Es gibt auch keinen IMDB-Eintrag von denen. Alles, was ich
weiß, ist: Der Hauptdarsteller ist auf einem ziemlichen Egotrip. Es
gibt kaum eine Szene, in der er nicht vorkommt. Man wünscht sich
daher wirklich, er würde irgendwas vom Schauspielern verstehen. Und
der Rest... jeder kommt mal so fünf Minuten dran. Am Besten sind
noch der Barkeeper und der „Endgegner“, der sich im späteren
Teil mit dem Hauptcharakter im Schwertkampf misst – man kann ihm
ansehen, dass er dabei seinen Spaß hatte. Die weibliche
Hauptdarstellerin ist zugegebenermaßen echt süß, aber auch sie ist
viel zu wenig zu sehen.
Die Stärken
Ich war dann tatsächlich angenehm überrascht über den Humor –
teilweise musste ich tatsächlich lachen. Aber ich konnte auch
stellenweise über „Your Highness“ lachen, also ist das nicht
unbedingt ein Maßstab. Dennoch, der Film nimmt sich absolut nicht
ernst.
Außerdem Pluspunkt, dass das Ganze in Flensburg spielt. Einige
Stellen habe ich auch wiedererkannt. Sogar das Roxy in der
Norderstraße – oder was davon übrig ist – ist kurz zu sehen.
Was mich richtig überrascht hat, ist die Kampfszene im Film. Ich
hatte nicht gedacht, dass dieser Film sowas bringen würde. Aber aus
dem Nichts geht das Geballer und später die erwähnte
Schwertkampfszene los. Und der Oberböse bekommt am Ende auch echt
seine Quittung. Wobei ich dazu sagen muss: Wer „Star Wars“
zitiert, kann mich sowieso immer ködern.
Der Soundtrack hat mir auch gut gefallen. Ich meine: Iron Maiden, Van
Halen, die Pogues, Bruce Springsteen und Loreena McKennitt in einem
Film – das hat man auch nicht so oft.
Die Schwächen
Seufz. Es ist ein Amateurfilm. Machen wir uns nichts vor! Bild und
Ton könnten echt besser sein, aber das sind technische Probleme.
Schlimmer finde ich wirklich die Überpräsenz von dem
Hauptdarsteller und das elende Rumgepose. Bei seiner Figur habe ich
auch immer das Gefühl, dass er seine Mitschauspieler förmlich aus
dem Bild drängt. Dass auf seinem T-Shirt groß und breit der
Filmtitel steht, macht den Eindruck nicht unbedingt besser. Was auch
immer die sich dabei gedacht haben...
Und abgesehen von den heiteren Stellen im Film (immerhin wurde mir
das als Komödie vermarktet) gibt es viel zu viel ernsten Kram. Meine
Güte, es sterben sogar Leute! Na gut, nicht in echt, und ich kann
dazu nicht mehr sagen, ohne zu spoilern. Aber alleine die Szenen
gegen Ende, da weiß man gar nicht, wo der Regisseur damit eigentlich
hin wollte – das war schon fast trauriger als die Sterbeszene von
Mr. Spock kurz nach dem Tod von Leonard Nimoy. Aber wenn es mal nicht
traurig oder lustig zur Sache geht, dann wird es schnell langweilig.
Ich habe das Gefühl, der Großteil des Films besteht daraus, dass
der Hauptdarsteller durch die Gegend spaziert und sich die Stadt
ansieht.
Größtes
Problem
Wie gesagt, es kommt einem echt bekannt vor, das Ganze. Selbst eine
der Darstellerinnen im Film sagt das. Und: Ja, der Plot ist so
dermaßen „Hangover“ nachempfunden, dass die Macher dafür
eigentlich verklagt werden müssten. Aber auch sonst strotzt der Film
vor geklauten Ideen. An allen Ecken und Enden werden Zitate von
besseren Filmen wie „Star Wars“, „Eine Frage der Ehre“,
„Stirb Langsam“ oder „Effi Briest“ rausgehauen, als würden
sie dafür bezahlt. Das treibt sogar das Zitateraten aus „Priest“
auf die Spitze, und der hatte schon Probleme mit Originalität.
Fazit
Es ist ein deutscher Film. Von Amateuren gedreht. Die selber
wahrscheinlich zu viele Filme geguckt hatten, als sie klein waren.
Und man merkt das fast jede Minute. Es gibt einige gute Momente in
dem Film, das will ich nicht abstreiten. Mit dem Schwertkampf, dem
rockigen Soundtrack und ein paar wirklich gut aussehenden Frauen
konnte man dem Film noch ein bisschen abgewinnen. Aber mal ehrlich,
empfehlen kann ich ihn trotzdem nicht. Gebt den Machern noch zehn
Jahre, ein vernünftiges Budget und ein originelleres Drehbuch, dann
kriegen sie es vielleicht hin. Im Moment spielt der Film für mich in
einer Liga mit „The Room“ und „Hush“, zumindest gemixt mit
einem Hauch „Knights of Badassdom“ - aber nur, weil Schwerter
drin vorkommen.
Bewertung:
3/10 Punkte
Sonntag, 27. April 2014
Review: "The Lego Movie" (2014)
Oder auch: "Nicht für Kinder unter 3 Jahren geeignet. Verschluckbare Kleinteile"
Da kann man auch gleich mit dem nächsten Liam Neeson Film mitmachen. Ja, er spielt hier auch mit - zumindest im Original. Als Sprecher. In mehreren zusammenhängenden Rollen. Was aber alles Nebenrollen sind. Ja, ich weiß, versucht einfach, darüber hinweg zu kommen!
Der Plot
Emmet ist ein Bauarbeiter in der großen LEGO-Stadt. Dort herrscht der skrupellose Präsident Business, der mit einer Superwaffe die ganze Welt vernichten möchte. Als jedoch Emmet auf ein seltsames Artefakt stößt, wird er in ein gewaltiges Abenteuer hineingezogen, an dem eine junge Frau names Wildstyle, ein alter Magier, Batman, ein Raumfahrer von 1980 sowie die NBA All Stars beteiligt sind...
Die Darsteller
Wie auch bei "Die Hüter des Lichts" ist es recht schwer, hier über Darsteller zu sprechen. Im Originalton sind einige namhafte Namen auf der Darstellerliste, wobei Morgan Freeman als weiser Vitruvius, Will Ferrell als Präsident Business und Cobie Smulders als Wonder Woman noch die hervorstechendsten Namen sind. Wie diese Leute aber ihre Arbeit gemacht haben, kann ich schlecht beurteilen, da ich nur die deutsche Version gesehen habe.
Aber soviel sei gesagt: Ich habe schon dutzendweise deutsche Vertonungen von Animationsfilmen gesehen. Diese hier ist per se die Beste! Sie haben alle Figuren mit vernüftigen Synchronsprechern ausgestattet. Und soweit ich das sagen kann, haben alle Figuren, die vorher schon eigene Kinoauftritte hatten (wie Batman, Superman, Green Lantern, Gandalf, Dumbledore sowie die Star Wars Figuren) genau die selben Stimmen wie in ihren eigenen Filmen. Hervorragend! Mir ist keine einzige Stimme negativ aufgefallen.
Ach ja, interessante Info am Rande: Für den Gastauftritt der Star Wars Figuren wurden auch im Original Anthony Daniels als C-3PO und Billy Dee Williams als Lando verpflichtet. Nur Harrison Ford wollte irgendwie nicht... der alte Snob...
Die Stärken
Eine haben wir ja schon: Die deutsche Synchronfassung kann ich uneingeschränkt empfehlen. Selbst der Titelsong wird durch die deutsche Übersetzung nicht unerträglicher, als er ohnehin schon ist.
Das Zusammenwürfeln der verschiedensten Elemente dieses Films kann zwar einige Verwirrung auslösen, aber hebt sogar noch die Kreativität. Und wie damit umgegangen wird, dass Superhelden, Normalos, legendäre Figuren aus der Geschichte und alles, was man sich sonst noch vorstellen kann, aufeinandertreffen und gemeinsam ein Abenteuer erleben, ist einfach sensationell.
Was mich positiv überrascht hat, sind die vielen Untertöne in dem Film. Einiges davon könnte glatt als Satire durchgehen. Dass also die perfekte LEGO-Welt aus einem Albtraum von George Orwell stammen könnte, dürften wohl hauptsächlich Erwachsene kapieren. Auf jeden Fall: Der Film ist nicht nur für Kinder.
Der Humor ist zwiegespalten: Es ist zum großenteil sehr kindlicher Humor, der manchmal ins Kindische abdriftet. Zum Glück jedoch wurde auf Erwachsene auch Rücksicht genommen - vor allem die Anspielungen auf ältere LEGO-Zeiten und Mittel, mit denen die Kinder von heute wahrscheinlich nichts anfangen können. Aber was man noch dazu sagen kann: Man müsste den Film ein paar Mal sehen, um alle Anspielungen zu erkennen und zu verstehen. Bei diesem Film lohnt es sich auch.
Auch hier möchte ich vom Ende nichts verraten, aber: Ich musste mir tatsächlich eine Träne verkneifen...
Die Schwächen
Es kann auch an der Qualität der Version liegen, die ich gesehen habe. Aber was an Actionszenen aufgefahren wurde, war über weite Strecken doch deutlich zu hektisch.
Die Musik von Mark Mothersbaugh ist vollkommen in Ordnung, aber: Der Titelsong. Er ist nervig, er kommt fast alle fünf Minuten und MAN WIRD IHN NICHT MEHR LOS!!!
Größter Spaßfaktor
Die letzte Szene im Film. Mehr verrate ich nicht.
Fazit
Eines will ich klarstellen: Ich bin überhaupt nicht voreingenommen, bloß, weil meine LEGO-Kiste bis heute in meinem Zimmer steht und bespielt wird und ständig Zuwachs erhält... na ja gut, vielleicht ein bisschen. Trotzdem, Filme, die auf Spielzeug basieren, haben in den letzten Jahren ihre Höhen und Tiefen gehabt (und hier war Michael Bay glücklicherweise nicht beteiligt). Dieser Film: Höhen! Nur Höhen! Dieser Film verdient in meinen Augen einen Oscar für den besten animierten Film. Er ist originell, witzig, spricht Alt und Jung an, bietet reichlich Action, und das Ende ist sowohl überraschend als auch anrührend. Wer auch nur ein bisschen was von seiner Kindheit noch im Herzen trägt, wer in seinem Haushalt auch nur noch eine einzige LEGO-Figur sein eigen nennt oder sich an die Zeit erinnert, in der ihm dieses Spielzeug Freude gemacht hat, für den ist dieser Film Pflicht. Was mich angeht: Der Platz im DVD-Regal ist hierfür bereits reserviert!
Da kann man auch gleich mit dem nächsten Liam Neeson Film mitmachen. Ja, er spielt hier auch mit - zumindest im Original. Als Sprecher. In mehreren zusammenhängenden Rollen. Was aber alles Nebenrollen sind. Ja, ich weiß, versucht einfach, darüber hinweg zu kommen!
Der Plot
Emmet ist ein Bauarbeiter in der großen LEGO-Stadt. Dort herrscht der skrupellose Präsident Business, der mit einer Superwaffe die ganze Welt vernichten möchte. Als jedoch Emmet auf ein seltsames Artefakt stößt, wird er in ein gewaltiges Abenteuer hineingezogen, an dem eine junge Frau names Wildstyle, ein alter Magier, Batman, ein Raumfahrer von 1980 sowie die NBA All Stars beteiligt sind...
Die Darsteller
Wie auch bei "Die Hüter des Lichts" ist es recht schwer, hier über Darsteller zu sprechen. Im Originalton sind einige namhafte Namen auf der Darstellerliste, wobei Morgan Freeman als weiser Vitruvius, Will Ferrell als Präsident Business und Cobie Smulders als Wonder Woman noch die hervorstechendsten Namen sind. Wie diese Leute aber ihre Arbeit gemacht haben, kann ich schlecht beurteilen, da ich nur die deutsche Version gesehen habe.
Aber soviel sei gesagt: Ich habe schon dutzendweise deutsche Vertonungen von Animationsfilmen gesehen. Diese hier ist per se die Beste! Sie haben alle Figuren mit vernüftigen Synchronsprechern ausgestattet. Und soweit ich das sagen kann, haben alle Figuren, die vorher schon eigene Kinoauftritte hatten (wie Batman, Superman, Green Lantern, Gandalf, Dumbledore sowie die Star Wars Figuren) genau die selben Stimmen wie in ihren eigenen Filmen. Hervorragend! Mir ist keine einzige Stimme negativ aufgefallen.
Ach ja, interessante Info am Rande: Für den Gastauftritt der Star Wars Figuren wurden auch im Original Anthony Daniels als C-3PO und Billy Dee Williams als Lando verpflichtet. Nur Harrison Ford wollte irgendwie nicht... der alte Snob...
Die Stärken
Eine haben wir ja schon: Die deutsche Synchronfassung kann ich uneingeschränkt empfehlen. Selbst der Titelsong wird durch die deutsche Übersetzung nicht unerträglicher, als er ohnehin schon ist.
Das Zusammenwürfeln der verschiedensten Elemente dieses Films kann zwar einige Verwirrung auslösen, aber hebt sogar noch die Kreativität. Und wie damit umgegangen wird, dass Superhelden, Normalos, legendäre Figuren aus der Geschichte und alles, was man sich sonst noch vorstellen kann, aufeinandertreffen und gemeinsam ein Abenteuer erleben, ist einfach sensationell.
Was mich positiv überrascht hat, sind die vielen Untertöne in dem Film. Einiges davon könnte glatt als Satire durchgehen. Dass also die perfekte LEGO-Welt aus einem Albtraum von George Orwell stammen könnte, dürften wohl hauptsächlich Erwachsene kapieren. Auf jeden Fall: Der Film ist nicht nur für Kinder.
Der Humor ist zwiegespalten: Es ist zum großenteil sehr kindlicher Humor, der manchmal ins Kindische abdriftet. Zum Glück jedoch wurde auf Erwachsene auch Rücksicht genommen - vor allem die Anspielungen auf ältere LEGO-Zeiten und Mittel, mit denen die Kinder von heute wahrscheinlich nichts anfangen können. Aber was man noch dazu sagen kann: Man müsste den Film ein paar Mal sehen, um alle Anspielungen zu erkennen und zu verstehen. Bei diesem Film lohnt es sich auch.
Auch hier möchte ich vom Ende nichts verraten, aber: Ich musste mir tatsächlich eine Träne verkneifen...
Die Schwächen
Es kann auch an der Qualität der Version liegen, die ich gesehen habe. Aber was an Actionszenen aufgefahren wurde, war über weite Strecken doch deutlich zu hektisch.
Die Musik von Mark Mothersbaugh ist vollkommen in Ordnung, aber: Der Titelsong. Er ist nervig, er kommt fast alle fünf Minuten und MAN WIRD IHN NICHT MEHR LOS!!!
Größter Spaßfaktor
Die letzte Szene im Film. Mehr verrate ich nicht.
Fazit
Eines will ich klarstellen: Ich bin überhaupt nicht voreingenommen, bloß, weil meine LEGO-Kiste bis heute in meinem Zimmer steht und bespielt wird und ständig Zuwachs erhält... na ja gut, vielleicht ein bisschen. Trotzdem, Filme, die auf Spielzeug basieren, haben in den letzten Jahren ihre Höhen und Tiefen gehabt (und hier war Michael Bay glücklicherweise nicht beteiligt). Dieser Film: Höhen! Nur Höhen! Dieser Film verdient in meinen Augen einen Oscar für den besten animierten Film. Er ist originell, witzig, spricht Alt und Jung an, bietet reichlich Action, und das Ende ist sowohl überraschend als auch anrührend. Wer auch nur ein bisschen was von seiner Kindheit noch im Herzen trägt, wer in seinem Haushalt auch nur noch eine einzige LEGO-Figur sein eigen nennt oder sich an die Zeit erinnert, in der ihm dieses Spielzeug Freude gemacht hat, für den ist dieser Film Pflicht. Was mich angeht: Der Platz im DVD-Regal ist hierfür bereits reserviert!
Bewertung
10/10 Punkte
Review: "Non Stop" (2014)
Oder auch: "Flugangst? Dein Problem möchte ich haben..."
Ja, es wird mal wieder Zeit. Nicht für für den nächsten Eintrag, sondern wieder für ein Liam Neeson Action-Vehikel, bei dem er sich alleine mit der ganzen Welt anlegen muss. Kommt einem bekannt vor? "96 Hours", "Unknown Identity"... sogar in "Batman Begins" hat er sich wirklich mit der ganzen Welt angelegt. Mittlerweile war er in so vielen Actionkrachern, dass er langsam mal für die Besetzung in einem "Expendables" Film in Frage kommen könnte. Aber obwohl der heutige Film von Produzent Joel Silver stammt ("Stirb Langsam", "Lethal Weapon", "Matrix", "Sherlock Holmes", nur um einige zu nennen), in jedem Liam Neeson Film steckt auch ein ordentlicher Anteil Thriller.
Der Plot
Bill Marks ist ein Air Marshal - aber kein besonders guter. Neben seinem Alkoholproblem hasst er außerdem das Fliegen. Und nun, auf einem Flug von Washington nach London, bekommt er SMS von einem Unbekannten, der droht, alle 20 Minuten einen Passagier zu töten, wenn seine unverschämte 150 Millionen Dollar Forderung nicht erfüllt wird. Es bleibt keine leere Drohung...
Die Darsteller
Liam Neeson heute mal in grummelig, aber in vielen Szenen so kompromisslos wie in "96 Hours". Aber langsam zweifle ich doch an seiner Wandlungsfähigkeit. Julianne Moore spielt die weibliche Hauptrolle, einen Passagier, der unfreiwillig in das Chaos mit hineingezogen wird, aber dem Air Marshal zur Seite steht. Die übrigen Passagiere - pardon, Darsteller - sind relativ unbekannt. Obwohl Frank Deal, ein älterer Schauspieler, wie eine Mischung aus Gregg Henry und Geoffrey Rush aussieht - für mich jedenfalls.
Die Stärken
Auch wenn der Trailer viel von den guten Szenen im Film gezeigt hat, sie haben es geschafft, schwere Spoiler zu vermeiden - also werde ich das auch tun. Soviel sei gesagt: Es ist wirklich spannend. Die Atmosphäre ist sehr dicht, man bekommt manchmal sogar ein Gefühl der Beklemmung, als würde man wirklich in diesem Flugzeug sitzen. Das zusammen mit dem Ratespiel, wer eigentlich der Böse ist - etwas, das wirklich bis zum Schluss nicht offensichtlich wird (jedenfalls nicht für mich).
Soviel sei gesagt: Es gibt Momente im Film,. wo man jeden verdächtigt. Und ich meine JEDEN! Gut, außer dem kleinen Mädchen...
Wenn es um die Actionszenen geht - denn davon hat der Film einige: Sie sind zwar schnell geschnitten, und die Kamera ist recht nah am Geschehen. Aber wenn sich zwei Leute in der Bordtoilette prügeln, wie will man das anders machen? Trotz allem sind die Szenen sehr übersichtlich, was heutzutage nicht selbstverständlich ist.
Die Schwächen
So auf Anhieb fällt mir nur wenig ein. Man erkennt durchaus auch andere Filme wieder, aber auch das liegt in der Natur der Sache. Wer also Parallelen zu "Flightplan", "Passagier 57", "Einsame Entscheidung" oder gar Filmen aus dem Horror-Genre, die ich nicht näher benennen kann, ohne den Film zu spoilern, der darf sie gerne behalten. Wenn ihr das Ende seht, werdet ihr verstehen.
Das Ende selbst ist allerdings auch etwas, wo ich mich kurz am Kopf kratzen musste und mich fragte: Hä? Habe ich irgendwas verpasst? Denn irgendwie hatten sich die Drehbuchschreiber dann in der Geschichte festgefahren und mussten gegen Ende eine schnelle Lösung präsentieren, deren Logik ich nicht ganz traue. Was die Motivation hinter der ganzen Sache angeht... das wird gegen Ende dann doch etwas halbherzig erklärt.
Allerdings sollte ich Leute vorwarnen, in der finalen Actionszene nicht zu genau darüber nachzudenken. Denn IMDB wies schon mehrfach darauf hin, dass sich die Gesetze der Physik im Endkampf mal kurz einen Drink an der Bar genehmigen...
Größte Stärke
Der Grund, weshalb dieser Film so gut funktioniert, ist, dass bei den Charakteren sämtliche Archetypen entweder vermieden oder auf den Kopf gestellt werden. Besonders am Anfang des Films, wenn man sich die Passagiere zum ersten Mal ansieht - als erfahrener Filmegucker macht man sich, wenn man die Prämisse kennt, sogar zusätzlich Gedanken. Im Grunde könnte jeder der Böse sein. Doch im Laufe des Films werden diverse Vorurteile angesprochen und später heftigst revidiert. Auch hier könnte ich nur spoilern, wenn ich näher ins Detail gehe. Aber soviel sei gesagt: Viele der Leute, die wie Schurken erscheinen, könnten sich am Schluss als die wahren Guten entpuppen.
Fazit
Würde Hitchcock heute noch leben und Filme drehen, und er hätte einen Film in einem Flugzeug gedreht, dann wäre er diesem Film ziemlich nahe gekommen. Es ist ein Thriller, ein Krimi nach dem "Wer ist der Täter" Schema, hat einen moderaten Actionanteil und ein befriedigendes, wenn auch nicht unbedingt logisches Ende. Wenn man schon mal Flugzeugthriller gesehen hat, wird einem zwar Einiges bekannt vorkommen, aber trotzdem, und das ist die Hauptsache: Es ist bis zum Schluss spannend! Ich wäre überrascht, wenn man den Täter vor der eigentlichen Auflösung erkennen würde. Definitiv ein sehenswerter Film.
Ja, es wird mal wieder Zeit. Nicht für für den nächsten Eintrag, sondern wieder für ein Liam Neeson Action-Vehikel, bei dem er sich alleine mit der ganzen Welt anlegen muss. Kommt einem bekannt vor? "96 Hours", "Unknown Identity"... sogar in "Batman Begins" hat er sich wirklich mit der ganzen Welt angelegt. Mittlerweile war er in so vielen Actionkrachern, dass er langsam mal für die Besetzung in einem "Expendables" Film in Frage kommen könnte. Aber obwohl der heutige Film von Produzent Joel Silver stammt ("Stirb Langsam", "Lethal Weapon", "Matrix", "Sherlock Holmes", nur um einige zu nennen), in jedem Liam Neeson Film steckt auch ein ordentlicher Anteil Thriller.
Der Plot
Bill Marks ist ein Air Marshal - aber kein besonders guter. Neben seinem Alkoholproblem hasst er außerdem das Fliegen. Und nun, auf einem Flug von Washington nach London, bekommt er SMS von einem Unbekannten, der droht, alle 20 Minuten einen Passagier zu töten, wenn seine unverschämte 150 Millionen Dollar Forderung nicht erfüllt wird. Es bleibt keine leere Drohung...
Die Darsteller
Liam Neeson heute mal in grummelig, aber in vielen Szenen so kompromisslos wie in "96 Hours". Aber langsam zweifle ich doch an seiner Wandlungsfähigkeit. Julianne Moore spielt die weibliche Hauptrolle, einen Passagier, der unfreiwillig in das Chaos mit hineingezogen wird, aber dem Air Marshal zur Seite steht. Die übrigen Passagiere - pardon, Darsteller - sind relativ unbekannt. Obwohl Frank Deal, ein älterer Schauspieler, wie eine Mischung aus Gregg Henry und Geoffrey Rush aussieht - für mich jedenfalls.
Die Stärken
Auch wenn der Trailer viel von den guten Szenen im Film gezeigt hat, sie haben es geschafft, schwere Spoiler zu vermeiden - also werde ich das auch tun. Soviel sei gesagt: Es ist wirklich spannend. Die Atmosphäre ist sehr dicht, man bekommt manchmal sogar ein Gefühl der Beklemmung, als würde man wirklich in diesem Flugzeug sitzen. Das zusammen mit dem Ratespiel, wer eigentlich der Böse ist - etwas, das wirklich bis zum Schluss nicht offensichtlich wird (jedenfalls nicht für mich).
Soviel sei gesagt: Es gibt Momente im Film,. wo man jeden verdächtigt. Und ich meine JEDEN! Gut, außer dem kleinen Mädchen...
Wenn es um die Actionszenen geht - denn davon hat der Film einige: Sie sind zwar schnell geschnitten, und die Kamera ist recht nah am Geschehen. Aber wenn sich zwei Leute in der Bordtoilette prügeln, wie will man das anders machen? Trotz allem sind die Szenen sehr übersichtlich, was heutzutage nicht selbstverständlich ist.
Die Schwächen
So auf Anhieb fällt mir nur wenig ein. Man erkennt durchaus auch andere Filme wieder, aber auch das liegt in der Natur der Sache. Wer also Parallelen zu "Flightplan", "Passagier 57", "Einsame Entscheidung" oder gar Filmen aus dem Horror-Genre, die ich nicht näher benennen kann, ohne den Film zu spoilern, der darf sie gerne behalten. Wenn ihr das Ende seht, werdet ihr verstehen.
Das Ende selbst ist allerdings auch etwas, wo ich mich kurz am Kopf kratzen musste und mich fragte: Hä? Habe ich irgendwas verpasst? Denn irgendwie hatten sich die Drehbuchschreiber dann in der Geschichte festgefahren und mussten gegen Ende eine schnelle Lösung präsentieren, deren Logik ich nicht ganz traue. Was die Motivation hinter der ganzen Sache angeht... das wird gegen Ende dann doch etwas halbherzig erklärt.
Allerdings sollte ich Leute vorwarnen, in der finalen Actionszene nicht zu genau darüber nachzudenken. Denn IMDB wies schon mehrfach darauf hin, dass sich die Gesetze der Physik im Endkampf mal kurz einen Drink an der Bar genehmigen...
Größte Stärke
Der Grund, weshalb dieser Film so gut funktioniert, ist, dass bei den Charakteren sämtliche Archetypen entweder vermieden oder auf den Kopf gestellt werden. Besonders am Anfang des Films, wenn man sich die Passagiere zum ersten Mal ansieht - als erfahrener Filmegucker macht man sich, wenn man die Prämisse kennt, sogar zusätzlich Gedanken. Im Grunde könnte jeder der Böse sein. Doch im Laufe des Films werden diverse Vorurteile angesprochen und später heftigst revidiert. Auch hier könnte ich nur spoilern, wenn ich näher ins Detail gehe. Aber soviel sei gesagt: Viele der Leute, die wie Schurken erscheinen, könnten sich am Schluss als die wahren Guten entpuppen.
Fazit
Würde Hitchcock heute noch leben und Filme drehen, und er hätte einen Film in einem Flugzeug gedreht, dann wäre er diesem Film ziemlich nahe gekommen. Es ist ein Thriller, ein Krimi nach dem "Wer ist der Täter" Schema, hat einen moderaten Actionanteil und ein befriedigendes, wenn auch nicht unbedingt logisches Ende. Wenn man schon mal Flugzeugthriller gesehen hat, wird einem zwar Einiges bekannt vorkommen, aber trotzdem, und das ist die Hauptsache: Es ist bis zum Schluss spannend! Ich wäre überrascht, wenn man den Täter vor der eigentlichen Auflösung erkennen würde. Definitiv ein sehenswerter Film.
Bewertung
8/10 Punkte
Mittwoch, 8. Januar 2014
"Stirb Langsam 5" ("A Good Day To Die Dard") (2013)
Einer fehlte noch...
Ich war vor Kurzem in einer recht hitzigen Debatte, welcher der "Stirb Langsam" Teile der beste sei. Hitzig, weil alle Parteien ihre Standpunkte aus guten Gründen vertraten. Und es gab eine nicht zu unterschätzende Fraktion, die den dritten Teil, den ich ja bislang für den schwächsten hielt, als den besten der Reihe ansehen. Und ja, ich sehe ein, warum das so ist. Mir mag die Rolle des Zeus unheimlich auf den Keks gegangen sein, aber die Menschen mögen Samuel L. Jackson und finden, dass ihn zusammen mit Bruce Willis in einen Action-Film (besonders in einen offiziellen "Stirb Langsam" Teil) gegen die bösen Jungs antreten zu lassen eine der besten Ideen des Filmgeschäfts sei. Die gleiche Fraktion fand übrigens die computeranimierten Effekte aus Teil 4 oder die nichtssagenden Bösewichter aus Teil 2 deutlich schlechter - ich widerspreche nicht, aber ich finde die Filme trotzdem gut.
Aber in einem Punkt waren wir uns alle am Ende einig, und das ist die Meinung über den bislang letzten Teil der Reihe...
Der Plot
Regel Nummer 1: Wenn der Plot zu einem "Stirb Langsam" nicht mehr auf eine Zigarettenschachtel passt, hat jemand was falsch gemacht. Und so geht es in diesem Film darum, dass John McClane Jr. (hier heißt er allerdings Jack und wird gespielt von Jai Courtney) in Russland in Schwierigkeiten gerät, weil er im Vorspann als Attentäter fungiert hat. Er wird zusammen mit einem russischen hohen Tier namens Komarov vor Gericht gestellt, der sich im lange anhaltenden Disput mit dem derzeitig agierenden russischen Verteidigungsminister befindet. Was niemand weiß: Jack arbeitet für die CIA und soll Komarov in Sicherheit bringen. John McClane reist nach Russland, um ihn rauszuboxen, doch er landet mitten im Konflikt zwischen russischen Gangstern und den Schergen des Verteidigungsministers (also noch mehr russiche Gangster). Kompliziert wird es dann richtig, als jeder jeden betrügt und es irgendwann zum Showdown in Tschernobyl kommt, wo die Bösen an das gelagerte waffenfähige Plutonium heranzukommen versuchen.
Die Darsteller
Ist euch bei der Plot-Beschreibung was aufgefallen? Das führt zu Regel 2: Bei "Stirb Langsam" hat Bruce Willis keine Nebenrolle zu spielen! Aber genauso ist es im Grunde, denn der ganze Plot dreht sich im Grunde um seinen Sohn. Und wer zur Hölle ist Jai Courtney? Laut IMDB war er zehn Folgen lang in der "Spartacus"-Serie zu sehen - und später noch in "Jack Reacher". Eines muss man den Leuten aber lassen: Dass Komarov von Sebastian Koch gespielt wird, habe ich bis zum Ende des Films nicht bemerkt - was ein Vollbart so alles bewirken kann. Der Rest der Besetzung... öhm.... Mary Elisabeth Winstead schaut mal kurz als Gastauftritt rein - sogar am Anfang UND am Ende!
Die Stärken
Man merkt, dass sich die Macher zumindest Mühe gegeben haben, Parallelen zum ersten "Stirb Langsam" zu ziehen - das merkt man an der Szene mit dem Taxifahrer, die an Argyle, den Limofahrer, erinnert. Und auch die Musik, dieses Mal wieder von Marco Beltrami, fügt sich gut in das Gesamtbild ein, mit Anklängen an Michael Kamens Originalwerk. Was die Action angeht: Wenn sich die McClanes dieses Mal mit einem russischen Kampfhubschrauber (ein "Hind") anlegen, geht auch so Einiges zu Bruch. Und ja, John McClane darf wieder seinen Erkennungsspruch bringen - im Deutschen wie im Englischen.
Die Schwächen
Viele haben es schon gesagt, vor allem habe ich es vom Blockbuster Buster im Internet gehört. Trotzdem: Wenn man glaubt, dass Bruce Willis nur eine Nebenrolle in seinem eigenen Film spielt, sollte man mal bei näherer Betrachtung darüber nachdenken, was er dort überhaupt verloren hat. Klar, die Prämisse (und McClanes Grabinschrift) lautet ja: "Immer zur falschen Zeit am falschen Ort." Hier allerdings mit voller Absicht des Charakters, denn er fährt einfach nach Moskau und legt in einer Verfolgungsjagd, mit der er normal nichts zu tun hätte und auch nicht von außen reingezogen wurde, erst mal eine Handvoll Straßenzüge in Schutt und Asche. Der Rest des Films dreht sich darum, dass er seinen Sohn dabei unterstützt, während dieser versucht, die Welt zu retten. Hätte man ihn also ganz aus dem Film gestrichen - hätte man denn soviel verloren?
Das hat dann zur Folge, dass der Film trotz der vielen Action unheimlich langweilig ist. Man lässt sich nicht auf die Geschichte ein - wie könnte man auch, wenn der eigentliche Hauptcharakter des Films ein verzogener Penner ist? Die Atmosphäre des Grau-in-Grau-gehaltenen Moskau ist dabei auch keine große Hilfe - von der Farbvielfalt der vorherigen Filme ist nichts mehr zu merken. Aber man weiß ja seit "Max Payne", dass Regisseur John Moore lieber monochrom arbeitet.
Und dann die Schurken: Wie im dritten Teil gibt es wieder drei Stück, wobei einer der eigentliche Oberschurke ist. Dieser hat dann noch eine weibliche Handlangerin und einen Kerl fürs Grobe, mit dem man es in diesem Film hauptsächlich zu tun bekommt. Ausgerechnet diese Elemente werden zum großen Teil aus "Stirb Langsam: Jetzt Erst Recht" abgekupfert, inklusive des wenig rühmlichen Endes des einzigen Bösewichts, der auch nur ansatzweise seine Zeit wert war. Und das nur, um dem Publikum zu zeigen: "Oh, das sind nun die echten Bösen - welche Überraschung!" Nachdem man hin und her geschaukelt ist und die Zuschauer sich fragen mussten, was hier eigentlich gespielt wird - und das ist bei "Stirb Langsam" ebenfalls ein schlechtes Zeichen. Also Regel Nummer 3: Zuschauer können die Explosionen nicht richtig genießen, wenn sie nachdenken müssen, wem sie jetzt volles Pfund aufs Maul wünschen.
Größtes Problem
Größtenteils halten sich die vorher genannten Schwächen die Waage. Es ist auch nicht ein bestimmter Punkt, der mich wesentlich nervt, sondern das Gesamtbild. Ich glaube, das größte Problem ist die Tatsache, dass mit einem richtigen Drehbuch und einer vernünftigen Produktion der Film doch ganz gut hätte werden können - und das sieht man dem Film auch sehr oft an. Hätte man sich die Mühe gemacht, ein bisschen mehr über den Charakter John McClane nachzudenken - hätte man sich einen besseren Grund überlegt, ihn in dieses Chaos zu schicken - dann wäre man als Zuschauer emotional engagierter. Dann hätte man bestimmt auch eine bessere Chemie zwischen den beiden McClanes und vielleicht sogar eine bessere Motivation für den Junior gehabt. Und dann wäre dieses völlig bescheuerte Finale nicht notwendig gewesen. Ich meine: Wow, dass es wirklich noch schlechter geht als in Teil 3...
Fazit
Trotz allem: Der Film ist nicht so schlecht, dass ich seine Existenz leugnen würde (also so schlecht wie "Star Wars Episode 1-3" oder J. J. Abrams "Star Trek" Filme). Aber: Er ist langweilig. Mir passiert es nicht so oft, dass ich nach einem Actionfilm vergesse, was eigentlich darin passiert ist. Wenn ich jetzt über "Stirb Langsam 5" nachdenke, fallen mir nur drei Sachen ein: Mary Elisabeth Winstead am Anfang, ein heftiger Panzerwagen-Unfall während der ersten Verfolgungsjagd und der Kampfhubschrauber, dessen Ende mich heute noch ziemlich aufregt. Der Rest... weg! Einfach weg. Von Michael Dudikoff Filmen bleibt mehr hängen.
Ja,. wir waren uns in diesem hitzigen Gespräch über die Reihe alle einig: Dieser Film... ist der schwächste von allen. Weder so schlecht, dass er wieder lustig ist, noch so schlecht, dass man die Produzenten an der nächsten Laterne aufknüpfen möchte, um ihren Verrat zu bestrafen. Einfach nur langweilig, öde und nichtssagend. Würde "Star Trek - Der Film" ablösen, wenn ich Probleme mit dem Einschlafen habe...
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